Archiv der Kategorie: Indien

Kurt Wolfgang

Im englischsprachigen Bereich heiße ich eher Kurt als Wolfgang.

If you are searching Kurt -> you are on the right page.

Das ist alles etwas umständlich, aber wohl der beste Weg.

Erklärung:
Ich habe die zwei Vornamen Kurt Wolfgang. In Deutschland legen die Eltern nach der Geburt den Rufnamen fest, der ein beliebiger der mehreren Vornamen sein kann. Im insbesondere englischsprachigen Ausland (USA…) hat man damit dann seine Probleme. Hier gilt der erste Name als Rufname, basta. Außerdem scheint die Aussprache von
W o l f g a n g
ähnlich schwer zu sein wie die von
E i c h h ö r n c h e n …
ich erkenne mich dann jedenfalls selten wieder. Das ist sehr schade, denn ich mag meinen Namen Wolfgang eigentlich sehr, aber er ist eben im englischsprachigen Bereich umständlich… da bin ich im Ausland eben
Kurt.
Auch wenn ich ansonsten immer Wolfgang bleiben möchte. Zu dem Namen habe ich einen Bezug. Zu dem Namen Kurt habe ich eigentlich keine Verbindung und versuche nur mich im Ausland eben damit angesprochen zu fühlen, was nicht immer gut gelingt.
Insbesondere für alle in Deutschland lebenden: Wer möchte, dass ich mich angesprochen fühle: Bitte Wolfgang. Ok,
aber für die auf der Reise kennen gelernten die hier über google translate mitlesen wollen:
Ja, die Seite von
Harriet und Wolfgang
ist die Seite von
Harriet und Kurt.
Ihr seid hier richtig.

Hockklo – eine Anleitung

Hallo,
ich hatte ja gesagt, dass wir die Benutzung eines Hockklos noch erklären wollen.

Manche sagen auch vornehmer: „Hocktoilette“. So, wie die allermeisten dieser „Örtchen“, die wir kennen gelernt haben, praktisch aussehen, finden wir Hockklo aber viel passender als Hocktoilette 😉 Und Hock-WC … nun ja, entscheidet selbst nach dem Lesen …

Hier zunächst einmal ein Bild von einem Exemplar aus der Bahn 2. Klasse eines indischen Zuges.

KloHock2

Vielen geht es wenn sie nach Asien/Arabien usw. reisen so:
1. Ich muss mal – da ist ein Klo – auweiha, sieht ja alles ganz anders aus – wo setz ich mich denn hin? – na ja hinhocken geht ja auch – ups, kein Klopapier … was mach ich nur jetzt ??? ,,, zum Glück ein Taschentuch dabei … – mhh gut weg spülen lässt sich das aber nicht … nun ja egal, ich wasch mir jetzt die Hände und mein Problem ist erst mal gelöst.

Die Benutzung einer Toilette lernt man ja eigentlich als Kind von seinen Eltern. Was aber, wenn alles anders ist, um man kein Kind mehr ist? Wenn man dann als Erwachsener andere Erwachsene fragt, wie man denn diese Toilette benutzt, ist die Antwort (sofern man überhaupt eine sinnvolle erhält) sehr schambehaftet.

Die folgende Anleitung entspricht dem von uns aktuell zusammen gesammelten Wissen. Evtl. erleichtert dies einigen Lesern im Bedarfsfall den Umgang damit. Für Ergänzungen ggf.  Verbesserungen von Menschen, die hier ohne allzu große Scham zum Wissen beitragen können, sind wir natürlich offen. Ich schreibe es dann auch in die Anleitung mit hinein. Die von mir dargestellte Herangehensweise funktioniert zumindest und ist so ggf. eine Hilfe.

Erstes Thema: Klopapier
Auf asiatischen Toiletten findet man selten Klopapier.
Zunächst einmal die europäischste Lösung:
Man kauft sich Klopapier und nimmt es immer mit sich*.
Viele asiatische Klos und Abwässerleitungen sind aber nicht dafür ausgelegt Klopapier zu befördern.
Man sollte es also gar nicht nutzen, oder wenn, dann in einen Abfalleimer werfen, sonst haben die nach einem ein sehr viel ungemütlicheres Problem, als man sich selber seines Problems gerade entledigt hat.

Nun also zur Benutzungsanleitung:
Es handelt sich um ein Hockklo, wovon es unterschiedliche Bauweisen gibt.
Das Prinzip ist aber immer wieder gleich.
Man hebt den Rock, zieht Hose + Unterhose herunter und hockt sich hin. (Wenn der Untergrund nass ist, empfiehlt sich die Hose über den Knien zu halten.
Die Körper- und insbesondere Fußhaltung ist wichtig. Die Füße sollten im Ganzen auf den dafür vorgesehenen Flächen aufsetzen, da man nur dann einen guten Stand hat (oder heißt es in diesem Fall Hock hat?). Für Asiaten scheint das eine sehr gemütliche Haltung zu sein, denn man sieht sie diese Haltung auch sonst oft einnehmen, wenn Sie z.B. in einer langen Schlange, oder am Bahnsteig warten.
Ich habe mal zwei Bilder eingebracht, die die Haltung verdeutlichen sollen. Auf dem ersten Bild hebt der rechte Mann den linken Fuß an – das sollte man auf einem Hockklo aus genannten Gründen tunlichst vermeiden. Auf dem Zweiten Bild entledigt sich ein kleines Mädchen in Mumbai tatsächlich gerade am Straßenrand – nicht ganz so unüblich in Indien – sie hält sich aber an ihrem speziellen Klo etwas fest – so was steht einem üblicherweise nicht zur Verfügung. Diese Hockhaltung kann der Ungewohnte bereits Wochen vor der Abreise üben, dann geht es besser. Umgekehrt ist für viele Asiaten ein „Western-Style“ Klo schwer zu benutzen, weil sie versuchen sich auf die Ränder des Klos zu hocken – angeblich kein Witz!

KloHaltung

KloMad

 

Ich habe bis jetzt kein Hockklo gefunden wo die Reinigungsutensilien alle gleichzeitig vorhanden sind, eines unserer „Western-Style-„Klos in einem Hotel hatte aber beide, und ich hab unser T-Pack* mal dazu gehängt um es hier auch vorzustellen. So sind wenigstens alle Teile mal auf einem Bild.

Klotools

Oft findet man nur Eimer und Schöpfmöglichkeit.

In den Eimer wird eine wahrscheinliche Menge Wasser eingelassen. Von dem Wasser wird etwas über die Klofläsche geschüttet, dann geht hinterher das Reinigen leichter.
A)
Man hockt sich wie oben beschrieben hin und erledigt sein Geschäft,
B1)
danach reinigt man sich indem man die Schöpfmöglichkeit in die rechte Hand nimmt und mit der linken (Wichtig!! **) Hand den Anus reinigt. Häufig sieht man – gerade bei Menschen unterer Bevölkerungsschichten, dass der Nagel des kleinen Fingers der linken Hand besonders lang gelassen wird. Hierzu habe bitte jeder seine eigene Vorstellung in diesem Zusammenhang …
C)
Jetzt kommt der Augenblick, der für uns lange Zeit das größte Problem darstellte:
Wie trocknet man sich ab? Dafür nahmen wir lange Zeit dann doch unser T-Pack mit und warfen das saubere nasse Papier in den Mülleimer. Die Antwort auf diese Frage will ich der Einfachheit halber zitieren. „Hey, ihr seid in einem warmen Land.“ Die Lösung ist also einfach: Man braucht sich nicht abzutrocknen. Geht gut!
Letztlich wird mit dem Wasser aus dem Eimer gespült wenn keine eigene Spüle existiert. Darum findet man auch keine Bürste – die Reinigung des Klos geht mit Wasser. Letztlich werden die Hand gewaschen – natürlich nicht mehr im Klo sondern am Waschbecken – wie bei uns! Dafür haben wir immer etwas Seife bei uns. Praktisch sind kleine Packungen in denen sich einzelne Blättchen Seife befinden. (Gibt’s im Outdoorhandel)-

Auf manchen Toiletten befindet sich auch statt Eimer und Schöpfmöglichkeit der abgebildete Jet. Viele glauben, der sei einfach nur ein Ersatz für die fehlende Bürste – dafür eignet er sich zwar auch hervorragend, er hat aber einen anderen Zweck. In einem Thailandforum lasen wir den unfeinen aber passenden Namen „Arschbrause“. ( Wie das Ding in den einzelnen Ländern wahrscheinlich unterschiedlich wirklich heißt, weiß ich nicht. Der Name Jet wurde mir gegenüber mal von einem englischsprachigen Inder benutzt – darum nutze ich den Begriff auch.)

Herangehensweise A+C ist wie oben

B2)
mit dem Jet setzt man einen gezielten Strahl auf den Anus, bis dieser sich schön sauber anfühlt. Die Damen übrigens lieber von vorne, damit die Fließrichtung hygienisch bleibt.

