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Abschied Koh Tao

Der letzte Tag auf Koh Tao war gekommen. Sagte ich nicht bereits: „Es wird uns schwer fallen diesen schönen Flecken Erde nach über zwei Monaten zu verlassen?“ Die Rucksäcke waren gepackt und all die Sachen, die nicht mit sollten aber auch nicht weg geworfen werden sollten, waren in einen Karton verpackt, der als Paket zu meinem Bruder gehen sollte. Dumm nur war, als wir vor der Post standen und erfuhren, dass ein spezieller Feiertag war und die Post zu hatte.

Zum Glück war eine unserer Bungalownachbarinnen bereit, das Paket ein paar Tage später abzuschicken. Toll – das hätte sonst ein echtes Problem werden können.

Dankeschön!!

KoTao_Ab_Nachbarin

Als letzte Fahrten mit unserem geliehenen Motorroller brachte ich Harriet und unsere Rucksäcke in mehreren Fahrten zur Fähranleger. Dann brachte ich den Roller zurück und versuchte noch ein Foto hin zu bekommen, dass ich eigentlich die ganze Zeit gemacht haben wollte.

Meine beiden wichtigsten Mentoren Lee und Verity:

KoTao_Ab_Lee_V

Während meiner Ausbildung zum Divemaster war Lee mein wichtigster Ansprechpartner und Mentor in fast allen Fragen, und auch wenn ich heute sehr gut im Wasser liege – so wie Lee im Wasser liegt und mit zum Teil kaum sichtlichen Körper- und Flossenbewegungen seine Lage im Wasser steuert – WOW – er bleibt ein wohl schwer erreichbares Vorbild.

Verity war ebenfalls wichtige Ansprechpartnerin und Mentorin. Insbesondere wie man Orientierungsleinen in einem Wrack spannt und sich in einem Wrack bewegt um nichts aufzuwirbeln, dass die Sicht verschlechtert und vieles mehr lernte ich bei ihr. Wenn ich jetzt einen Hollywoodfilm sehe, wie die in Wracks tauchen werde ich kräftig den Kopf schütteln! Z.B. wenn jemand in einer Luftblase Luft holt… Praktisch wird diese schwimmende „Blase“ wohl eher nicht Luft sondern eher Öl oder Ähnliches sein, und selbst wenn es ein Gas ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es atembar ist, trotz öliger Stoffe, Keimen usw. doch sehr gering.

Es haben noch weit mehr Menschen eine Rolle gespielt und wie in jeder Ausbildung ist die gegenseitige Hilfe der Auszubildenden untereinander eine sehr große, aber ich kann nicht alle aufzählen.

Nachdem ich noch mein Foto gemacht hatte, lief ich zur Fähre, wo Harriet das gesamte Gepäck bewachend wartete. Nach einer gewissen Wartezeit hieß es Fähre besteigen und :

„Tschüß Koh Tao“

KoTao_Ab_schied

In einer Mail wurde uns zu dem Koh Tao Sonnenuntergangsbild gesagt „Da kommt Wehmut auf (von dort weg zu gehen).“ Das war der Nagel auf den Kopf getroffen. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und es war richtig schwer zu gehen. Und eben dieses Gefühl hatten wir, als wir die Insel hinter uns immer kleiner werden sahen – Wehmut. Aber eben auch freudige Erwartung auf das was kommt!

Eine Nacht verbrachten wir auf Koh Samui. (Thailändisch „Koh“ bedeutet übrigens „Insel“) Am nächsten Morgen ging unser Flug ab, der mit zwei Zwischenlandungen und Wartezeiten insgesamt ca. 24 Stunden dauern sollte. Da wir die Datumsgrenze überflogen, kamen wir dennoch kalendarisch am gleichen Tag abends in San Francisco an. Und seit dem bin ich erst mal wieder Konfus mit Uhrzeiten hier und anderswo. Das muss sich erst mal wieder einarbeiten.

Das ist eigenartig, wie man sich an Dinge gewöhnen kann. Über ein dreiviertel Jahr war es immer so, dass man im Laufe eines Tages warten musste, um mit Deutschland auf Tageszeit zu sein, auf einmal ist es umgekehrt. Ich falle immer wieder darauf herein. Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an! Wie übrigens jetzt der Rechtsverkehr auch wieder gewöhnungsbedürftig ist und einige andere Dinge wo wir über uns lachen. Durch die Monate in tropischen Regionen haben wir uns umgewöhnt. In Deutschland war mir jeder Raum über 18°C zu warm, jetzt fange ich bei unter 29°C an zu frieren… unfassbar. Will mir gar nicht vorstellen, wie sich das im zunehmend herbstlichen Deutschland anhört.

Zum Abschluß noch ein Bild von wenigstens einem der „Jungs“ die auf den Booten allen Tauchern so viel hilfreich beiseite stehen.

KoTao_Ab_BootsHelfer

Weiter geht’s

Tschüß Koh Tao

KohTao__03

Weiter geht’s

Auf dieser Reise haben wir schon oft bemerkt: Die kompliziertesten Sachen sind am Ende in Wirklichkeit einfach, und was einfach erscheint, kann am Ende oft kompliziert werden.

Vor der Frage, ob wir jetzt, wo es in Deutschland immer kälter und ungemütlicher wird die Heimreise antreten oder den europäischen Winter noch weiter reisen, haben wir uns nach Ansicht unserer Finanzlage dazu durchringen können, die Heimreise auf das Frühjahr verschieben zu wollen. Wir müssen halt noch sparsamer reisen, dann geht das schon …

Nächstes Reiseziel der amerikanische Kontinent.

Unsere Vorstellung war: Von den USA über Belize/Karibik nach Peru-Chile-Argentinien-Brasilien.
Bereits vor Monaten haben wir das ESTA (das elektronische Verfahren der USA im Vorfeld eine Erlaubnis zu bekommen bei Einreise um ein Touristenvisum zu fragen), beantragt und problemlos genehmigt bekommen. Die Einreisebestimmung, ein Weiterreiseticket vorlegen zu können, erschien uns kein Problem. Wir hatten im Laufe der Monate mit verschiedenen Menschen in den USA Kontakt, wo ursprünglich unterschiedliche Formen von Einladungen im Raum standen, wonach wir unsere Reiseroute und Termine planen wollten. Von diesen Einladungen ist aus unterschiedlichen Gründen für uns nur eine als realistisch übrig geblieben – die ist dafür aber auch :

WOW !!!!

Meine Cousine, die ich bis jetzt nur drei mal in meinem Leben bewusst gesehen habe, und ihr Mann laden uns ein nach Florida in ihr Gästezimmer zu kommen, … *trommelwirbel* … mit Ihnen mehrere Tage Disneyland zu erkunden … und … *trommelwirbel* mit uns durch Florida zu fahren und das ist noch nicht alles … *trommelwirbel* mit Ihnen eines der höchsten amerikanischen Feiertage, nämlich Thanksgiving zu feiern.
WOW !!!
OK, eigentlich wollten wir da schon längst irgendwo in der Karibik sein, aber hey – für so ein Angebot ändert man doch alle sein Pläne und freut sich doll doll doll !!! So auch wir!

