Archiv der Kategorie: Vorbereitungen und Algemeines

4 Tage

Vier Tage im Leben eines Weltreisenden

Aus den Gesprächen die wir mit Menschen führen, die unseren Blog von zu Hause in Deutschland aus lesen entnehmen wir, dass sich jeder so seine eigenen Vorstellungen macht, wie unsere Tage so aussehen.
Darum denken wir, wir sollten mal ein paar Tage exemplarisch vorstellen, wie es denn tatsächlich ist.
Wir haben uns unsere Tage in Nasca und Lima ausgesucht. Über Nasca und Lima selbst und was daran interessant war, wollen wir gerne auch noch berichten – hier geht es eher um den Tagesablauf. Darum wird es jetzt auch ein Beitrag ohne Bilder. Ich hoffe er ist trotzdem interessant und ich will versuchen, so bildlich wie möglich zu schreiben.

So, nun geht es also los:

Nach 14 Stunden Busfahrt kommen wir in Nasca an. Busfahren ist immer wieder ermüdend, obwohl selbst die südamerikanischen Langstreckenbusse mit geringster Qualität im Vergleich zu Deutschen ausgesprochen angenehm sind. Kein Vergleich zu Bussen in Asien. Insbesondere wenn ich an die Philippinen oder Indonesien zurück denke … schon schön, auf so einem gepolsterten Sitz mit unterschiedlich weit zurück lehnbarer Rückenlehne zu sitzen und eine Fußstütze zu haben und einen Film (auf Spanisch oder Englisch) zu schauen. Das Gepäck ist im Gepäckfach verstaut und dort sogar relativ sauber untergebracht (erneuter Asien-Vergleich).

Unterschiede im Busreisen in unterschiedlichen Ländern wäre eigentlich ein Thema für ein eigenen Blogbeitrag. Immer ist es aber irgendwie eigenartig ermüdend. Man sitzt im Bus und dämmert so vor sich hin (außer auf einer 36-stündigen Busreise auf den Philippinen wo ich von Boxen mit Kampfhähnen umlagert war), und wird dabei immer kaputter. Man kommt trotz aller Bequemlichkeit südamerikanischer Langstreckenbusse erschöpft vom Reisen am neuen Ort an.

Für Harriet und mich ist inzwischen Folgendes zur Routine beim Eintreffen an einem neuen Ort geworden: Sie besetzt einen strategisch guten Platz möglichst an einer überdachten Wand in der Nähe des Busses und ich hole Stück für Stück unser Gepäck aus dem Bus. Je nach Land und Mentalität unterschiedlich intensiv wird man dabei von Taxifahrern angeworben, die einen fahren wollen. Es ist selten schlau so eine Taxifahrt anzunehmen (je nach Land und Region aus völlig unterschiedlichen Gründen). Harriets Aufgabe ist, auf das Gepäck auf zu passen, meine Aufgabe ist die Gegend zu erkunden und zum Beispiel Geld zu wechseln (wenn wir in einem neuen Land sind) oder eine vertrauenswürdige Fahrgelegenheit (öffentlichens Nahverkehrssystem, Prepayed-Taxi oder Ähnliches) und alles andere Notwendige zu orgenisieren.

Am Beispiel Nasca hieß das: Ich nehme schon mal einen Teil des Gepäcks, starte meine offline-Karten in meinem Smartfone und laufe zu Fuß, unsere im Voraus gebuchte Unterkunft zu finden. Wie immer hatten wir mit der Buchung um Abholung gebeten – wie meist hatte das nicht geklappt. Nach ein wenig herumirren finde ich unsere Unterkunft und stelle das Gepäck gesichert unter.

[ Unterbrechung des Beitrags – stattdessen Tipps:
Hier immer Vorsicht walten lassen – das Gepäck sollte gut unter Sicht – besser verschlossen – optimal bereits im Zimmer untergebracht werden. Es gibt Diebe, die haben sich darauf spezialisiert, Gepäck aus dem Empfangsbereich von Hostels, Hotels usw. zu stehlen. Die haben dann evtl. durchaus Kleidung an, die einen denken lässt, es seien freundliche Mitarbeiter des Hostels, die einem beim Gepäck tragen helfen wollen. In solchen Situationen nie auch nur für einen Augenblick das Gepäck aus den Augen lassen !!!
Am Rande erwähnt für echte Gepäckträger: Es ist gut, immer ein paar 1-US-Dollar-Noten dabei zu haben, damit man auch in einem neuen Land eine Kleinigkeit geben kann. 1 US-Dollar ist oft eine kleine aber noch akzeptable Menge, wenn nicht, kann man in Einzelschritten erhöhen. ]

Nach dem ich meinen Teil des Gepäcks untergrebracht habe, laufe ich erneut zum Busbahnhof, wo Harriet auf den anderen Teil aufpasst. Da sie ja kürzlich mit dem Knöchel umgeknickt war, bin ich derzeit Träger für alles Gepäck. Sie nimmt nur den kleinen Reiseproviantrucksack, ich nehme ihr ganzes anderes Gepäck und wir gehen zusammen diesmal auf direktem Weg zum Hostel.
Es ist fast 22:00 Uhr und wir versuchen uns schlafen zu legen. Vorher versuche ich noch über das WLAN (=WiFi) unsere E-Mails abzurufen. Da Internet oft nicht so zuverlässig funktioniert, dauert es schon mal eine halbe oder dreiviertel Stunde immer wieder erneutes Versuchen, bis das, was in Deutschland im heimischen Netz keine Minute dauert, tatsächlich zu erreichen. Wecker stellen – Abendtoilette (nach langer Busfahrt gehört Duschen wenn möglich dazu, denn man ist oft durchgeschwitzt.) – schlafen.