Wenn man sehr deutsch, sich zunächst vor dem kühlen Wasser fürchtet, wird man nach wenigen Versuchen sehr beruhigt sein. Hier ist auch das kühle Wasser angenehm warm und nicht kalt. (BTW: Wer kein ausgesprochener Heißduscher ist, oder wie ich wirklich heißes Wasser zum nass Rasieren haben möchte, kann also Geld bei der Unterkunft sparen, indem man vor welchen nicht zurückweicht, die nur kaltes Wasser bieten.)

Jedes mal, wenn ich aus Deutschland komme, ist für mich die Benutzung dieser Toiletten zunächst eine innere Hürde. Wenn man diese Hürde aber genommen hat, kenne ich wenige, die diese Methode nicht sogar als sauberer und hygienischer empfinden als die „western style“. Insbesondere der Jet ist eine tolle Möglichkeit sich zu reinigen, die ich total vermisse. Danach empfindet man das „hinten herumgeschmiere“ mit Klopapier so richtig „Iiiihhh“

*
Für die Mitnahme von Klopapier einen Tip. Das oben abgebildete T-Pack haben wir uns bereits vor Jahren auf Empfehlung von einer „Um die Welt radel Familie“ gekauft, deren Artikel im Netz wir lasen. Gekauft haben wir es, obwohl uns viele vor Ort abgeraten haben. „Braucht man nicht“. Insbesondere aber, wenn man, wie wir es ja auch schon getan haben, tagelang im Freien zu bringt, ist das Teil einfach genial. Man kann es sich z.B. auch einfach um den Hals schnallen und hat die Hände frei um sich und/oder die Hose ggf. irgendwo fest zu halten. Wer im freien seine Notdurft verrichtet, sollte diese übrigens in den meisten Fällen vergraben. Es gibt auch ein empfehlenswertes Buch „How to shit into the wood“.

**
Darum auch wird in vielen Ländern die linke Hand prinzipiell als unrein angesehen. Gegessen wird mit rechts – die linke Hand unter dem Tisch. Apropos fürs Allgemeinwissen in diesem Zusammenhang: Wem z.B. nach islamischen Rechtsvorstellungen die rechte Hand abgeschlagen wird, hat ein viel größeres Problem als das bloße Fehlen der Hand sowieso schon wäre. Zur Begrüßung kann er niemandem mehr die Hand reichen – Das wäre als würde bei uns jemand mit Klopapier „Guten Tag“ sagen …  Also eigentlich merken: Essen immer mit rechts!


 

Liebe Leser,

wenn Euch dieser Beitrag weiter geholfen hat, oder ihr denkt, dass etwas anders formuliert besser verständlich wäre oder oder oder …
es gibt die Möglichkeit uns dies wissen zu lassen – und wir freuen uns über Rückmeldung zu unserem Blog.

Mumbai, Dabba-Wallahs, Slums, Reiche Metropole, Beach.

21.12.
Mumbai, Dabba-Wallahs, Slums, Reiche Metropole, Beach.
Heute war wieder ein ereignisreicher Tag. Wir fotographieren zwar sehr viel, aber da wir die Bilder mit unseren kleinen Kompaktkameras machen und nicht mit dem Smartfone, bloggen allerdings derzeit nur mit dem Smartfone geht bleiben unsere aktuellen Blogs leider Bilderlos.
Hier unter diesen Satz muss aber noch ein Bild von Conny und der Welt am Beach von Juhu hinein.

image

Ja, an unserem quasi letzten Tag in Indien haben wir es doch noch geschafft: Conny hat schön vor der Welt posiert und dabei auf Indien gezeigt.
Nach dem kleinen Frühstück ging es auf. Als Erstes geht es vor dem Hotel immer mit den touristischen Spießrutenlauf los. Ich rappel bereits so dermaßen gewohnt genervt herunter: No, thank you, no taxi, no tour, no guide, no picture, no nothin‘, and off course not every 2 meters, really no to everything. We are really happy without your offer.“ Der Satz ist lang genug, dass auch der nächste Schlepper ihn noch hört und klappt so gut es eben geht… Aber inzwischen kennen wir den kürzesten Weg zur Bushaltestelle ganz gut, und von da an, begegnet man normalen Indern, bei denen es nicht der Job ist, Touristen abzufangen und auszusaugen. Von da an ist es unglaublich nett. Die meisten Inder denen man dann begegnet, sind sehr offen, ehrlich, herzlich zugewandt und umsichtig – kurzum sehr sympathisch.
Unser erster Weg führte zu den Dabba-Wallahs. Harriet hat ja gestern bereits von Ihnen berichtet. Im deutschen Sprachraum werden sie manchmal auch ‚Henkelmänner‘ genannt, weil das Essgeschirr etwas an den ‚Henkelmann‘ aus vergangenen deutschen Zeiten erinnern kann. Ich finde das etwas unpassend… Sie haben für ihre tolle Zustellleistungen bereits internationale Preise gewonnen. Im Fernsehen wird auch immer wieder über sie berichtet. Dementsprechend hatten wir ein hektisch geschäftiges Treiben erwartet und fanden etwas viel beeindruckenderes. In aller Ruhe kommen sie mit diversen Essenspaketen an. Solche Gestelle wie wir sie im Fernsehen sahen, gab es selten. Meist hatten sie die Henkel der Taschen in denen die Speisetöpfe sind so verflochten, dass sie gut schulterbar waren. In aller Ruhe gehen sie zu dem einen Ort, legen ein paar „Pakete“ ab, dann zum nächsten, irgendwann gesellen sie sich zu einer anderen Gruppe, unterhalten sich ein wenig und nehmen dann mehrere Essen auf, schultern diese oder bepacken Fahrräder damit und machen sich auf den Weg. Wir waren an der Churchgate Railwaystation. Recht verteilt überall auf den Gehwegen waren diese kleinen Grüppchen zu sehen. Die Dabba-Wallahs sind offensichtlich sehr stolz so bekannt zu sein und lassen sich gerne fotographieren. Für einige der Touristen begaben sie sich regelrecht in Pose. Ansonsten ist das unglaublich beeindruckend spektakuläre an dem Geschehen, wie unglaublich unspektakulär es abläuft. Harriet und ich waren uns einig, wir glauben zwar gestern keine übersehen zu haben, aber es hätte durchaus sein können. In dieser Ruhe liegt sicher das Geheimnis das so wenig schief geht. Um 11:20 Uhr sahen wir den ersten. Um 12:15 Uhr fuhr der letzte ab. Aber das waren nur Einzelne. Die eigentliche Kernzeit war von 11:40 Uhr bis 12:00 Uhr.

Wir fuhren mit der Bahn zur Malhaxmi Railwaystation. Praktisch direkt daneben ist eine Brücke von der aus man in den darunterliegenden Slum schauen kann. Hier kann man den Männern, die hier arbeiten zusehen wie sie Wäsche waschen. Es ist schwer zu beschreiben was in einem abläuft wenn man dort hinunter schaut. Es ist geschäftiges Treiben mit in quasi jedem kleinen Wellblechhäuschen einem Kleingewerbe in offensichtlich bitterer Armut. Ein Unmensch, wer da nicht an helfen denkt. Wenn Bettler ankommen, oder „Anbieter“ von irgendwelchem Schnickschnack ist es dennoch bereits wie ein Reflex aus dem Rückenmark: Ignorierend gar nicht anschauend und abwehrend: No thank you, no pictures, no tour …  Harriet und ich trauten uns die Treppe von der Brücke herunter zu gehen und damit in den Slum hinein. Bereits nah am Eingang kamen uns die ersten entgegen die einem eine geführte Tour durch den Slum anboten – >  Reflex: No thank you, no … kurz darauf waren wir von Bettlern umringt und entschlossen uns umzukehren. Eigentlich schade, dass das „No“ schon so sehr zum Reflex geworden ist, wer weiß was einem dadurch evtl. auch mal außergewöhnlich Interessantes entgeht.

Von dort aus machten wir uns auf die Haji Ali Dargah Moschee zu betrachten. Diese ist auf einer kleinen Insel im Wasser gelegen und man kommt nur über einen Damm dahin, auf dem wie fast überall hier fast jeder Quadratmeter mit Ständen von Händlern gefüllt ist. Die Moschee selber ist kleiner als man von Fotos denkt. Ich hatte extra meine lange Hose angezogen um bedeckte Knie zu haben und hatte Socken angezogen um ohne Schuhe hineingehen zu können und doch noch etwas an zu haben. Eine Kopfbedeckung hatte ich aber nicht dabei. Kurzentschlossen legte ich mein neongelbgrünes Mikrofasertuch auf den Kopf und schaute mir so mit Kopfbedeckung die Moschee von Innen an. Lohnte sich wenig. Harriet lachte und fotographierte mich so. Selber wollte sie es mir nicht nachmachen.

