Archiv der Kategorie: Taiwan

Auch wenn wir inzwischen bereits in Hongkong sind und es aus Hongkong viel zu berichten gäbe. Ich möchte unbedingt noch Einiges aus Taiwan berichten, dass uns beide durch seine Menschen tief beeindruckt hat.
In keinem anderen Land bisher fanden wir eine solche freundliche Hilfsbereitschaft wie in Taiwan. Wir fühlten uns fast absolut sicher. Auch wenn wir es nicht ausprobiert haben, ich glaube man könnte einen geöffneten Rucksack voller Wertsachen mitten in einer Bahnhofshalle liegen lassen, und alles was man ‚fürchten‘ müsste, wäre, dass jemand das in Sicherheit bringt.
Die Menschen gehen rücksichtsvoll miteinander um und jeder hat gut davon. Diese großen Menschenmassen in Teipei, die geordnet durch die Gänge und Rolltreppen laufen und so vieles Anderes. Ich wünsche den Taiwanesen, dass sie sich das erhalten können.

Mit der Weiterführung des Berichtes Taiwan möchte ich bei der Bahnfahrt beginnen, die wir wetterbedingt spontan bis Teipei weiter führten.

Noch auf dem ersten Teil der Fahrt hatten wir interessante Gespräche. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir aber etwas von dem Teil der Fahrt, wo wir keine Sitzplätze hatten und einer Mutter mit zwei Kindern gegenüber auf dem Boden saßen. Ein junger Taiwanese, mit dem wir uns zuvor unterhalten haben, erklärte der Mutter, das wir eine Weltreise machen. Diese erklärte dies ihren Kindern und uns wurde übersetzt – und jetzt wünscht sie ihren Kindern, dass Sie auch einmal so etwas tun können. Die Kinder gaben uns von ihren Keksen ab, die Mutter gab uns Litschis und weil wir wenig zum abgeben hatten, pusteten wir unsere Welt auf und zeigten wo wir schon gewesen sind. Der Junge sah sich unsere Welt an und fragte, ob wir denn nicht noch da und dort hingehen, dass ist doch nicht weit. Alle lachten einmal freundlich und die Mutter erklärte ihm, dass die echte Welt doch sehr viel größer ist, als diese Aufgepustete. Ich fühlte mich sehr an den Film „Theo gegen den Rest der Welt“ erinnert, in dem LKW-Fahrer Theo mit Hilfe der Europakarte aus einem kleinen Taschenkalender durch halb Westeuropa navigiert und so Sachen sagt, wie: „Italien, das ist nicht weit, das sind nur 2 cm.“ Ein schätzungsweise Viereinhalbjähriger kann sich das alles natürlich noch nicht vorstellen, dennoch fand die Mutter die Aktion mit der Aufblaswelt wohl recht gut. Immerhin überhaupt eine Möglichkeit, sich an eine Vorstellung heran zu arbeiten. Und ganz ehrlich, ich war selbst ein wenig von uns überrascht, als ich auf diesem Aufblasglobus zeigte, was wir schon hinter uns gebracht haben. Eigenartiges Gefühl, von sich selbst überraschend beeindruckt zu sein … schwer zu beschreiben …

ZugweltKinder

Das Ticket für die Weiterfahrt für uns beide kostete 880 NTD. Ich gab dem Schaffner 1080 und er wollte das Wechselgeld später bringen. Kein Problem in Taiwan. Natürlich vertraute ich 100%. Er verriet uns noch zwei Plätze, die zwar etwas abgetrennt von den anderen Reisenden waren, aber wohl vom Computer nicht vergeben werden – das heißt, wir hatten für die restliche Fahrt Sitzplätze in einem komplett ausgebuchten Zug.
Jetzt muss ich etwas erklären. Taiwan ist nicht Indien, und natürlich bekommt man in der Regel mit einem Zugticket einen Sitzplatz zugeteilt, der darüber hinaus auch noch recht komfortabel ist. Dafür sollte man sich das Ticket am besten bereits ein paar Tage vorher kaufen. Wir kauften ausgerechnet an einem Wochenende die Tickets kurz vor Abfahrt. Die nette Dame am Schalter organisierte dennoch so viel Sitzplatz wie möglich. Von Fangliao bis Dawu hatte einer von uns einen Sitzplatz. Harriet saß auf meinem Schoß, so hatten wir einen Sitzplatz für zwei. Von ‚Dawu bis Taidong saßen wir bei der Mama auf dem Boden, und unser Sitzplatznachbar von vorher gesellte sich zu uns und übersetzte. Dann mussten wir umziehen. Von Taidong nach Hualien hatten wir in einem andern Wagon jeder je einen Sitzplatz sogar nebeneinander. Der super spontane Ticketkauf im Zug war dann angekündigt eigentlich ohne Sitzplatz. Dank des Tipps vom Schaffner hatten wir dann aber doch Sitzplätze.
Nach einiger Zeit wunderten wir uns, dass unser Schaffner uns unsere 200 NTD noch nicht gebracht hat und fragten seinen Kollegen, den wir jetzt regelmäßig sahen, wann der Kollege denn unsere 200 NTD bringen würde. Leider verstand der aber kein Englisch und kam kurz danach mit Luisa an. Luisa spricht wie viele Taiwanesen Taiwanesisch und Mandarin. Außerdem spricht sie fließend Englisch und sehr gut Deutsch. Eine Zeit lang hat sie in Aachen gelebt und studiert. Luisa erklärte dem Schaffner, was wir wollten und anschließend, dass dieser Schaffner von nichts wisse und sie würde uns in Taipei auf dem Bahnhof bis zu der Stelle begleiten, wo wir dies vorbringen sollten. 200NTD sind ca. 5 Euro. Wir wollten auch nicht zu viel Aufhebens deswegen machen, oder dass gar der Schaffner Ärger bekommt, wahrscheinlich hatte er es einfach vergessen. Aber Luisa sagte, auch vergessen sei kein Grund, und so brachte sie uns zu diesem Bahnbüro und regelte dort mit den Menschen hinter dem Schalter alles so weit, bis es hieß, sie telefonieren jetzt noch, und wir sollen bitte solange warten. Wir verabschiedeten uns von Luisa und wollen ihr auch hier im Blog noch einmal herzlich danken! Leider haben wir kein Foto gemacht. Schade, ist ja immer schön Fotos von den Menschen zu haben, über die wir hier dankend schreiben. Jetzt halt ohne Foto: Danke Luisa!

