Archiv des Autors: Harriet

Uyuni Salzwüste

Uyuni Salzwüste – oder der größte Spiegel der Welt

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Die Salzwüste in Uyuni (Bolivien) wurde zum spontane Reiseziel von uns. Und wir sind so froh, unsere Route hierfür umgeworfen zu haben. Denn die ist einfach spektakulär. Dank der Empfehlungen anderer Reisende buchten wir eine 3-Tages-Tour von San Pedro de Atacama aus mit dem Endziel Uyuni. Direkt hinter der Grenze wurden wir zu 6 Personen in Jeeps aufgeteilt.
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Wir mussten allerdings 4h an der Grenze stehen, weil der Schneepflug nicht durchkam. An einer Grenze zu stehen, ist uns ja nicht fremd. Immerhin gab es ein lecker Frühstücksbuffet. Bei Sonne und 30°C in San Pedro de Atacama ist die Info des überforderten Schneepflugs nicht leicht vorstellbar, aber hier ist der Beweis. Schnee. Wohl unser erster Schnee seit Neuseeland im Januar 2014 als Gletscherform.

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Hier die Jeeps. Insgesamt 6 an der Zahl. Unser Jeep war ein „Euro-Jeep“. Warum?

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Hier auf dem Bild von links nach rechts: ich 😉 , Wolfgang, die Niederländer John und Sanne, unser Fahrer Romolus (er war bei der Erbauung von Rom nicht dabei) und die Schweizer Karin und Bastian. Also lauter Gäste aus Europa, nach so langem Reisen für uns eher Nachbarn. So unterhielten wir uns die ganze Zeit in einem Deutsch-Englisch-Mix. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, mit den anderen gemeinsam durch die Wüste zu fahren. Zwar konnte Romolus nur Spanisch, aber auf so einer Fahrt durch die Landschaft braucht man nicht viel Erklärung, die Landschaft erklärt sich von alleine. Nonverbal sorgte er wunderbar für uns und was das wichtigste ist: Er war ein sehr sicherer Fahrer in dem wirklich teils sehr schwierigem Gelände. Und für alles andere waren wir Bastian sehr dankbar, der mit seinen guten Spanischkenntnissen immer wieder übersetzen konnte.

1. Tag: viele Lagunen, Geysire, Stein- bzw. Sandwüsten. Immer wieder unterwegs konnte man faszinierende Farbspiele in den Felsen sehen.
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brrr. kalt.

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Wolfgang ist da etwas unempfindlicher… 🙂

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gefühlte unendliche Weite

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Es ging auf knapp 5000 m hoch. Bei den Erdnüssen hier im Bild sieht man, wie aufgeblasen die Tüte war. Sie ist aber nicht geplatzt.

Geschlafen haben wir in einem SEHR einfachen Hostel auf ca. 4400 m alle zusammen in einem Raum. Gut, dass wir uns von Anfang an gut verstanden haben.

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Am Abend bekam Wolfgang die Höhenkrankheit mit allem, was dazu gehört. Übelkeit, Schlaflosigkeit, Kribbeln in Armen und Beinen, Atemnot mit ondulierender Atmung, Kopfschmerzen… Gar nicht schön. Zum Glück hatten wir uns in San Pedro mit Medikamenten eingedeckt, die wir nehmen konnten. Das half, nicht auf den Notfall-Sauerstoff zurück greifen zu müssen.

Ich hatte es nicht ganz so stark. Bei mir kribbelten nur die Hände, ich hatte Kopfschmerzen und übel war mir. Gegen die Übelkeit halfen mir meine bewährten Akupressurbänder, Ibuprofen für die Kopfschmerzen und gegen das Kribbeln kauten alle im Auto fleißig Coca-Blätter. Ich spürte eine deutliche Verbesserung Dank Coca, Wolfgang merkte wenig davon, so brauchte er zusätzlich Medikamente.

Uns allen ging es nicht so gut und vor allem für Wolfgang waren wir froh, als es am nächsten Morgen wieder „runter“ ging.

2. Tag: wieder Lagunen, Alpacas, Pecuñas, Steinbaum, viel Landschaft. Unterwegs versorgte uns Romolus mit allerlei leckerem Essen (3 Mahlzeiten täglich waren inbegriffen). Da wir alle nicht so viel Hunger hatten, hat das Essen locker gereicht, trotz sonst eher europäischen Appetit.

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Alpacas

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Pecuñas

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Blick auf den aktivsten Vulkan der Region mit Halo-Erscheinungen im Himmel.

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Flamingos

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Unser Platz zum Mittagessen…

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Mittagsvorbereitungen an einer Lagune. Tolles Essen in toller Umgebung.

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der berühmte „Arbol de Piedra“ = Steinbaum

Am Abend übernachteten wir in einem Salzhotel, von denen es gar nicht wenige in der Region gibt. Hier war aber das Sonderbare, dass es nur heißes Wasser bis 20:30 Uhr gab und der Strom 22 Uhr abgeschaltet wurde. Da es am nächsten Morgen um 4 Uhr aufstehen hieß, störte es nicht allzu sehr. Wenn man „Salzhotel“ hört, denkt man, dass es „das Eine aus diversen Fernsehbeiträgen“ ist, aber Salzhotels gibt es auf der Bolivianischen Seite einige und für jedes Budget.

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unser Zimmer – die „Steine“ sind Salzblöcke

3. Tag: das Highlight kam zum Schluss der Tour. Wir erlebten den Sonnenaufgang über der Salzwüste. Hier hat man nur ein Wort…Unendlichkeit

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Dort frühstückten wir auch und Romolus fuhr uns einmal quer durch den Salzsee (macht nicht jeder Reiseanbieter). An einigen Stellen hielten wir an, um Fotos zu machen.