Nächster Tag: Früh aufstehen. Bei diesem Hostel ist Frühstück inklusive, sonst muss man erst einmal herum laufen und etwas Günstiges zum Frühstücken finden, oder im Supermarkt etwas kaufen, was für mehrere Tage Frühstück gut wäre. Normalerweise muss man auch herum laufen, um für die Aktivitäten die man vor hat die Anbieter zu vergleichen. In diesem Fall haben wir das im Voraus im Internet erledigt und die Fluglinie, die wir zum Überfliegen der Nasca-Linien nutzen wollen, wird auch in unserem Hostel zum gleichen Preis angeboten – das spart viel Zeit und Gelaufe. Dafür geht normalerweise alleine ein Tag drauf.
In unserem Hostel können wir aber alles preisgünstig vor Ort buchen. Nach dem Frühstück werden wir bereits von dem Unternehmen am Hostel abgeholt und zu dem kleinen Flughafen gebracht. Es folgt der Papierkram. Das Unternehmen will Pässe kopieren (viele erwarten von einem immer eine Kopie dabei zu haben), Formulare ausfüllen, wo Gewicht usw. abgefragt wird (obwohl sie selber auch noch mal wiegen), man unterschreibt Verzichtserklärungen für den Fall das etwas passieren sollte usw.. dann ist mal wieder die typische Tätigkeit des Weltreisenden angesagt: „Dasitzen und warten.“ Wer das kennt, es ist eigenartig. Es gäbe so viel zu tun, man hat hier und jetzt aber keine Gelegenheit dazu. Man hat eigentlich nichts zu tun und trotzdem oder genau deshalb ist es irgendwie nicht anstrengend, aber erschöpfend. Wir kommen ins Gespräch mit anderen Wartenden und Viele haben interessante Geschichten. Unsere Geschichte einer Weltreise ist für andere Reisende natürlich auch interessant. So vergeht die Zeit, bis wir dann endlich zum Flugzeug gehen und abheben. Es ist eine kleine Maschine (wie schreibt man Chesna?) die jedes kleine Luftloch mitnimmt und das bewusst in starke Seitenlage gebracht wird, damit man die Nasca-Linien unten auch gut sehen kann – und damit beide Seiten die gut sehen können natürlich immer einmal in Links- und einmal in Rechtskurve. Einer Mitreisenden aus der letzten Reihe wird übel und Harriet ist dann ja immer gerne solidarisch. 😉 Ich bin da ja zum Glück viel stabiler und mache die Fotos. Wie es den Anderen der insgesamt 5 Passagiere geht, bin ich mir nicht sicher, sie scheinen stabil, machen aber keine Fotos mehr. Jedenfalls wird der Flug aufgrund der Übelkeit an Bord nicht unnötig verlängert – was ich als stabiler Mensch natürlich Schade finde, denn ich wäre gerne viel länger in Kurven geflogen für mein Geld. Es ist inzwischen späte Mittagszeit. Nach dem Flug werden wir zu unseren Hostels zurück gefahren. Harriet und ich verabreden für den nächsten Tag eine geführte Fahrt zu den Nasca-Linien. Zwar haben andere Reisende erzählt, dass das nicht sehr lohnen würde, aber ich möchte es irgendwie doch gerne gesehen haben. Ich denke, sonst würde ich mich die Zeit darauf immer fragen, wie es wohl gewesen wäre.
Jetzt gehen wir erst einmal los und durchlaufen den Ort. Es gibt einen Markt – dort kann man immer am besten die Einheimischen beim Handeln sehen und typische Früchte erwerben. Harriet ist noch nicht so stabil, also gibt es erst mal nur eine Banane. Danach humpelt sie an meiner Seite eingehänkelt weiter und wir schauen uns den weiteren Ort an und wir machen Bilder mit der Handy-Kamera z.B. vom Plaza de Armaz. Neben dem Supermarkt, den wir später entdecken und in dem wir ein paar Kleinigkeiten zu Essen kaufen, ist eine Hähnchenbräterei mit gutem Preis-Leistungsverhältnis, da essen wir zu Abend.

Gerne würden wir jeden Abend in Restaurants gehen und landestypische Spezialitäten essen. Aber das ist in unserem Budget nicht drin. Wir nehmen immer die fast billigsten Unterkünfte und ernähren uns oft aus Supermarkt, Hähnchenbräterei oder Stand am Straßenrand. Stand am Straßenrand ist andererseits oft landestyspischer als Restaurant aber Supermarkt ist oft unschlagbar günstig.

Damit möchte ich auch eine andere Frage beantworten. Wir haben unsere Abschlussrechnung zwar noch nicht fertig. Insgesamt hat uns die Weltreise von rund 17 Monaten weniger gekostet, als manch Anderer für einen Mittelklassewagen ausgibt. Wir haben weder im Lotto gewonnen, noch sind wir sonst wie reich – im Gegenteil: Was Geld angeht sind wir jetzt reichlich abgebrannt.
So teuer wie Andere sich eine solche Weltreise vorstellen, ist sie nicht. Da wird oft hochgerechnet, was ein Urlaub gekostet hätte. Man verhält sich aber auch anders als im Urlaub. Man reist billig in Bussen mit Einheimischen usw. man nimmt einfachste Unterkünfte die ein Urlauber im Leben nicht akzeptieren würde und man isst so billig wie möglich. Selbst billige Restaurants sind da kaum mal drin. Souveniers? – Fehlanzeige! Kosten Geld und der Rucksack darf eh kein Gramm mehr haben. Man lernt im Laufe von Monaten immer mehr am Pfennig zu fuchsen und verliert sicherlich an Bequemlichkeit aber man gewinnt durch sparen von Geld Reisezeit. Denn wenn das Geld alle ist, geht’s zurück nach Hause, und das möchte man natürlich lieber verzögern. Wer weiß schon, ob man je wieder los kommt. Für einige landestypische Sachen muss das Geld zwar da sein, wäre ja schade, wenn man das gar nicht kennen lernen würde, das tägliche Essen stammt aber eher aus dem Supermarkt und ist nicht viel anders, als wenn man sich in Deutschland ohne Küche aus dem Supermarkt ernähren würde. Fertighühnchen und Dosentunfisch oder Avocado auf Brot mit Tomate sind typische Speisen des Budget-Weltreisenden. Wenn man für Frühstück selber sorgen muss, sind es oft Cornflakes mit Milch dazu ein löslicher Kaffee. Das ist wenig exotisch, aber billig.

Nach Abendessen und Supermarkteinkauf geht es zurück ins Hostel. Mails, Waschen, Schlafen … Morgens Wecker, Morgentoilette, Frühstück im Hostel (inklusive) danach auf die Tour Nasca-Linien anschauen.
Museen zu den Linien und zu der Frau Maria Reiche runden das Programm ab. Leider sind die Inca-Ruinen und die Aquädukte nicht mit drin und wir denken schon, dass wir die nicht werden sehen können, denn am nächsten Morgen wollen wir ja schon mit dem Bus wieder abfahren. Wir müssen ja bald Lima erreichen, denn unser Flug nach Rio geht in drei Tagen. So machen wir uns nach der Tour auf zum Busbahnhof und wollen eine Fahrt für den kommenden Morgen buchen, was normalerweise kein Problem ist. Da sind wir im Laufe unseres Südamerikaaufenthaltes immer ruhiger geworden. Fast immer bekommt man bald eine Fahrt auch noch für den gleichen Tag, wenn man zu den Busunternehmen geht. Wir sind da im Vergleich zu anderen Reisenden eher vorsichtig, wenn wir am Tag vorher bereits ein Ticket kaufen. Heute aber ist es wie verhext und wir bekommen für den nächsten Tag erst ein Ticket für einen Nachtbus bei einem Unternehmen. Dafür sind wir von Unternehmen zu Unternehmen gegangen, haben uns evtl. in einer Schlange angestellt usw. da geht auch leicht viel Zeit ins Land. Jedenfalls haben wir am Ende ein Ticket für den Nachtbus und planen für den nächsten Morgen noch eine Tour zu den Incaruinen und den Nascaaquädukten.
In diesem Punkt ist Nasca kein gutes Beispiel für einen Beispieltag, denn da haben wir Touren gebucht – das kostet Geld – in vielen Orten kann man alle Sehenswürdigkeiten auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, wenn man erst einmal herausgefunden hat wie. An vielen Orten ist die „Besichtigung“ auch einfach „durch den Ort gehen“, „Atmosphäre schnuppern“, auf einer Bank im Schatten sitzen und dem Treiben der Geschäftsleute zuzusehen. Unsere Füße sind sicher inzwischen total platt gelaufen – so manch ein Ort war einfach: Morgens losgehen, den ganzen Tag über durch den Ort laufen und Kirchen oder anderes von Außen ansehen, Bettler und Andenkenverkäufer abwimmeln, Menschen bei einfachen Dingen zuschauen (z.B. Kindern beim Barfuß Fußballspielen in einer Kopfsteinpflastergasse) und Abends erschöpft wieder im Hostel ankommen – das ist nicht sehr spannend zu berichten. Aber typischer Alltag eines Weltreisenden.