Es dauerte nach den Telefonaten nicht lange und wir bekamen unsere 200NTD in die Hand – keine Anträge, kein Papierkram – toll!!! Wir haben ja nichts gesehen und selbst wenn wir was gehört hätten, hätten wir nichts verstanden. Ich gehe davon aus, dass der Schaffner angerufen wurde, der hat gesagt „stimmt“, dann wurde kurz ausgemacht, wie der Schalterbeamte das Geld zurück bekommt und dann hat der uns das aus seinem Portemonnaie gegeben – Was wirklich gewesen ist, werden wir aber wohl nie erfahren.
Noch am Bahnhof konnten wir dann mit der Touristeninformation einiges regeln. Da Taipei am Wochenende meist recht ausgebucht ist, hatten wir auf der Fahrt via Internet* bereits für eine Übernachtung gesorgt. Die Touristeninformation besorgte uns für die folgenden Tage eine besser bezahlbare Unterkunft. Die Touristeninformationen in Taiwan sind ebenfalls klasse. Man schildert was man will, die telefonieren und organisieren und anschließend bekommt man einen Zettel in die Hand gedrückt, wo alles in chinesischen Schriftzeichen drauf steht. Die kann man zwar selber nicht lesen, aber man braucht sie nur jemandem zu zeigen, der kann das lesen und hilft einem dann nötigenfalls indem er mit Händen erklärt, so dass man weiter kommt. Wir sind hier zwar Analphabeten, aber alles klappt am Ende prima, dank der hilfsbereiten Taiwanesen.

Zettel, die man bekommt sehen dann z.B. so aus:
TaiwanZettel

Bei den Preisen, die uns die nette junge Frau von der Touristeninformation gezeigt hatte, war auf dem Kopf der Seite der Name einer Pension abgedruckt, die wir von unserer Unterkunftsuche online unterwegs gesehen hatten*. Natürlich gingen wir davon aus, dass wir ein Zimmer dort jetzt reserviert bekommen haben. Am nächsten Morgen zogen wir um. Am Bahnhof trafen wir den Festlandchinesen Jun Jin 金俊 , als mein Maps gerade nicht gut laufen wollte … er sah sich unseren Zettel an und sagte, dass er uns dort hin bringt und nutzte sein Smartphone dessen Kartenapp einwandfrei funktionierte. Mitten auf dem Weg ging mein Maps auf einmal auch – und zeigte uns an, dass wir in die entgegengesetzte Richtung hätten gehen müssen. Was nun? Jun Jin 金俊 war von seiner App überzeugt und sagte, dass Maps nicht so gut sei, wie seine App, die würde er mir empfehlen. Harriet und ich beschlossen, die schweren Rucksäcke abzusetzen und ich ging mit Jun Jin 金俊 weiter, während sie auf die Sachen aufpasste. Jun Jin 金俊 brachte mich zu einer Pension in einer Seitenstraße, wo wir gebucht worden waren. Wir waren richtig. Später zählte ich 2+3 zusammen, und jupp, es war einfach voreilig, davon auszugehen, dass wir in eine Pension gebucht wurden, deren Namen ich lesen konnte – wahrscheinlich standen die einfach zufällig untereinander. Den Zettel konnte ich nicht lesen. Maps zeigte völlig korrekt die falsche Pension. Dank Jun Jin und der für uns unleserlichen Zettel waren wir bei der richtigen Pension. Noch einmal danke 金俊 Jun Jin!! Jun Jin 金俊 hat uns ein Bild von uns gemeinsam gemailt.