Hier ein paar der gefühlt tausend Bilder, die wir gemacht haben. Ein echter Spaß. Wir hoffen, auch für euch, liebe Leser, zum ansehen.

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Wo ist der Horizont?

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übers Wasser gehen?…können wir auch

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unser (Spielzeug)-Auto…

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Karen und Bastian

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wir (John und ich) werden zerquetscht…Hilfe

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ein Foto kleiner Wesen *hihi*

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Karen hat Bastian zum Fressen gern 😉

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Wer schleicht sich denn da von hinten an mich ran???

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„ohmmm“

Kurz vor Uyuni machten wir noch Toilettenhalt bei einem „besseren“ Salzhotel. So sieht die Empfangshalle aus, eben alles aus Salz.

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In Uyuni sahen wir noch den Eisenbahnfriedhof an (nun ja… Geschmacksache), bevor unsere Reise ein Ende hatte.

Die Reise hätte man auch als 4-Tagestour buchen können, wo wir von anderen Reisenden aber gehört haben, dass der 4. Tag wirklich nur die Rückfahrt ist und dass das dementsprechend anstrengend ist. Aber so würde man nach Chile wieder zurück gebracht werden, wenn man nicht in Bolivien bleiben möchte. Auch fanden wir die Route von San Pedro nach Uyuni besser als anders herum (wurde auch angeboten). Denn so steigerte es sich jeden Tag immer ein Bisschen, statt mit dem Highlight zu beginnen. Wir würden also jedem, der diese beeindruckende Wüste sehen möchte, die Route von Chile nach Bolivien empfehlen.

Der Ort Uyuni selbst hat nicht wirklich viel zu bieten, deshalb nahmen wir noch am gleichen Tag einen Nachtbus nach La Paz.

Nur kurz zu La Paz. Hier hatten wir erneut mit der Höhe zu tun, also verließen wir die Stadt bereits ein paar Stunden nach Ankunft mit dem Ziel Cusco. Den Titicacasee holten wir nach, als wir uns in Cusco noch weiter an die Höhe gewöhnten und uns sicher genug fühlten, keine Höhenkrankheit mehr zu bekommen.

Bereits in Rio de Janeiro

Die Zeit rennt… in Rio de Janeiro

Liebe Leser,
im Blog hängen wir ca. 5 Wochen zurück. Aktuell sind wir in Rio de Janeiro.

Unser Routenverlauf seit San Pedro de Atacama (Chile) war:

Salzwüste in Bolivien – Uyuni (Bolivien) – La Paz (Bolivien) – Cusco (Peru) – Machu Picchu (Peru) – Puno am Titicacasee (Peru) – Arequipa (Peru) – Paracas (Peru) – Nasca (Peru) – Lima (Peru) – Rio de Janeiro

Auf der Tour sind noch mal tausende Fotos dazu gekommen, die sortiert werden müssen. Und ja, auch in der Wüste haben wir viele Bilder gemacht!

In Rio sind wir in einer brasilianischen WG untergekommen, wo die Bewohner total nett sind. Felipe ist sehr lieb und gibt uns viele Tipps und ab und zu ein paar typisch brasilianische Speisen zu kosten. Hier fühlen wir uns sehr willkommen und wohl.

Die nächste Station ist Yucatan (Mexico). Nach dem wir in Peru von Inkas und Nascas Vermächtnisse ansehen konnten, wollen wir in Yukatan einen kleinen Einblick in die  Maya-Vermächtnisse werfen. Außerdem will vor Allem Wolfgang natürlich dort auch gerne Tauchen. Denn dort soll nicht nur eines der schönsten Tauchreviere der Welt sein, er war auch einfach schon viel zu lange nicht mehr unter Wasser.

Unsere Weltreise nähert sich damit leider auch langsam ihrem Ende.
Da wir auf unserer Reise immer wieder sehr nette Schweizer kennen gelernt haben, überlegen wir, ob wir uns als letzte Station unserer Weltreise die Schweiz vornehmen sollten. Holladiho.

Liebe Leser, bitte versteht, dass wir im Augenblick wieder sehr mit Reiseerfahrung (Besuch von Copacabana und Ipanema, Zentrum, Rio bei Nacht in Lapa, Blick vom Zuckerhut, Austesten von Speisen…), Planung usw. beschäftigt sind und uns auf das unabwendbare Ende unserer Weltreise vorbereiten müssen. Wir bemühen uns, Artikel noch zu schreiben, aber wann bleibt offen. Reisen ist alles andere als einfach oder erholsam – aber dennoch möchten wir keinen Tag missen. Und die Vorstellung zurück in einen „Alltag“ zu gehen, ist nach dieser Reise nicht einfach. Die vielen vielen Eindrücke die wir sammelten können wir zum Glück miteinander teilen. Hier im Blog haben wir immer wieder versucht sie mitzuteilen. Letztlich aber kann man diese Mischung aus Geruch, Geschmack, Gefühlen die in einem immer wieder anders sind, niemandem wirklich so begreiflich machen, wie jemandem, der dies genau so ebenfalls erlebt hat. Wir wünschten das ginge und werden uns große Mühe geben das mit jedem der dies gerne möchte zu versuchen, aber letztlich wollen wir ja auch z.B. niemanden bei tropischer Hitze und Grillgerüchen mit Wasser überschütten um einen Tropenregen in z.B. Koh Tao zu imitieren … 😉  Im Blog geht das schon gar nicht.

