Archiv der Kategorie: Indonesien

Schlaflos in Indonesien

Von etwas muss ich noch berichten …

Letztens wurde ich hier schon einmal in der Nacht wach und konnte nicht wieder einschlafen, und letzte Nacht ging es mir wieder so.
Nun haben wir ja derzeit den Luxus sogar einen Fernseher im Zimmer zu haben – also habe ich die Programme durchgezappt.

Wo bin ich hängen geblieben?
1. Bundesliga live Dortmund gegen Wolfsburg und
2. gestern Nacht: Championsleaque live FC Bayern gegen Manchester United 3:1 …

Beides war jeweils spannend – nicht gut für den Nachtschlaf *Augenzwinker* schon cool, ist man fast auf der anderen Seite der Welt und schaut deutschen Fußball live im lokalen also indonesischen Fernsehen – obskur das Ganze.

Die Indonesier sind insgesamt sehr Fußballbegeistert – wo immer ein wenig Platz ist, sieht man zwischendurch Kinder oder Jugendliche Fußball spielen. Oft Barfuß und die Bälle sind auch nicht mehr so wirklich … nun ja, aber die Begeisterung dabei ist groß! Bin gespannt wann aus den immerhin 240 Millionen Indonesiern eine Nationalmannschaft entsteht die der deutschen das Wasser reicht – von der Begeisterung hier dabei würde ich ihnen das fast wünschen.

Yogyakarta

Ehrlich gesagt, bis jetzt haben wir noch nicht viel gemacht.  Wir sind noch immer in Yogyakarta, was hier oft Jogja geschrieben wird und „Djogdja“ ausgesprochen wird (wobei dj dieses weiche „dsch“ darstellen soll). Unsere Rundfahrt mit der Rikscha war ganz angenehm. Wir besichtigten das Wasserschloss. Leider war alles andere bereits geschlossen oder noch nicht auf. So waren unsere Sightseeing-Punkte eher übersichtlich. Ansonsten verbrachten wir die Zeit mit Planung und ab und zu in den Pool springen. Ein Durchfall streckte mich gestern für den ganzen Tag danieder, aber es geht schon wieder ganze gut. Er kam plötzlich und ging zum Glück auch schnell wieder. Woher man so etwas bekommt, ist ja immer nicht klar, also versucht man das so schnell wie möglich wieder los zu werden. Immerhin habe ich heute unsere Zugtickets nach Jakarta gekauft. Wir fahren Sonntag 1. Klasse 7,5h. Eine Zugfahrt durch Java wird in vielen Reiseführern empfohlen, weil man hier noch mal andere Landschaften sieht. Ein Ticket zu bekommen war überraschend einfach.
1. Nummer ziehen
2. Man musste nur einen Zettel ausfüllen, wo das Kniffligste die Passnummer war.
3. Am Schalter alles abgeben, Pass zeigen, dann noch bezahlen und ich hatte die Tickets in der Hand. Easy.

Es empfiehlt sich aber das Ticket am Schalter zu kaufen, so spart man 10% Bearbeitungsgebühr (entspricht ca. 1 Abendessen)

Morgen wollen wir dann endlich mit dem Bus zum Tempel in Brambanan fahren, am Tag darauf zum Tempel in Borobudur.

Apropos Planung: Wir haben den Flug nach Manila vorgezogen und fliegen schon am 16. April nach Manila. Als wir die Flüge in Australien Ende Januar gebucht hatten, war niemandem klar, dass unser Flug am Ostersonntag ist. Und da wir wissen, dass die Philippinen zu Ostern eine ganz extreme Form des Kreuzganges zu Karfreitag nachempfinden, wollen wir uns das doch mal anschauen. So verbringen wir Karfreitag in Angeles, was nicht weit weg ist von San Fernando, wo die Spektakel statt finden. Mal sehen…hoffentlich wird uns nicht schlecht.

Ubud-Kuta-Mt. Bromo-Jogja

In Ubud haben wir nach nochmaliger Verlängerung uns losgerissen, nach Kuta zu fahren, um letztendlich nach Java zu kommen. Mit Dieter und Barbara hatten wir eine sehr angenehme Bekanntschaft gemacht und schöne Stunden verbracht. An unserem Abreisetag hat Dieter uns mit dem Roller auch zum Bus gefahren. Er musste 2x fahren, weil wir ja nicht gerade mit leichtem Gepäck reisen und 2 Personen sind. Er wartete noch, bis wir mit unserem Bus abfuhren und wir verabschiedeten uns herzlich mit Drücken und Winken. Die 2 sind uns ganz schnell ans Herz gewachsen. Die 2 sind echt klasse Leute. Vielen Dank für alles!!In Deutschland wollen wir uns auch mal wieder sehen.