JunJin

Da wir ja wider erwarten früher in Taipei waren, konnten wir uns auf die Suche nach Läden machen, um einige Dinge aus unserem Bestand zu ersetzen. Es wurde einfach Zeit für neue Regenüberzüge für unsere Rucksäcke und z.B. ein Paar Socken. Beim Durchstöbern der Outdoorläden lernten wir auch unter Anderem Jin-Log Chen kennen, der einige Jahre in Berlin gelebt hat und sehr gut Englisch und Deutsch sprach. Er vermisst an Deutschland unter Anderem, dass Regen immer nur kurz sei, es dann aber bald wieder aufklare. Stimmt, wir haben keine Regensaison. Er sprach auch von dem guten Essen und Trinken. Dann gab er uns seine Visitenkarte und siehe da, er ist ausgerechnet Professor für medizinische Informatik. Ich hab ihm dann nicht erzählt, das mich viele Leute als Computerfreak bezeichnen, denn vom studierten Informatiker oder gar Professor bin ich ja weit entfernt. Das war für mich aber schon eine schöne Begegnung. Ein Foto haben wir leider nicht gemacht. Schade, ist ja immer schön Fotos von den Menschen zu haben, über die wir hier schreiben.
Auch auf seine Empfehlung hin waren wir am nächsten Tag noch das Nationalmuseum anschauen, wo wir neben einer Vielzahl bedeutender Ausstellungsstücke auch echte Ming-Vasen betrachten konnten. (Ding-Vasen fanden wir beide schöner als Ming-Vasen, obwohl die ja etwas farbiger sind, aber das Weiß der Ding-Vasen ist so schön etwas perlmutartig und die Impressionsmuster so schön dezent.) Es war ein sehr anstrengender Tag, da i.d.R. Gruppen im Minutentakt und Eiltempo durchgeführt wurden, wo der Guide in Chinesisch so lautstark etwas erklärt, dass der eigene englische Audioguide nicht mehr zu verstehen war. Die Lautstärke wurde gerade für mich zu einem nervigen Problem. Harriet hatte mehr Glück und konnte manchmal etwas bis zu Ende hören. Ich habe selten etwas durchgehend hören können. Meistens kam mitten in der Erklärung jemand der mir direkt in das Ohr brüllte, und die Vor- und Rückspulfunktionen des Audioguide waren alles andere als feinfühlig, weshalb man zwei oder dreimal von Vorne anfing, dann aber irgendwann aufgab. Das Geld für den Audioguide hätten wir uns jedenfalls echt sparen können. Kopfhörer die den Umgebungslärm besser abgehalten hätten, wären gut. Stattdessen laufen überall Angestellte herum, die Schilder halten, dass man ruhig sein soll, während der nächste Führer einem ins Ohr brüllt und die Gruppen sich dazu unterhalten … Das ist dann auch der Grund, warum die Guides brüllen müssen – eigentlich haben die meisten ein Mikrofon in das sie brüllen mit Funkübertragung zu den Führungsteilnehmern. Aber die haben eben auch so einfache Kopfhörer, dass sie einen lauten Guide brauchen … Auch die Menschenmenge an sich empfanden wir als sehr viel, obwohl wir zur Mittagszeit da waren und nach Aussage des Museumspersonals eigentlich wenig los sei. Essen, trinken und fotografieren waren nicht erlaubt, was nach 5,5h Museumsbesuch auch schlaucht. Verwöhnt von rücksichtsvollen Taiwanesen war es auch schwer zu ertragen, dass sich ständig jemand vordrängelt. Die Variante „Erst halte ich meine Brille zwischen Dein Gesicht und die Glasscheibe mit dem Ausstellungsstück, dann schiebe ich mein Gesicht hinterher und drücke mich mit dem Ellbogen in Deinem Bauch ab“, ist dabei immer noch zumindest etwas dezenter als dass einem gleich der ausgestreckte Arm ins Gesicht gedrückt wird. Taiwanesen waren das sicher nicht.

Hier noch ein Bild von der asienerfahrenen Harriet vor unserem Museumsbesuch.
Har_Schirm_Taiwan

Mit dem Bus ging es am Abreisetag für einen Bruchteil des Taxigeldes sehr bequem zum Flughafen direkt zum Terminal.

*Mal am Rande: Evtl. hat der aufmerksame regelmäßige Leser etwas gemerkt. Internet! Ja, wir hatten in Taiwan Internet! Funktionierendes Internet! Und das sogar unterwegs … wow …
Für diejenigen, denen das etwas sagt: Responsezeiten für ein ping z.B. auf gmx.de unter VPN waren wir längst gewohnt im Bereich 800ms zu haben. Hier sind es auf einmal 8ms … da baut sich eine Internetseite schon mal in weniger als einer Stunde und weniger als 40 Versuchen auf 😉

SonneMondSee Kenting

Im Augenblick sitzen wir im Bahnhof von Fengliao und warten auf den Zug nach Hualien. Ich will die Zeit nutzen um mal wieder etwas mit dem Smartfone zu bloggen.
Von Taipei aus sind wir nach Taichung gefahren. Hier versuchten wir den Shuttlebus zum Sonne-Mond.-See zu finden. Bewährte Strategie ist: Einer bleibt beim Gepäck, der Andere geht los. Nach ca. 15 Minuten laufen durch strömenden Regen kam ich zum Büro des Busunternehmens. Die Verständigung klappte einigermaßen auf english mehr schlecht als recht. Zu Hilfe kamen aus der Schweiz Flo(rian) und seine Frau Ning. (Ich wollte mir den Namen doch noch aufschreiben, dann hatte ich ihn falsch im Kopf .. Hatte hier geschrieben: „Wenn ihr das lesen solltet, bitte melden – ich würde den Namen natürlich gerne richtig schreiben.“ Sie haben sich gemeldet und der Name steht hier jetzt richtig – noch mal Danke!)
Sie übersetzten und am Ende kamen Sie mit mir durch den strömenden Regen bis zum Bahnhof um Harriet und mir den richtigen Bus in der Nähe des Bahnhofs zu zeigen. Toll und noch einmal hier unseren herzlichen Dank dafür! Immer wieder toll was für interessante, sympathische und hilfsbereite Menschen wir auf dieser Reise leider viel zu kurz kennen lernen.

In Shuishe angekommen blieb Harriet überdacht beim Gepäck und ich schaute  nach Unterkünften bis wir dann die bezogen auf die die Entscheidung fiel, weil der Preis stimmte und von den Vermietern jemand englisch sprach. So zogen wir ins LoveHome in ein Zimmer in weiß rot rosa mit diversen HelloKitty-Kissen usw.
Am nächsten Morgen machten wir den Checkout, ließen unser Gepäck bewacht im Hotel zurück. Wir buchten ein Tagesticket für Schiffe auf dem See und fuhren los. Der strömende Regen ließ nicht nach. Wir bekamen aber eine Vorstellung davon, dass dieser See bei besserem Wetter bestimmt wunderschön und sehr romantisch ist. Einen Landgang zu einem Tempel machten wir trotz des Wetters. Der An- und Ausblick waren wunderschön. Es bewirkte aber, dass wir Beide trotz Regenschirm und Regenjacke durch und durch durchnässt waren.
Ok, Bus zurück nach Taichung mit Übernachtung. Bei dem Wetter wollten wir unsere Ursprungsplanung nicht unbedingt weiter führen. Was will man bei solch einem Wetter in einem Nationalpark? Und tauchen hat bei Regen auch wenig Sinn, weil einfach die Sicht schlechter wird.