Missgeschick in Valparaiso

Missgeschick in Valparaiso

Achtung: Dies habe ich vor 5 Wochen geschrieben. Unten kommt dann noch ein aktueller Beitrag dazu. Die engsten Vertrauten kennen im Prinzip die Geschichte, aber ich finde, auch so etwas gehört in einen Reiseblog von Weltreisenden :

Diese Fahrt von Valparaiso nach San Pedro de Atacama bekommt einen eigenen Beitrag, weil diese Fahrt doch anders war als erwartet. Alles in allem eine 33h Fahrt mit 1x Umsteigen und 5h Aufenthalt in Antofagasta. Voll bepackt ging es von unserem Hostel auf dem Berg los zum Trolleybus, der direkt und günstig zum Busbahnhof fährt. Auf dem Weg nach unten habe ich eine einzelne Treppenstufe auf dem Weg übersehen und knickte mit meinem Fuß auf dieser Stufe um und fiel samt dem Gepäck hin. Ich merkte sofort, dass mir mein rechter Knöckel höllisch weh tat und ich ihn nicht bewegen mochte. Zuerst schnallte ich mein Gepäck von mir und schaute erst mal, was los war. Wolfgang entledigte sich auch gleich seines Gepäcks, um nach mir zu sehen. Der Knöckel begann dick zu werden und hörte nicht auf zu schmerzen. Das linke Knie war böse aufgeschürft und brannte. Mein linker Zehnagel vom großen Zeh war nach oben geknickt. Und ich lag da auf dem Bürgersteig und mochte nicht aufstehen. Mist! Den Zehnagel habe ich schnell wieder zurück geklappt, der blutete auch nur ein bisschen. Um den Rest konnte ich mich nicht kümmern. Wolfgang schaute, ob etwas gebrochen ist, es wirkte allerdings nicht so. Ein Einheimischer sah meine Misere und lief schnell zu einer Polizistin, die an der Straßenkreuzung stand. Sie kam dann auch schnell zur Hilfe und fragte, ob wie einen Krankenwagen bräuchten. So schlimm war es denn zum Glück doch nicht und Wolfgang bat sie nur, uns ein Taxi anzuhalten. Eine Fahrt mit dem Trolleybus war nicht mehr möglich.
Wolfgang verstaute dann das ganze Gepäck im Taxi, half mir auf und so fuhren wir mit dem Taxi noch einmal an unserer Unterkunft vorbei. Welch Ironie.
Schnell waren wir am Busbahnhof, wo mich Wolfgang zu einer Bank brachte, mein Knie vorsichtig sauber spülte. Nachdem ich gut saß und er sich rührend um mich sorgte, machte er sich auf die Suche nach einer Apotheke. Mit einer Stützbinde und einem Doppelpack fertiger Fußbandagen kam er zurück. Zum Glück haben wir immer Schmerzmittel in der Tasche, was mir etwas über die erste schmerzhafte Zeit half. Wolfgang wickelte dann die Stützbinde um meinen Fuß. So war es mir möglich, kleine Strecken auch nötigenfalls alleine zu gehen. Meine Sandalen sind an allen Punkten größenverstellbar, sodass ich auch mit dicker Binde in die Schuhe passte. Glück.

Dann ging es endlich los auf eine lange Busfahrt. Zwar konnte ich etwas schlafen, aber ich weckte immer wieder auf, weil mein Knie und mein Knöchel schmerzten. Ich durfte mein Bein auf Wolfgangs Schoß legen, damit es hoch gelagert war. Aber dann kam das nächste…
Kurz nach einem Stopp in einem Ort, wo ich leider wieder wach wurde, bremste der Bus sehr stark ab und blieb dann stehen. Ein Busbegleiter kam nach oben und schaute, ob es jedem gut geht. Da der Bus nicht weiter fuhr und andere Gäste ausstiegen (wohl für eine Raucherpause), stieg Wolfgang auch neugierig aus. Und dann sah er, dass der Bus einem anderen Fahrzeug aufgefahren ist. Von dem „Bumm“ haben wir gar nichts mitbekommen. So schlimm sah es auch nicht aus, Philippinische oder Indonesische Busse fahren deutlich verbeulter herum. Problem war jetzt nur, dass der Busfahrer entschied, dass es so nicht weiter auf Fahrt geht und wir zurück mussten. Alle Fahrgäste wurden nach ihrem Fahrziel in unterschiedliche Busse aufgeteilt. Wolfgang hatte seitdem die Mehrfachverantwortung, das gesamte Gepäck zu tragen und mich noch stützend von A nach B zu bringen. Ich war nicht in der Lage, ein kleines Stück Gepäck zu tragen. Die Situation gefiel mir natürlich nicht. Im neuen Bus hatten wir unseren bisherigen Sitzplätze natürlich nicht mehr. Zum Glück war ein anderer Fahrgast so freundlich, seinen Platz so zu tauschen, dass wir 2 Sitzplätze nebeneinander hatten. Puh, was für eine Nacht.