Am nächsten Tag packen wir nach dem Aufwachen unsere Rucksäcke, duschen danach, gehen frühstücken, checken aus dem Zimmer aus und bitten um Aufbewahrung unserer Rucksäcke und warten auf die Tour. Die ist dann auch sehr spannend. Zurück im Hostel am späten Nachmittag müssen wir noch die Zeit bis zur Nacht herum bekommen. Der Bus geht um Mitternacht. Laptop und andere Dinge sind gut in der Mitte in den verschlossenen Rucksäcken unter gebracht. An z.B. bloggen ist nicht zu denken. Es ist wie immer, entweder hat man Zeit oder Internet oder den Laptop aber so gut wie nie alle drei Dinge auf einmal.

Unsere Rucksäcke sind im gepackten Zustand sichherheitsoptimiert – die öffnet man nur sehr ungerne, wenn es nicht unbedingt sein muss. Dinge wie der Laptop sind von weichen Sachen umgeben in der Mitte des Rucksacks untergebracht. Dieser wird so eng verschlossen. Um den Rucksack herum kommt unser verschließbares Rucksacknetz aus Stahl. Dadurch kann keiner so einfach mit einem Klingenmesser an den Inhalt heran kommen. (Wer wirklich will, den hält man auch mit noch mehr Maßnahmen nicht ab, aber der Gelegenheitsdiebstahl ist erschwert und so haben wir unser Ziel erreicht.) Um den eingenetzten Rucksack herum kommen dann noch ein bis zwei Regenüberzüge, denn der Gepäckraum ist selten sauber – in Asien haben wir die Rucksäcke dann auch noch zusätzlich in einen weiteren schmutzabweisenden Beutel geschlossen, denn z.B. auf den Philippinen hatten wir den Eindruck, unser Gepäck diente vielen frisch gepuderten Kartoffelsäcken als Unterlage.

Außer durch Abendessen musste die Zeit mit Warten irgendwie herum gebracht werden. Um 23:00Uhr ging es zum Busbahnhof, wo man auf das Gepäck achtend auf den richtigen Augenblick achten muss den Bus zu besteigen. Wertsachen sollten für andere unzugänglich untergebracht werden, denn gerade Nachtbusse sind typisches Gelände für Diebe. Im Nachtbus zu schlafen, ist etwas, was Harriet immer wieder erstaunlicherweise gut hin bekommt, ich schlafe wenn, dann wenig und schlecht. Entsprechend kaputt kommen wir dann in Lima an. Harriet besetzt einen strategisch guten Platz möglichst an einer überdachten Wand in der Nähe des Busses und ich hole Stück für Stück unser Gepäck während wir von Leuten umworben werden, die Taxifahrten, Unterkünfte usw. anbieten …
In diesem Fall benötigen wir ein Taxi und ein Einheimischer, mit dem wir uns im Bus gut verstanden haben, hilft uns ein vertrauenswürdiges Taxi zu finden. Dadurch kostet es zwar immer noch mehr als ein Einhimischer für ein Taxi von der Straße zahlen würde, aber wir sind in einem auch für Ausländer sicher sicheren Taxi.

Es ist 6:30 Uhr am Morgen als wir totmüde in unserem Hostel im Stadtteil Miraflores ankommen. Ein Frühstück wäre auch in diesem Hostel am Morgen nach der Übernachtung inklusive. Wir fragen, ob wir das statt am Folgetag auch am Ankunfttag bekommen könnten und bekommen ein „ja“. Toll. Morgen werden wir zum Flughafen aufbrechen bevor es Frühstück geben wird. Nach dem Frühstück brechen wir auf und nehmen den Bus in die Innenstadt. Vom Plaza San Martin schlendern wir zum Plaza de Armas de Lima, um dort eine Stunde lang den Wachwechsel am Palast des Gouverneurs zu verfolgen. Nach dem Wachwechsel schlendern wir Richtung Plaza Bolivar und dann weiter nordwärts bis wir bezahlbares Mittagessen finden. Davon gestärkt gehen wir Richtung Basilika, wo wir die Catacomben besichtigen wollen. Zufällig erfahren wir, dass es doch eine Führung auch auf Englisch geben würde. Wir mussten halt warten. Danach wanderten wir zurück zum Pl. Bolivar bis zum Pl. Italia von dort aus durch Seitenstraßen bis nach Chinatown (wo wir ein bezahlbares Abendessen bekommen) und wieder zurück bis wir feststellen, dass es nach 18:00 Uhr ist und wir uns auf den Fußweg bis zur Av. Tacna machen sollten, um einen Bus in Richtung Miraflores zu nehmen.

Unsere Rucksäcke müssen umgepackt werden. Es muss umgepackt werden auf „Flug“. Da packen wir tatsächlich vieles anders, als wenn wir irgendwo bleiben oder mit dem Bus fahren. Danach gehen wir schlafen. Morgens um 4:30 steht der Wecker, das verabredete Taxi bringt uns im Laufe von rund einer dreiviertel Stunde Fahrzeit zum internationalen Flughafen.

So sahen einige typische Tage unserer Weltreise aus. Freie Tage hatten wir so gut wie nie, denn wir wollten unser bisschen Geld ja auch so gut wie möglich nutzen. Zeit z.B. zum Bloggen blieb da selten.
Wenn es freie Zeit gab, war es keine Freizeit und entsprechend nicht erholsam, sondern oft nervtötendes Warten oder Fahren. Monatelang waren die Tage so dicht gepackt wie nur möglich um aus unserem Geld so viel wie möglich heraus zu holen. Wer so etwas mal nur kurze Zeit macht, wird bald merken dass er urlaubsreif ist. Mit Urlaub hat es nur gemeinsam, dass man in einem fremden Land ist. Geld kostet es, wenn man es geschickt anstellt, erstaunlich wenig. Reich sind wir nur an Erfahrungen und Erlebnissen.