Doch dann gingen sie los unsere Probleme.
In einem teuren Land wie den USA versucht man natürlich als Budget-Reisender Unterkünfte über couchsurfing.org oder airbnb.com zu finden.
Nach tagelangem durchsuchen der Anbieter und zig Anfragen bekamen wir nur zwei Antworten. Absagen. Einmal eine „einfache klare“ und eine „schade, aber“.
Okay … Hotelsuchen …
Fast alles, was man über die klassischen Vermittlungsportale findet, wo es Bewertungssysteme gibt usw. war außerhalb unseres Budgets. Für San Francisco und New York haben wir aber bezahlbare Hotels gefunden, die in Vierteln liegen, die allgemein als sicher gelten. Und, was soll’s, wenn die Betten schmutzig sein sollten – wir haben unsere eigenen kleinen Seidenschlafsäcke dabei – sogar mit Insektenschutz – da wird uns schon nichts beißen *augenzwinker*
Praktisch saßen wir alleine nur an dieser Suche locker zwei Wochen – Tagsüber vor Allem Harriet, nach dem Divemaster-Tag dann ich mit ihr zusammen, bzw. immer wieder habe ich mir auch mal Tage „frei“ genommen, um mit ihr die Dinge gemeinsam anzugehen.

Die Reiseroute ist gedacht:
Ankunft in San Francisco (SF), mit dem Greyhound-Bus nach Los Angeles (LA), dann weiter mit dem Greyhound nach Las Vegas. Für die Westküste USA haben wir uns nur das Allernötigste vorgenommen, denn ich war da ja schon mal und Harriet möchte die wichtigsten Sachen, die man mit Flugzeug und Bus bereisen kann auch gerne mal sehen. Alle Nationalparks scheiden damit aus. In LA kommen wir morgens mit dem Greyhound an, schauen uns nur den Walk of Fame mit Chinese Theater einmal an und fahren dann mit dem nächsten Nachtbus weiter nach Vegas. Das spart zwei Übernachtungen, wir werden aber sicher totmüde in Vegas ankommen. Um allen Gerüchten zuvor zu kommen: Ich hab Harriet zwar mal wieder gefragt, weil es ja die ideale Gelegenheit gewesen wäre das nur für uns zu tun, ohne viele Andere, aber nein, es wird nach wie vor nicht geheiratet. Von Vegas geht’s dann nach New York. Da waren wir beide noch nicht, das wird spannend, darf aber trotzdem nicht mehr als 5 Tage in Anspruch nehmen, denn New York ist einfach schweineteuer. Konkret haben wir den Teil dann noch nicht weiter geplant, eine schöne Vorstellung wären aber die Niagara-Fälle. Südlich von New York gibt es auch interessante Sachen – z.B. Ocean City wo auf 16 km Strand zwei Vergnügungsparks entlang der Küste existieren sollen … Nach Atlanta, wo es das größte Aquarium der Welt gibt, gibt es leider keine bezahlbaren Flüge … so waren wir also freudig am planen, als wir die Einreisebestimmungen der USA mittels ESTA noch einmal genau durch lasen – und jetzt kommt’s :

Zitat (21.10.2014) :
„US Visa Waiver Programm

Deutsche Staatsangehörige nehmen am Visa Waiver-Programm der USA teil und können als Touristen, Geschäftsreisende oder zum Transit im Regelfall bis zu einer Dauer von neunzig Tagen ohne Visum in die USA einreisen, wenn sie:

im Besitz eines zur Teilnahme berechtigenden Reisedokuments (s.o.) sind,
mit einer regulären Fluglinie oder Schifffahrtsgesellschaft einreisen,
ein Rück- oder Weiterflugticket (welches – außer für Personen mit festem Wohnsitz in diesen Ländern – nicht in Kanada, Mexiko oder den Karibikinseln enden darf), gültig für den Zeitraum von max. 90 Tagen ab der ersten Einreise in die USA, vorweisen können und
im Besitz einer elektronischen Einreiseerlaubnis sind („Electronic System for Travel Authorization“-ESTA-, siehe unten stehende Erläuterungen).

Auch die Einreise auf dem Landweg von Kanada oder Mexiko ist im Rahmen des „Visa Waiver“ Programms möglich. Bei Einreise auf dem Landweg entfällt die Pflicht der Vorlage eines Rück- oder Weiterflugtickets sowie der elektronischen Einreiseerlaubnis (ESTA).

Auch die Erfüllung der obigen Kriterien zur Teilnahme am „Visa Waiver“ Programm begründet keinen Anspruch auf Einreise in die USA. Die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft der zuständige US-Grenzbeamte.

Karibikinseln … hey, reisen wir eben nicht auf eine Insel, sondern wie geplant nach Belize … Denkste! Auf der Originalseite der Botschaft der USA in Deutschland“ heißt es: „Canada, Mexico or the Caribbean“ -Karibik – laut Übersetzer und
Wikipedia (Inseln_und_Territorien_der_Karibik und dann runterscrollen) der Raum der Karibik wo Belize dazu gehört – und (?) würdet ihr im Zweifelsfall mit einem Grenzbeamten diskutieren wollen, der selbst dann, wenn man alle Bedingungen erfüllt, einen nicht rein lassen muss ???

Oh man, wären wir doch bloß nach Mexico geflogen und mit dem Greyhound eingereist, oder gleich von der Kanadischen Seite der Niagara-Fälle … aber der Flug von Koh Samui über Bangkok und Manila nach San Francisco war ja schon nach langem Suchen gebucht … wir hatten doch nicht mit so was gerechnet. Reisen durch die ganze Welt, und ausgerechnet das „Land der Freien“ macht solch ungewöhnliche Schwierigkeiten …

Wir versuchten also Genaueres zu erfahren, ob z.B. ein Ticket für den März von Brasilien nach Deutschland anerkannt würde, ob wir, wenn wir einen Sprachkurs buchen einfach ein Studentenvisum erhalten könnten, womit wir in die Karibik ausreisen dürften und einige andere Ideen. Deshalb mailten wir folgende Institutionen an: Die US-Botschaft in Deutschland, die US-Botschaft in Thailand, den deutschen Konsul in San Francisco und das Auswärtige Amt der Bundesrepublik.
Als erstes erhielten wir eine offensichtlich automatische Antwort vom deutschen Konsul. In dieser Mail war ein Benutzername und ein Password, damit konnte man sich einloggen und sehen, dass ein Visa-Verfahren eröffnet wurde – ohne Passnummer oder sonst was – auch keine weiteren Info – bis jetzt gar nichts weiter.
Dann antwortete nach einigen Tagen die US-Botschaft in Thailand. Uns wurden noch einmal die uns bekannten Einreisebedingungen genannt, und die allgemeine Information, dass wir andere Visa bei der amerikanischen Botschaft beantragen könnten. (Würde heißen, hier alles abbrechen, nach Bangkok fahren und dort evtl. zu erfahren, dass wir mit anderen VISA auch nicht anders reisen könnten … oh man, noch einmal: Währen wir nur mit dem Greyhound von Mexico aus eingereist, oder gleich von der Kanadischen Seite der Niagara-Fälle …
Dann antwortete irgendwann das Auswärtige Amt, mit der einfachen Aussage, dass für die Einreisebestimmungen der USA ausschließlich die USA zuständig sei und wir uns deshalb an die wenden sollen. Eine sehr deutsche Antwort *augenzwinker*. Jupp, die Verantwortlichkeiten von Anderen feststellen, das können wir Deutschen wirklich gut und gründlich. Nun ja, ist ja auch wahr! Aber eben dennoch als eine Antwort auf eine Bitte um guten Rat einfach nicht hilfreich….