Bus_Perama Unser Bus nach Kuta steht bereit

1 Nacht verbrachten wir in Kuta in der Nähe des Reiseunternehmens, wo wir die „Bromo Sunrise Tour“ gebucht haben. Eigentlich hatten wir keine Lust auf früh aufstehen, aber 600000 Rupiah pro Person um nach Yogyakarta (=Yogya) auf Yava zu kommen und dabei auch noch eine Tour auf einen Vulkan zu haben, war einfach günstig. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätten wir es nur bedingt günstiger, dafür aber beschwerlicher, bekommen. Und so nahmen wir die Tour einfach mit. An der Fähre war es schon etwas nervig, dass unser PKW nicht mit auf die Fähre ist und wir als Fußvolk gehen mussten. Also Gepäck ausladen und los laufen. Bei tropischen Temperaturen und wie immer hoher Luftfeuchtigkeit war selbst der kurze Weg vom Auto zur Fähre fast eine Tortour. Aber eigentlich vorhersehbar. Auf der Fähre wurde man dann mit überlauter Karaoke-DVD beglückt, woran man sich schnell gewöhnte. Schlimmer war der Duriangeruch, der von irgendwo herkam. Durian: „Taste from heaven, smell from hell“. Schmecken tut diese Frucht ja toll, aber stinkt furchtbar. Die Fahrt war ganz kurz und dann waren wir schon auf Java. Hier wieder ins Auto und ab ging es nach Cemoro Lawang, ein Ort nahe des Mount Bromo. In Java gilt eine andere Zeitzone, also 1h zurück stellen. Die 12h Busfahrt waren also in Wirklichkeit 13h. Immerhin hatten wir 3 Fahrer für die Strecke. Da noch keiner von den Gästen eine Unterkunft hatte, wurden alle bei Yoschi’s abgeladen. Von dem Hotel haben wir schon in einem anderen Weltreiseblog gelesen, dass alle hier hin gebracht werden und es kaum möglich ist, woanders unter zu kommen. So erging es uns also auch. Wir hatten keine Wahl und mussten einen höheren Preis bezahlen als im Internet zu finden ist (das Plus bekommt bestimmt das Busunternehmen). Im Zimmer bekamen wir beide gleich erst einmal kräftige Niesanfälle. Hausstaub lässt grüßen. Die Toilette mit Schöpfeimer war auf dem Gang. Kein Toilettenpapier. Gut, dass wir nun von unseren Indienerfahrungen profitieren konnten. Da wir bereits 3:30 Uhr abgeholt wurden, war eh alles egal. Unsere Tagesrucksäcke hatten wir schon in Kuta so gepackt, dass wir keine großen Packaktionen machen mussten.

Der Jeep holte uns pünktlich 3:30 Uhr ab, wir stellten unsere Wecker auf 3 Uhr. Reichte. Kurz frisch machen, anziehen, Rucksack nehmen und los. Das Hauptgepäck konnten wir im Zimmer lassen, da wir gegen 8 Uhr für’s Frühstück wieder zurück gebracht wurden. In der Finsternis ging es durch bergiges Gelände. Hier bewährten sich nicht zum ersten mal die Akupressur-Bänder gegen Übelkeit. Immer noch dunkel standen wir im Nirgendwo, wo viele andere Menschen auch waren und ein paar nasse Holzbänke warteten. Zum Glück hatten wir immerhin 1 Sitzkissen mit, denn sie waren durch Nebel und Tau nass. Tücher hatten wir auch mit, also saßen wir recht komfortabel. Langsam wurde es hell und man sah Bäume. Aber dabei blieb es. Der Nebel, durch den wir durchgefahren waren, war kein Nebel sondern Wolken. Und die haben sich nicht mit den ersten Sonnenstrahlen verzogen. Wir sahen eine immer heller werdende weiße Wand. Es war also noch schlimmer als beim Milford Sound. Sehr enttäuscht sind wir wieder zurück zum Jeep.

Damit wurden wir dann zu einem Platz gefahren, wo schon einheimische Reiter warteten, um Touristen für Geld zu der Treppe des Vulkans zu bringen. Aufstieg_Bromo

Unterhalb der Wolken hatte man dann eine sehr schöne Aussicht.

Am Fuße des Vulkans war die Luft beißend nach Schwefel, Wind verteilte großzügig Sand in Augen und Haare. Wolfgang, dem die schwefelige Luft echt zusetzte, wählte das Pferd, ich wollte es mir beweisen und bin gelaufen. An der Treppe haben wir uns getroffen. Ich mit knallrotem Kopf, Wolfgang ganz entspannt. „Ich hätte auch das Pferd wählen sollen“, dachte ich in dem Moment. Denn viel Geld wollten sie ja nicht. Dazu noch belastend sind die Händler, die Pferde, gebastelte Puppen (Opfergaben) oder Getränke anbieten und man mit seiner knappen Luft noch dauernd reden muss. Aber wir haben es erfolgreich geschafft und sahen in den dampfenden und brodelnden Vulkan rein. Mt_Bromo Wir standen direkt auf dem Rand des Vulkans. Getanzt haben wir aber nicht 😉 Auf dem Rückweg packte mich wieder mein Ehrgeiz und ich bin dann doch den Weg zurück gelaufen. Jetzt ging es ja Berg runter, was sich nun wie ein Spaziergang anfühlte. Mit einem Foto der Treppe verursachte ich einen Stau. Die Treppe war ein ganzes Stück frei, bis die ersten Menschen kamen. Leider waren dies Japaner, die erkannten, dass ich ein Foto der Treppe machen wollte und stellten sich für mich in Pose. Die ganze Treppe war blockiert und es bildete sich schnell ein Stau. Ich verzichtete dann auf das weitere Fotografieren, bis sie weg waren. Dann so schnell wie möglich ins Hotel, denn der Magen hing schon bis zum Boden. Da ärgert es auch besonders, wenn man die Milch für den Kaffee extra bezahlen muss und auf dem Essen ein Haar lag. Das Yoschi’s bleibt uns deshalb in keiner guten Erinnerung und wir würden es niemanden empfehlen. Wenn man diese Tour mit diesem Reisveranstalter macht, dann halt Augen zu und durch und schon mal online buchen, damit man nicht unnötig mehr Geld bezahlt.
Völlig übermüdet fielen wir dann in den Bus, der bereit stand, uns nach Yogyakarta zu fahren.