Und ja, es ist keine Arbeit, wie ich sie als 18jähriger Schüler z.B. im Hafen gemacht habe. Man muss nicht jeden Tag 8 Stunden im Akkord schwere Säcke schleppen oder so. Und man arbeitet nicht „was nötig ist“ oder „was Chef sagt“ sondern hat sich selbst zu seinem 16-Stunden-Tag und 7-Tage-Woche entschlossen. Und man füllt sich selbst mit Eindrücken von „Neuem“ oder „Anderem“.
Es ist anstrengend aber nicht schlecht. Man hat es selbst gewählt und man hat seine Freude daran. Weltreise bildet und macht Freude und man lernt andere Reisende kennen. Und Reisende sind ein besonderes Volk und oft besonders redselig und sympatisch.

Eine Weltreise kostet weniger als viele denken. Eine Weltreise kostet aber schon den Mut sie zu wagen.
Eine Weltreise ist anstrengend und nicht erholsam. Es hat mit Urlaub nichts zu tun. Aber man füllt sich mit Gefühlen, Gerüchen usw. – „Eindrücken“.
Nicht jeder ist der Typ dafür, aber wer auch immer davon träumt eine Weltreise zu machen, dem sage ich: Traue Dich lieber heute als morgen. Zöger nicht. Fang an zu planen. Es ist ein besonderes Erlebnis wie man es mit nichts Anderem vergleichen kann.

Lebenszeichen

Liebe Leser,

wieder einmal kommen wir vor lauter Reisen nicht zum bloggen. Mittlerweile sind wir gut in Cusco (Peru) gelandet. Nachdem wir von Buenos Aires nach Mendoza, dann nach Santiago de Chile gefahren sind und uns dort jeweils ein wenig ungesehen haben, ging es weiter nach Valparaiso und Viña del Mar, schließlich nach San Pedro de Atacama und zurück an die Küste nach Antofagasta, wo wir unsere Pläne änderten und statt die Küste mit dem Leihwagen Richtung Norden zu fahren zurück nach San Pedro de Atacama fuhren. Die Atacama-Wüste ist der trockensten Platz der Welt. Hier verbrachten wir einige Zeit und erlebten überraschend häufig Regen. Anschließend ging eine nicht einfache Tour durch das Hochgebirgsplateau mit Wüste und die Salzwüste Boliviens nach Uyuni. Alles ohne bzw. schlechtem Internet. Artikel über Mendoza (Argentinien), Santiago (Chile), San Pedro de Atacama (Chile) und, und, und stehen noch aus. Danke euch, dass ihr euch und uns fragt, wie es uns geht und was wir machen, wenn wir uns so lange nicht gemeldet haben. Hier in Cusco ist am Wochenende Carneval und dann soll es zum Highlight unserer Reise, zum Machu Picchu gehen. Es gibt viel zu berichten… mal schauen, wann wir dazu kommen…

Frohes Fest

Liebe Leser,

es gibt ja immer so viel zu berichten, wir kommen mit dem Schreiben nicht hinterher.
In Vorbereitung sind folgende Artikel, die bald Stück für Stück erscheinen werden:
Florida IV Space – Entwurf
Florida V – Entwurf
Florida VI – Entwurf
Buenos Aires – Entwurf

Gleich veröffentlichen wir schon mal einen recht aktuellen Artikel mit dem Namen
“Nikolaus in San Telmo”.

Damit möchten wir all unseren Lesern auch bereits ein frohes, vielleicht besinnliches, auf jeden Fall schönes Weihnachtsfest wünschen, und einen guten Rutsch in das neue Jahr – kaum zu fassen – 2 0 1 5

Liebe Grüße in alle Welt senden und (der Rest der Welt möge verzeihen), besonders nach Deutschland

Harriet und Wolfgang

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Statistik 101 111

Liebe Leser,

derzeit sind wir noch in Hongkong. Aber die Reise selbst soll diesmal gar kein Thema eines Artikels sein.

Es gibt ein besonderes Ereignis, was mit Hongkong rein gar nichts zu tun hat, außer dass es eben zufällig in Hongkong passiert und die Zahlen so schön mit der chinesischen Glückszahl 1 zusammen spielen. Aus meiner Sicht ist das einen eigenen Artikel wert.

Dieser Artikel wird jetzt der 101. Artikel zu einem Zeitpunkt, wo es genau 111 veröffentlichte Kommentare gibt. (Unsere eigenen mitgezählt.)

Leser:

Die Zahl der Leser pro Tag schwankt sehr. Meist ist die Zahl gerade am Wochenende etwas kleiner als in der Woche, aber mit ca. 30-40 Lesern pro Tag können wir halbwegs sicher rechnen. Weniger sind es wirklich ganz selten, oft deutlich mehr. Unsere Leser kommen aus folgenden Ländern (Absteigende Reihenfolge nach Häufigkeit des Lesens seit Beginn dieser Statistik Ende Februar 2014):

Germany, Philippines, New Zealand, Hong Kong, Indonesia, Taiwan, United States, Ireland, Singapore, Australia, Austria, Brazil, Switzerland, China, Samoa, Portugal, India, Thailand, American Samoa, Italy, Argentina, Slovenia, Venezuela, Chile, Estonia, Spain, United Kingdom, Mexico, Poland.

Kommentare:

Kommentare sind für uns das Salz und die Butter des Bloggens. Danke allen Kommentatoren, die uns immer wieder motivieren.
OK Kommentare, gibt es jeden Tag 50-150 die wir der Leserschaft vorenthalten, weil sie sich weniger um unsere Beiträge, als um den Verkauf von irgendwelchem Schuhen, Sonnenbrillen oder Ähnlichem drehen.
Meist gebe ich mir schon die Mühe diese Unmengen einmal durch zu schauen, aber manchmal sind Zahlen wie noch ‚2874 Kommentare im Spamverdacht‘ eben doch demotivierend und ich klicke doch irgendwann nach langem Schauen einfach auf ‚Ordner leeren‘. Bis jetzt habe ich auch bei Durchsicht keine einzige falsche Einsortierung entdeckt. Umgekehrt kann Fehlerfreiheit niemand letztendlich garantieren.
Ich hoffe dies macht verständlich, warum so wichtig ist, dass zumindest beim ersten Mal kommentieren die Kommentare nicht sofort veröffentlicht werden. Leider ist es eben notwendig, dass einmal Kommentator und ihre Mailadresse angeben werden. Die Mailadresse ist ja nur intern sichtbar und für niemanden sonst. Und wer einmal mit Namen und Emailadresse bekannt ist, darf dann ja auch kommentieren wie er will… Und wenn wirklich mal jemand in das Spam-Filter-Netz gerät: Bitte nicht böse sein und wieder schreiben.
Einige Spamer sind auch echt schwer zu erkennen und lassen einen grübeln.