OK … Suche nach Flügen mehr in den Süden…
Lima in Peru ist ja eine gute Drehscheibe für Vieles. Es gab auch genau einen bezahlbaren Flug, aber jedes Gepäckstück, Sitz usw. kostet bei dieser Gesellschaft extra, was am Ende ein gutes Stück teurer war als ursprünglich angezeigt, aber immer noch bezahlbar … nur … Bedingung ist: Maximal ein großes Gepäckstück pro Person mit maximal 18 kg – nicht 23-30 kg wie die meisten anderen Fluggesellschaften haben. Auch nicht auswählbar war, dass man das extra bezahlt. Nur ein zusätzlicher Hinweis war zu finden, dass Übergewicht am Flughafen noch einmal extra berechnet wird, und Gepäckstücke über 23 kg gar nicht befördert werden. OK, dachten wir uns, 23 kg reichen uns ja – angemailt, wie viel uns denn dieses Übergewicht kosten würde. Bis jetzt keine Antwort.

Von einer lieben Bekannten kam der gute Tipp , ein Ticket nur zum Wegwerfen zu kaufen mit Ziel Kolumbien, das wäre günstig. Das recherchierten wir und das wäre schon ein wenig günstiger gewesen, aber eben doch zu teuer zum Wegwerfen. Der Unterschied zu einem echten Ticket in ein echtes Einreiseland wie z.B. Peru ist dann nicht mehr so viel. Kolumbien wäre zwar ein wenig günstiger, aber eben nur ein wenig. Und Kolumbien, das Land des Kaffees und der schönen karibischen Strände und des Dschungels und der Hochgebirgsplantagen würden wir gerne einmal besuchen, und die Gesamtlage wird ja auch immer stabiler, doch warten wir lieber noch ein paar Jahre mehr Stabilität ab, bis wir uns dahin trauen.

Nicht so wesentlich mehr kostete da im Vergleich ein Flug nach Buenos Aires.
Den haben wir gerade gebucht.
Statt halbwegs umweltverträglich von den USA über Belize und die Karibik in den Süden zu reisen, zäumen wir jetzt das Pferd von hinten auf. Von den USA nach Argentinien und dann werden wir schrittweise wieder Richtung Norden in die Karibik. So der Gedanke.

Innerlich fangen wir an Tschüß zu sagen… Tschüß Koh Tao.
Es wird uns schwer fallen diesen schönen Flecken Erde nach über zwei Monaten zu verlassen.
Wir freuen uns aber bereits sehr auf das Kommende – und besonders auf meine Cousine und ihren Mann und die Tage mit Ihnen!!

Noch ein paar Bilder zum Abschluss nach so viel Text.

Unser „neuer“ Bungalow – unser „Heim“

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Aussicht vom Balkon auf Palmen:

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Ein Weiterer der vielen wunderschönen Sonnenuntergänge am Sairee Beach

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Divemaster

Divemaster (PADI)

Der Divemasterkurs hat mich mehr in Anspruch genommen, als ich gedacht hätte. Heute habe ich aber endlich meine Abschlussprüfung geschrieben und bestanden und damit fehlen jetzt nur noch letzte bürokratische Schritte, dann bin ich PADI-Divemaster :-)))

Praktisch merke ich, was für einen Sprung meine Tauchfähigkeiten gemacht haben. Ich liege und bewege mich jetzt so im Wasser, wie die, die mir vor kurzem noch imponiert haben. Gelernt habe ich nicht nur eine Vielzahl von Flossenschlägen mit unterschiedlichen Auswirkungen wie man sich im Wasser dann bewegt, Navigation unter Wasser, Lesen und Anfertigen! von Unterwasserkarten (Tauchkarten unterscheiden sich sehr von Seekarten), systematisches Suchen und Bergen von kleinen und großen Gegenständen, diverse Rettungsszenarien, Umgang mit Wracks, Tieftauchen bis 40m, Umgang mit einigen unterschiedlichen Gasmischungen und den jeweiligen Vorteilen und Gefahren usw. usw. usw. Ich habe jetzt praktisch wirklich professionelle Qualitäten im Tauchen und bin stolz darauf. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich bei der Prüfung „Vorführung der 21 wichtigsten Tauchfertigkeiten in Demonstrationsqualität“ 100% der möglichen Punkte erreicht habe. Unser wichtigster Ausbildungsleiter Lee war richtig happy und sagte immer wieder „so gut hab ich das schon sehr lange nicht mehr gesehen.“ und ich war dann auch happy.

Die Theorie habe ich unterschätzt und so musste ich viel lernen … von den Unterteilungen der benthischen und pelagischen Zone über Stickstoffkreislauf, Klassifikation von Küsten deren Entstehung und Weiterentwicklung und Unterscheidung von Wellen und Strömungen, Einteilung von Seewellen, Geschichte des Tauchens, ökologische Systeme, Tauchausrüstung, Chemie und Physik bis hin zu Formeln zur Berechnung idealer und nicht idealer Gase spezifischer Zusammensetzung, deren Verhalten unter verschiedenen Druck- und Temperaturbedingungen, deren Auswirkungen auf die Physiologie des Menschen und vieles mehr. Physiologie hat mich insbesondere überrascht. Für einen Taucher ist es ja physiologisch ( also „normal“ ) sich in anderen Druckverhältnissen zu bewegen. Dies löst im Körper einiges aus, was man normalerweise sonst nie physiologisch nennen würde. Von einer anderen Herzbelastung, den Auswirkungen auf die Nieren, bis hin, dass Gase unter Druck ja „zäher“ sind und sich die Physiologie der Atmung dadurch ändert, gab es viele Dinge, die für mich zuvor nie „normal“ zu lernen gewesen sind … und das alles in Englisch und Deutsch … das habe ich seeeeehr unterschätzt, habe aber am Ende doch 96% in der Abschlussprüfung erreicht.