Doch was war das? Auf einmal bleibt der Bus stehen und es fällt „Bus change“. Wie „Bus wechseln?“ Ich habe doch gerade geschlafen. ähm…okay…wo ist das Gepäck?…Mist: Hut, Kamera und Wasserflasche wild verteilt…schnell raffeln, die ersten Rucksäcke werden hinten schon rausgeladen und unsere waren die letzten, die eingeladen waren (demnach die ersten, die wieder raus kommen). Zwangspause. Für’s Klo muss man auch noch bezahlen…nö…das hat dann aus Prinzipgründen auch noch Zeit. Hier haben wir uns mit einem anderen Deutschen zufällig ausgetauscht, das er aus Yogyakarta kam und der empfahl uns sein Hotel. Sicherheitshalber schrieb ich das Hotel mal auf, auch wenn wir ein anderes telefonisch reserviert hatten.
Wieder nach 13h Busfahrt (Stau und langes Umherfahren in Yogyakarta), kamen wir in unserem Hotel an. Zusammengefasst muss man diese Tour kritisch betrachten. Für zusammen 90 € kamen wir 700 km weit, hatten noch einen Jeeptour und die Fährüberfahrt. Dafür hatten wir aber auch den Stress, 2x 13h im Bus zu sitzen, Schlafmangel zu haben und massentouristisch abgefertigt zu werden. Dass wir den Sonnenaufgang nicht gesehen haben, dafür kann keiner was. Wenn man ihn aber unbedingt sehen möchte, sollte man individuell anreisen und ein paar Tage bleiben. So kann man es vom Wetter abhängig machen, wann man den Sonnenaufgang sehen möchte und kann unterkommen, wo man möchte. Andere lassen den Mount Bromo aus, weil auf Ostjava wenig zu sehen ist und fliegen von Yogyakarta nach Denpasar. Wer den Vulkan auslassen möchte und einen günstigen Flug findet, ist dies wohl die elegantere Variante.
Der Empfang im gebuchten Hotel war sehr freundlich und wir hatten die Wahl zwischen mehreren Zimmern. Da sich Wolfgang dummerweise beim Reiten vertreten hatte und deshalb sein Fuß schmerzte, wählten wir das Zimmer im Erdgeschoss. Die Größenbeschreibung „Schuhkarton“ ist freundlich. Um auf meine Seite des Bettes zukommen, musste ich mich quer durch schieben. Denn zwischen Bett und Wand waren vielleicht 20cm Platz. In mehreren Ecken sahen wir Schimmel, dessen Geruch mit einem Duftspender überdeckt werden sollte. Das Teil löste automatisch alle 10 Minuten einen Spühstoß von Duft direkt Richtung Bett aus –> das Ding stellten wir erst mal schnell ins Bad. Da entdeckten wir die nächste Überraschung: es gab kein Waschbecken. Hände waschen macht man unter der Dusche. Also am Besten entkleiden, bevor man auf Toilette muss. Da es schon 23 Uhr war und wir einfach knülle waren, wollten wir erst mal schlafen. Checkout ist 12 Uhr, Wunschfrühstück war 9 Uhr (durften wir uns aussuchen). Rest wird am Folgetag geregelt. Das Bett war herrlich und wir schliefen wunderbar. Das Frühstück war auch das beste Mie Goreng, was ich bisher gegessen habe. Wolfgangs Omelett war auch ganz zu seiner Zufriedenheit. Dazu noch ein super leckerer Kaffee, was die Gemüter ganz besänftigte. Wir baten also darum, uns andere Zimmer zu zeigen, damit wir mind. ein Waschbecken haben und etwas Platz zum Laufen. Wäsche waschen stand ja auch schon wieder an. Es wurden uns ein paar angenehmere Zimmer gezeigt, wo wir drauf und dran waren, einfach in ein anderes Zimmer umzuziehen. Das Frühstück hat wirklich überzeugt. Da aber noch Zeit bis 12 Uhr war und das empfohlene Hotel des Deutschen nur 600m vom anderen Hotel weg war, liefen wir mal hin. Die günstigen Zimmer waren belegt. Da hier aber eine Baustelle in der Nähe ist, gewähren sie einen Rabatt von 20% und so war das V.I.P.-Zimmer am Ende günstiger als das Zimmer im ersten Hotel. Mit dem Bonus: Platz + Sauberer + Pool direkt vor der Tür. Da die Baustelle nicht dramatisch ist und die auch nur zu christlichen Zeiten arbeiten, machten wir Nägel mit Köpfen und nahmen das V.I.P.-Zimmer. Etwas Luxus muss auch mal sein, vor allem, wenn es am Ende günstiger ist. Vor der Tür verhandelten wir mit einem Rikscha-Fahrer, der mich umgerechnet für 1,10 €  zum ersten Hotel hin bringt und das Gepäck mit mir wieder zurück fährt. Ich habe dann schnell alle Sachen gepackt (war ja nicht viel), ausgecheckt und dann haben wir zu dritt (er hat sich noch Hilfe besorgt), die Rikscha beladen. Ich saß dann gut eingepackt zwischen allem Gepäck und wurden wie die Königin persönlich durch die Straßen gefahren. Wie die Königin deshalb, weil alle interessiert gucken, wie viel Gepäck mit Mensch auf so ein kleines Gefährt passt. Selbst der Fahrer meinte, dass diese Tour sehr indonesisch ist und eher ungewöhnlich. Es hat alles gut geklappt, war ein riesiger Spaß und am neuen Hotel wartete schon Wolfgang, um mich auszupacken und den Fahrer zu bezahlen.
Rikschah 2 Teile waren schon abgeladen, als Wolfgang das Foto machte.
Wir können die Zeitumstellungsmüdigkeit gut verstehen, denn seitdem wir im neuen Hotel sind, haben wir eigentlich noch nicht viel gemacht, außer den fehlenden Schlaf nachzuholen, im Pool zu baden und im dazugehörigen Restaurant zu sitzen, um im Netz Sachen zu erledigen, die schon länger an standen.