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Bekannt ist eine große Brücke in Mumbai. Rajiv Gandhi Sea Link. Wir waren erst einmal falsch orientiert und wollten darum zurück zum Bahnhof um mit der Bahn da rüber zu fahren. Wir fragten nach den Bussen, weil die Füße langsam doch etwas ermüdeten. Ein netter Inder, den wir gefragt hatten kam dann etwas später zu uns bei der Bushaltestelle und sagte, dass wir mikommen sollen, er fährt eh mit dem Taxi da lang, und könne uns dort raus lassen. So waren wir rasch wieder bei der Bahnstation. Hier erfuhren wir, dass diese Brücke ganz wo anders ist, als wir dachten, und man nur mit dem Auto da rüber kommt. Also wollten wir uns ein Taxi nehmen und uns dann auch gleich zum Juhu Beach weiter fahren lassen. Sonst kann man sich der Taxis kaum erwehren, jetzt aber standen wir lange an einer Brücke und sahen nur besetzte Taxis. Endlich hielt eins und ließ genau vor unseren Füßen jemanden aussteigen. Den fragten wir nach dem Preis und erfuhren 700 Rupien – ich sagte sofort nein und erfuhr später von Harriet, dass sie auch sofort von einem Inder gesprochen worden sei, dass wir bei diesem Taxi nicht einsteigen sollten. Er blieb mit Warnblinker stehen, funktionierende Warnblinker hatten wir hier noch nie gesehen. Wann immer wir ein anderes Taxi ansprachen, wie viel dieser für die Tour haben wolle hörten wir nur – fragt den, der da steht. OK, offensichtlich ein Zeichen untereinander. Wir gingen also ein gutes Stück weiter. Das nächste Agebot außerhalb der Sichtweite war dann 300+Brückengebühr 55 also 355 Rupien. Immer noch kein Schnäppchen dachten wir, aber OK. Die Fahrt über die Brücke war schön, danach bemerkten wir die Rushhour und die Fahrt dauerte doch recht lang, so dass der Preis doch recht günstig war. Zwischen reichen Wolkenkratzern sieht man immer wieder diese Wellblechsiedlungen. Neben teuren Mercedes-Karossen leben Familien offensichtlich sogar ohne Wellblechunterkunft direkt auf der Straße. Es ist schon recht krass.
JuhuBeach war dann sehr schön, endlich Mittagessen passend zum Sonnenuntergang.
Einem kleinen Betteljungen konnte ich keine Frucht geben, weil wir keine mehr hatten. Da er irgendwie anders einerseits unnachgiebig war und ich weiß nicht was … griff ich in die Tasche und holte ein zwei Rupien-Stück heraus. Dies macht man hier so, dass tunlichst keiner sieht wo man insgesamt wie viel Geld hat und auch so, dass möglichst keiner sieht wie viel man gibt. Ich hielt also unauffällig meine geschlossene Hand vor, er seine daunter, ich ließ die Münze fallen und er ging einige Meter weg und schaute verstolen in seine Hand ohne diese wirklich zu öffnen und lächelte. Harriet meinte: Toll, jetzt bringst Du ihm bei, dass betteln doch erfolgreich ist und seine Mutter lässt ihn nicht zur Schule usw. Recht hatte sie damit. Man sitzt hier moralisch ständig zwischen allen Stühlen. Dann aber kam der Junge freudestrahlend zu mir zurück und zeigte mir, dass er sich was zu essen gekauft hatte. Natürlich war das nichts gesundes aber irgendwie fand ich das halt doch toll und es beruhigte mich das der gegebene Wert nicht in die Hand eines Bettlermafiafürsten sondern in den Magen des Jungen wanderte. Wovor man gewarnt wird, passierte dann aber natürlich schon. Ein Bettelkind nach dem anderen kam jetzt hinzu und wir mussten schnell den Standort wechseln.
Die penetranten Angebote für irgendwas hörten aber natürlich nicht auf – das gehört hier halt dazu – und das „No“ aus dem Rückenmark auch. Die beiden Damen auf dem Bild oben mit Harriet, Conny und der Welt wichen trotz diversen „No“ nicht von unserer Seite und wollten Harriet mit Henna bestempeln, jetzt sind sie halt mit drauf auf dem Bild. Ist umso eher ein Bild von Indien. Nach dem Sonnenuntergang und dem Mittagessen stand das Heimwegabenteuer an. Wir wollten nur die kurze Strecke vom Strand zum Bahnhof und wieder waren die TukTuks und Taxis eine eingeschworene Gemeinde was den Preis angeht. Auskunft nach dem Bus war wieder einmal zunächst verkehrt, bis wir jemanden fanden, der tatsächlich Bescheid wusste. Mit diesem Wissen konnten wir dann auch den Busfahrer überzeugen, dass wir sehr wohl wissen, dass er doch beim Bahnhof entlang fährt. Der Bus war rappedicke voll. Ein Vater von zwei kleinen Mädchen stand aber sofort auf, damit Harriet sich setzen konnte. Er saß allerdings auch auf einem Frauenplatz. In den Bussen sind die ersten Reihen auf der rechten Seite für Frauen reserviert, wie auch die ersten Wagons von Regionalzügen für Frauen reserviert sein können. Dieser Mann achtete dann auch darauf, dass wir die richtige Haltestelle ausstiegen und den Weg von dort zum Bahnhof fanden (was sonst alles andere als einfach gewesen wäre).
Im Zug in die richtige Richtung sitzend fühlten wir uns gut. Dann wurden wir von den Indern unserer Umgebung angesprochen, dass wir besser aussteigen sollen. Zu unserer Überraschung sahen wir vom Bahnsteig aus, der Zug drehte tatsächlich die Fahrtrichtung und fuhr in die Gegenrichtung weiter. Uns noch etwas verdutzt anschauend wurden wir bereits vom nächsten Inder angesprochen, dass wir doch bestimmt den Zug von Gleis XY nehmen wollen würden. Irre – alle Auskünfte einfach so, weil die auf die Menschen in ihrer Umgebung achten.
Fast immer sieht man die Inder zwar mit einer gewissen Geschäftigkeit eilig und drängend aber doch gleichzeitig gelassen (schwer zu beschreiben). Eine der Situationen wo das anders ist, ist wenn ein Zug bestiegen wird, der bald rappedickevoll sein wird – da kann man froh sein nicht dazwischen zu sein, dass ist eher ein rücksichtsloses Hauen und Stechen ohne Waffen und ohne Pardon um die wenigen Sitzplätze – aber selbst dann sieht man um ein Kind oder einen Gehbehinderten einen gewissen Abstand, dass da nichts passiert dabei.
Tja, morgen fliegen wir ab. Es ist der 21.Dezember und Weihnachtsstimmung ist praktisch null. Das Land Indien, das ursprünglich eine niedrige Priorität auf unserer Liste hatte, hat uns sehr eingenommen. Uns wurde gesagt: „Indien, entweder du liebst es oder Du hasst es.“ Wir wüßten vorerst abschließend nicht was wir da sagen sollten. Kategorien wie Lieben oder Hassen passen irgendwie nicht für uns. Die Gefühle die dieses Land in uns auslöst sind so vielfältig und widerspüchlich wie das Land selbst. Insgesamt sind wir phasziniert und bleiben neugierig, so dass wir gerne wieder kommen würden.

Shopping in Mumbai

20.12.2013
Shopping in Mumbai

Dieser Beitrag ist von Harriet, wird aber, da wir nur über die Handy-App veröffentlichen können, unter dem Namen Wolfgang erscheinen.

Heute haben wir in Mumbai das Bus- und Bahnsystem erfolgreich benutzt. Da wir leider erst sehr spät los gekommen sind, haben wir die Dabba-Wallahs verpasst.  Vielleicht hat der eine oder andere schon mal von ihnen gehört. Sie bringen mit Zug und Rad das Mittagessen der Büroangestellten, welches von den Ehefrauen oder Müttern daheim gekocht und verpackt wurde. 5000 Dabba-Wallahs sind in Mumbai unterwegs und die meisten sind Analphabeten. 200000 Essen werden so jeden Tag geliefert. Die Dabba-Wallahs sind stolz darauf, dass auf 6 Mio Lieferungen nur 1 Irrläufer kommt. Morgen starten wir dann Versuch 2.

Wir sind dann ein Stück in den Norden gefahren und haben Mumbais langen Strand betrachtet. Die Luft war überraschender Weise deutlich besser als in Colaba. Leider wurde davor gewarnt, ins Wasser zu gehen, weil es arg verdreckt sein soll. Also haben wir uns nur mit dem schönen Blick auf die Stadt und das Meer begnügen müssen.