Wenn ich alles aufzählen sollte, was ich praktisch und theoretisch lernen musste, würde dieser Artikel viel zu lang werden. Ich kann nur sagen, dass ich mich im Nachhinein nicht mehr wundere, dass dieser Kurs in einigen Ländern auf der Welt als Berufsausbildung anerkannt wird. (In Deutschland meines Wissens aber nicht.*augenzwinker*) Arbeitsplätze für Divemaster gibt es sogar einige – meist an den schönsten Ecken der Welt.

Und wofür macht man das Ganze jetzt?
Nun, die meisten wollen wirklich als Divemaster arbeiten, oder den nächsten Schritt gehen und Instructor (also Tauchlehrer) werden. Ich habe hier andere Beweggründe ebenfalls kennen gelernt. Eine Stuntfrau z.B. benötigte diesen Schein, um Unterwasserstunts mit Tauchausrüstung durchführen zu dürfen. Überhaupt ist Schauspielerei ein Argument. Begründungen wie :“ Ich mach in jedem Urlaub irgendeine Ausbildung.“ waren auch zu hören. Es gibt hier bei dieser Tauchschule eine zweite Fraktion, die sich nur deshalb einschreibt, weil die einzelnen Tauchgänge dadurch unschlagbar billig werden (Man zahlt nur einmal die nicht ganz unerhebliche Gebühr, hat dafür aber alle Tauchgänge bis zu zwei Jahre lang frei – das holt man schnell wieder raus.). Ärgerlich ist dann für die Tauchschule vor Allem, wenn die dann bis zum Ende ihres (ersten) Aufenthaltes die Gebühr noch nicht bezahlt haben … für mich unverständlich so ein Verhalten.) Außerdem gibt es die mündliche Zusage, dass jeder, der hier seinen Divemaster macht, lebenslang hier kostenlos tauchen darf. Auch das ist ein Argument für viele.

Und ich???
Angefangen habe ich das Ganze eigentlich nur, damit Harriet und ich auch an anderen Ecken der Welt, von denen ich denke, dass ich die Umgebungsbedingungen in einigen geführten Tauchgängen gut genug kennen gelernt habe, dann auch mal alleine tauchen können. Theoretisch ist das zwar bereits als Open Water möglich. Praktisch aber wird gerade in den schönsten Tauchregionen der Welt mit entsprechend den meisten Tauchtouristen und dem höchsten Interesse an wenigen Tauchunfällen mehr verlangt. Oft muss ein Taucher der Stufe „Leader“ dabei sein. Das übererfülle ich jetzt!

Und ich habe etwas kennen gelernt, dass wie Schokolade ist – einmal kennen gelernt will man wieder naschen! Zur Ausbildung gehört, dass man bei verschiedenen Tauchkursen assistiert. Und das könnte echt zu einem Hobby von mir werden. Wenn man zusieht, wie Anfänger innerhalb von nur wenigen Tagen sich von ängstlich ihr Tauchequipment anschauenden – eben Anfängern – zu passablen Tauchern entwickeln – das macht schon echt Spaß! Am meisten Spaß macht es mir aber, in einem Kurs von Rescue-Divern mal alles zu tun, was normalerweise doch verboten ist (die sollen das ja managen können.) Anfangs ist man nett, damit sie sich einüben sollen, aber langsam macht man die Sachen stufenweise immer „echter“. Von „von der Gruppe absetzen“ über „Maske verlieren“, „Panik spielen“ bis „überraschend ohne Luft sein, und einem Anderen einfach den Regulator aus dem Mund mopsen wollen“ gehört dann alles zum Repertoire. Auch über Wasser jemanden zu spielen der zunehmend bewusstlos wird bis er krampft und einen Herzstillstand hat – das kann man so richtig gut machen. Da hab ich mit viel Freude freiwillig öfter assistiert als nötig war. Ich weiß noch nicht, was ich damit anfangen will … evtl. doch mal wieder einen Urlaub hier machen und freiwillig assistieren, oder nur zum Spaß doch noch Tauchlehrer werden und selber ausbilden… mal sehen.

Apropos. Als Divemaster darf man zwar Anfänger unter Wasser begleiten, den allerersten Tauchgang in freiem Wasser, da muss aber ein Instructor dabei sein. Einige fragten schon, ob ich ihnen dann als Divemaster Tauchen beibringen kann. Ja, kann ich, genauso so wie ihr euren Kindern Autofahren beibringen könnt – aber eben nicht dürft. So ist es auch bei mir. Leider also: Daraus wird nichts werden – sorry! Lernt Tauchen bei einem Tauchlehrer und dann können wir sehen, wie wir uns unterschiedliche Ecken gegenseitig zeigen können! Da hätt‘ ich echt Lust drauf!

Ein Thema liegt vielen Tauchern am Herzen. Der Schutz und das bessere Verständnis der Unterwasserwelt.
Von vielen wichtigen Themen möchte ich eines aufgreifen auch um evtl. unsinnige Ängste von Angehörigen von Tauchern zu mindern. Haie. Hollywood ist Unsinn!!! Haie sind sehr vorsichtige und zurückhaltende Unterwassertiere die um Dimensionen ungefährlicher sind als Kokosnüsse oder Hauskatzen. Viele Taucher geben viel Geld aus, um an Orte zu gelangen wo sie evtl. mal die Chance haben einen Hai zu sehen. Wir haben hier in einer Bucht, wo zeitweise welche zu sehen sein sollen, leider mehrfach erfolglos geschnorchelt, wurden aber mit Schildkröten entschädigt. Ich will nicht sagen, dass Haie ungefährlich wie Kuscheltiere sind, ein störrisch Esel ist aber sicher gefährlicher als die allermeisten Haiarten.
Hollywood hat hier vor Haien eine Angst aufgebaut, gegen die die genauso unsinnige Wal-Angst a là Mobby Dick wie eine Kindergeschichte wirkt. Wie überall auf der Welt gibt es auch unter Wasser gefahren, aber Haie gehören sicher praktisch fast gar nicht dazu!!

In den nächsten Tagen erzählen wir unsere weitere Planung … einiges steht schon fest, aber einige wichtige Dinge fehlen noch. Wie immer: Was man denkt, dass es schwierig sein könnte, ist praktisch oft einfach, und die scheinbar einfachsten Dinge können kompliziert werden, dass man sich die Haare rauft. Aktuell ist es das Kleingedruckte bei den Einreisebedingungen der USA…

Nachtrag 21.10.2014:
Heute wurden fast alle letzten Formalitäten erledigt. Eine letzte Kleinigkeit wird freundlicherweise noch bis 30.11. dauern. Dadurch, dass ich pünktlich zum 1.12. alles für den Divemaster fertig haben werde, spare ich mir die Gebühren für das Kalenderjahr 2014. Pünktlich um meinem Geburtstag herum werde ich dann wohl offiziell Divemaster sein. :-)))

Eigentlich wollte ich hier noch ein Bild mit meinen beiden wichtigsten Tutoren Lee und Verity hineinbringen – ich hoffe ich erwische morgen mal beide gleichzeitig, dann kommt das noch!