Wir wollen aber noch 2 Tempel besuchen und den Sultanspalast einen Besuch abstatten. Hier gibt es wenigstens Busfahrpläne, was das Reisen nicht nur auf Taxi beschränkt. Mit der Rikscha wollen wir eine Stadtrundfahrt machen. Das ist eine angenehme Reisegeschwindigkeit ohne große Anstrengung. Da es hier immer gegen 14 Uhr anfängt zu regnen, müssen alle Aktivitäten vorher statt finden.

Augen

Über meine Augenentzündung hatten wir ja berichtet. Da verschiedene Mailanfragen kommen, wie es mir denn jetzt geht und was denn genau los war/ist, möchte ich hier einmal ausführlich schreiben.
Auf dem Flug von Samoa nach Bali (Indonesien) hatte ich während einer Zwischlandung in Brisbane im rechten Auge ein Fremdkörpergefühl. Damit fing es an. Harriet konnte aber nichts im Auge finden. Auf dem Flug von Brisbane nach Denpasar auf Bali spürte ich die aufkommende Entzündung. Eigentlich sind wir ja auf vieles gut vorbereitet, aber alle Augentropfen waren natürlich mit dem Gepäck aufgegeben gewesen. Ich versuchte mit dem warmen Wasser des Waschbeckens der Flugzeugtoilette wenigstens Augenspülungen zu machen in der Hoffnung, dass dieses Wasser ja wohl halbwegs sauber sein würde. Die Entzündung wurde aber rasch schlimmer und wir legten uns für den Fall, dass es bei der Einreise Probleme geben würde, schon mal eine Geschichte zurecht. (Im Bus Luftzug ins Auge bekommen…) das gab aber zum Glück keine Probleme. Nach der Fahrt zum Hotel konnte ich dann endlich Harriet bitten, die entzündungshemmenden Augentropfen und die antibiotische Augensalbe ins Auge zu tun, dass mittlerweile auch eitriges Sekret heraustränte. Harriet sagte mir, dass ich mit meinen blutroten Augen aussehen würde wie einer aus Twilight. Über Nacht wurde es aber immer schlimmer. Beide Augen schmerzten inzwischen, ich konnte nur noch wie durch nebeliges Wasser sehen. Am meisten Sorge bereitete mir nicht nur wie schnell alles schlimmer wurde, sondern vor allem die erschreckend großen Mengen an Eiter, die zum Morgen hin aus beiden Augen kamen. Die Kosmetiktücher, mit denen ich mir die Augenwinkel auswischte, waren regelmäßig regelrecht nass. Und die Augen sind nun mal ganz nah am Gehirn. Also ging es gleich am Morgen los in neuem Land an einem Samstag einen Augenarzt zu finden. Harriet hat das mit Hilfe von Hotel und Taxi gut geregelt. Da ich auch leicht erhöhte Temperaturen, wässrigen Durchfall und leichte Hauterscheinungen hatte, dachte ich an eine zugrunde liegende Virusinfektion. Der Augenarzt sah aber eine allergische Reaktion als Grundlage. Wie auch immer, Bakterien hatten öffensichtlich ihre Chance genutzt. Der Augenarzt machte einen kompetenten Eindruck und das ganze Privathospital schien auf gutem westlichen Standard zu sein. So vertraute ich dem Augenarzt, als er mir versicherte, dass eine (andere) antibiotische Salbe ausreichen würde und die Einnahme von Antibiotika nicht notwendig sei. Zusätzlich verordnete er Augenspülungen, entzündungshemmende Augentropfen und Cortison. Wenn schon Allergie im Raum stand, nahm ich von mir aus auch noch ein Allergiemedikament. Und gegen die Schmerzen ein Schmerzmittel, dass auch entzündungshemmend wirkt. Der Augenarzt hatte gesagt, dass ich trotzdem damit rechnen muss, dass es eine Woche dauert. Die Geduld ist dann aber sehr gefragt. Der Eiter aus beiden Augen wurde zumindest nicht mehr mehr. Meine Augen mochte ich aber kaum öffnen. Durch die Spülungen konnten die Eiterkrusten und Verklebungen immer wieder gut einweichen. Ganz langsam wurde es jeden Tag ein wenig besser. Harriet musste jetzt im neuen fremden Land alles alleine regeln und zusätzlich noch mir helfen. Wer mich kennt, weiß wie schwer mir das fällt. Harriet hat alles gut geregelt. Wie gesagt, alles wird jeden Tag ein wenig besser. Ich kann wieder fast ganz normal sehen, auch wenn ich das als anstrengend empfinde und dann wieder eine Zeit lang die Augen schließe. Die Medikamente gehen Eines nach dem Anderen zu Ende. Ich glaube es braucht einfach noch ein wenig Geduld. In diesem Land würde ich ansich ja gerne mit Harriet auf dem Motorroller die Gegend erkunden, diese Zugluft will ich meinen Augen aber noch nicht zumuten. Die zum Glück recht kurze Radfahrt war für mich schon grenzwertig. Aber nur Ruhe und schonen, dafür sind wir nun mal nicht auf Reisen.
Also: Ich kann alle beruhigen. War zwar so, dass ich es selber mit der Angst bekam, ist aber schon wieder viel besser und wird weiter besser. Insgesamt allgemeine Beruhigung. Bin noch nicht wieder ganz der Alte, das wird aber schon. Rot sind die Augen jedenfalls gar nicht mehr, sie fühlen sich aber halt noch trocken an, obwohl sie recht viel tränen. Von Zeit zu Zeit unterbreche ich alles und schließe für eine Weile meine Augen. Danach geht es dann auch wieder.
Und Harriet, die sonst oft lieber hat mich organisieren lassen, kann nun stolz darauf blicken, dass sie das Organisieren aus dem nichts heraus und von einem Augenblick auf den Anderen praktisch definitiv mindestens genauso gut kann und mich dabei noch schafft nebenher zu pflegen. Ein Grund stolz auf sich zu sein. Wo andere sich Hilfe vom Hotelboy holen um über die chaotischen Straßen zu gelangen, führt sie noch ihren blinden Kerl darüber. Tolle Frau!