Zwei Beispiele dafür bringe ich am Ende des Artikels noch. Die haben wir nur anhand der Mailadresse als Spam erkannt. Der Inhalt des Kommentars hätte sogar sein können. Aber zum Glück machen nicht alle Spamer es einem so schwer. Die Meisten schicken eine Reihe von Links zu ihren Onlinegeschäften. Das ist dann einfach.

Besondere Artikel, die wir in der Statistik immer wieder sehen:
Hockklo, eine Anleitung
Kavazeremonie Kavaceremoy ‚ava-ceremony
Hobbiton Bay-of-islands

Ein heimlicher Renner ist unser Artikel ‚Hockklo, eine Anleitung‘. Fast jeden Tag finden wir Besucher auf dieser Seite. Und wenn wir unter ‚Suchbegriffe, die auf Ihre Seite führten‘ so was finden wie: “ Wie trocknet man sich auf einer indischen Toilette ab“, sind wir froh mit dem Artikel ‚Hockklo, eine Anleitung‘ helfen zu können, denn wir haben damals im Netz keine Antwort gefunden. Andere haben das jetzt leichter.

Ein anderer Dauerbrenner ist
‚Hobbiton‘, wobei wir die Frage: „Wie lange fährt man von Auckland nach ‚Hobbiton‘“ leider nicht gut beantworten können. Wir sind die umgekehrte Richtung gefahren und für Auckland selbst muss man je nach genauem Ort und Verkehrssituation unterschiedlich rechnen. Es ist halt ein Großstadt, und es kann Staus geben.
Wir sind damals von ‚Hobbiton‘ ein kleines Stück über Auckland zur Rushhourzeit hinaus bis nach Orewa in 5 Stunden gefahren. Wir sind an dem Tag von Rotorua recht spät gestartet, haben uns Hobbiton und anderes auf dem Weg angeguckt und sind am frühen Abend (ca. 19:30Uhr) in Orewa angekommen. Also, ich würde mal sagen, dass man von halbwegs Stadtzentrum aus, zu normalen Verkehrszeiten, mit 4 Stunden ( Reserven inbegriffen ) halbwegs sicher plant. Wahrscheinlich reicht weniger.
Zu ‚Hobbiton‘ selbst sollte man sich aber keine Illusionen machen. Man wird für relativ viel Geld, in aus unserer Sicht zu knapper Zeit, durchgeschleust.
Echte Vollblutfans von Mittelerde werden davon am Ende aber doch begeistert sein. Immerhin kann man mal kurz auf den Pfaden von Frodo usw. wandeln.

Seit der Veröffentlichung vor Kurzem ist auch Kavazeremonie fast täglich geklickt. Ich bin auch echt stolz darauf, diese Beschreibung von den Samoanern Vaa und Ina bekommen zu haben und das wir das veröffentlichen durften. Das ist damit ja auch wirklich was Besonderes und irgendwann schaffe ich es auch zeitlich noch, Kavazeremonie ins Deutsche zu übersetzen. Oder will irgendein Leser gerade Co – Autor werden?

So … Statistik und oft besuchte Seiten usw. gäbe es noch viel zu schreiben, aber davon soll jetzt erst mal genug sein und ein neuer Artikel zur Reise und unseren Planungen soll ja eigentich vor Allem bald folgen…

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Die versprochenen Beispiele für Spamkomentare, die wir eigentlich nur an ihren Mailadressen erkannt haben, die wir hier natürlich nicht veröffentlichen:

Leila:
I just like the valuable info you provide in your articles.
I’ll bookmark your weblog and check again here frequently.
I’m fairly sure I’ll be told many new stuff right right here!
Best of luck for the following!

Nicholas:
Howdy! This blog post could not be written much better! Looking at this article reminds me of
my previous roommate! He continually kept preaching about this.
I’ll forward this post to him. Pretty sure he’s going to
have a great read. Thank you for sharing!
My web page over at this website (XXDeletedXX)

Falls wir jemanden unrecht tun. oder jemand durch den Spamfilter zu unrecht aussortiert wurde – bitte nicht böse sein. Erneut melden, ggf. auch per Mail.

Hockklo – eine Anleitung

Hallo,
ich hatte ja gesagt, dass wir die Benutzung eines Hockklos noch erklären wollen.

Manche sagen auch vornehmer: „Hocktoilette“. So, wie die allermeisten dieser „Örtchen“, die wir kennen gelernt haben, praktisch aussehen, finden wir Hockklo aber viel passender als Hocktoilette 😉 Und Hock-WC … nun ja, entscheidet selbst nach dem Lesen …

Hier zunächst einmal ein Bild von einem Exemplar aus der Bahn 2. Klasse eines indischen Zuges.

KloHock2

Vielen geht es wenn sie nach Asien/Arabien usw. reisen so:
1. Ich muss mal – da ist ein Klo – auweiha, sieht ja alles ganz anders aus – wo setz ich mich denn hin? – na ja hinhocken geht ja auch – ups, kein Klopapier … was mach ich nur jetzt ??? ,,, zum Glück ein Taschentuch dabei … – mhh gut weg spülen lässt sich das aber nicht … nun ja egal, ich wasch mir jetzt die Hände und mein Problem ist erst mal gelöst.

Die Benutzung einer Toilette lernt man ja eigentlich als Kind von seinen Eltern. Was aber, wenn alles anders ist, um man kein Kind mehr ist? Wenn man dann als Erwachsener andere Erwachsene fragt, wie man denn diese Toilette benutzt, ist die Antwort (sofern man überhaupt eine sinnvolle erhält) sehr schambehaftet.

Die folgende Anleitung entspricht dem von uns aktuell zusammen gesammelten Wissen. Evtl. erleichtert dies einigen Lesern im Bedarfsfall den Umgang damit. Für Ergänzungen ggf.  Verbesserungen von Menschen, die hier ohne allzu große Scham zum Wissen beitragen können, sind wir natürlich offen. Ich schreibe es dann auch in die Anleitung mit hinein. Die von mir dargestellte Herangehensweise funktioniert zumindest und ist so ggf. eine Hilfe.