Pause vom Nomadenleben

Nach 9 Monaten haben wir unser vorübergehendes Nomadenleben gegen eine kurze Sesshaftigkeit eingetauscht. Thailand war ja klar als Urlaubsziel gedacht. Unsere neu entdeckte Leidenschaft des Tauchens wollten wir auf Koh Tao, dem Mekka des thailändischen Tauchens, auch etwas nachgehen. Wie ihr wisst, haben wir beide nun den „Advanced Open Water“ und den „Rescue Diver“. Als Sonderkurse belegten wir „Nitrox“ und „Deep Dive“, was uns für das Tauchen optimal schulte.
In dieser „Höhle“ machten wir die meisten Kurse:
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Wolfgang macht jetzt noch woanders den Divemaster, denn wie wir leider später erfahren haben, ist es doch nicht ganz so einfach tauchen zu gehen, wie wir es nach dem „Open Water“ auf den Philippinen dachten. Ist das Tauchgebiet in einem Nationalpark oder gibt es sonstige örtliche Regelungen, kann es sein, dass man trotzdem nur mit Divemaster tauchen darf und nicht einfach so. Wir haben lange drüber nachgedacht, aber letztendlich macht Tauchen Wolfgang viel Spaß und so verbindet er die Möglichkeit, alleine mit mir auch in Sondergebieten tauchen zu dürfen mit dem zweiten Angenehmen, nun für die nicht unerheblichen Kursgebühren kostenlos tauchen zu können.

Ich finde den Stand „Rescue“ für mich als ausreichend. Außerdem habe ich keine Lust auf die Schulungen, die er machen muss, denn so gerne ziehe ich die Taucherbrille unter Wasser immer noch nicht aus. Da sich das wohl auch nicht ändern wird, muss ich das nicht auch noch vor anderen zeigen.  So schlafe ich jeden Tag aus, gehe ab und zu an den Strand schnorcheln, kann mich für Fundives eintragen, wenn mir Tauchplatz und Wetter gefällt und habe jede Freiheiten, um ein richtiges Urlaubsgefühl zu bekommen. Für die Zeit haben wir einen kleinen Bungalow und ein Mopet gemietet.

Obwohl wir eine Klimaanlage im Bungalow haben, haben wir sie meist ausgeschaltet. Wir bevorzugen das offene Fenster (Fliegengitter ist davor). Im Dach befindet sich ein 1x1m großes Loch, was auch mit Fliegengitter verkleidet wurde. So sorgen wir für Durchzug, der ein sehr angenehmes Klima schafft. Und wenn es regnet, werden die Pflanzen unter dem Loch gegossen, die wunderschön blühen. Steine fangen die Tropfen ab und sorgen dafür, dass es nicht in der Gegend herum spritzt. Alles Wasser läuft dann über einen kleinen Abfluss in der Wand ab. Schon spannend, so den Regen mitzuerleben und trotzdem im Trockenen zu sitzen.

Hier ein paar Bilder unseres Domizils:
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Bungaloweingang mit unserem Mopet

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Küchenzeile und die besagten Pflanzen, auf die es regnet

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Hinter der grauen Wand mit länglichen Ritzen ist Toilette und Dusche, beide jeweils noch einmal durch eine schmale Wand getrennt.

Mittlerweile kennen wir auch ein paar Einheimische. Besonders der „Samosa-Mann“ ist sehr freundlich. Der läuft den ganzen Tag rauf und runter und verkauft leckere Teigtaschen, die mit einer Mischung aus Kartoffel, Gemüse und Curry gefüllt sind. Sehr lecker.

So plätschern die Tage vor sich hin und das ist gut so. Die Sonne scheint immer, es sind im Schnitt 30 °C. Abends, wenn es dunkel ist, regnet es ab und zu und bringt erfrischende Luft für die Nacht. Man sieht aber auch hin und wieder einen schönen Sonnenuntergang.

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Hier noch ein Erlebnis beim Einkaufen für unsere Katzenmutti. Die Katze hatte kein Geld dabei, soviel wir sehen konnten. Das störte aber auch niemanden.
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…ihr scheint es zu schmecken 😉

Weltreise und Wäschewaschen
Wäsche waschen unterwegs oder im Urlaub

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Bilder aus Mumbai (Indien)

Toll für den Rucksackreisenden sind Reiseländer wie z.B. Australien oder Neuseeland. In vielen Backpackern findet man bezahlbare Münzwaschmaschinen und Wäschetrockner. In vielen anderen gerade einfachen asiatischen Ländern sieht das jedoch etwas anders aus. Auch Waschsalons mit Münzwaschmaschinen und Wäschetrockner sind in vielen dieser Länder nicht so leicht zu finden. Hotels bieten evtl. einen „Wäscheservice“ an. Wir haben diesen oder andere Waschangebote bis jetzt nie genutzt.

Vor der Reise haben wir relativ viel Geld in gute Spezialwäsche gesteckt, die z.B. Schweiß nach außen lenkt. Gerade ich, als starker Schwitzer, bin darauf sehr angewiesen. Nachteil, dieser Wäsche ist laut Verkäuferangaben: Einmal ein ungeeignetes Waschmittel genutzt und der Effekt der Gewebe ist hin. Da traut man keiner Wäscherei! Erst kürzlich sah ich wieder eine Wäscherei die an einem Kanal mit schmutzigem Wasser und wahrscheinlich einfacher Seife wäscht.


 

Waschmittel

Wie gesagt, wir haben aus Deutschland teures Spezialwaschmittel mitgenommen. In anderen Ländern haben wir dann dazu zu gelernt, dass viele einfache flüssige Waschmittel für Feines genauso gut gehen. Man sollte halt darauf achten, dass keine Bleiche drin ist. Dinge wie in Weichspülern (oder spezielle Wollpflegestoffe), die die Fasern „verkleistern“ könnten, sollten eben auch nicht drin sein. So hat uns eine Verkäuferin in Australien das erklärt. Da hätten wir auch in Deutschland Geld sparen können.

Ein Problem ist der Transport des Waschmittels, denn oft sind große 2-6 l-Packungen oder entsprechend große Nachfüllbeutel als Einziges oder Günstiges zu bekommen. Diese großen Flaschen/Beutel sind aber doof zu transportieren.

Lösung: Kleine Flaschen. Diese werden in zusätzlich zwei einfache Extrabeutel in den Rucksack getan. (Niemals, niemals, niemals Flüssiges ohne doppelte Beutelsicherung in den Rucksack!)
Flüssigwaschmittel kaufen. In zwei bis drei kleine 300-500ml Flaschen umfüllen. Rest aus der großen Packung verschenken, stehen lassen … wie auch immer.
Die kleinen Flaschen lassen sich in unterschiedliche Lücken im Rucksack tun und außerdem auch auf zwei Personen verteilen.

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Wäsche waschen

Ich habe ein echtes Problem. In all den Jahren habe ich mich immer wieder in unterschiedlichen Situationen geduldig in Handwäsche versucht. Ich weiß nicht warum, es ist mir nie gelungen zufriedenstellende Ergebnisse hin zu bekommen. Darum habe ich nach einer Lösung gesucht.
Meine große Hoffnung war:      Der „Scrubba washbag“.