1.4.

Heute haben wir erfahren, dass wer am 1.4. auf Bali ist, für immer bleiben darf. So haben wir uns kurzerhand eben dafür entschieden für immer hier zu bleiben und wünschen allen einen schönen ersten April.

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Nachtrag geschrieben am 02.04.:
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Liebe Leser,
natürlich handelte es sich bei diesem Artikel um einen Aprilscherz. Von vorne bis hinten stimmt nichts an diesem Artikel.
Nein, wir bleiben nicht in Indonesien, und auch eine Behauptung, dass man bleiben könne, wenn man an einem 1.4. hier sei, ist einfach frei erfunden.

Zur Erklärung für unsere ausländischen Leser. In Deutschland gilt am 1.4. eine alte Sitte. Man versucht jemanden mit einem ‘Aprilscherz’ ‘in den April zu schicken’. Hierbei wird versucht jemanden scherzhaft hereinzulegen. Langweilige Klassiker sind da Sachen wie:’Da ist ein Fleck auf Deinem Hemd’. Auch seriöse Nachrichten schmuggeln evtl. eine lustige kleine Falschmeldung unter die seriösen Meldungen. Eine renommierte Computerzeitschrift brachte z.B. mal einen ausführlichen Bericht über ein neues Combigerät für die Bürowelt. Der neue HP Shrinter versprach demnach drucken und schreddern in einem Arbeitsgang… Für mich bis heute eine gelungene Vorstellung zur Rationalisierung der Bürowelt. 😉

Wir hoffen unsere Meldung auffällig genug gestaltet zu haben, dass sie für jeden rasch als Aprilscherz zu erkennen war und deshalb keine schlimmen Schrecken auslöste. Danke liebe Katzenmutti auch für diesen Kommentar.

Hier einige nette Zusammenfassungen:
http://www.weblogit.net/2014/04/01/beste-aprilscherze-2014-so-verarscht-uns-das-web-35583/
http://www.gizmodo.de/2014/04/01/10-april-scherze-die-hoffentlich-nie-real-werden.html
Viele Weitere lassen sich auf https://www.google.de/#q=aprilscherze%202014 finden.

Neujahresfest Nyepi

Dieses Jahr ist das balinesische Neujahr auf den 31.03.2014 gefallen. Das hat unseren Plan ein wenig durcheinander geworfen, weil dieser hinduistische Feiertag das öffentliche Leben für 2 Tage lahm legt. Das Datum richtet sich nach dem Mondkalender. Es ist also Zufall, dass wir gerade zu dieser Zeit auf Bali sind. Es ist der höchste Feiertag auf Bali. In ganz Indonesien ist dies ein Feiertag. Wer Genaueres erfahren möchte, fragt einfach Wikipedia „Nyepi“.