Erstes Thema: Klopapier
Auf asiatischen Toiletten findet man selten Klopapier.
Zunächst einmal die europäischste Lösung:
Man kauft sich Klopapier und nimmt es immer mit sich*.
Viele asiatische Klos und Abwässerleitungen sind aber nicht dafür ausgelegt Klopapier zu befördern.
Man sollte es also gar nicht nutzen, oder wenn, dann in einen Abfalleimer werfen, sonst haben die nach einem ein sehr viel ungemütlicheres Problem, als man sich selber seines Problems gerade entledigt hat.

Nun also zur Benutzungsanleitung:
Es handelt sich um ein Hockklo, wovon es unterschiedliche Bauweisen gibt.
Das Prinzip ist aber immer wieder gleich.
Man hebt den Rock, zieht Hose + Unterhose herunter und hockt sich hin. (Wenn der Untergrund nass ist, empfiehlt sich die Hose über den Knien zu halten.
Die Körper- und insbesondere Fußhaltung ist wichtig. Die Füße sollten im Ganzen auf den dafür vorgesehenen Flächen aufsetzen, da man nur dann einen guten Stand hat (oder heißt es in diesem Fall Hock hat?). Für Asiaten scheint das eine sehr gemütliche Haltung zu sein, denn man sieht sie diese Haltung auch sonst oft einnehmen, wenn Sie z.B. in einer langen Schlange, oder am Bahnsteig warten.
Ich habe mal zwei Bilder eingebracht, die die Haltung verdeutlichen sollen. Auf dem ersten Bild hebt der rechte Mann den linken Fuß an – das sollte man auf einem Hockklo aus genannten Gründen tunlichst vermeiden. Auf dem Zweiten Bild entledigt sich ein kleines Mädchen in Mumbai tatsächlich gerade am Straßenrand – nicht ganz so unüblich in Indien – sie hält sich aber an ihrem speziellen Klo etwas fest – so was steht einem üblicherweise nicht zur Verfügung. Diese Hockhaltung kann der Ungewohnte bereits Wochen vor der Abreise üben, dann geht es besser. Umgekehrt ist für viele Asiaten ein „Western-Style“ Klo schwer zu benutzen, weil sie versuchen sich auf die Ränder des Klos zu hocken – angeblich kein Witz!

KloHaltung

KloMad

 

Ich habe bis jetzt kein Hockklo gefunden wo die Reinigungsutensilien alle gleichzeitig vorhanden sind, eines unserer „Western-Style-„Klos in einem Hotel hatte aber beide, und ich hab unser T-Pack* mal dazu gehängt um es hier auch vorzustellen. So sind wenigstens alle Teile mal auf einem Bild.

Klotools

Oft findet man nur Eimer und Schöpfmöglichkeit.

In den Eimer wird eine wahrscheinliche Menge Wasser eingelassen. Von dem Wasser wird etwas über die Klofläsche geschüttet, dann geht hinterher das Reinigen leichter.
A)
Man hockt sich wie oben beschrieben hin und erledigt sein Geschäft,
B1)
danach reinigt man sich indem man die Schöpfmöglichkeit in die rechte Hand nimmt und mit der linken (Wichtig!! **) Hand den Anus reinigt. Häufig sieht man – gerade bei Menschen unterer Bevölkerungsschichten, dass der Nagel des kleinen Fingers der linken Hand besonders lang gelassen wird. Hierzu habe bitte jeder seine eigene Vorstellung in diesem Zusammenhang …
C)
Jetzt kommt der Augenblick, der für uns lange Zeit das größte Problem darstellte:
Wie trocknet man sich ab? Dafür nahmen wir lange Zeit dann doch unser T-Pack mit und warfen das saubere nasse Papier in den Mülleimer. Die Antwort auf diese Frage will ich der Einfachheit halber zitieren. „Hey, ihr seid in einem warmen Land.“ Die Lösung ist also einfach: Man braucht sich nicht abzutrocknen. Geht gut!
Letztlich wird mit dem Wasser aus dem Eimer gespült wenn keine eigene Spüle existiert. Darum findet man auch keine Bürste – die Reinigung des Klos geht mit Wasser. Letztlich werden die Hand gewaschen – natürlich nicht mehr im Klo sondern am Waschbecken – wie bei uns! Dafür haben wir immer etwas Seife bei uns. Praktisch sind kleine Packungen in denen sich einzelne Blättchen Seife befinden. (Gibt’s im Outdoorhandel)-

Auf manchen Toiletten befindet sich auch statt Eimer und Schöpfmöglichkeit der abgebildete Jet. Viele glauben, der sei einfach nur ein Ersatz für die fehlende Bürste – dafür eignet er sich zwar auch hervorragend, er hat aber einen anderen Zweck. In einem Thailandforum lasen wir den unfeinen aber passenden Namen „Arschbrause“. ( Wie das Ding in den einzelnen Ländern wahrscheinlich unterschiedlich wirklich heißt, weiß ich nicht. Der Name Jet wurde mir gegenüber mal von einem englischsprachigen Inder benutzt – darum nutze ich den Begriff auch.)

Herangehensweise A+C ist wie oben

B2)
mit dem Jet setzt man einen gezielten Strahl auf den Anus, bis dieser sich schön sauber anfühlt. Die Damen übrigens lieber von vorne, damit die Fließrichtung hygienisch bleibt.

Wenn man sehr deutsch, sich zunächst vor dem kühlen Wasser fürchtet, wird man nach wenigen Versuchen sehr beruhigt sein. Hier ist auch das kühle Wasser angenehm warm und nicht kalt. (BTW: Wer kein ausgesprochener Heißduscher ist, oder wie ich wirklich heißes Wasser zum nass Rasieren haben möchte, kann also Geld bei der Unterkunft sparen, indem man vor welchen nicht zurückweicht, die nur kaltes Wasser bieten.)

Jedes mal, wenn ich aus Deutschland komme, ist für mich die Benutzung dieser Toiletten zunächst eine innere Hürde. Wenn man diese Hürde aber genommen hat, kenne ich wenige, die diese Methode nicht sogar als sauberer und hygienischer empfinden als die „western style“. Insbesondere der Jet ist eine tolle Möglichkeit sich zu reinigen, die ich total vermisse. Danach empfindet man das „hinten herumgeschmiere“ mit Klopapier so richtig „Iiiihhh“

*
Für die Mitnahme von Klopapier einen Tip. Das oben abgebildete T-Pack haben wir uns bereits vor Jahren auf Empfehlung von einer „Um die Welt radel Familie“ gekauft, deren Artikel im Netz wir lasen. Gekauft haben wir es, obwohl uns viele vor Ort abgeraten haben. „Braucht man nicht“. Insbesondere aber, wenn man, wie wir es ja auch schon getan haben, tagelang im Freien zu bringt, ist das Teil einfach genial. Man kann es sich z.B. auch einfach um den Hals schnallen und hat die Hände frei um sich und/oder die Hose ggf. irgendwo fest zu halten. Wer im freien seine Notdurft verrichtet, sollte diese übrigens in den meisten Fällen vergraben. Es gibt auch ein empfehlenswertes Buch „How to shit into the wood“.