Ok, wir beschlossen einen Tag in Taichung zu bleiben. Wir wollten Internetrecherche machen, ich hatte einen quasi Bürotag dringend nötig um einige wichtige Emails zu schreiben usw. Da wir nicht früh aufstehen mussten, konnten wir in Taichung auch auf den Nightmarket gehen und uns einmal durch die fremdartige Kost durchschlemmen. Harriets kleiner Tagesrucksack, der zunehmend Auflösungserscheinungen zeigte fand auch einen würdigen Nachfolger.

Am nächsten Morgen nach dem wir aufgewacht waren, aber noch im Bett lagen, fragte ich Harriet dann, warum sie so am Bett ruckeln würde. Sie antwortete, dass sie gedacht hätte, dass ich am Bett wackeln würde. Das Gefühl war genauso, wie im Erdbebensimulator im TePapa Museum in Wellington in Neuseeland. Und ja, wir erlebten unser erstes Erdbeben und verstehen nun, warum die Menschen in Erdbebengebieten sich so wenig daraus machen, wenn kleinere Beben zu spüren sind. Es schaukelt ein paar Minuten ein wenig, aber dann macht man normal weiter. TePapa hatte uns gut geschult.  Der Raum war gut erdbebensicher eingerichtet. Der Fernseher war angeschraubt, die Lampen gut angebracht usw. Das Bett ist kein schlechter Ort. Es war aber so wenig, wir taten das Kissen nicht auf unseren Kopf. Überhaupt, erstaunlich unspektakulär so ein kleines Beben.

Der Tag verging dann am Laptop mit notwendigen aber für den Blog wenig interessanten Dingen vorbei. Die Recherche ergab auch, dass das Wetter im Süden meist trockener als im Nordwesten ist. Also wollten wir einfach losfahren und je nach Wetter anhalten oder vom Zug aus im Trockenen die Landschaft anschauen.

Am nächsten Morgen brachen wir also auf und gingen erst mal zum Bahnhof. Aus der ruhigen Ecke wo wir zunächst unsere Rucksäcke abgelegt hatten wurden wir gebeten zu gehen. Wenig später sahen wir den Grund. Mit einem Gabelstapler wurde ein riesiger Schmuckstein in diese Ecke buchsiert. Wir standen nun mit unseren Sachen an einer Säule mitten in der Bahnhofshalle. Harriet blieb und bewachte und ich ging los organisieren (Tickets …). Harriet hatte rasch einen jungen Mann an ihrer Seite. Egal wo und wie, wenn man mit einer Landkarte irgendwo in Taiwan steht, kommt binnen kurzer Zeit jemand und bietet Hilfe an. Wir hätten wahrscheinlich auch unser Gepäck unbewacht stehen lassen können mit offensichtlichen Wertsachen und ich bin mir sicher, es wäre nichts passiert. Taiwan ist einfach toll in diesem Punkt. Man kann hier sehr vertrauen. Ich hoffe, dass es so bleibt. Vor 12 Jahren mussten wir in Sydney auch die Karte in der Tasche verstecken um vorwärts kommen zu können. Heute ist das bei Weitem nicht mehr so… Ich wünsche den Taiwanesen, dass sie es sich erhalten können.
Der junge Mann, der bei Harriet stand hieß Michael und lebt jetzt als Englischlehrer in Taiwan, kommt aber ursprünglich aus Boston. Auch er genießt die oben beschriebene Art der Taiwanesen und war selbst sofort hilfsbereit als er Harriet mit der Karte in der Hand in der Bahnhofshalle stehen sah. Es zeigte sich, dass wir den gleichen Zug nehmen wollten und er ein Stück des Weges noch gemeinsam hatten. Wir unterhielten uns noch so lange recht angeregt. Es war dann schade sich verabschieden zu müssen.
Ok, das Wetter wurde auf dem Weg in den Süden zunehmend besser und wir entschieden doch nach Kenting zu fahren und tauchen zu wollen.
Der Lonely Planet empfiehlt hier John Boo udive.com.tw und wir nahmen mit Hilfe einer Touristeninformation Kontakt mit ihm auf und bekamen in chinesischen Schriftzeichen aufgeschrieben welche Busse wir inklusive Umsteigen zu nehmen hätten. Im nächstgelegenen größeren Ort holte uns John dann ab. John verließ damals als junger Mann das erste Mal Canada, sah Taiwan und entschied sich zu bleiben. Zunächst arbeitete er als Englischlehrer, bis er irgendwann den ersten Tauchgang seines Lebens hatte und ihm rasch klar war, dass er das in seinen Lebensmittelpunkt stellen möchte. Heute betreibt er eine Tauchschule mit Übernachtungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Preisgruppen. Da war auch für uns etwas dabei. Als erstes hatten wir bei Ankunft Kontakt mit 3-4 Hunden, die uns freundlich begrüßten. 2 dieser Hunde gehören John, andere aus der Nachbarschaft sind aber auch immer gerne bei ihm. Alle sind sehr freundlich und Harriet war mal wieder hin und weg und die Hunde von ihr auch angetan.
Johns taiwanesische Frau Sophy Chen (陳淑慧 ) gesellte sich nach Feierabend hinzu. Die Beiden zeigten uns dann an diesem Abend noch ihr Lieblingsrestaurant und so nahmen wir gemeinsam ein leckeres Abendessen ein und hatten viel zu reden. Mit John sprachen wir natürlich viel über das Tauchen und die vielen interessanten Wesen die man sehen kann. Als John einen Schluckauf hatte erzählte Sophy Chen (陳淑慧 ), dass nach der traditionellen chinesischen Medizin es helfen solle, wenn man den rechten Arm nach oben strecken würde. John tat dies und der Schluckauf hörte augenblicklich auf. Wir hörten noch einiges von Sophy Chen (陳淑慧 ) über traditionelle chinesische Medizin. Von Zeit zu Zeit kehrte Johns Schluckauf wieder zurück und es wurde zum running Gag, dass wir alle den rechten Arm nach oben strecken. Johns Schluckauf hörte jedesmal wieder sofort auf.
Der Tauchgang am nächsten Tag war zwar schön, aber aufgrund von leider doch recht begrenzten Sichtweiten von 6-8 m nicht ganz optimal. Eigentlich ist dieser Flecken Erde ein bekanntes Taucherparadies, wo man sehr viele unterschiedliche Lebewesen sehen kann. Wir ließen einen zweiten Tauchgang sein und John berechnete uns für den einen Tauchgang, Unterkunft usw. einen fairen Preis.
Wir saßen noch viel mit John und den Hunden zusammen, bis Sophy Chen (陳淑慧 ) wieder Feierabend hatte und wir erneut zum Abendessen zusammen saßen und viel redeten. Alles war sehr gesellig.
Sophy Chen (陳淑慧 ) hat uns übrigens auch eine Übersetzung unseres Textes bei Translation ins chinesische geschrieben. Die können wir dann ins Netz stellen sobald wir wieder gut an den Laptop kommen der schön tief in Rucksack steckt.
Heute hieß es dann mal wieder Abschied nehmen. John hatte uns einen günstigen Transport zum nächsten Bahnhof besorgt. Dort besorgten wir uns Tickets bis Hualien.
Wir wollten uns den Canyon Taroko Gorge anschauen. Inzwischen sitzen wir schon lange nicht mehr an diesem Bahnhof sondern längst im Zug. Je mehr wir Richtung Norden kamen desto mehr sahen wir wieder Regen … nee, darauf hatten wir keine Lust. Also lösten wir bis Taipei nach und werden dort noch heute Abend ankommen. Die Küstenlandschaft bewundern wir überdacht vom Zugfenster aus …