Mit dem Bus sind wir dann weiter zum Chor Bazar. „Chor“ – gesprochen Tschor – ist Hindi und bedeutet so viel wie Räuber. Dieser Basar war eine Empfehlung von dem Herrn aus der staatlichen Touristeninformation. Als wir im Bus danach fragten, warnten uns die Einheimischen davor und rieten uns, auf unsere Sachen gut aufzupassen und uns von niemandem verschleppen zu lassen. Ein Insasse führte uns spontan ein Stück und übergab uns dann einen Anderen. Es sind mehrere Straßen, wo alles mögliche feilgeboten wird. Von uralten Geräten, Steckern, Motorrädern, Klamotten, Essen, Haushaltsutensilien, Platinen, Reifen usw. gab es alles, was man brauchen könnte. Die Mischung der Wahren erinnert schon an Dinge die zusammengeraubt sein könnten. Die Straßen sind sehr voll und die Leute schieben sich aneinander vorbei. Ich hatte den Rucksack, Wolfgang lief hinter mir, um auf mich und die Sachen zugleich aufpassen zu können. Er hat mir dann erzählt, dass das gut war, denn es war jmd. hinter mir, der von Außen den Rucksack abgetastet hat, ob etwas Wertvolles drin ist. Ich habe davon nichts mitbekommen. Eher den Eindruck aufnehmend, nichts kaufend (Tipp der Einheimischen), gingen wir zügig durch die Straßen. Insgesamt war der Eindruck sehr positiv interessant. Wir waren aber dann nach vielem Laufen froh, wieder zurück im Bus zu sein.

Überhaupt haben wir festgestellt, dass die Inder wirklich sehr freundlich und hilfsbereit und i.d.R. ehrlich sind, wenn man abseits der Touristenrouten auf sie stößt und es nicht ihr Job ist, die „reichen“ hellhäutigen Touris auszunehmen.

Bereits gestern haben wir den Laden gefunden, der uns von Paula empfohlen wurde. Er heißt Fabindia und verkauft Dinge aus Indien, eben auch traditionelle indische Mode (Saris, Tunika, Schals aus Seide, Baumwolle und Leinen). Das Gute soll sein, dass es in Indien hergestellt wird, die Angestellten fair bezahlt werden und Kinderarbeit unzulässig ist. Zwar kosten die Klamotten etwas mehr, aber man tut etwas Gutes. So waren wir gestern bereits drin und ich habe über 3h mich durch die Klamotten probiert. Wolfgang saß sehr geduldig auf einer Bank. Ein Trinkwasserspender stand auch daneben. 20 Uhr wurde angestelltenfreundlich für indische Verhältnisse der Laden geschlossen, weshalb ich nicht ganz fertig war.

Ich muss schon sagen: Ich merke, dass die indischen Frauen ganz anders gebaut sind als wir Europäer. Das einzige was passt, ist die Körpergröße. Dementsprechend sah alles irgendwie komisch aus. Auch betonen die Inder eher den Bauch, was für mich als Europäerin aussah, was wäre ich schwanger. Bei der Oberweite sparen sie dagegen an Stoff, sodass ich mich in der Region wie eingepresst fühlte. Die obligatorische Länge über das Knie ließ mich aussehen, wie vom Kartoffelfeld entsprungen oder wie Heidi. *grusel*

Gegen einen Sari entschied ich mich, als Paula richtigerweise meinte, dass es in Deutschland keine Anlässe gibt, ihn zu tragen und er optisch nicht mehr ins Bild passt. Und für den Schrank zu kaufen ist dann doch zu schade.
Sie empfahl eine Kurta mit Hose.

Doch am Ende habe ich einen schönen Rock gefunden, mir ein passendes Oberteil dazu suchen lassen und zur Vervollständigung noch einen Seidenschal, der das ganze noch umspielt und aufpeppt. Sehr schön und eine gute Mischung aus etwas indisch (aber nicht ganz typisch, da Rock und nicht Hose), zu mir und zu meinem Körperbau passend und auch in Europa „tragbar“.

Gestern Abend haben wir eine indische Kochsendung gesehen. Gespannt verfolgten wir die Zusammenstellung der Gerichte, um evtl. etwas nach kochen zu können. Zum Abschluss wurde „German Rice Pudding“ vorgestellt…Milchreis. Prima.