**
Darum auch wird in vielen Ländern die linke Hand prinzipiell als unrein angesehen. Gegessen wird mit rechts – die linke Hand unter dem Tisch. Apropos fürs Allgemeinwissen in diesem Zusammenhang: Wem z.B. nach islamischen Rechtsvorstellungen die rechte Hand abgeschlagen wird, hat ein viel größeres Problem als das bloße Fehlen der Hand sowieso schon wäre. Zur Begrüßung kann er niemandem mehr die Hand reichen – Das wäre als würde bei uns jemand mit Klopapier „Guten Tag“ sagen …  Also eigentlich merken: Essen immer mit rechts!


 

Liebe Leser,

wenn Euch dieser Beitrag weiter geholfen hat, oder ihr denkt, dass etwas anders formuliert besser verständlich wäre oder oder oder …
es gibt die Möglichkeit uns dies wissen zu lassen – und wir freuen uns über Rückmeldung zu unserem Blog.

Wir sind im Hotel angekommen. Dies möchten wir auch zum Anlass nehmen, allen Lesern unseren Begleiter vorzustellen. Hier sehr ihr Conny mit dem Glücksschwein, was meine Tante für uns gehekelt hat. Ja, das Schwein ist GEHEKELT. Nur um mal kurz meine näherischen Fähigkeiten zum Besten zu geben: ich bin froh, wenn ich mit der Nähmaschine einen Hosensaum umgenäht bekomme.
Das Schwein wird zusammen mit einem Schutzengel in unseren Sachen verweilen und uns hoffentlich viel Glück bringen. Conny hingegen wird auch fotografisch uns begleiten und für uns mal in die Kamera lächeln.

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So, nun zum eigentlichen Berlin:
Ankunft war bis auf spät unspektakulär, Navi an und los. Angekommen befanden wir das Zimmer als „naja, sind ja nur 2 Nächte“. Für ein 4* Hotel hatten wir hier mehr erwartet. Aber einem geschenkten Gaul…
Montag war dagegen ein ganz ereignisreicher Tag. Es ging morgens einem klasse Frühstück los, wo wirklich keine Wünsche offen geblieben sind. Wolfgang bekam sein geliebtes buntes Rührei frisch zubereitet an den Tisch gebracht. Auch das Personal war super zuvorkommend und erfüllte Wünsche, die noch gar nicht da waren.

Wieder im Zimmer fanden wir die spurlos verschwundene Kamera wieder, die wir schon seit mehreren Tagen vermissten. Wie sie aufgetaucht ist, wissen wir nicht. Aber sie ist wieder da…yippie

Danach ging es mit den 48h-Tickets zur Stadtführung. Hier zeigte Conny das erste mal seine fotogene Seite in der Öffentlichkeit.
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Die Dame, die uns führte, machte uns mehr als einmal mehr deutlich, dass sie wegen uns extra eine Führung machen musste, weil unser Tag relativ vollgepackt sei. Sie machte ihren Job zwar ordentlich und erzählte zwar Einiges, doch es schwang immer die Botschaft mit, dass es sie eigentlich nicht passt. Schade. Im Reichstagsgebäude verließ sie uns mit den Worten „die Kuppel können wir uns auch alleine anschauen“. Da hier auch noch eine Führung mit einem jungen und engagierten Reiseführer stattfand, schlossen wir uns nach Nachfrage an, der es echt toll gemacht hat und hierfür gabe es auch ein Trinkgeld. Sehr zu empfehlen.

Ein Bild von den Bildern, die hierbei entstanden sind, sehr ihr hier. p1010409m (Die Cola-Dosen sind ein Geschenk von … und ein spezieller Gruß an ehemalige Arbeitskollegen von Wolfgang *freundlichwink* ) (Der „Ohrenmacher“ im Hintergrund ist der „Kuppelführer Stefan“)

Im Hotel gab es ein echt leckeres Abendessen (3 Gänge + Grüß aus der Küche incl. zum Essen der passende Wein). Ich kann nur eines sagen: eine Geschmacksexplosion nach der anderen. Deshalb kamen wir auch 30 MInuten später zur Kasinoeinführung, was aber kein Problem war. Uns wurde Roulette erklärt, wo wir beide viel gelernt haben, was wir vorher nicht wussten. die 500 € Jetons wechselten wir in kleines Geld und setzten uns an den Roulettetisch. Wir haben uns vorgenommen, nur 100 € davon zu verspielen und den Rest in die Urlaubskasse fließen zu lassen. Nach einiger Beobachtung fingen wir dann zu setzen und hatten nach etwa 20 Minuten gute 50 € verspielt. So konhemalige nte es nicht weiter gehen. Wir spielten dann zwar noch etwas weiter, gingen dann aber zum Black Jack. Hier haben wir es geschafft, wieder so aufzuholen, das wir nach 2,5h gesamtspielzeit nur noch 35 € Verlust hatten. Am Ende haben wir uns dann 465 € auszahlen lassen.

Unsere Einschätzung:
-Effektiv ist Glücksspiel immer ein Verlustspiel
-es gewinnt nur die Bank
-in dieser Kasinowelt wird mit solchen Geldsummen um sich geworfen, wovon andere 1 Monat arbeiten müssen.
-es ist nicht unsere Welt und da sind wir beide echt froh drüber

Dienstag kam Klaus und holte das Auto ab. Ein paar letzte Telefonate noch und dann ging es ab zum Flieger. Wieder stellten wir fest, dass wir zu viel Gepäck haben. Wir müssen dringend Reduzieren. Unsere Rücken werden es und danken. Die Waage der Gepäckkontrolle sagte allerdings: 20,5kg bei Wolfgang und 20,2 kg bei mir (hier sind 1,5l Wasser abzurechnen, die ich noch in den Rucksack gequetscht hatte). Vom Flughafen gab es also keine Probleme und es ging in den Flieger…ab nach Paris, wo das Wetter noch schlimmer war als in Berlin. Da die Aufenthaltszeit gerade so reichte, das passende Gate zu finden, Sitzplätze zu organisieren und etwas zu trinken zu kaufen, störte uns das Wetter nicht.

Rucksack .. letzte Abschiede ..

Hui, haben wir was hinter uns – in den letzten Wochen … Aber jetzt ist der Stand erreicht, wo man sagt:“So, jetzt soll es gut sein.“ Wie vor einer Prüfung gäbe es zwar noch so viel, was man noch einmal checken sollte – aber wenn man es täte würde man sich nur noch verrückter machen … und 100% erreicht man ja doch nie.