Mit 1,5h Verspätung kamen wir in Antofagasta an. Das war ganz gut, denn so konnten wir noch etwas Schlaf nachholen und die Wartezeit auf dem Busbahnhof verkürzte sich. Trotzdem war noch viel Zeit, sodass Wolfgang sich etwas umsehen konnte. Das viele Gepäck stapelte er vor meiner Sitzbank auf einen Haufen, wo ich meinen Fuß drauf legen konnte. Damit niemand etwas weg nehmen kann, verband er alle Gepäckstücke mit Karabinerhaken. Und dies sollte sich auch bewähren.
Einen Rucksack hatte ich im Laufe der Zeit vor mir stehen, weil ich etwas daraus brauchte. Während Wolfgang unterwegs war, versuchte ich mich mit Spanisch lernen etwa zu beschäftigen. Auf einmal sah ich, wie ein Mann, der in der Bank hinter mir saß, mit seinem Fuß nach meinem einzeln stehenden Rucksack angelte. Ich nahm also meinen Rucksack und in dem Moment, als ich ihn am restlichen Gepäck wieder befestigen wollte (ich mich also zurück drehte), sah ich einen anderen, der sich schon am obersten Rucksack zu schaffen macht. Er wollte ihn einfach nur klauen, aber der war ja fest. Als ich ihn entdeckte, tat er schnell so, als wäre der kleine Rucksack runter gerutscht und wollte behilflich sein, ihn wieder drauf zu rücken. Schnell ging er davon. Der erste hinter mir war dann auch schnell weg. Frechheit! Man, war ich sauer. Wenn der Rucksack nur drauf gelegen hätte, wäre zwar „nur“ unser Essen weg gewesen, aber ärgerlich wäre es. Man sah mir ja auch sichtlich an, dass ich nicht hätte hinterher rennen können. So aber waren alle anderen Rucksäcke miteinander verbunden und zu schwer für Kleindiebe, um mal eben schnell einen zu klauen. Wolfgang kam zum Glück bald zurück, dass ich ihm die Story erzählen konnte. Nach meiner Beschreibung erkannte er den einen und verjagte sie mit seinem Blick.

Unser Bus kam 30 Minuten später an für die letzte Etappe ab in die Wüste. Die Atakama Wüste zählt zu den trockensten Orten der Welt. Nun…an diesem Abend empfing uns die Wüste mit einem satten prasselnden Regen. Wolfgang brachte zuerst mich stützend zuerst zu einem Sitzplatz, danach holte er die großen Rucksäcke. Es war echt kalt (Gänsehaut an einer Schürfwunde ist kein nettes Gefühl). Er organisierte ein Telefon und Amalia (die Vermieterin) war anschließend auf dem Weg, uns vom Busbahnhof abzuholen.

Danach verbrachten wir viele Tage in San Pedro, wo ich meinen Fuß ruhig stellen konnte. Wir machten sogar eine Tour zu diversen Lagunen. Im Backpacker halfen mir viele andere Reisende mit Salben und sogar Tapes von ihren erfolgreich überstandenen Bänderzerrungen. In den 100 km entfernten Ort, wo es das einzigste Röntgengerät gegeben hätte, fuhren wir nicht, denn das hätte eine Reise von 3 Tagen bedeutet. Mein Körper sagte mir eher, dass er nur Ruhe haben will und der Rest schon in Ordnung geht.

Heute, nach 5 Wochen, trage ich immer noch die Stützbinde, wenn wir unterwegs sind. Ich kann aber schon ohne Gepäck lange Strecken mit zügigem Tempo zurück legen. Mittlerweile stören mich 10 kg Gepäck auch nicht mehr. Eingeschränkt bin ich aber noch bei zu vielen Treppen, Geröll, Sand oder anderes stark unebenes Gelände und mit meinem großen Rucksack. Den muss Wolfgang immer noch tragen. Wenn andere Reisende ihn so sehen (sein auf dem Rücken, meinen vorne dran geschnallt), erntet er immer Blicke mit einer Mischung aus Mitleid und Bewunderung. Ich bekomme immer zuerst böse, dann mitleidige Blicke, wenn sie meine Binde am Fuß sehen. Manchmal muss ich zur Demonstration humpeln, damit Wolfgang eher durchgelassen wird.

Unerwartet möglich ist das Reisen mit solch einem Malheur, was ich vorher nicht gedacht hätte. Okay, wir müssen öfter mal ein Taxi nehmen und die erste Woche saßen wir in San Pedro fest. Aber ansonsten…gerade zu zweit lösbar. Deutlich betonen möchte ich aber, dass Wolfgang in den ersten 3 Wochen echt Höchstleitungen gebracht hat. Neben dem Mehrgepäck musste er auch meine schlechte Laune aushalten. Und ich war ECHT nicht gut drauf. Ich bin zu ungeduldig (auch jetzt noch) und erwarte, dass es möglichst letzte Woche wieder komplett in Ordnung sein soll. Aber so eine Bänderzerrung braucht Zeit.

Starker Mann… 🙂

Valparaiso

Valparaiso

…oder die Stadt der freundlichen wilden Hunde und der schönen Straßenkunst.

Mit der Metro ging es nach 4 Tagen Santiago de Chile zum Busbahnhof um nach Valparaiso zu fahren. Dieses Mal versorgten wir uns wieder mit mehr Lebensmitteln, denn wir fuhren mit der selben Busgesellschaft und gingen ja nicht über eine Grenze. Essen gab es nicht, aber die Fahrt verlief gut, nur 1,5h ist Valparaiso von Santiago entfernt. Terezina und Maikel fuhren auch für ein paar Stunden mit uns nach Valparaiso, wo sich unsere Wege nach 3-maliger Verabschiedung am Ende doch trennten.

Hiermit euch beiden noch einen herzlichen Gruß und wir wünschen euch eine gute Weiterreise.