Am zweiten Tag in Taiwan hatten wir folgende Tagesziele: Den 101 anschauen, eine Touristeninformation finden und je nach dem evtl. Fahrten buchen um das weitere Vorgehen zu planen, wie wir uns die Insel anschauen können. Ach so, … ja … Harriet und mir ging es beiden so, bevor wir angefangen haben uns mit Taiwan zu beschäftigen, hatten wir eine Vorstellung von Taiwan, dass es eher so eine Stadt ist – Nein, es ist eine recht große Insel. Und auf dieser Insel gibt es viele große Städte. Und auch unser recht günstiges aber gutes Hotel in Taipei der Nähe vom Flughafen ist nicht in Taipei sondern in Taoyuan. Und Taoyuan ist kein Stadtteil, sondern eine eigene recht große Stadt. In der Nähe vom Flughafen bedeutet 20 Minuten Taxifahrt und nach Taipei dauert die Busfahrt über die Autobahn über 30 Minuten. So ein „Mittelstrecken-Bus“ hier ist ungefähr so komfortabel wie bei uns ein Reisebus – boa , so ein Luxus sind wir gar nicht mehr gewohnt. Alleine schon „Ich konnte aufrecht sitzen“ ist ja Luxus, dann auch noch gepolsterte Sitze, der Bus selber gut gefedert obwohl die Straßen doch eh schon ordentlich sind … Nein, wenn diese für uns fremden Zeichen nicht währen, und die Menschen eben asiatisch aussehen würden, wir würden nicht glauben in Asien zu sein… Asien ist ja eh schon vielgesichtig, ein weiteres völlig anderes Gesicht kommt nun hinzu … wo sind nur die Sachen, die bisher bei allen Unterschieden immer irgendwie ähnlich waren… Reisen bildet …

Nach Taipei nahmen wir den Bus 1816 den ich oben ja bereits beschrieben habe. Ich versuchte mit meinem Smartphone und Google-Maps heraus zu finden wo wir sind, und wie es weiter geht. Unsere englischsprachigen Nachbarinnen von den Sitzen hinter uns bekamen das mit und eine von ihnen mit dem schönen Namen Ruru (Ich hoffe, ich hab den richtig verstanden), ließ es sich nicht nehmen einen kleinen Umweg zu machen und sich die Zeit zu nehmen um uns alles genau zu zeigen. Sie führte uns vom Busbahnhof zur MRT (so heißt die Untergrundbahn hier). Den Weg hätten wir bereits nicht so einfach gefunden. Dann zeigte sie uns, wie man sich am Automaten ein Ticket in Form eines Chips zieht. Auch wenn man keine chinesischen Zeichen versteht, geht das eigentlich ganz einfach, wenn man weiß wie. Sie zeigte uns wie man sich hier auf den Rolltreppen verhält und brachte uns noch bis zum Bahnsteig … dann ging sie ihres Weges weiter. Ganz herzlichen Dank RuRu!!

RuRu

Wenn man hier eine Rolltreppe betritt, muss man sich entscheiden, ob man es besonders eilig hat, oder normal Zeit hat. Wenn man normal Zeit hat, geht man auf die rechte Seite. Dadurch haben die Leute, die es wirklich eilig haben, die Möglichkeit auf der freien linken Spur vorbei zu gehen. Das Prinzip funktioniert hier besser als auf deutschen Autobahnen, wo es doch jeder irgendwie eilig hat. Toll. Sogar wenn auf der linken Spur keiner ist, die rechte aber ein wenig voll ist, stellt man sich in der kurzen Schlange vor der Treppe an. Bis man auf der Rolltreppe ist, hatten dann doch ein paar Leute die Chance vorbei zu eilen. Für einen selbst auf der rechten Spur geht kaum Zeit verloren und man fühlt sich nicht so gehetzt, und wirklich gehetzte Menschen haben auch einfach die Möglichkeit noch ihr Ziel zu erreichen…