Mumbai und nette Familie aus Österreich

18.12.
Mumbai und nette Familie aus Österreich

Alles lief ganz anders als gedacht. Eigentlich wollten wir vor allem zu einem Telefonladen und zu einem Supermarkt. Das Frühstück in diesem Hotel ist zwar „included“, aber eben auch so. wie wir es uns aus den gelesenen Beschreibungen heraus vorgestellt haben. Gut, dass man erst mal was hat, aber nicht ausreichend für einen hungrigen fleischessenden Menschen wie mich. Stattdessen waren wir zack bereits beim Taj-Hotel und dem Gate of India. Das Hotel haben wir uns dann erst mal von Innen angesehen. Seit dem furchtbaren Terrorakt damals ist der Eingang wie bei einem Flughafen abgesichert, aber wenn man erst mal drin ist – sehr exquisit alles. Da ist nichts unter Dior-flair im Rosewasserduft. Dennoch war der Pool gut zugängig und ich sagte zu Harriet: Schade, dass wir unsere Badesachen nicht mit haben.“  Im Restroom (Toilette) wird einem der Wasserhahn zum Hände waschen aufgedreht und ein eigenes kleines  wohlgefaltetes Handtüchlein entfaltet gereicht – nicht nur im Foyer sondern auch im Restroom riecht es angenehm nach Rosenwasser.  Im Foyer haben wir uns dann erst mal hingesetzt und außer dem Duft auch die Atmosphäre geschnuppert. Ein Amerikaner setzte sich zu uns, mit dem wir ins Gespräch kamen. Solche schönen Karten von Mumbai wollten wir auch gerne haben, wie er sie zur Besichtigungsplanung auf dem Tisch ausbreitete, weshalb ich zum Concierge ging und auch um solche bat – die ich dann auch selbstverständlich erhielt, schließlich benahm ich mich ja auch wie ein Gast. So planten sowohl der Amerikaner als auch wir unsere Touren. Er war eher auf ein Taxi aus – wir eher auf zu Fuß, beim Abschied, wo er dann sagte, dass wir uns ja sicher noch im Hotel sehen würden und wir grinsend sagten: „Wohl nicht, denn so ein Hotel könnten wir uns nicht leisten“, lachte er sehr herzlich und war offensichtlich von uns begeistert und wünschte uns doppelt herzlich alles Gute auf unserer weiteren Reise. Unsere „Frechheit“ uns in dieser Umgebung so dermaßen selbstverständlich zu bewegen, hat seinem amerikanischen Temperament wohl sehr gefallen. Das dies sehr ehrlich gemeint war sollten wir noch später bemerken. Wir gingen also mit unseren schönen Karten bewaffnet aus dem Hotel und gerieten in den Touristensog um das „Gate of India“. Hier schaffte es doch tatsächlich mal wieder so ein selbsterkorener ich weiß nicht ob wirklich heiliger Mann es mal wieder mich so zu stoppen, dass ich einen roten Punkt auf die Stirn bekam, ein Bändchen um den Arm, eine Blüte in die Tasche und dafür eine Spende abgeben durfte, natürlich war diese wieder nicht genug, und er wollte mehr und ich bin aber inzwischen resoluter und sage sehr klar, dass das nun wirklich genug sei. So wurde der Weg wieder frei und ich kam wieder zu Harriet, die vor einem Zaun stehend strikt in Richtung eines Denkmals schaute, und berichtete, dass man Sie auch „einfangen“ wollte, sie aber die Aussage, dass ihr Mann das ja auch tun würde, schlicht nicht geglaubt hätte und einfach nur geantwortet hätte, dass ihre Mann tun dürfe was er wolle, sie das sicher nicht wolle und man sie jetzt in Ruhe lassen möge, weil sie das Denkmal anschauen wolle – das hatte sie wohl energisch und bestimmt genug gesagt, dass Sie auch in Ruhe gelassen wurde – toll wie man sich hier entwickelt … am Anfang hätten wir sicher toll gefunden – heiliger Mann, roter Punkt und so – toll … wie man sich ändert …
Die Fahrt zum Insel wo Elephant sein soll, war nett, so im Boot. Die Inder schauten alle immer wieder ganz begeistert, bis wir herausfanden, dass sie diesen alten Tankschiffe, die hier im Hafen lagen als so groß empfanden – schon verständlich, wenn man sowas sonst noch nie gesehen hat, von nun an, wußten wir aber, dass wir uns lieber weiter entspannt die Landschaft anschauen konnten.
Auf der Insel angekommen, ersparten wir uns die Touristenbahn und gingen lieber kostenlos zu Fuß. So kommt man dann zu den Höhlen auf der Insel die Weltkulturerbe sind. Die ersten davon haben uns auch sehr Phasziniert – die Fahrt hat sich ganz klar gelohnt – wenn es auch mal wieder so war, dass Eintritt für Inder 10 Rupien, für Europäer 250 Rupien war. So haben wir die nun gesehen und die ersten waren wirklich phaszinierend – wenn man sich vorstellt, dass die das alles von Hand in den Fels gemeißelt haben … Irre.
Hier bei den Höhlen lernten wir dann auch eine Familie kennen mit denen wir uns zunächst auf englisch unterhielten, bis wir mitbekamen, dass sie deutsch sprechen können, weil sie nämlich aus Österreich sind. Das Gespräch war rasch sehr nett und herzlich. Wir konnten einige unsere Indienerfahrungen weiter geben und sie versprachen uns bei einem Problem zu helfen. Meine Spiegelreflexkameraausrüstung ist mir doch schon lange zu Voluminös und schwer in meinem Rucksack. Eigentlich wollte ich sie ja nach Hause schicken, aber Versand von Elektronik aus Indien ist nicht erlaubt. Und Manuela, die deutsche Freundin von Lata unserer ersten Couchsurferfahrung hatte uns sehr eindrücklich geschildert, wie der indische Zoll damit umgehen würde. Die würden nämlich alles mehr oder weniger behutsam bis auf die letzte Schraube zerlegen und wenn man Glück hat dies dann so zerlegt erlauben, dass es weiter geschickt wird. Nun, diese liebe Familie bot sich nun also an, das mit nach Österreich zu nehmen und dann zu Harriets Mum zu senden. Toll. Widerspricht völlig der Reisendenregel Nr. 1. Niemals, niemals, niemals nimm etwas für jemand anderen mit über die Grenze. Aber sie vertrauen uns, und wir Ihnen die Kameraausrüstung an. Toll. Abmachung war, man geht zusammen zu Leopolds Kaffee, wo ihr Taxifahrer auf sie wartete, dort gehe ich dann zum Hotel und hole die Kamera und anschließend essen wir alle zusammen noch in Leopolds Kaffee.  Der Taxifahrer sagte dann, unser sei nur 1 Minute entfernt und wollte mich zu Fuß  dort hin führen, dafür nahm als erstes die Visitenkarte des Hotels und fragte jemanden wo das Hotel sei, und führte mich in eine Richtung, die ich für falsch hielt, nur hundert Meter später fragte er den nächsten, usw. wir gingen im ZickZack zurück zum Kaffee und er sagte mir, ich solle erst mit den anderen Essen und dann zum Hotel. Das war mir nun zu viel, und ich ging stracks in die Richtung wo ich meinte, dass das Hotel sein würde. Nach einiger Zeit kam er dann hinter her und ließ sich wieder die Karte geben, um wieder jemanden zu fragen – dann ging er zielgerichtet in eine Richtung, und wenn ich der gleichen Meinung war ging ich hinterher, wenn ich anderer Meinung war, sagte ich, „thats the wrong way“ und ging in die Richtung die ich für richtig hielt. So kamen wir dann auch im Hotel an. Dazu muss man wissen, das ein Inder kaum je sagen würde, dass er den Weg nicht kennt, er wird lieber den falschen Weg weisen, als so unhöflich zu sein, nicht zu antworten. Diese Technik, frage jemanden, gehe bis du weit genug weg bist, dass der Gefragte sein Gesicht nicht verliert  und frage den Nächsten ist uns also gut bekannt, wenn man keinen Schimmer hat wo es wirklich lang geht. Ich packte meine Kamera ein und der Rückweg stand an. Hier erwies sich der Taxifahrer als praktischer Begleiter, denn den schnellsten Weg zurück hätte ich nicht so gut gefunden. Das Essen im Leopolds war gut, aber die Preise waren eher der guten Lage in der großen Stadt entsprechend, dafür aber gut akzeptabel. Hier ist nun mal einiges wieder teurer als in Calangute, wo dafür andere Preise entsprechend einer Touristenhochburg waren. Hier kostet die Unterkunft eben 2490 Rupien und ein gegarter Maiskolben am Straßenrand nur 20 Rupien, In Calangute kostete Johnnys außerhalb der Saison nur 800 Rupien, der Maiskolben aber 50 Rupien, um eine ungefähre Idee zu geben was ich meine. Hierbei sollte man aber schon sagen, dass Johnny wirklich ein Fairer Mensch ist, und aber auch hier die Preise mit Mitte Dezember kräftig steigen.
Ach so, ich muss noch was nachtragen. Bevor wir in Leopolds Kaffee gingen, zeigten wir der lieben  österreichischen Familie (die übrigens hier in Mumbai zu einer indischen Hochzeit eingeladen ist), noch das Taj-Hotel. Natürlich nutzte ich auch wieder die Möglichkeit mir die Hände zu waschen. Dabei traf ich zufällig „unseren“ Amerikaner wieder, der diese Räumlichkeiten gerade verlassen wollte. Hui wie der sich freute mich doch zu sehen – er wollte unbedingt hören wie unser Tag war und lud mich ein, zu einem „Drink at the bar“ wo er eh gerade sitzen würde. Ich saß nun etwas zwischen den Stühlen, aber nahm an und wollte das mit den wartenden Harriet+österreichische  Familie draußen klären, dafür fand sich dann auch eine Lösung. Ich fragte also den nächststehenden Hotelangestellten wo denn die Bar wäre, und bekam die Antwort, dass es mehrere davon geben würde. Ich ging mehrere davon ab, aber fand ihn nicht wieder – er muss wohl in einer der anderen gewesen sein. Schade. Nun kann sowas ja immer auch nur so „dahin gesagt sein“, aber die Freude mich doch zu sehen schien mir so ehrlich, dass ich eher denke, dass er in seiner Bar sicher noch gewartet hat, wann ich komme, als das ich anders denken würde.
Ein Supermarkt war in dieser Gegend auf dem Heimweg nicht zu finden, und mein Handy macht immer noch Probleme, da eine indische Sim wohl automatisch auf Roaming schaltet, wenn man in einen anderen Bezirk kommt – und damit gilt dann auch die Internet-Flatrate nicht mehr …
Für Telefonieren fehlt mir das Prepaidguthaben (s.o. Kreditkartentelefonate) und Internet geht auch nicht. Im Augenblick sind wir mal wieder von der medialen modernen Welt abgeschnitten. Morgen finden wir dann hoffentlich einen Supermarkt und einen passenden Telefonladen.