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Die o.g. Hoffnung hat sich nur zum Teil erfüllt, darum, wen das nicht interessiert: Unten weiter lesen bei „Handwäsche“.

Der „Scrubba washbag“

In diese „Reisewaschmaschine“ passen bis zu 2 Tageswäschen (siehe auch Bilder oben).
1 Tageswäsche = 1 T-Shirt + 1 paar Socken + 1 Unterhose
Lange Hosen oder ähnliche Wäschestücke entsprechend umrechnen. Außerdem hängt das natürlich auch von der Größe der Wäschestücke ab. Harriet kann mehr hinein tun, ich bringe den Scrubba mit zwei Tageswäschen definitiv an seine Grenzen.

Die Wäschestücke in den Beutel getan und dann wird mit Wasser entsprechend den anfänglich noch vorhandenen Markierungen aufgefüllt. [Unsere Erfahrung sagt, zunächst ein paar mal einfach mit Wasser durchspülen und ausgießen – das spart Waschmittel und verbessert das Waschresultat.] Dann Waschmittel rein und den Beutel mit möglichst wenig Restluft verschließen. Die restliche Restluft durch das Ventil ablassen.
Im Inneren des Beutels sind Silikonnoppen (die auf sanfte Art die Wirkung eines Waschbrettes simulieren sollen) und auf der Unterseite ist außen ebenfalls etwas Silikon (damit der Beutel später beim Waschen auf der Unterlage nicht verrutscht).
Nun wird die Wäsche mit dem Beutel durchgewalkt. Laut Anleitung mit den Händen – unsere Erfahrung sagt: Am Einfachsten auf den Boden legen und mit den Füßen darauf mehrere Minuten herumarbeiten (z.B. während man an einem Blogbeitrag schreibt, oder TV schaut oder oder oder).
Waschwasser ablassen. So oft mit klarem Wasser durchspülen (evtl. von oben mit der Hand durch den geöffneten Beutel Wäsche durchwalken) bis ausreichend ausgespült.
Wäsche trocknen wie unten beschrieben.

Unsere Erfahrung.

Das Teil ist nicht billig. Positiv ist: Er ist sehr leicht und braucht kaum Platz. Nach nur 4 Wochen Gebrauch fing es an zu lecken, weil die Verklebung des Ventils sich löste. Die Beschriftung löst sich auch immer mehr und war nach ca. 4 Monaten praktisch unleserlich (Erinnerung plus Reste machen es aber weiterhin nutzbar). Das Ventil habe ich nach Rücksprache mit dem Hersteller mit einem Gummilösungsmittel geklebt. Diese Klebung hält ca. 3-7 Wäschen. Der Beutel selbst ist weiterhin dicht.

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Scrubba nach 8 Monaten zunehmend seltenerem Gebrauch und frisch geklebtem Ventil.

Meine Meinung: Bei dem Preis sollte die Haltbarkeit dennoch insgesamt besser sein !!!

Mit dem Waschergebnis sind wir oft nicht zufrieden. Harriet wäscht dann lieber mit der Hand. Da ich mit Handwäsche – warum auch immer – keine auch nur im mindesten zufriedenstellende Ergebnisse erzeuge, bleibt der Scrubba für mich eine Lösung, die aber leider hinter meinen Erwartungen weit zurück bleibt. Dennoch wäre er für mich persönlich unverzichtbar, wenn Harriet nicht wäre. So ist er meine Möglichkeit, auch mal die Wäsche zu machen und Harriet damit mit unserer Wäsche nicht alleine zu lassen.
Wir benutzen den Scrubba aber letztlich nur noch, wenn die Wäsche nur ganz leicht verschmutzt ist (staubig, leicht verschwitzt). Den so typischen Schmutz auf einer solchen Reise (wenn man stundenlang schwitzend durch staubige Umgebungen wie Tempelanlagen oder asiatischen Straßenverkehr mit rauchenden Garküchen am Straßenrand gelaufen ist), schafft er nicht wirklich zufriedenstellend. Bereits kleine Flecken und „Kragenspeck“ gehen mit dem Scrubba bei uns nicht gut raus.  Harriet meine Wäsche waschen zu lassen, ist mir zwar ein bisschen peinlich, aber ich veröffentliche es der Wahrheit zu liebe trotzdem hier, und außerdem tu ich mein Bestes ihre Mehrarbeit in diesem Bereich durch entsprechende andere Arbeiten in anderen Bereichen wieder auszugleichen.

Zusammenfassung:
Für Menschen, die Handwäsche gut hinbekommen, ist der Scrubbawaschbag aus unserer Sicht nicht zu empfehlen. Für Menschen,  die auf Reisen keine Handwäsche können, ist es eine Möglichkeit überhaupt zu waschen.


 

 

Handwäsche

Harriet wäscht i.d.R. mit der Methode „Handwäsche“. In vielen Unterkünften hat man aber keinen Stöpsel im Waschbecken, oder man hat warmes Wasser (wenn man überhaupt welches hat), nur unter der festmontierten Duschbrause oder oder oder

Lösung 1:
Universalstöpsel
Vorteile: Klein und leicht
Nachteile: Macht zwar viele Waschbecken dicht, aber auch nicht alle. Verrutscht gerne beim Waschen, wodurch das Wasser (mit Waschmittel) raus läuft (doof insbesondere, wenn’s die letzten Tropfen Waschmittel waren). Außerdem ist das keine Lösung warmes Wasser zu bekommen, wenn (wie meist) kein Warmwasserhahn am Waschbecken ist.

Lösung 2:
Faltschale 5l von der Firma Ortlieb
Dieses praktische kleine Teil haben wir bereits bei Fahrradtouren, beim Segeln und und und zu schätzen gelernt. Es ist klein und leicht und 5l Fassungsvermögen reichen oft aus. Für mich als Nassrasierer ist die Schüssel in fast täglichem Gebrauch. Wir nutzen die Innenseite für saubere Dinge und die Außenseite für nicht ganz so saubere Angelegenheiten. (Wobei die Einteilung da mehr dem persönlichen Reinlichkeitsempfinden entspricht).

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Weitere Lösungen im Bereich Handwäsche:

Harriet hat sich für die Handwäsche Gummihandschuhe gekauft, damit rubbelt es sich viel hautschonender.

Auch bei der Handwäsche hat sich bewährt die Wäsche zunächst mit klarem Wasser vorzuspülen, bevor der Waschgang mit Waschmittel folgt. Das spart Waschmittel und erzeugt leichter bessere Ergebnisse.