Valoparaiso besticht durch unzählige bunte Häuser, die sich an die Berge schmiegen und einem tollen Blick auf’s Meer. Früher, als alles noch mit dem Schiff um das Kap Horn gebracht wurde, war Valparaiso Anlaufstelle Nummer 1. Auch die Goldgräberära verhalf der Stadt zu einer gewissen Popularität. Dann wurde der Panamakanal gebaut und es wurde ruhig um Valparaiso. Ein wenig sieht man ihr den Zahn der Zeit an. Doch sie hat eine gewisse unbeschreibliche nette Atmosphäre, die wir bereits in San Francisco gespürt haben. Am Besten erkundet man die Stadt per Fuß, auch wenn das Berg hoch und runter etwas mühsam ist. Auf Empfehlung machten wir die „Tour for Tip“ mit, wo die eigentliche Tour kostenlos ist, ein Trinkgeld aber erwartet wird. Sehr informativ und wird auch von uns weiterempfohlen.
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unsere Englisch sprechende Führerin, gut zu erkennen an dem T-Shirt

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diese „Alfajores“ gab es wärend der Führung und waren kostenlos. Lecker gefüllt mit „Dulce de leche“, einer Art Caramelcreme. Super lecker…
Wenn Alfajores erwähnt werden, die vor Allem in Argentinien und Chile eine Spezialität sind, sollte auch das Getränk Pisco sour erwähnt werden, wo Chile und Peru sich streiten, wer den einzig wahren Pisco sour hat und wer den als einziger so nennen darf. Natürlich fanden wir in Chile den chilenischen leckerer und in Peru den peruanischen und würden auch jedem anderen Reisenden empfehlen das so zu handhaben *augenzwinker*.
Pisco sour ist ein alkoholisches Getränk mit Weinschnaps (Pisco), Eiweiß, Limettensaft, Zuckersirup und mit Eis. Im Glas haben wir dann auch die Variante mit etwas Zimt auf dem Eiweiß kennen gelernt. Lecker in beiden Ländern.
Ein Bild von Pisco sour haben wir auch irgendwo zwischen den hunderten von Bildern die wir insgesamt gemacht haben … leider jetzt noch nicht in diesem Blog. Dafür habe ich das Bild des Maisauflaufs gefunden. Hier also als „Nachtrag“ zum Beitrag „Santiago de Chile“.

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Neben den vielen bunten Häusern laufen unzählige Hunde herum. Menschen stellen hier und da aufgeschnittene Wasserkanister zum trinken auf, ab und zu teilt ein Bewohner sein Brötchen mit einem Straßenhund. Die Hunde selbst sind kein bisschen aggressiv, wenn du dein Brot lieber alleine isst. Sie setzen sich dann ganz still vor dich hin und schauen dich dann mit diesem herzerweichenden Blick an, den nur Hunde hinbekommen. 🙂 Es kam regelmäßig vor, dass ein Hund zu uns zum streicheln kam, während wir an einem Brunnen oder auf einer Bank saßen. Mensch und Hund achten sich hier gegenseitig und das finden wir toll. Wir hoffen, dass die Menschen in Valparaiso (Einheimische UND Besucher) schlau genug sind und den Hunden mit Respekt begegnen, sodass die Hunde gar keinen Grund haben, sich ein aggressives Verhalten anzugewöhnen, um sich zu wehren. Werden Hunde aber getreten oder schlecht behandelt, ist es kein Wunder, dass sie sich gegen das Lebewesen wehren, was ihnen weh tut, nämlich den Menschen. Den Menschen und den Hunden wünschen wir, dass sie weiterhin gut zueinander sind.

Und jetzt lassen wir lieber Bilder sprechen, denn die sind der eigentliche Charme der Stadt.

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„usa la bici“ heißt: „Benutzen Sie das Fahrrad“.

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Die folgenden 3 Bilder sind eigentlich ein Bild, was aber nicht auf ein Foto gepasst hat:
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Bei diesem Haus muss man „hoch“ gehen, um das Haus zu verlassen.

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Dekoration der vielen Stromkabeln

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das wird aus einer Straße Kunstvolles gemacht, wen sie so kaputt ist, dass kein Auto mehr lang fahren kann.

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Blick von der „Calle Alemania“ (Deutschlandstraße) auf den Ort herunter

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Blick in die andere Richtung

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Erinnert ihr euch noch an unseren Beitrag mit den Berggiraffen? Nach fast einer Weltumrundung haben wir die scheuen Tierchen in Valparaiso entdeckt.

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einer von mehreren alten Volkswagen, die noch funktionstüchtig durch Valparaiso fahren.

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vergängliche Kunst des Kunstfestivals: Alle Menschen können auf grünen Zetteln ihre Herzenswünsche, Sorgen, Gedanken… schreiben, die dann an diesen „Baum“ gemacht werden. So wird dieser Baum immer grüner, lebendiger, hoffnungsfroher, so das Ziel der Künstler.

Hier ein Bild von Katharina und Lena aus Regensburg, ebenfalls 2 Reisende, mit denen wir morgens in der winzigen Küche unseres Backpackers um den Minitisch mit 2 Stühlen abwechselnd tanzten und uns gut verstanden. Nun ein Bild der beiden, denen wir versprochen haben, in unserem Blog berühmt zu werden. 🙂 Vielleicht wird auch unser Blog durch euch beiden berühmt??? Gute Reise und guten Einstieg wieder zu Hause. Ihr wart echt witzig. Toll, euch kennen gelernt zu haben.

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Viña del Mar

Einen Tag haben wir auch den Nachbarort Viña del Mar besucht. Berühmt ist der Ort für seine Blumenuhr, wo sogar der Sekundenzeiger funktioniert und natürlich den Strand.