Oga oga Ogah-Ogah’s in der Vorbereitung

Los geht es bereits am 30.03.2014, indem alle Restaurants, Museen und die meisten Supermärkte gegen 16 Uhr schließen. Vor allen Eingängen sind aufwendige Opfergaben. Opfergaben Opfergaben

Die Einheimischen tragen traditionelle Kleidung und jeder ist auf den Straßen. 18 Uhr beginnt eine Prozession durch die Hauptstraßen, was jeglichen öffentlichen Verkehr zum Erliegen bringt. Bei dieser Prozession tragen junge und alte Balinesen aus Pappmaschee hergestellte Figuren (Ogah-Ohah) durch die Straßen. Je gruseliger desto besser. Sie stellen unterschiedliche schlechte Eigenschaften und Unheil bringende Dämonen dar. Hin und wieder wird auch ein Tourist dargestellt. Die Kinder tragen Figuren von ca. 1 m Höhe, bei den starken Männern kann die Skulptur auch gerne mal 4 m hoch sein. Mit viel Musik, Gejohle und sonstigen Radau werden so die Dämonen aus den Straßen vertrieben. Zeremonie_Ubud                       Zeremonie_Ubud2  Prozession

Manche große Figuren passten gar nicht unter den Stromkabel durch. Hierfür waren Männer mit langen Stangen und einer T-Konstruktion dabei, um die Stromkabel hoch zu halten. Wenn eine Figur dann durch gekommen ist, gab es vom Publikum lauten Applaus und ebenfalls laute Jubelrufe. So sind die Dämonen bis ca. 22 Uhr durch die Straßen gezogen. Sobald es dunkel war, waren sie auch beleuchtet. Hin und wieder schien ein Stromkabel doch gerissen zu sein, denn zwischendurch waren einige Straßenabschnitte komplett dunkel. Solche beleuchteten Monster sehen dadurch noch mal gruseliger aus. In manchen Orten werden die Ogah-Ogah’s am Ende verbrannt. Dies war bei uns aber nicht der Fall. Nach 22 Uhr war das Spektakel zu Ende, die Straßen wurden wieder frei und langsam begaben sich alle auf den Heimweg. Jetzt waren die letzten Supermärkte auch zu. Bis 6 Uhr hatte man Zeit nach Hause zu kommen, denn dann beginnt für 24h der Tag der Stille. An diesem Tag ist es verboten, aus dem Haus zu gehen, elektrische Geräte (incl. Licht) zu benutzen oder Lärm zu machen. Das geht so weit, dass für diese 24h der Flughafen geschlossen wird und alle Fährverbindungen eingestellt werden. Es fährt kein Auto, Bus oder Mopet o.ä. Kontrolleure sind unterwegs und achten darauf, dass sich an diese Regeln gehalten wird. Warum das Ganze?

Nach balinesischem Glauben wurden während des Spektakels alle bösen Geister /Dämone… verjagt. Nun verhält man sich still, dass falls ein Dämon zurück auf die Insel kommt er denkt, die Insel sei unbewohnt. So hätte es keinen Grund mehr, auf der Insel zu bleiben und geht wieder.

Wir haben den Tag der Stille damit verbracht, uns lange mit Barbara und Dieter aus Berlin zu unterhalten, die wir hier im Hibiscus Cottages kennen gelernt haben. Sie sind so nett, unsere Akkus mit nach Deutschland zu nehmen, weil Akkus über den Seeweg nicht verschickt werden dürfen. Hierfür erst mal ein herzliches Dankeschön. Ansonsten haben wir den Tag mit Organisieren verbracht. Zum Glück sehen die Gastgeber es mit elektrischen Geräten hier nicht so eng (Strom lief die ganze Zeit), sodass wir uns in den Hinterhof zwischen Hibiskusblüten gesetzt haben und leise am Laptop arbeiten konnten. Eigentlich darf man an dem Tag nicht arbeiten bzw. muss die Arbeit auf ein Minimum beschränken. So verging der Tag gut und es fiel uns nicht schwer, uns an die Ausgangssperre zu halten. Neugierig sind wir trotzdem, wie so eine Stadt aussieht, wo überall der Müll rumliegt und kein Mensch auf den Straßen ist. Auch ist es interessant, welche Tiergeräusche man wahrnimmt, wenn kein Mopet fährt oder hupt. Eine Touristenfamilie haben wir zwar dann doch tagsüber gesehen. Die haben es wohl nicht mehr ausgehalten.

Abends sahen wir, dass viele Häuser wirklich komplett dunkel waren. Hotels und andere Ferienanlagen können das nicht wegen der Gäste, hier konnte man gedämpftes Licht sehen. Wir durften auch ein kleines Licht anmachen, als es dunkel wurde.

Die Balinesen nutzen den Tag zum meditieren, lesen oder verrichten andere angenehme Tätigkeiten. Und weil es jeder macht, wird man nicht beim Ausruhen z.B. durch ein Mopet gestört. Übertragen nach Deutschland: Ein Tag der Ruhe im Garten ohne Rasenmähergeräusche irgendwo her. Wenn wir an Deutschland denken: Es wäre für uns undenkbar, dass bei uns so ein Tag so allgemein eingehalten würde.