 

 

Wäsche trocknen:

Folgende Herangehensweise hat sich bewährt:

Gewaschene Wäsche gut ausdrücken, dann ausgebreitet auf ein Handtuch legen. (Am Rande: Es gibt viele gute Reisehandtücher, die mit wenig Volumen und Gewicht für viele Dinge gut sind. Davon lieber zwei – auf eine lange Reise evtl. sogar drei – mitnehmen.)
Die Wäsche so in das Handtuch einrollen und dann auswringen. Das ist relativ gewebeschonend und presst doch gut aus. Am Ende ist es so bei einem trockenen Handtuch fast so trocken, wie nach einem mittelschnellen Schleudergang. Man kann das Handtuch aber dennoch mehrfach verwenden auch wenn es schon tropft, es ist immer noch eine relativ gewebeschonende Wringmethode. Viele Reisehandtücher lassen sich außerdem zwischendurch einzeln auch gut auswringen und sind dann auch erneut aufnahmebereit.
Diese Vortrocknungsmethode ist wirklich sehr effektiv und empfehlenswert.

Wash_Trock_

Oft ist es in Hotelzimmern usw. verboten, Wäsche aufzuhängen. Ich weise alle Leser darauf in, dass sie sich natürlich daran halten müssen.

Wäscheleinen

Für unsere Radtouren und zum Zelten haben wir uns damals diese elastischen Wäscheleinen gekauft.

Wash_Leine_
[Bild Wäscheleine aufgespannt muss noch eingestellt werden

Diese Wäscheleinen bewähren sich auch jetzt. Zwei sind oft nötig, da man ja keine idealen Voraussetzungen hat, und irgendwie zaubern muss, damit man doch die Leinen spannen kann, wo es scheinbar erst mal nicht geht. Oft geht es dann mit zwei Leinen. Bis jetzt habe ich so jedenfalls überall doch noch eine Lösung gefunden. Diese elastischen Wäscheleinen haben den Vorteil, dass man keine Wäscheklammern braucht um die Wäsche einlagig aufzuhängen. Einfach in das Verdrillte stecken.


 

Kleiner Themenwechsel: Am Rande erwähne ich hier einmal, dass Harriet und ich in einem Punkt unsere Meinung geändert haben. Anfangs nahmen wir gerne Zimmer ohne Klimaanlage nur mit großem Ventilator an der Decke, da wir das Raumklima am Angenehmsten fanden. Mittlerweile, hier in Asien in der Regenzeit, suchen wir aber doch Zimmer mit Klimaanlage, einfach weil die Luft im Zimmer dann nicht so feucht ist.
Wenn man mal die Chance hat, wird man die Erfarhrung sammeln, dass  Spezialreisekleidung, die schnell trocknende Eigenschaften hat mit oben genannter Trocknungsmethode, unter einer Klimaanlage getrocknet, selbst in der Regenzeit, in einer Nacht trocken ist. Außerhalb der Regenzeit, oder in eh halbwegs nicht allzu feuchter Umgebung ist so ein Ventilator auch eine ideale Hilfe Wäsche schnell trocken zu bekommen.


Wir hoffen mit diesem Beitrag vielen Reisenden zu helfen.
Hab ich schon erwähnt, dass unser Beitrag „Hockklo“ ein heimlicher Renner ist, von dem wir erstaunt sind, wie oft der aus aller Welt aufgerufen wird?  Das freut uns!

Wem dieser Beitrag hilft:
Ein netter Kommentar als Dankeschön würde uns freuen!

Oder habt ihr andere Erfahrungen, weitere Tipps oder weitere Hinweise?
Alles das ist hier sehr willkommen.

Dieser Beitrag ist auch auf Anregung von Dorte entstanden. Danke Dorte.

Einen Beitrag über sinnvolle kleine Reisetools habe ich schon seit Februar im Sinn, und im April sogar schon mal viele der Dinge über die ich gerne schreiben würde fotografiert …

Gibt es weitere Themen zum Bereich „Praktische Reiseerfahrung“ die interessieren? Nicht zögern, fragen!  (Bitte nur entschuldigen, wenn die Antwort evtl. etwas dauert – an erster Stelle steht bei uns ‚das Reisen‘, an zweiter ‚den Blog halbwegs aktuell zu halten‘ und an dritter Stelle ‚weitere Dinge im Netz‘.) Wir freuen uns, wenn ihr diesen Blog durch Eure Teilnahme noch lebendiger macht!  Auch gut, wenn der Einer fragt, und ein Anderer aus seiner Erfahrung antwortet …

Tauchland

Willkommen in Tauchland

TauchKohTao

Wir hatten uns ja vorgenommen in Thailand Tauchurlaub zu machen. Wer das hört und von Tauchen in Thailand gehört hat, hört rasch einen Inselnamen: „Koh Tao“
Eigentlich heißt das ja „Insel der Schildkröten“, inzwischen ist die Insel aber längst von Tauchern eingenommen. Wohl nirgendwo auf der Welt gibt es eine solche Ansammlung von Tauchschulen und Tauchern auf so engem Raum wie hier. Bereits in den Philippinen hörten wir: „Da siehst Du (beim tauchen) mehr Taucher als Fische.“
Wir hörten, dass man nirgends auf der Welt so billig Tauchequipment kaufen kann, wie hier und hatten darum bereits geraume Zeit mit dem Kauf von z.B. Flossen gewartet.
Diese Info sollte sich noch als falsch herausstellen. Im Gegenteil ist hier alles was importiert werden muss mit hohen Zöllen belegt und dadurch sogar eher teuer. Aus den Flossen wurde also nichts.
Wenn man Tauchkurse belegen möchte – die Tauchlehrer hier sind gut ausgelastet und super routiniert in der Ausbildung und die Kurse vergleichsweise günstig. Andererseits sind hier die Gruppengrößen zum Teil furchtbar groß. Was sowas bedeuten kann sahen wir bereits bei einem Tauchgang in Taiwan. Wir tauchten an einer Tauchschule vorbei, wo die Anfänger in einer Reihe nebeneinander standen. Der Tauchlehrer tauchte vor denen von einem zum Anderen und machte die Anfängerübungen mit denen. Die Reihe von Anfängern war dabei länger als die Sichtweite lang war. Wie kann man unter solchen Bedingungen eine gute Ausbildung gewährleisten??? Gerüchteweise soll es auf Koh Tao Tauchschulgruppen mit 50-60 Schülern geben… Wir waren echt froh auf den Philippinen so gut von Lonni betreut worden zu sein. Bei unserer Tauchschul-Recherche fanden wir dann auch unter Anderem eine Tauchschule, die garantiert, dass keine Gruppe größer als 6 Teilnehmer sei. Im Preisvergleich war sie auch bei denen in der unteren Hälfte angesiedelt. So gingen wir zu Stefan zu den Rainbowfishdivers. Harriet wollte ihren Advanced noch machen, und wir beide wollten gemeinsam dann die Kurse Nitrox und Stress&Rescue machen. Wir hatten Mailkontakt, buchten und waren gespannt. Stefan hatte uns bereits die Fahrt von Bangkok in Nachtbus+Fähre nach Koh Tao gebucht, so war alles vorbereitet.