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Blumenuhr

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Strand

Uns war das Wasser etwas zu kalt, also waren wir nur die Füße baden. Dieser Ort ist nett aber sehr touristisch und so reichte es für uns, einen Tag dort zu verweilen.
Uns wurde auch der Park empfohlen, in dem wir ausgiebig flanierten. Leider hat das Erdbeben von 2007 einige Bereiche unzugänglich gemacht. Schade, aber das sind nun mal die Kräfte der Natur. Trotzdem empfehlenswert.

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Treppen im Park

Beim Spazieren durch die Stadt fanden wir bei einem Bäcker folgendes Angebot, welches wir auch gleich probierten:
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Die Berliner werden hier mit Maismehl gebacken und haben dadurch einen gelberen Teig als die deutsche Variante. Mein Optimum: Füllung von Chile mit Berlinern von Deutschland 😉

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Valparaiso gefiel uns im Verleich mit Viña del Mar besser. Es war zwar weniger „ordentlich“, dafür aber einheimischer und auch etwas günstiger.

Santiago de Chile

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Hinter der Grenze nach Chile ging es dann wieder Berg ab…

Gegen 21 Uhr waren wir spät abends unserem Hostel angekommen (siehe Artikel Fahrt nach Chile), wurden sehr freundlich von einer Aushilfe empfangen, stellten nach dem Check-In nur unser Gepäck ab und suchten uns was zu essen. Zum Glück essen die Chilenen genau so spät wie die Argentinier und alle Restaurants hatten geöffnet.

So kam ich schon am ersten Abend zu einem der 3 traditionellen Gerichte. Ich hatte einen kräftigen Rindereintopf mit allerlei grob geschnittenem Gemüse, einem ordentlich großen und guten Stück saftigen Rindfleischs und extrem wichtig: ein Stück Maiskolben. Die anderen 2 Gerichte probierte ich ein paar Tage später.

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hinten vor mir: mein Eintopfim Bildvordergrund Wolfgangs Essen „Bisteck a la pobre“ (= das Steak für Arme)

Ein anderes Nationalgericht ist Maismus mit Kartoffelbrei gemischt, leicht gesalzen, in Maiskolbenblättern als Päckchen wie eine Fliege gebunden und in Wasser gegart. Sehr sättigend und lecker.
Das 3. Nationalgericht ist eine Art Auflauf, wo die Hauptzutat – natürlich – Mais ist. Dieser Auflauf ist so gestaltet, dass unterschiedliche Zutaten (z.B. Fleisch, Gemüse, Weintrauben, Ei…) in die Auflaufform gegeben werden und mit einer Maispaste abgedeckt und gebacken werden. Ein schönes Überraschungsessen, weil man nie weiß, was „drunter“ ist. Dieses Gericht finde ich trotzdem am wenigsten ansprechend, weil es mir optisch nicht gefällt. Außerdem ist mir zu wenig Gemüse drin (den gehexelten Mais zähle ich jetzt mal nicht als Gemüse, weil es für mich nur eine braune Paste ist). Wenn man sich so ein Mittag bestellt, bekommt man immer Suppe, Brot mit würzig-scharfen Tomatendip und Salat dazu. Damit wird es zu einem sehr ausgewogenen Essen und man wird relativ günstig satt. Den Salat bekommt man roh, man kann ihn sich selbst mit Essig/Zitronensaft, Öl und Salz selber nach dem eigenen Geschmack zurecht manchen. Wir essen den Salat selbstverständlich. Selbst das Leitungswasser trinken wir ab und zu, da wir in einem Reiseführer gelesen haben, dass es unbedenklich ist. Wohler fühlen wir uns aber mit Kanisterwasser, teuer ist es ja nicht.

(Autorenwechsel: Wolfgang schreibt)
So gesättigt (ich hatte ein anderes Nationalgericht gegessen: Dünn geschnittene und gebratene Rindfleischscheiben) legten wir uns erschöpft von dem Tag zum Schlafen in unser frisches Bett. Mitten in der Nacht (irgend etwas nach 1 Uhr) klopfte es immer wieder und zunehmend immer lauter werdend an unsere Zimmertür, bis ich total müde und davon genervt die Tür öffnete. Vor der Tür stand ein junger Mann, der mir sagte, dass er für das Hostel arbeitet und ich mich anziehen, herunterkommen und jetzt bezahlen soll… Ich war fassungslos, fragte sehr bestimmt, ob das nicht bis zum kommenden Morgen warten könne, aber er sagte mir, wenn wir diese Nacht in dem Hotel verbringen wollen, dann müsse ich j e t z t zahlen. S o w a s – haben wir auf der ganzen Weltreise noch nicht erlebt! Im Voraus zahlen ist in einigen Ländern üblich, aber da tut man das beim Check-In. Oder man zahlt irgendwann im Verlauf. Noch nie aber habe ich erlebt oder gehört, das man mitten in der Nacht geweckt wird, um mitten in der Nacht zu zahlen. Eigentlich zahlt man ja um einen Platz zum Schlafen zu haben, und zahlt evtl. mehr für mehr an weiterem Komfort. Der Platz zum Schlafen ist und bleibt aber der eigentliche Grund, warum man sich eine Unterkunft sucht. Ich war bereits stinkig. Es kam aber noch dicker als ich angezogen unten an der Rezeption erschien. Dieser Mensch wollte das Geld in bar haben aber keine Quittung dafür geben. Wenn wir in diesem Hostel schlafen wollen, dann müssen wir jetzt bezahlen. Aber eine Quittung könne er keine ausstellen. Nö, so definitiv nicht mit mir. Unser „Meinungsaustausch“ wurde wohl laut genug, dass der Besitzer des Hostels irgendwann davon auch erwachte und zu uns kam. Dieser entschuldigte sich mehrfach für das Geschehene und selbstverständlich könne ich auch am nächsten Morgen zahlen. Ich ging zurück in unser Zimmer es wahr bereits irgendwas nach 2 Uhr. Ich war noch immer sehr wütend über diese Unverschämtheiten und konnte bis weit nach 05:00 Uhr nicht einschlafen. Von anderen Hostelgästen erfuhren wir später, dass es ihnen ähnlich ergangen sei. KO-Kriterium für ein ansonsten recht ansehnliches Hostel zum bezahlbaren Preis.