Ubud- Eco Radtour

Für 420000 Rupiah pro Person wurde uns eine „echtes Bali“ versprochen. Und das „eco“ mit dem Rad (dem Berg runter 😉 ). Dass ich da wieder Erinnerungen an Julia Roberts hatte, ist auch klar. Pickup-Service am Hotel, Fahrräder+ Helme, Frühstück am Vulkan, originales Balinesisches Mittagessen, Plätze, die man sonst nicht sieht und das alles in kleiner Gruppe mit gut Englisch sprechenden Guide…wir haben dies über unsere Unterkunft gleich für den Folgetag gebucht. Wolfgang stimmte der Tour zu, weil versprochen wurde, dass unser Bus immer in unserer Nähe ist, falls jemand abbrechen muss. Pünktlich 8 Uhr wurden wir abgeholt und so ging es in dem Kleinbus los. In einem super tollen Restaurant gab es Frühstück. Danach mit dem Bus weiter zu einer Kaffeeplantage. Von der Plantage hat man eher wenig gesehen, die Probiergläschen und die Art der Darbietung kamen uns aber sehr bekannt vor. Diesmal verzichteten wir auf den Katzenkaffee.

Luwak-Kaffee

Hier könnt ihr aber noch mal ein Bild sehen.
Danach bekamen wir unsere Räder. Mittlerweile war es 11 Uhr. Danach besuchten wir ein Dorf, wo uns etwas über die Strukturen in einer Familie erklärt wurden. Auf Bali sind die Familienstrukturen und Hierarchien sehr starr. Die Frau schläft / lebt in der Küche. Küche_Bali

Nicht zu erstreben für eine westlich geprägte Frau. Vieles haben wir einfach nicht verstanden, da es zu komplex ist, wann wer mit wem heiraten darf, wer Oberhaupt ist, was passiert, wenn einer stirbt…
Auf unserer Radtour durch kleine Dörfer machten wir auch immer wieder für Reisfelder Halt, wo uns auch einiges über das Bewässerungssystem berichtet wurde. Reisfeld

Auch wurde uns ein Nützling vorgestellt, der für die Plantagen sehr wichtig ist. Gegen was es nützt, wissen wir aber nicht mehr. Wir durften alle mal „Guten Tag“ sagen und die Hand reichen 😉

Spinne

Eine große Freude!!! Etwas Schiss hatte ich trotzdem.

An einem heiligen Baum trennte sich dann die Gruppe in „Berg auf“ und in die „weiter Berg runter“. Wolfgang und ich waren die einzigen in der „weiter Berg runter“- Gruppe. Wir sind dann noch an diversen anderen Dörfern vorbei, in 2 gab es gerade eine Zeremonie, wo wir leider nicht Halt machten. Überall sah man schon die Vorbereitungen für den Neujahreswechsel, den wir ja in Ubud verbringen werden (30. März). Am Ende der Tour bekamen wir ein kaltes Handtuch zum Erfrischen und es ging zum leckeren Mittag (1. Gang zum Buffet)

Balinesisches Essen

Da wir vor den anderen da waren, fingen wir schon mal an zu essen. Unser Guide musste dann noch mal los, weil doch 2 schlapp gemacht haben und eingesammelt werden mussten. Als dann die „Berg auf“-Gruppe ankam, witzelten wir, dass es bei einigen auf der Strecke geregnet haben muss, so doll haben die geschwitzt. Wir haben uns also richtig entschieden.
Zusammengefasst: es war eine wirklich schöne Tour und Reisfelder /-terassen haben wir viele gesehen. Mit dem Rad zu fahren ist einfach praktisch, da die Straßen sehr eng sind und man so Ecken sehen kann, die man sonst mit dem Auto nicht sieht. In einen Familienclan reinzuschauen war mir etwas unangenehm, denn ich will auch nicht, dass sich die Leute wie im Zoo fühlen.
Auf der Straße wurden wir eher interessiert betrachtet.
Minuspunkte: Wolfgang und ich sind uns einig, dass ein echter Indonese nicht in solche Restaurants geht, wo wir gegessen haben. Ich glaube aber, das geht nicht anders, um für touristische Verdauungstrakte einen entsprechenden Hygienestandard einhalten zu können und so viele Leute gleichzeitig zu verpflegen. Um Wolfgang zu zitieren: „Das, was die versprochen haben, uns ein echtes Bali zu zeigen, haben sie nicht erfüllt. Es war ganz klar touristisch.“ Das Essen war gut, aber nicht so einzigartig, wie auf der Homepage beschrieben. Da sind wir aber mittlerweile verwöhnt. Zur Sicherheit ist immer unser Bus und ein Wagen mit Ersatzrädern für ins. 3 Gruppen mitgefahren. Wenn unser Bus die ganze Zeit mitfährt, ist das nun noch das beworbene „eco“??? Für Wolfgang war es auf jeden Fall gut, denn es war trotz Berg runter anstrengend für seine Augen. Immerhin geht es soweit schon gut, dass er nach langer Ruhephase wieder eine Mail schreiben konnte. Ich pflege ihn auch 3x täglich mit Augentropfen und -salbe.