Abschied Johnnys Hotel – Zugfahrterlebnisse

17.12.
Abschied Johnnys Hotel – Zugfahrterlebnisse

Auch hier fiel uns der Abschied schwerer als gedacht. Johnny hatte seinen Sohn und seinen Enkel da – und deswegen war er so glücklich. Gleichzeitig war der Abschied aber auch etwas traurig- gerade von Paula verabschiedeten wir uns sehr ungerne. Paula ist eine Holländerin, die viele Jahre als Tourguide nicht nur durch Indien gereist ist. Nun hat sie ein Bein verloren und kann im Rollstuhl diese Aufgabe nicht mehr gut ausfüllen. Aber wir haben zwei sehr nette Abende mit ihr verbracht und sie dabei sehr ins Herz geschlossen. Toll für uns war, das wir ihr auch Fragen stellen konnten, die wir uns bisher nicht getraut haben zu fragen. Mit ihr war alles locker und so bekamen wir aus eine Frage zur Benutzung asiatischer Hocktoiletten eine erstaunlich einleuchtende Antwort. Frage: Wenn man auf so einem Hockklo die asiatische Form genutzt hat sich den Hintern zu reinigen – und es gibt ja nun mal kein Klopapier – wie trocknet man sich ab ??? Antwort: „Hey ihr seid in einem warmen Land, man braucht sich nicht abzutrocken – es trocknet von alleine.“ Jupp – nun können wir irgendwann eine vollständige Anleitung zur Benutzung asiatischer Toilletten erstellen. Das kommt also noch, denn dann muss es ein Leser unseres Blogs wenn er mal ins asiatische oder arabische Ausland fährt sich nicht genauso erarbeiten wie wir. Wie man sich den Hintern putzt lernt man ja nun mal normalerweise als Kind von seinen Eltern – was aber nun wenn alles ganz anders ist, und man kein Kind mehr ist …. Dazu mehr ein Andermal. Unsere Internetauskunft sagte immer noch, dass wir auf Platz 1 und 2 stünden, also wollten wir uns einen Bus nach Mumbai/Bombai suchen, aber Johnny sagte uns, dass wir ruhig zum Bahnhof fahren sollten, wir bekämen  bestimmt einen Platz – bekamen wir am Ende auch, aber 3.Klasse – also sogenannte Holzklasse. So wurde die Fahrt zu einem Abenteuer.
Zunächst stiegen wir also ein und waren erleichtert, weil der Zug recht leer war, und wir setzten den Rat von Paula um, uns in die (offene) Tür zu stellen und so die Landschaft anzuschauen – toll! Jeder deutsche Sicherheitsbeauftragte würde bei der bloßen Betrachtung dieser Wagons von Weitem bereits einen Herzkasper kriegen, aber sich so bei voller Fahrt aus der Tür zu lehnen die Landschaft im Ganzen wahr zu nehmen und den warmen Fahrtwind leicht kühlend zu spüren – toll! Wenn eine Station näher kommt, sollte man schnell zu seinem Platz zurück, damit den von den Einsteigenden keiner mopst – aber so lange es relativ leer ist, kann man immer wieder hin. Gespräche hat man als Europäer ganz schnell und jeder will ein Foto machen mit allen zusammen. Natürlich achten Harriet und  ich immer darauf, dass wir untrennbar als Paar da drauf sind. Aber auch auf dieser Zugfahrt wurden schnell einige Freundschaften geschlossen. Mit einem mit dem Namen Preshant haben wir sogar die Telefonnummern  ausgetauscht und hoffen es zu schaffen ihn in Mumbai wieder zu sehen – was auch den Begriff „Freundschaft“ erklärt – denn ein Norddeutscher benutzt diesen Begriff sicherlich normalerweise deutlich zurückhaltender. Der Begriff Freundschaft hat hier eben eine andere Bedeutung. Freundschaften werden schneller geschlossen, haben aber vermutlich auch weniger Bedeutung. Bei wem ich in Deutschland von einem Freund spreche – das ist im Vergleich zu hier viel bedeutungsschwerer und ich freue mich so gute und verlässliche Freunde zu haben, die genau diese tiefe Bedeutung auch verdienen – hier aber hat diese Leichtigkeit auch etwas und passt sie so auch hin, ohne dass ich durch diese Leichtigkeit die Tiefe der Freundschaften zu Hause mindern möchte.  .. Der Zug füllte sich zunehmend bis er wirklich brechend voll war. Bänke die für drei Personen gedacht sind wurden mit bis zu 5 Personen genutzt und auch an Stehplätzen war alles bis auf den letzten Kubikmeter genutzt – die Tür mit ihren Möglichkeiten des sich nach außen Lehnens  selbstverständlich eingeschlossen. Genau in dieser Zeit musste ich zunehmend dringender einmal Pullern. Irgendwann war es nicht mehr zu halten und die Zeit zwischen zwei Stationen ausreichend lang – alle halfen meinem energischen durchdrücken mit Baucheinziehen, Schubsen usw., dass ich langsam in Richtung Toilette bewegt wurde – in der Nähe der Türen hatte ich solche Sorge, dass für die armen Menschen die nach außen gelehnt waren die Arme evtl. nicht lang genug sein würden, wenn ich von der Mitte her die Menschenmenge Richtung außen drückte, aber es ging wohl alles – mit der gleichen Situation würden deutschsprachige im kühlen Heimatland wohl ganz anders umgehen. Hier meckerte keiner, im Gegenteil, es wurde herzlich gelacht über diese Enge und was es für alle bewirkte – und so ist es dann am Ende „No problem“. Nach dem ich bei meinem Platz zurück angekommen war, machten  die zwei Inder den Sitzplatz inzwischen eingenommen hatten auch sofort wieder frei. Meine Sorge, dass der Platz weg sein würde, wenn ich mal auf Toilette gehen würde war unbegründet – wobei es sicher dadurch erleichter wurde, dass die Tatsache, das ich auf meine Frau aufpassen muss, etwas ist, was hier einfach ein selbstverständlicher Teil der Kultur ist. Das Harriet da saß – in diesem überfüllten Zug wo kaum ein Kubikzentimeter übrig bleibt, wurde sie gefragt! Ob man sich neben sie setzen dürfte. Indien ist irgendwie sympatisch eigenartig und menschlich. Irgendwann leerte sich der Zug wieder und die Gespräche wurden wieder aufgenommen, die mit der starken Füllung beendet waren. Auch hier wurde der Abschied mit den neuen „Freunden“ wieder sehr herzlich.
Die Ankunft mit dem Prepaid-Taxi im Hotel war dann unspektakulär. In diesem Hotel braucht man keine Passfotos, die Ausweise werden gescannt und die Fotos aus dem Scan herauskopiert. So einfach – und das in Indien.

Abschied Calangute

Abschied Calangute
Wir haben mehrere interessante Tage hinter uns, die wir gerne bloggen würden, wenn wir Internet hätten. Darum ist jetzt „Trockenbloggen“ angesagt und veröffentlicht wird, wenn wir wieder Internet haben. Dann jeweils für die Tage 16.,17.,18.12.

Ok. Smartfone-Internet geht jetzt wieder mehr oder weniger zuverlässig. Ich versuche es mal ohne Bilder. . .

16.12. Abschied Calangute. Am letzten Tag war noch einiges zu organisieren und so war der Tag halb um, als wir in „unser Restaurant“ SeaShore in Calangute gingen. Wir hatten auf dem Weg am Vormittag schon Lobster/Hummer vorbestellt, weil wir uns dieses edle und teure Essen an unserem letzten Abend gerne leisten wollten. Gespannt schauten wir immer wieder über das Smartphone im Internet, ob wir die Zugticketts bekommen würden – aber es änderte sich nichts Warteliste Platz 1 und 2. Das viele langweilige organisatorische lass ich mal weg oder soll ich von den Telefonaten erzählen um unsere Kreditkarten wieder frei zu geben, die automatisch gesperrt wurden, weil wir komischerweise auf einer Reise ein anderes Benutzungsverhalten haben als in den Jahren in Deutschland? … Nein … die „No Problem“ Mentalität nimmt einen echt ein, und mein Blutdruck war nach 10 Minuten Abfrageautomatik plus Warteschleife bei einer speziellen Rufnummer für Anrufe  aus dem Ausland mit Kosten von nur 2,99€/Min. noch gut tollerabel (gefühlt – nicht gemessen *Augenzwinker*) na ja … irgendwann hatten wir das hinter uns und freuten uns auf unser Restaurant. Die Saison scheint zu beginnen, jedenfalls war es Proppevoll. Dennoch wurde für uns schnell Platz geschaffen und der Chef meinte nur „Ich hab Euch gefragt wann ihr kommt, hättet ihr was gesagt hätte ich reserviert. Wir hatten nichts gesagt, weil wir nicht wußten  wie lange alles dauern würde. Nun saßen wir also an unserem Extratisch und schauten wie andere fertig wurden. Wir hatten bereits unsere Vorspeise bestellt (gesprochen Sabaglie – ein lecker gefülltes Teigtaschengericht). Wir waren spät also leerte sich das Restaurant langsam und wir bekamen unser Essen. Bei Hummer stimmt das Preis/Leistungsverhältnis aus unserer Sicht nicht. Klar bekamen wir ausreichend Reis und Soße auch nachträglich noch, so dass wir am Ende satt wurden – aber nicht von dem bischen was an so einem Hummer dran ist. Wie man sowas in einem feinen Restaurant ordentlich essen würde müßten wir auch noch gezeigt bekommen. Hui sah der Tisch aus … neeonee
Aber dann kam der Abschied und der viel schwerer als gedacht. Ich hatte Harriet beim Hummerbestellen schon gesagt, als wir sagten, dass das unser letzter Abend sein wird, dass der Chef feuchte Augen bekommen hatte. Nun wurde es ausgesprochen herzlich – alle hatten feuchte Augen und es fiel gar nicht leicht. Sie sagten uns immer wieder dass wir für sie ganz besondere Gäsgte gewesen seien, nicht nur weil wir mit den Händen aßen, sondern weil wir so sehr interessiert gewesen sein es hätte ihnen große Freude gemacht mit uns. So wurden dann auch die eMail-Adressen ausgetauscht und wenn wir mal wieder nach Calangute kommen wollen haben wir sowas wie eine Einladung. Ich denke mal im Sinne von „Im Augenblick meine ich das ernst, aber bitte komme nicht wirklich in zwei Jahren auf mich zu“. Oder ist das nur mein deutsches Denken das ich das denke??? Ich weiß es nicht, als Norddeutscher wäre ich da halt doch etwas zurückhaltender soetwas anzunehmen, aber das für mich emotional wichtige ist ja auch: Im Augenblick wo es ausgesprochen wurde, wurde es vom Küchenchef ernst gemeint: „Wenn ihr wieder kommt, ruft mich bitte rechtzeitig an, die Hotels hier sind alle so teuer.“ Und ja, das wurde von uns emotional gerne erwiedert.

Link

Planung: Mumbai, Singapur, Sydney
Autoren sind Harriet und Wolfgang gemeinsam, auch wenn unten nur einer steht.

Jetzt wird es langsam dringend Zeit mal wieder zu bloggen. Die letzten Tage waren recht arbeitsam. Wenn wir sagen, dass wir jeden Tag in „unserer“ Strandbar waren- klingt das sicher eher nach Urlaub, aber wir waren vor allem hier um „free WiFi“ also freies WLAN zu nutzen. Jeden Morgen erschienen wir, nahmen den Tisch in der letzten Ecke ein, verbanden unseren Laptop mit dem Strom der hier (meist) verfügbar ist und recherchierten und buchten.