Der nächste Morgen startete für mich sehr übermüdet.

(erneuter Autorenwechsel: Harriet schreibt wieder)

Erkundung von Santiago de Chile

Nach unserem ersten uns ablehnenden Eindruck zeigte sich die Stadt von ihrer schönen Seite. Wir unternahmen einen vom Reiseführer empfohlenen Stadtrundgang und besichtigten so die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Am ersten Tag sahen wir den „Plaza de Armas“. Die Kulturzentren „Estacion Mapocho“ und „La Moneda“ sahen wir nur von Außen, da wir uns nicht in die lange Schlange in der prallen Sonne anstellen wollten. Auch gingen wir auf den Hügel „Cerro Santa Lucia“, um einen guten Überblick über die dunstige Stadt werfen zu können und schlenderten durch diverse hübsche Straßen mit Bäumen und lieblichen Verkaufsständen. Hier machten wir uns erneut bewusst, wie schön es ist, über Märkte von Argentinien und nun auch Chile zu schlendern. Man kann in Ruhe alles ansehen, auch mal anfassen, ohne gleich von dem Verkäufer angesprochen zu werden. Spricht man die Verkäufer aber an, sind sie gleich hilfsbereit zur Stelle, ohne aufdringlich zu sein. Ein wahrer Genuss im Vergleich zu Indien oder dem asiatischen Raum.

Bilder 1. Tag

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Am 2. Tag schauten wir uns das Wohnhaus von Pablo Neruda (von Außen) an und nahmen die Seilbahn (Ascensor) auf den noch höheren Hügel „Cerro San Cristobal“, wo die „Madre de Santiago“ als weiße Statue von den Gläubigen als Pilgerort dient. Dort blieben wir eine Weile, genossen die Aussicht auf die Stadt.

Bilder 2. Tag:

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warten auf die Seilbahn zur „Madre de Santiago“

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Blick nach oben

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dies ist die „Madre de Santiago“

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Dieser Hügel in der Mitte war der Hügel, den wir am 1. Tag besucht haben.

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andere Richtung

Architektonisch erkannten unsere Leihenaugen manchen Stil aus Buenos Aires wieder, auch wenn es nicht so gehäuft und wohl auch nicht so gewollt war. Schöner als in Buenos Aires sind die verkehrsberuhigten Straßen und das nicht so hektische Herumgelaufe der Einheimischen. Wir merkten selbst an uns, dass wir viel ruhiger durch die Straßen liefen.

Im Nachhinein hätten wir doch einen der angepriesenen Stadtrundgänge mitmachen sollen, weil wir später von vielen gehört haben, dass man da interessante Dinge erzählt bekommt. Okay, vielleicht beim nächsten Mal.

In unserem Hostel trafen wir die Niederländer Terezina und Maikel, mit denen wir manch nettes Gespräch über das Reisen durch Südamerika hatten. Auch probierten wir zusammen ein paar chilenische Weine durch, die ebenfalls Weltklasse haben. Da die beiden die entgegengesetzte Route bereisen, konnten wir uns gegenseitig Tipps geben.

Fahrt nach Chile

Fahrt nach Chile

Ganz reise-erfahren und von den argentinischen Bussen sehr überzeugt, kauften wir ein Ticket von Mendoza nach Santiago de Chile. Nach deren Angaben nur eine Fahrzeit von 10:45 – 15 Uhr. Die halbe Strecke haben wir mit unserer Bergtour schon gesehen, der Rest ist dann nur noch Grenzformalitäten und Fahrt nach Santiago. Da wir wussten, dass Chile sehr streng mit den Einreisebestimmungen für Lebensmitteln ist, nahmen wir nur ein paar Kekse und Wasser mit. Für 4 Stunden braucht man ja auch nicht so viel. Dieses Mal reisten wir mit der Firma Tur-Bus, die unschlagbar günstig war. Da wir „Service“ drin hatten, wollten wir lieber auf der sicheren Seite sein, nahmen nicht mehr Lebensmittel mit als nötig und freuten uns auf ein Mittagessen an Bord, wie wir es auf der Fahrt von Buenos Aires nach Mendoza kennen gelernt hatten. Es dauerte auch nicht lange, bis wir die Grenze erreicht hatten. Es wird nach PKW/Motorrad, LKW und Bus sortiert. Recht viele Leute waren da und so standen wir an. Wolfgang ließ die Stoppuhr laufen. Es dauerte echt lange, der Spaziergang zum Klo war eine angenehme Abwechslung. Wieder fielen uns schnelle Bewegungen schwer, denn wir waren auf über 3500m Höhe. Einige kauften sich an den Kiosken etwas zu essen, wir warteten lieber auf den „Service“. Filme wurden wieder zur Unterhaltung gezeigt. Leider war einer dabei, den ich persönlich echt widerlich fand. Ein Film über Menschen in der US Armee Ausbildung, die jede erdenkliche Erniedrigung über sich ergehen lassen mussten, wo viel Blut floss und alles detailgetreu dargestellt wird. Meine Akupressurbänder gegen Übelkeit halfen mir, die meinige zu bewältigen und ich verschlief zum Glück den Großteil des Films. Echt eine Glanzleistung von Auswahl und Geschmack. Im Bus waren übrigens auch viele Kinder drin, die wohl ähnliche Freude am Film empfanden. Zum Glück ist denen nicht schlecht geworden.