In Bangkok liefen wir vor der Abfahrt des Nachtbusses nochmal an den berühmten Tempeln vorbei. Dann lernten wir noch das Backpackerviertel kennen und trafen dabei auch zwei Hamburger wieder, die wir auf dem Weg von Kambodscha nach Bangkok kennen gelernt hatten. (Huhu Mona und Ayosha! war schön Euch getroffen zu haben!)

Dieses Backpackerviertel rund um die XYZ-Straße ist eine eigenartige Welt inmitten von Bangkok, wo eine Art eigenes alternatives Leben parallel oder abgehoben von dem thailändischen Leben stattfindet. Backpacker sind gute Kunden für Tauchschulen, auch dort findet man also diverse Werbung für diverse Tauchschulen auf Koh Tao.

Im ausgebuchten Nachtbus hatte ich etwas Pech und saß genau unter der tropfenden Klimaanlage – viel Schlaf war da nicht möglich. Dann warteten wir am nächsten Morgen in Chumphon auf die Fähre, und waren auf Koh Tao. Der Fußweg zu Stefan war nicht allzu weit, nur ein Hügel auf dem Weg bleibt einem negativ in Erinnerung. Aber insgesamt hatte Stefan mit seinen Empfehlungen Recht, ein Taxi hätte nicht gelohnt.

Wir kamen zeitgleich mit mehreren Anderen an, warteten noch etwas, dann erzählte Stefan allen gemeinsam, worauf man hier auf der Insel so achten muss. (Z.B. Wenn ihr Geld am Automaten holt, dann nur bei den blauen und lila Automaten. Wenn mal was passiert, dann sind von denen Filialen auf der Insel. Frisst z.B. ein gelber Automat Eure Karte, dann ist das Drama groß, wieder an Eure Karte zu kommen. Leiht Euch keinen Motorroller aus, wo Euer Reisepass als Sicherheit verlangt wird. Es kann sein, dass ihr sonst am Ende bereit seit, für kleine Kratzer großes Geld auszugeben, nur um Euren Reisepass zurück zu bekommen…)

Dann gab er uns die Schlüssel und wies uns den Weg zum neu gebauten 12er Dorm. Als „Tauchschüler“ hatten wir auf diese Weise eine günstige Unterkunft im Etagenbett im klimatisierten Raum. Wir waren die allerersten Bewohner und weihten also alles ein.

Im Dorm wechselte dann die Belegung im Laufe unserer mehreren Kurse – darum mal vereinfacht einen Gruß an alle Mitbewohner ohne Namensliste *augenzwinker*.

Ja, jetzt haben wir alle unsere Kurse absolviert und einiges dazugelernt. Harriet hat ihre „Maskenangst“ sehr gut in den Griff bekommen, ich hebe immer wieder den Hut vor ihr, mit welcher Konsequenz sie sich ihren Ängsten gestellt hat, daran gearbeitet hat und sie jetzt eben sehr gut in den Griff bekommen hat. Chapeau!
Aus dem Dorm sind wir ausgezogen, sind ja auch keine Tauchschüler mehr und überlegen jetzt, wie es weiter gehen soll, haben aber noch keine klare Antwort.

Hier in Koh Tao lebt man in einer irgendwie eigenen Welt. Ich sage zu Harriet, die thailändische Insel Koh Tao liegt in „Tauchland“. Keine Ecke, wo man nicht jemanden höhrt, wie er über das Tauchen spricht. Überall sind Menschen mit T-Shirts von Tauchschulen usw. Abends ist dann Partymeile überall. Man sieht hier viel mehr Menschen mit europäischen Vorfahren, als Thailänder. Man hört hier mehr Englisch, Deutsch und Französisch als Thailändisch. Früher wollte keiner hierher – auf die ehemalige Gefängnisinsel. Heute wollen hier viele nicht mehr weg. In dieser „Tourismus-Blase“ inmitten Thailand, merkt man rein gar nicht, dass eigentlich gerade das Militär die Regierungsgewalt an sich genommen hat, oder sonstiges typisch Thailändisches oder Weltgeschehen.

Aktualisierung 24.08.2014:
Eine Entscheidung ist gefallen. Wir bleiben hier auf Koh Tao noch bis zum Ende unseres Visums (also ca. 4 Wochen). Wir haben uns einen günstigen kleinen Bungalow gemietet und ich werde hier den Kurs und damit den Schritt zum Divemaster machen. Ich hoffe das klappt. Ich nehme mir da vor in vier Wochen zu schaffen, was normalerweise mit 6-8 Wochen veranschlagt wird. Der Divemaster wäre der erste Schritt, wenn ich professionell als Taucher arbeiten wollte, es ermöglicht uns aber auch einfach mal alleine tauchen zu gehen, wenn wir wollen, denn es muss immer mindestens ein „Guide“ dabei sein. (Der Divemaster ist eine keine Stufe über dem Guide). Die Tauchschule bei der ich das mache, bietet außerdem allen Absolventen dieses Kurses an ihrer Schule an, lebenslang kostenloses tdauchen zu dürfen. Bereits jetzt wurde auch Harriet angeboten Discount zu bekommen, wenn sie tauchen gehen möchte.
Harriet möchte keine weiteren Kurse machen und freut sich insgesamt solange auf endlich mal richtig Urlaub und will nur von Zeit zu Zeit Tauchen gehen.

Aber erst mal musste Harriet heute pusten. Ich hatte mitten in der Nacht dieses Licht angemacht.

Bday

Willkommen im neuen Lebensjahr liebe Harriet. Ich wünsche Dir alles Gute zum Geburtstag und für das nächste Lebensjahr und für alle Zeiten.

Bangkok

Wir sind gut in Bangkok angekommen und haben ein Hotel bezogen wo wir gutes Internet haben. Entsprechend sind wir kräftig am planen. Bangkok mit seinen schönen Sehenswürdigkeiten haben wir ja schon vor drei Jahren ordentlich erkundet.  Wir haben eher Anfragen an verschiedene Tauchschulen herausgeschickt, weil wir gerne noch erweiternde Fähigkeiten hätten. Außerdem müssen Dinge mal ordentlich repariert werden usw.
Harriet arbeitet an einem Artikel zu den Tempeln in Siem Reap. Ich glaube ich werde einen Artikel ‚Extragebühren‘ auf ‚Veröffentlichung‘ schalten, den ich am 7.7. geschrieben habe, obwohl ich selber aus dem lese, wie erschöpft wir da waren und alles etwas ungeordnet zu lesen ist, und ich ihn jetzt ganz anders schreiben würde. Aber evtl. wird zweierlei deutlich: 1. Es gibt viel unterdrückte Wut. 2. Man mag noch nicht mal richtig darüber schreiben, weil man ja auch niemanden in Schwierigkeiten bringen will. Daraus resultiert etwas recht harmlos klingendes, wenn man nicht zwischen den Zeilen liest.
OK, das war jetzt einfach mal ein aktuelles Lebenszeichen. Bis bald auf diesem Kanal 😉