(Harriet korrigiert mich gerade – ich solle das „meist“ wegnehmen, denn schließlich, war jeden Tag nur ein oder zwei mal Stromausfall – wie gesagt „no problem“ *augenzwinker* )

Es ist kein Urlaub, aber zugegebenermaßen schon eine ausgesprochen angenehme Arbeitsatmosphäre seinen Arbeitsplatz im überdachten Warmen mit Ventilator über sich und mit Blick auf den Strand und das Meer zu haben. Die Pause verbringt man dann badend im Meer. Essen und trinken wird einem zu erschwinglichen Preisen gebracht. Ab 16:00 Uhr wird die Arbeit dann durch sehr laute Goa-Trance-Musik begleitet, so dass unsere Ohropacks sich mal wieder als nützlich erweisen. Der Sonnenuntergang gegen 18:00 Uhr ist dann langsam Abschluss des Arbeitstages, denn neben der lauten Musik kommen dann die Moskitos in die abgelegene Ecke. Wenn wir dann noch hungrig sind, gehen wir dann evtl. in „unser Restaurant“, wo das Essen im Gegensatz zur Strandbar richtig gut schmeckt. Evtl. geht es zum Supermarkt (15 Minuten Fußweg = „Spaziergang“ entlang staubigen Straßen und indisch vorbeifahrenden Fahrzeugen = Hupe ins Ohr), oder wir gehen zu einem Stand um ein paar Früchte zu kaufen. Aber bevor das irgendwie anders klingt – es ist zwar kein Urlaub aber auch nicht so wie sonst Arbeit und das alles „hat wirklich was“ und wir sagten uns bald, dass wir aufpassen müssen hier nicht hängen zu bleiben.

Ja, so sahen unsere Tage aus – und wir brauchten alle Tage um jetzt erzählen zu können was wir tolles geplant haben:

Thailand usw. lassen wir tatsächlich aus – da waren wir ja auch schon mal …

Nachdem wir uns erst für Indonesien entschieden hatten und zwei Reiseführer bezahlt und heruntergeladen hatten, fingen wir an zu lesen und fanden alles toll, bis wir zu dem Punkt kamen, wo stand: Die Zeit November bis Februar solle man tunlichst meiden, weil die Regenzeit hier viele Straßen unpassierbar macht usw … Au man … bei unserer ursprünglichen Reiseplanung war das immer eine unserer ersten Recherchen … und jetzt hatten wir erst Geld ausgegeben …

Nächste Planänderungen … bis wir nun Folgendes (fast fertig) organisiert haben:
(zu allem erzählen wir noch unten genauer)

17.12. Zugfahrt nach Mumbai
Unterkunft müssen wir noch finden, soll aber kein Problem sein.
23.12. Flug nach Singapur
Unterkunft in einem bekannten Backpacker-Guesthouse/Hotel gesichert
29.12. Flug nach Sydney
Unterkunft gesichert !!!
Silvesterfeuerwerk das größte und berühmteste der Welt – in Sydney – hoffentlich finden wir einen schönen Platz, wo wir das dann auch trotz Gedränge sehen können.

Die weiteren Berichte oder „Highlights“ sind jetzt nicht chronologisch.

Flug von Mumbai nach Singapur und Unterkunft in Singapur waren leicht und schnell zu finden. Bei der Fluggesellschaft erfuhren wir, dass diverse Fluggesellschaften sich jetzt darauf geeinigt hätten ab 15.12. das Mitnahmegepäck von 20 auf 30 kg zu erhöhen – toll. Die Buchung der Unterkunft und Bezahlung des Fluges scheiterten erst einmal, weil unsere eigentlichen Reisekreditkarten nicht angenommen wurden – zum Glück haben wir ja aber noch weitere. Das ging dann also problemfrei.

Singapur wird sicherlich aus vielerlei Gründen interessant – zu Weihnachten im Speziellen, so konnten wir lesen – ist man an einem besonderen Ort.
In Singapur sind zwar Buddhismus, Hinduismus und Muslime in solcher Überzahl, dass Christen eigentlich von vernachlässigbarer Menge sind, für die Menschen in Singapur ist dies aber ein besonders hohes Fest. Sie genießen Weihnachten als ein Geschenkefest, quasi als Rausch der Geschenkewelt. Konsum soll da entsprechend ganz hoch stehen. Und man soll bei >30°C und 90% Luftfeuchtigkeit zwischen Kunstschnee und Glitzerrentieren diverse andere „Weihnachtsdinger“ finden können. Hier kann man dann Kühlschränke kaufen, die beim Öffnen „I’m dreaming of a white Christmas“ spielen. Dieses lässt sich dann aber wohl leider auch im Sommer nicht abstellen.

Einige Artikel, die uns inspiriert haben, Weihnachten in Singapur verbringen zu wollen, findet ihr hier:
(Hua sieht das häßlich aus … ,müssen wir uns irgendwann noch mal mit den Einstellungen beschäftigen …)

die-singapurianer-feiern-weihnachten–als-haetten-sie-es-erfunden-schrill–kitschig–spektakulaer
und
Singapur-ganz-in-Weiss

es gibt noch mehr so schöne Artikel – könnt ihr selber googeln …

Singapur wäre also organisiert. Wir freuen uns schon drauf und sind schon ganz gespannt.

Bei der Recherche nach einem Flug von Singapur nach Sydney fanden wir in einer Suchmaschine einen Flug, der deutlich günstiger war, als andere Anbieter. Da wir ja auf das Geld achten müssen (immerhin verbringen wir Silvester in Sydney (s.u.)), kam uns das gerade recht. Wolfgang witzelte noch: „Bei dem Preis dürfen wir vermutlich froh sein, auf einer Kiste sitzen zu dürfen“. Die Gesellschaft Scoot recherchierten wir als eine Tochtergesellschaft der Singapur Airline, die einen guten Ruf hat. Scoot fliegt halt nur wenige Flughäfen an. Der Flug geht 1:45 Uhr los. Das war uns Begründung für den günstigen Preis genug. Also angemeldet und Buchung begonnen.
Alles erschien reibungslos. Na gut, eine Extragebühr kommt ja immer noch dazu, kennen wir ja. Auch, dass man gefühlt 20x die Extra Versicherungen abwählen muss… auch na gut.
ABER, dann ging es so richtig los.
Wir hatten unseren Flug bezahlt,
ABER zu unserem Erstaunen mussten wir Sitzplätze extra bezahlen (in unterschiedlichen Preisgruppen). Die Holzkiste war nicht auswählbar. *augenzwinker*
Lachend und mit dem Kopf schüttelnd haben wir also auch noch 2 Sitzplätze gekauft.
ABER, was war denn das? Wir hatten nur 15 kg Freigepäck pro Person. Also auch hier noch mal die Kreditkarte gezückt und dazu gebucht.
DANACH hatten wir keine Lust mehr.
Essen kostet auch extra „Sie haben die Möglichkeit Geld zu sparen, wenn Sie jetzt vorbestellen“, deshalb verzichteten wir auf das noch zusätzlich kostende Essen und haben beschlossen, die 8h mit Keksen und Obst über die Runden zu kommen.
HOFFENTLICH kostet die Mitnahme von Keksen keine Extragebühr 😉
Nun, am Ende sind wir immer noch günstiger als die anderen Anbieter, aber wer weiß, für was wir auf dem Flug
NOCH bezahlen müssen. Atemluft? Toilettengang? Lehne in aushaltbarer Position? Fallschirm zum Absprung, weil Landung noch mehr extra kostet?? Wir rechnen jetzt ja mit Allem 😉

In Sydney eine Unterkunft 3 Wochen vor Silvester zu bekommen ist ein Kapitel für sich. Volle 4 ganze Tage waren wir alleine da dran, zu recherchieren, etwas Passendes zu finden. Fast alles an bezahlbaren Unterkünften war bereits ausgebucht. Die wenigen freien Unterkünfte in Hostels verlangten eine Mindestbuchungsdauer von 14 Tagen zu Preisen, die gegenüber anderen Tagen um mehrere 100 % erhöht wurden und damit war der Gesamtpreis auf Hotelniveau. Wenige Hotels im Zentrum boten Zimmer für mind. 1000 € an (jeweils 4 Nächte 2 Personen). Das waren die Billigen, viele lagen sehr deutlich darüber. Schlichtweg nicht bezahlbar und unsere tolle Idee schien zu bröckeln. Aber Wolfgang gab nicht auf. Etliche Anfragen bei Couchsurfing erbrachten nicht einmal überhaupt eine Antwort. Nicht mal eine ablehnende – die Leute haben die vielen Anfragen in der Zeit einfach satt und machen zu – so vermuten wir. Es gibt Australier, die ihre Wohnung vermieten, auch dafür gibt es Portale die wir fanden. Da ist man dann auch bereit fast 1000 Euro für ein einfaches Zimmer in Zentrumsnähe zu zahlen. Aber auch da war alles weg oder es gab keine Rückmeldung. (Die Rückmeldung, dass das Zimmer ab 6.1. wieder zur Verfügung stünde zähl ich mal nicht.)
Oft wurden in Suchmaschinen Hotels für Sydney angezeigt, die bei genauerer Recherche wirklich sehr weit entfernt waren – die Spitze war auf den Fidji-Inseln, oder Hotels die mit bezahlbarem Preis als frei angezeigt wurden, aber weder frei waren noch die Preise für Silvester stimmten.)
Fast schon verzweifelt haben wir jetzt aber eine Unterkunft 15 km vom Zentrum entfernt gefunden und gebucht (Harriet hat diesen Glücksgriff am Ende gefunden). Für 660 € haben wir zu zweit 4 Nächte in einem Motel. Vermutlich einfach eingerichtet, aber für unsere Zwecke absolut ausreichend. Und HEY, WOW, wir werden ZU SILVESTER IN SYDNEY sein und haben die Chance das weltberühmte Feuerwerk zu sehen. So ändern sich Relationen und Preisvorstellungen …