Nach dem Ausstieg sahen wir diesen grazil aussehenden Gebäuderiesen – Der 101

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graziler Gebäuderiese „101“

Dieses bis vor kurzem höchste Gebäude der Welt und immer noch eines der höchsten der Welt und höchstes von Asien, ist das Wahrzeichen von Taipei. Er hat 101 Stockwerke. Die 101 erinnert auch an Binärzahlen und ist darum auch ein Symbol für die IT-Stadt Taipeh. Schließlich ist die Zahl 1 eine Glückszahl und mit 101 sogar noch einmal Glück mehr als 100. Außerdem ist die Primzahl 101 auch irgendwie magisch … Rekorde bricht der 101 zu viele um sie hier alle auf zu führen. Aber für Sachwissen ist Wikipedia eh besser geeignet… http://de.wikipedia.org/wiki/Taipei_101
Wieder konnten wir uns geordnet in eine Schlange begeben. Für 500 TWD kommt man auf den 101. Wenn man bereit ist 1000 TWD auszugeben, darf man an den Schlangen vorbei gehen. Wir kamen so für 500/pP elegant nach nur ca. 30 Minuten Wartezeit innerhalb von nur 37 Sekunden (Rekord schnellster Aufzug …) gut fast ganz oben an. Wir gingen dann noch eine Treppe herauf und waren auf 390 m im 91. Stockwerk.

390m

Auf der Außenplattform wurden wir das erste Mal in Taiwan von Schildern in die Irre geführt – es war nur ein Teil begehbar.

ThisWay

Die Aussicht war nicht ganz optimal, halt etwas diesig, aber trotzdem flugzeugähnlich.
Conny zeigt trotzdem mal die Aussicht.

ConnyTaiwan

Überall begegnet einem das Maskottchen des 101 – das Dämpferbaby, „Damperbaby“.
Um dies zu verstehen sollte man das riesige Gewicht kennen, das mit Dämpfern ausgerüstet den 101 vor den häufigen Taifunen und Erdbeben wirksam schützt. Dieses Gewicht ist so schön rund wie der Kopf vom Damperbaby – und unserer Welt – weshalb Conny noch einmal ein Bild wollte…

Damperbaby

Irgendwann stellten wir uns wieder an, um mit dem Fahrstuhl wieder herunter zu fahren – 25 Minuten Wartezeit, 42 Sekunden Fahrzeit. Erneut gingen wir durch eine große mehrstöckige Einkaufsmeile mit so Namen wie Gucci usw … Leider hatten wir keine Zeit hier bei Prada, Armani oder Cartier o.Ä. einzukaufen 😉 … So gingen wir zu unserer Stretch-Limousine im Untergrund und fuhren mit neuem Fahrkartenchip zurück zum Bahnhof. Hier sollte sich nach Auskunft der Touristeninformation des Kaufhauses ein günstiger Anbieter für Rundtouren durch Taiwan befinden, der auch für Budget-Touristen Rundtouren anbietet.
Gerade aus unserer MRT-Stretch-Limousine ausgestiegen (die wir mit etlichen Taiwanesen geteilt hatten) versuchten wir den Ausgang 3 Nord zu finden, wo der Anbieter sein sollte. Aber einen Ausgang 3 Nord konnten wir nicht ausmachen …

Und dann kam Tina.

Sie sah uns, nahm uns unter ihre Fittiche und zeigte uns erst den Weg, dann wich sie nicht von unserer Seite und erkundigte sich auf chinesisch bei anderen Touranbietern usw … schließlich (wir saßen noch bei „unserem“ Anbieter und warteten dran zu kommen) schilderte sie uns die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Anbieter die sie inzwischen herausgefunden hatte… Oh wie schade, selbst die Günstigsten waren nichts für unsere Kasse. Also beschlossen wir Taiwan mit öffentlichen Verkehrsmitteln kennen lernen zu wollen. Wieder zeigte Tina sich fantastisch. Was für Züge es gibt und wie wir dann weiter kommen – wir liefen mit ihr zwischen Bahnschalter und Touristeninformation hin und her und hatten am Ende einen kleinen Zettel in der Hand, wo Zugnummer, Abfahrtzeiten, Ankunft, Transfer zum folgenden Bus und Bus drauf standen – sowohl auf englisch als auch chinesisch. Außerdem versuchte sie mit einem Freund Kontakt aufzunehmen der in der Nähe von unserem Ziel wohnt. WOW … wir wollten ihr gerne danken, weshalb wir uns freuten, dass Sie uns fragte, ob wir schon gegessen hätten. Natürlich wollten wir sie einladen. Pustekuchen. Sie ließ uns typisches taiwanesisches Essen kennen lernen und wir konnten reden wie wir wollten, sie hatte längst mit den Leuten vom Lokal ausgemacht, dass wir nicht zahlen konnten, sondern sie uns einlud …

EssenTaipei

Abends, als wir schon im Bett lagen, kam dann noch eine SMS mit der Nummer von ihrem Bekannten, damit wir jemanden anrufen können, wenn wir vor Ort Hilfe brauchen …

Liebe Tina – allerherzlichsten Dank noch einmal hier vor aller Welt – Du bist umwerfend freundlich !!!

Tina

Bei unserer Ankunft am Flughafen sahen wir ganz viele Stative im Ankunftsbereich und ich sagte zu Harriet, dass bestimmt erst kürzlich ein Star gelandet wäre oder in Kürze landen würde.
Später, nach Ankunft im Hotel machten wir den Fernseher an und sahen für uns unverständliche taiwanesische Nachrichten. Taiwanesen wurden am Flughafen interviewt und berichteten ganz aufgeregt und zeigten Handy-Videos, die uns aber den Inhalt der Aufregung auch nicht klarer machten. Wie auch immer, darum also die Stative am Flughafen … Am nächsten Morgen lasen wir dann im Hotel in einer englischsprachigen Zeitung, dass ganz viele taiwanesische Firmen in Vietnam angegriffen wurden … mmhhh irgendwie ist das verhext … jedesmal, wenn wir darüber nachdenken nach Thailand/Kambodscha/Vietnam zu gehen, fangen da irgendwelche Unruhen an – in Thailand ja gerade auch wieder.