Rucksack packen ist ein Thema, dass eigentlich noch extra behandelt werden sollte. Zum Schluss, als nur noch Sachen drin waren die von den Unverzichtbaren die Wichtigsten und davon das unbedingt Notwendige war, wog mein Rucksack 20,5 kg, ich war schon stolz und habe mich noch mal schweren Herzens von weiterem Notwendigen getrennt – jetzt wiegt er 22 kg .. *kopfschüttel*. Harriet geht es nicht anders… und unseren Handgepäcken auch nicht … Wir werden in Berlin noch einmal alles aus und umpacken und schauen was man noch reduzieren kann. Und das wird wohl die ganze Reise so weiter gehen, und wenn wir dann in ein paar Monaten mit mehr Erfahrung unsere „Packwunder“ betrachten, werden wir sicher über uns selber schmunzeln. Aber jetzt ist es eben so wie wir es derzeit für wichtig erachten. Und liebe Beate *schmunzelnd zu meiner Zahnärztin in Tre. schauend* von dem Luxus einer batteriebetriebenen Munddusche will ich mich nun mal noch nicht trennen…

Abschiede: Bereits in den letzten Wochen gab es ja manchen Abschied in Form von keinen Feiern, Besuchen, anders persönlich, ich will hier nicht alle aufführen von denen wir uns in den meisten Fällen doch leider nur telefonisch verabschiedet haben – schade, aber die Zeit war eben viel zu heftig knapp kalkuliert. Und so manchen haben wir nicht einmal telefonisch erreicht. Nachdem wir die letzte Wohnung in Thüringen aufgelöst hatten, fuhren wir für die letzte Nacht „bevor es los geht“ zu Harriets Familie um ihr Auto zum Verkauf abzugeben, einige Kleinigkeiten einzulagern, die nicht im Lager bleiben sollen und die Geburtstage von ihrer Oma und ihrem Neffen zu feiern. Die Feier war schön und es gab leckeres Essen, natürlich war aber auch unser Abschied Teil der Feier und so war manches nah am Wasser gebaut und auch so manches Tränchen kullerte – es war eben sehr herzlich. Ein letzter persönlicher Abschied wird noch anstehen. Mein Bruder Klaus ist so nett und holt mein Auto in Berlin ab um es dann in meinem Namen zu verkaufen. Es lief uns die Zeit davon – eigentlich wollt ich ihm den Wagen letzte Woche zu seinem Geburtstag hinbringen, aber das war zeitlich nicht zu schaffen und er kommt jetzt stattdessen anch Berlin.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin …
Nein wir sind bereits in Berlin angekommen. Die Weltreise beginnt hier … *Lächel*

Davon mehr zu erzählen, ist für morgen geplant …

Abschnitt abgeschlossen

In der letzten Zeit ist viel passiert. Nun kommt nachträglich die Info.

1. Wir haben meine Wohnung übergeben und alles in unser Lager gebracht. Schon ein komisches Gefühl, die leere Wohnung hinter sich zu schließen, ohne dass man noch einen Schlüssel dafür hat. Aber es zeigt doch, dass manches dann unerwartet schnell geht. Hier auch noch einmal Dank an die Helfer.

2. Man höre und staune, wir haben Nägel mit Köpfen gemacht und unseren Flug gebucht !!! Es geht nun am 12.11. ab Berlin los mit einer Zwischenlandung in Paris. Ich war noch nie in Paris. So sehe ich die Stadt wenigstens einmal von oben.

3. „Warum Berlin?“, werden sich wohl einige fragen…aber das hat einen eindeutigen Grund. Wolfgang hat eine Reise für 2 Personen nach Berlin gewonnen mit Kuppelbesichtigung des Reichstages und 2 Übernachtungen im 4* Hotel, Dinner und ein Abend im Kasino (500 € in Jetons gibt’s oben drauf). Die Anreise wird natürlich auch bezahlt (Bahngutschein). Zuerst dachten wir „na klar, gewonnen, haha, wer’s glaubt“. Aber es ist wirklich so und da haben wir uns echt gefreut. Und man muss ja nicht alle Jetons verspielen 😉 Einziges Problem: wir haben nichts Ordentliches zum Anziehen. So fängt die Weltreise halt mit der Besichtigung einer europäischen Hauptstadt, nämlich Berlin, an.

4. Spontan hat ein lieber Freund uns besucht. Wir sehen uns ja auch nicht so oft, deshalb ein herzliches „Danke, dass du die vielen Kilometer auf dich genommen hast, uns zu besuchen und dass wir in Echt „Auf Wiedersehen“ sagen konnten“. Es hat uns sehr gefreut.

Aktueller Stand: Die Rucksäcke werden gepackt mit den Dingen, die benötigt werden und es wird schweren Herzens aussortiert, was hier bleiben muss. 2 Rucksäcke sind nun mal begrenztes Volumen für 2 sicherheitsliebende Menschen.

Deutliche Fortschitte zum Ziel

Es ist spät, und ab den Schultern abwärts meldet sich der Muskelkater vom Kisten schleppen. *aua* Ich hoffe, Magnesium hilft. Nur noch hier und da steht etwas rum. Dank Pizzaservice fällt es auch nicht auf, dass sämtliches Geschirr bereits eingepackt ist. Meine Wohnung sieht sehr leer aus nach der ersten Großaktion. Danke hierfür auch an die Helfer, die heute mit uns zusammen Kisten geschleppt und Sachen verstaut haben. Endlich schallt es in der Wohnung. Irres Klangefühl. Die letzten Tage hier sind gezählt. Wolfgang schläft schon, der hat heute auch echt viel gerackert. Wolfgang und ich haben Energydrinks mittlerweile zu schätzen gelernt (hihi). In so einer Phase sind die echt Gold wert. Ernährungsphysiologisch sage ich dazu jetzt mal nix.

Direkt vor der Tür steht der Anhänger im gekauften Parkverbot. Eine prima Sache so etwas. Vorallem, wenn man sieht, dass die ganze Straße voll mit Autos steht, aber der Raum zwischen zwei einfach hingestellten Schildern frei bleibt. Es hat schon etwas Syreales. Wolfgang hat das alles organisiert. Auch hat er sich heute um die Garage gekümmert, die nun hoffentlich trocken ist. Der Vermieter ist so fürsorglich und guckt regelmäßig nach dem Rechten. Da haben wir echt Glück, solche engagierten Menschen gefunden zu haben. Ob jetzt alles gut geht???

Nur noch ein paar Handgriffe, und die erste Wohnung ist leer. Natürlich mit Kartonbeschriftung „Letzte 1“ bis „letzte 12“ 😉

Auch wenn alles sehr anstrengend ist, überwiegt doch das Gefühl, dass es  langsam vorwärts geht und es nicht mehr lange dauert, bis unser großes Abenteuer beginnt. Ein Ende ist absehbar und ausreichend Fernweh ist vorhanden….