Fahrt Kuta – Ubud

Da wir die Variante B gewählt haben und mit einem Reiseveranstalter im Bus gefahren sind, verlief die Fahrt eher unspektakulär. Unser Hotel war auch so nett, uns zum Bus hinzufahren, als wir nach dem Sammelpunkt fragten. Wahrscheinlich wollten sie sicher gehen, dass wir das Hotel in guter Erinnerung haben, sie einen guten Eindruck bei der Busfirma machen (besser als wenn die Gäste schwitzend rot ankommen) und uns auch vor den tausend Taxifahrern schützen wollten, die uns auf dem Weg dorthin wohl permanent genervt hätten. In Ubud hatten wir dann nicht so viel Glück und nahmen ein Taxi zum Hotel. Der Fahrer des Hotels war leider in einer Zeremonie. Aber alles in allem deutlich günstiger als wenn wir das Angebot angenommen hätten, die ganze Strecke mit dem Taxi zu fahren.
Die Hibiskus Cottages liegen zwischen Reisfeldern und Palmenplantagen. Es führt keine Straße hin, nur ein 1m breiter gepflasterter Weg, wo nur Mopets lang können. Dementsprechend ist es hier sehr schön still. Genau das Richtige nach dem quirligen Kuta. Wir bleiben hier bis zum 1.4., da am 31.3. Neujahr ist und hier sich deshalb nichts bewegt. Doch das bekommt einen extra Beitrag.

Halbtagestour Bukit-Halbinsel

Im Plan stand, dass wir auf dem Weg zum Tempel eine Kaffeeplantage besichtigen. Okay, es war ein schön gestalteter Garten. Vanille, Kakao, Bananen, Papaya und Arabica-Kaffeebüsche waren zu sehen, doch als Plantage würden wir das nicht bezeichnen. Eine Indonesierin führte uns geduldig durch den Garten und erklärte uns viele Pflanzen. Hier sahen wir auch die Musangs (Katzen sind es in Südamerika), die die Kaffeefrüchte fressen. Ihre Ausscheidungen werden gesammelt und daraus der teuersten Kaffee der Welt hergestellt. Am Ende des Rundganges wurden wir an einen Tisch gebracht, wo wir ein Tablett mit Probiersorten bekamen. Da waren wirklich leckere Kaffee- und Teesorten dabei. 1 Tasse Kopi Luwak-Kaffee haben wir uns für 50000 Rupiah (= 3,17€) gegönnt. Und? Wie schmeckt Katzenkaffee?….wie ein guter Kaffee 😉 nicht ganz so herb.

Nach einem noch kurzen Abstecher an einen Strand ging es dann zum Tempel. Hier wurden uns Bananen und Erdnüsse für die Affen für horrendes Geld aufgeschwatzt. Im Auto sagte unser Fahrer noch „Bitte die Affen nicht füttern“. Okay. Wir müssen einfach wieder konsequenter sein. Jeder bekam noch einen Seidentuch als Gürtel umgebunden. So sind wir taillenbetont, die Erdnüsse selber futternd Richtung Bühne. Zum Ticket bekamen wir in Deutsch eine Beschreibung, was die 70 Tänzer darstellen. Dies war auch gut, denn so richtig fehlt uns der Zugang zu dieser Art Kultur. 1 Stunde sangen und schauspielerten die Akteure. Es war für uns europäisch Geprägte sehr fremdartig, was weder positiv noch negativ zu beurteilen ist. Einfach nur fremdartig. Die Kulisse war aber wunderbar. Im Hintergrund der Tempel und der Sonnenuntergang. Wolfgang hat den Tag mit brennenden Augen gut überstanden. Die Augen sehen nicht mehr so aus wie in Twilight, doch gut sind sie noch nicht. Regelmäßiges Augen zu lindert. Ganz alleine traut er sich noch nicht, aber weiterhin im Hotelzimmer liegen und Fernsehen hören, wollte er auch nicht mehr. Also nahm ich ihn bei der Hand.
Danach sind wir direkt zum Hotel, denn am nächsten Tag sollte es ja mit dem Bus nach Ubud gehen.

Erste Erkundungen

Heute trauen wir uns etwas mehr als nur kurz zum Supermarkt / Restaurant um die Ecke. Wir machen eine Halbtagestour auf die Bukit-Halbinsel mit Tanzaufführung zum Sonnenuntergang an einem Tempel. Wir hoffen, dass Wolfgang ausreichend sehen kann, dass wir morgen aus dem schrecklich lauten und touristischen Ort Kuta raus fahren. Mit dem Bus geht es 37 km ins Inselinnere nach Ubud, wo Julia Roberts im Film „Eat, pray, love“ mit ihrem Rad durch Reisfelder fuhr. Ubud soll auch berühmt für die indonesische Kunst- und Kulturszene sein und liegt zentral für diverse Tagesausflüge in alle Himmelsrichtungen.

Wolfgangs Augen werden von Tag zu Tag besser, doch es dauert halt. Wir beide merken, dass unsere Geduld sehr gefragt ist, denn natürlich hätten wir die Heilung lieber vorgestern als hoffentlich in ein paar Tagen.