Nächste Schritte am Flughafen waren dann, zunächst einen Geldautomat und dann den Stand zu suchen, wo man sich eine SIM für unser Smartphone kaufen kann. Eigentlich hatten wir nie irgendwo echte Probleme eine SIM zu bekommen, außer in Indien. Da brauchte es eine ganze Woche jeden Tag mindestens 1 Stunde bis die SIM endlich lief – und das, obwohl uns Lata doch als Einheimische so sehr geholfen hatte, wir ihre Adresse nutzen durften (wofür wir uns erst einmal polizeilich dort melden mussten) usw.. Wenn man so eine Geschichte im Hintergrund hat, wirkt eine Empfehlung wie die im Blog von Björn natürlich intensiv. Dort empfiehlt er, sich eine SIM am Flughafen zu kaufen, weil man sonst später ohne eine Adresse in Taiwan schlecht an eine herankommt. Dumm nur, wenn man um 00:30 Uhr ankommt und die Schalter für SIM allesamt geschlossen sind (In Manila hatte ich noch mitten in der Nacht eine philippinische SIM kaufen können.) … mir schwante übles…

Nun ja, auf zum Taxistand. Als Asien erfahrene Reisende erwarteten wir Massen von Taxifahrern, die einen mit ihren lautstarken Angeboten empfangen und teils gar nicht vertrauenerweckend wirken. Aus einigen Ländern mit westlichem Lebensstil kennen wir das Gedränge an der Bordsteigkante, um möglichst eher das Taxi zu bekommen, als der Nachbar. Auch das fanden wir nicht.
Ganz zivilisiert stellt man sich in einer Schlange an. Ein Verantwortlicher fragt einen, wo man hin will und schreibt sich das auf einen Zettel und sagt das später dem Fahrer. Den Verantwortlichen fragte ich auch nach den zu erwartenden Kosten für die Fahrt. Der Reihe nach bekommt man ein offensichtlich gut gepflegtes Taxi an dem alle Lichter gehen usw. Kulturschock! Das ist nicht das Asien, dass wir kennen …
TaxiTaiwan

Nach dem Einstieg in das Taxi (ganz ohne Verhandlung über den Preis – der Taxifahrer schaltete von sich aus das Taxameter an … ungewohnt …) machte ich erst einmal ein Handyfoto von der Lizenz des Fahrers. Wir hatten in manch einem anderen asiatischen Land schon von Dingen wie z.B. Rucksäcken gehört die der Fahrer wohl „vergessen“ hat seinen Kunden wieder zu geben, als er ganz schnell abfuhr. Dann ist es gut, wenn man den Fahrer identifizieren kann – das war hier in Taiwan wohl völlig fehl am Platz. Es war gerade zu merken, dass der Fahrer höflich versuchte, mein Handeln zu übersehen… In anderen Ländern hätte der Taxifahrer uns wohl erzählt, dass er auch von Taxis gehört hat, wo man aufpassen muss, wir bei ihm aber keine Sorgen haben müssten … jaja, schon klar, nach dem Foto … Ich hatte keine SIM, also kein Internet und konnte also auch auf GoogleMaps nicht verfolgen, ob unser Taxifahrer wirklich die kürzeste Route genommen hatte, aber der Fahrpreis kam hin … gar kein Versuch, uns Geld aus den Taschen zu ziehen? Sogar Wechselgeld hatte er … WOW … sind wir wirklich in Asien?? Hier ist alles anders …

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten wir uns auf, die Umgebung zu erkunden und eine SIM zu besorgen. Das ging dann recht unkompliziert – die Adresse vom Hotel reichte – unsere SIM ging wenige Minuten später. Keine Probleme wie in Indien … Erleichterung.
Danach haben wir uns erst einmal unsere Gegend angeschaut und sind einfach durch die Straßen gegangen.

Im Land, wo der Bubble-Tea erfunden wurde, gehört natürlich ein Bubble-Tea dazu.

BubbleTea

Ein Markt hier ganz in der Nähe von unserem Hotel in Taoyuan bietet alles an, was man so in der Küche gebrauchen kann.

Markt_Taoyuan

Leider konnte mir die Dame an diesem Stand nicht verraten, wie hier Hähnchen geschlachtet werden – sicher anders als bei uns, denn der Kopf ist ja noch dran.

Hahnkopf

In einem Drogeriemarkt (ja, sowas gibt es hier!), wirbt eine Zahnbürste mit spitzen Borsten anstelle von abgerundeten wie bei uns … Weil das seit Monaten Harriets erste Drogerie war, verbrachten wir hier auch etwas mehr Zeit als gedacht. 😉

Spitzzahn

Viele Hauptstraßen hier haben Fußwege, die auch noch intakt sind, so dass man gar nicht durch den hier eh nicht so chaotischen Verkehr laufen muss … ungewohnt … es hupt auch keiner, wenn er an einem vorbei fährt … ungewohnt … in Singapur hatten wir zuletzt solche Erlebnisse (Australien und Neuseeland sind keine asiatischen Länder). Es ist auch alles so sauber und noch etwas ist so ungewohnt: Wenn es dämmert werden gar keine stark räuchernden Feuer überall entzündet … es fehlt einfach dieser Qualm überall… Eigenartiges asiatisches Land.

Wir bemerkten rasch, dass wir in diesem Land ganz anders an einige ganz andere Grenzen geraten, die wir vorher nicht so hatten. Egal wo wir sonst waren, irgend jemand fand sich immer, der ausreichend Englisch sprechen konnte, so dass wir fragen konnten und irgendwie weiter kamen. Das ist hier nicht sicher. Hinzu kommt, dass Ortsangaben oft auch nur in chinesischen Zeichen geschrieben sind. In vielen Dingen wirkt dieses Land auf uns zunächst einmal für ein asiatisches Land sehr europäisch (sauber, ordentlich …) und dann eben wieder gar nicht und völlig anders.