Ab 2.1. geht es dann weiter. Das ist natürlich noch nicht geplant, aber wir haben die Idee, einen Flug zum Uluru (=Ayers Rock) zu buchen, dort einige Tage zu verbringen um danach in den Norden von Australien (z.B. Cairns) zu fliegen um mit einem Mietauto die Küste entlang südwärts zu fahren.

Zugfahrt Calangute, Goa, Indien – nach Mumbai:
In der Nähe von Calangute gibt es keinen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist in Thivim, ca. 20 km von hier entfernt. Wolfgang hat sich in dem Portal für Zugtickets angemeldet. Das ist notwendig, um überhaupt sehen zu können, welche Züge wann wohin fahren und ob da Plätze verfügbar sind. Er hat ja schon mal berichtet, welcher Aufwand dafür notwendig war. Inzwischen haben wir ständig Fotokopien unserer Pässe und farbige Passbilder dabei, die man hier in Indien ständig für alles Mögliche braucht, womit man vorher nie gerechnet hätte. Wir fühlten uns eigentlich sehr rechtzeitig, da wir erst in 1 Woche reisen wollen. Welche Überraschung: Kein einziger Platz mehr möglich (auch nicht in der Holzklasse und in den Tagen davor und danach). Immerhin konnten wir uns auf Platz 1 und 2 einer Warteliste einkaufen. Wir gehen jetzt davon aus, dass wir diese Plätze auch bekommen. Genaueres wissen wir 4h vor Abfahrt des Zuges. Natürlich sollte bis dahin das Taxi bestellt sein. Unsere Unterkunft in Calangute haben wir natürlich auch passend gekündigt.
Alternative Transportmittel sind das Flugzeug (Flughafen Dabolim; Vasco da Gama, Goa, Indien; ca. 40 km entfernt, was wir eher ablehnen, weil zu umständlich, zu teuer und umweltschädlich) oder eine 15h Fahrt in einem nicht klimatisierten Bus, was für uns 2. Wahl wäre.

Wir haben mal gezählt, wie oft die Wörter Recherche/recherchieren in diesem Blogbeitrag vorkommen: „Nur“ 6 mal … recherchiert haben wir viel mehr – huch jetzt sinds 9 😉

Bilderrätsel?

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Heute zeigen wir Euch wieder ein Bild vom Strand.

Es gibt etwas besonderes zu sehen, woran wir uns jeden Abend freuen.

Na, wer siehts?

Kleiner Tip:

Durch eine optische Täuschung sieht es mit dem Auge um etliches größer aus als auf Fotos.

Für uns ist es also viel beeindruckender, als wir es Euch per Foto zeigen können.

Ja, der Mond nimmt in einer horizontalen Linie ab.
Auf dem Bild nicht zu sehen: Der Orion steht im Zenit über uns. Kleinen Bär/Wagen und Kreuz des Südens habe ich bisher beide nicht am Horizont ausmachen können.
Hier noch einen Mondausschnitt des Bildes von oben.

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Toll …

Außerdem hoffen wir natürlich, daß Sturm Xaver glimpflich an allen vorbeigezogen ist …
und wünsche allen einen schönen Nikolaus!

Indien allgemein – Aus Kommentarantwort wird Blogbeitrag

Aus einer Antwort auf einen Kommentar von Bernd ist ein längerer Text geworden, den möchte ich jetzt gerne als Blogbeitrag in das Netz stellen:

[…] Urlaub in Goa ist bereits einfach toll und wir überlegen sehr Indien aus vielerlei Gründen zu verlängern. Die Länder aus Südostadien hatten bei uns vor Abflug Priorität 1-6, Indien 18. Jetzt würden wir das anders sehen. Alleine schon mit der Sprache (Englisch) eigentlich überall weiter zu kommen ist toll. Auch wenn ich die Hindi-SMS meiner indischen Telefongesellschaft gar nicht lesen kann (Sprache und Schrift sind uns total fremd).
Kambodscha und Vietnam stellen wir uns aktuell vor, dass man das auch „ein andermal“ noch machen könnte – dann evtl. mit jemand deutsch oder englisch-sprachigen an der Seite.
Singapur hatten wir bis jetzt gar nicht auf der Liste – das wäre aber auch eine Überlegung wert … Indonesien wäre total toll, aber da ist gerade Regenzeit …
… bei den sich täglich ändernden Vorstellungen stellen wir uns gerade ein kitschiges Weihnachten in Singapur mit Kunstschnee und Silvester in Sydney vor … aber von hier aus planen geht nur indisch, und alles was man denkt an einem Tag erledigen zu können dauert wenigstens eine Woche. Wir haben uns längst daran gewöhnt, dass mehrmals täglich der Strom ausfällt und das Internet schleicht (5b/s sind schon ganz gut wenn sie nur konstant sind – ja b! nicht kb oder MB) dennoch ärgere ich mich immer noch kräftig, wenn man nach Stunden des Schleichnetzes nur noch den entscheidenden Klick hinbekommen müsste und dann das Netz ganz ausfällt und man irgendwann die Stunden von vorne anfängt – was in Deutschland mit einem mittelmäßigen DSL-Anschluss in wenigen Minuten geklickt wäre …
Aber sonst hat Indien irgendwas, „no problem“ fängt einen ein. Strom geht nicht – „no problem“. Telefon geht nicht – „no problem“. Es wird schon wieder gehen – oder auch nicht, macht auch nichts. Sobald man irgendwo hin geht wo Service angesagt ist, z.B. in einem Restraurant, sind zahlreiche hilfreiche Geister bemüht in Windeseile alles um einen herum in tollster Weise her zu richten und die achten dann auch im Verlauf darauf, dass alles optimal ist. Es ist schwer seine Serviette auf den leeren Teller zu legen, weil dieser in dieser kurzen Zeit sicher bereits weg geräumt wurde. Man bekommt hier an fast jeder Ecke einen Service wie in Deutschland bestenfalls in allererstklassigsten Lokalitäten. Vom Geschmack der Speisen ganz zu schweigen. Nervig ist die „Dienstbarkeit, wenn man auf 20 metern Gehweg 15 mal gefragt wird, ob man nicht doch ein Taxi oder sonstwas haben will, und man lernt unhöflich ignorierend and den Anbietern vorbei zu gehen. Anders sind da natürlich Bahn-Schalter-Menschen oder andere „Beamte“ – die lassen Dich von ihrem erhöhten Sitz aus deutlich merken, dass Sie grad die Könige sind, ohne die gar nichts geht. (Wirklich wahr – was wunderte ich mich, als ich mich im Touristoffice vor dem erhöhten Sitz des „Beamten“ in Uniform in eine Art Sessel setzte und so einsank, dass aus den ca. 50 cm Höhenunterschied sicher 70 cm wurden. Da kommt man sich sehr klein vor …)
Es gibt hier einiges an Musik, das mir Ohrwurm ist, und ich versuche natürlich nicht nur für mich sondern speziell für Dich Bernd davon heraus zu finden von wem das ist, und wie es heißt – aber bis jetzt ist es mir nicht gelungen. Insgesamt wird hier viel Bollywood gehört – nur abends am Strand jetzt Goa-Trance. Als Harriet unserem Fahrer Bunty ihre Yoga-Musik vorspielte, war der total hin, der ging richtig ab. Die heißen „The Love Keys“ und die CD heißt Mango. Aber das ist eigentlich eine deutsche Gruppe und wird hier natürlich nicht gehört. So, nun ist das Ganze mehr ein Blog als eine Kommentar-Antwort geworden, und darum werde ich Teile davon gleich auch noch bloggen – also jetzt
Lieb Grüße nach Deutschland und ich hoffe natürlich auch, dass Sturmtief Xaver halbwegs friedlich über Deutschland zieht – insbesondere bei den norddeutschen Familien, die in letzter Zeit eh schon genug „Sturm“ hatten.