Nun ja, nachdem wir einen ganzen Tag durch die Gegend gegangen waren und einfach Atmosphäre geschnuppert hatten, ging es zurück ins Hotelzimmer – Das feuchtwarme Klima sind wir gewohnt, da war es dann schon wichtig, die Klimaanlage im Zimmer aus zu schalten. Klimaanlage hatten wir ja auch schon seit Wochen nicht (Ein einfacher Ventilator ist uns im Zweifelsfall eh viel lieber! Dann fielen wir totmüde ins Bett.

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Mal so als Hinweis: Nach langer Überlegung habe ich in den Artikel Ostern in Angeles doch noch ein Bild eingebracht – für Freunde des schwarzen Humors hoffentlich ein Schmunzler – die Anderen übersehen das bitte.

Liebe Leser,
wir sind gestern gut in Taiwan angekommen. Auch hier ist Rechtsverkehr und wir haben uns noch immer nicht daran zurück gewöhnt und schütteln oft genug über uns selber den Kopf – und das, wo wir doch mit Rechtsverkehr groß geworden sind.

Die Verabschiedung aus Peters Dive Resort in der Nähe von Padre Burgos war herzlich.

Peters

Abschiede sind der Teil dieser Reise, der uns immer wieder schwer fällt. So oft lernen wir herzliche, freundliche, offene und den Menschen zugewandte Menschen kennen. Insbesondere unseren Tauchlehrer Loni, mit dem wir ja nun letztendlich Einiges erlebt haben, hätten wir gerne mitgenommen. Für dieses Resort können wir hier gerne einmal Werbung machen. So viele erfahrene Taucher die wir da kennen gelernt haben, schwärmten, dass sie hier einige der schönsten Tauchreviere kennen gelernt haben, die sie je gesehen haben. Es ist keine 5-Sterne Küche, aber von günstigem Schlafraum (für Budgetreisende wie uns) bis zum komfortablen Bungalow ist alles an Unterkünften vorhanden. Die Küche ist einfach gut und erschwinglich (die meisten Gerichte bis 200 Piso (ca. 3,33€)). Dieser gefüllte Tintenfisch hat glaub‘ ich 220 Piso (ca. 3,67€) gekostet:

Tintenfisch

Und das Team ist einfach menschlich klasse und deckt so gut es kann alle Bedürfnisse ab und organisiert. Für uns wurde die Tauchfahrt am letzten Tag nach Napantau auf einem weiteren Boot mit ebenfalls erfahrenen Leuten nur für uns organisiert, wo die Tauchresorts sich gegenseitig aushelfen – und das trotz Sonderangebotspreis. Wow … nun ja, Abschied …

Die Fahrt zum Flughafen in Tacloban machten wir statt mit dem öffentlichen Bus lieber mit dem Resort-Shuttle. Je weiter nördlich wir kamen, umso mehr sahen wir, dass Taifun Haiyan bis heute sichtbaren heftigen Schaden angerichtet hat. Viele Behausungen bestehen eigentlich nur aus blauer Plane – oder weißer Plane mit dem Logo einer internationalen Hilfsorganisation drauf. Da wird einem auch klar, warum wir für die Nacht keine bezahlbare Unterkunft in Tacloban gefunden hatten. Es gibt sie nicht. Wir hatten im Diveresort Kontakt zu mehreren Helfern verschiedener Hilfsorganisationen (bis hin zu Leuten der UN). Keiner versteht, warum ganz Leyte als Katastrophengebiet angesehen wird. Die Gegend um das Diveresort erschien uns die ganze Zeit (entsprechend den Erkundigungen die wir im Voraus eingeholt hatten) vollkommen intakt. Wenn man dann aber in den Norden – in die Gegend um Tacloban – kommt, umso mehr wird einem dies klar, warum diese Warnungen für diese Gegend berechtigt sind. Deshalb fehlen im intakten Bereich auch die Touristen, die aber für den Aufschwung und Erhalt notwendig wären.

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Mit einem Helfer hatten wir besonders netten Kontakt. Er hat mit uns zusammen den Tauchschein gemacht. Thorsten hat uns diese Bilder zur Verfügung gestellt. Er versucht im Auftrag der UN hier die Beseitigung der Unmengen Müll und Schutt durch den Taifun halbwegs umweltverträglich und richtig der Entsorgung zuzuführen.
Ein Beispiel sind diese Schiffe hier. Die Schiffe, die man hier sieht, waren zuvor auf der anderen Seite des Wassers (auf einigen Bildern sieht man das weit entfernt) und wurden wohl von bis zu 6 Meter hohen Wellen auf die Tacloban-Seite gespült und geweht … Mit viel Menschenkraft werden die Schiffe langsam zum Wasser gedreht und dann dort wieder weg gebracht …
Thorsten bat darum, bei Veröffentlichung der Bilder mit seinem Namen Thorsten Kallnischkies und einem Verweis auf seine Domain http://desastre.eu als Verweise genannt zu werden. Was ich hiermit und mit einem Dankeschön gerne tue.

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In den Flugzeugen von Tacloban nach Manila und auch von Manila nach Taiwan bot sich uns beim Ein- und Aussteigen ein Bild, wie man es in unseren Breiten kaum findet.

Flugnebel

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Bei der hohen Luftfeuchtigkeit bei gleichzeitig hohen Temperaturen führt die effiziente Klimaanlage zur Abkühlung und damit dazu, dass die Luft die Feuchtigkeit nicht mehr aufnehmen kann …

Auf dem Flug von Manila nach Taiwan sah Harriet dann noch ein Gewitter, von dem Sie in einem Kommentar noch selber berichten möchte.