Aber zurück zur Grenze…

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Am Ende standen wir hier mehr als 4 Stunden an der Grenze und die Freude, nach der Grenzüberfahrt etwas zu Essen zu bekommen wurde nicht erfüllt. Der „Service“ bestand wohl lediglich aus Filme zeigen, Kissen verteilen und ab und zu Müll einsammeln. Noch nicht mal Wasser gab es.

(Autorenwechsel. Wolfgang schreibt jetzt anstelle von Harriet)

So kamen wir 19:30 Uhr hungrig in Santiago an. Der Busterminal war überfüllt mit Menschen, wie wir es das letzte Mal in Indien gesehen hatten. Hier stockte aber alles an allen Enden, statt wie in Indien ein zähflüssiges Vorankommen zu ermöglichen. Und nun zeigte sich unsere Routine … oder besser gesagt, es zeigte sich, dass wir „neue Länder“ nicht mehr so ernst nehmen.
Sonst waren wir vorbereitet. Bereits im alten Land wurde das letzte bischen altes Geld umgetauscht in die kommende Währung, damit man sich zumindest Toilette oder eine Kleinigkeit zu trinken leisten kann. Die Kreditkarten sind gut vorbereitet verteilt in unterschiedlichen Taschen leicht erreichbar untergebracht. So kann sogar eine Tasche verloren gehen, man hat trotzdem die Möglichkeit, an wenigstens eine Kreditkarte zu kommen. Tja, und diesmal … unsere Kreditkarten waren in Argentinien ja praktisch wertlos gewesen. Tagelang suchten wir, bis wir einen Automaten fanden, der uns zumindest eine kleine Menge Geld gab. Wie gut, dass wir Bargeldreserven in US-Dollar in Argentinien bereit hatten. Diese lohnen sich eh viel mehr in Argentinien, da man die zu einem viel besseren Kurs als dem offiziellen umtauschen kann und dadurch alles günstiger wird. (Zu unserer Zeit im Januar 2015 bekamen wir statt 8,55 argentinische Peso satte 13,5 argentinische Peso für einen US-Dollar). Die Kreditkarten waren also seit Wochen unbenutzt eher „sicher“ als zugängig irgendwo in den Tiefen unserer Rucksäcke verstaut. Bargeld in US-Dollar war zwar parat, aber mit einer Umtauschmöglichkeit rechneten wir an diesem Ort weniger als mit einem Geldautomaten. Zum Glück hatte Harriet eine Kreditkarte mehr zufällig doch noch in einer Tasche … (Au, man, wir klopften uns an die Stirn – und das uns, nach so vielen neuen Ländern, so einen Unsinn zu verzapfen… )
Da Harriet diejenige mit „der Kreditkarte“ war, tauschten wir die sonst üblichen Rollen und ich blieb bei unseren Rucksäcken und Harriet ging los um das Gelände zu erkunden und Geld zu besorgen.
Nach fast einer Stunde kam Harriet sehr traurig zurück. Das einzige was wie ein Geldautomat aussah war wohl ein Spezieller oder wollte ihr aus unersichtlichen Gründen kein Geld geben. Mit Englisch kam sie nicht weiter, keiner sprach nur ein Wort Englisch und sie wusste nicht, was sie noch machen sollte. Der Laden, der wie eine Wechselstube aussah, war ein Telefonladen, der auch kein Geld tauschen wollte.
Sie war jetzt müde und erschöpft und bat mich weiter zu machen. An einer Ecke hatte sie relativ am Anfang ein Hotel gesehen. Ihre Idee war: Evtl. spricht da ja jemand Englisch und wir bekommen Informationen wo man einen Geldautomaten oder eine Wechselstube findet und evtl. können die einem ja auch erklären, wie man nun zu unserem Hostel kommt.
So ließ ich Harriet, sich auf die Rucksäcke aufpassend, ausruhen und ging durch das Menschengewühl zu dem Hotel. Und damit ging dann endlich alles reibungslos. Zum Glück konnte ich auf Spanisch um Hilfe bitten und fragen ob jemand Englisch sprechen kann. JA, und eine junge nette Dame an der Rezeption sagte mir wo eine Wechselstube ist, und vermittelte uns eine Taxifahrt mit dem Unternehmen, das dem Hotel Sonderpreise gab. Wir sollten nur beide in das Hotel kommen, dann würde sie das Taxi rufen. (Der Preis klang unglaublich verlockend – natürlich taten wir das entsprechend.) Die Wechselstube war unglaublich schwer zu finden. Selbst als ich 8m davor stand, sah ich die noch nicht – erst als ich fast direkt davor stand sah ich die. Die Wechselkurse waren nicht berauschend aber akzeptabel und außerdem brauchten wir ja einfach dringend Geld – da blieb eh wenig Wahl. Dann holte ich Harriet ab, ging mir ihr und unserem  Gepäck zurück zum Hotel und von dort aus wurde uns das versprochene Taxi gerufen. Damit ging es dann zu unserem Hostel und wir waren fast spät abends endlich da. Noch einmal vielen Dank an die liebe Dame an der Rezeption, die ja eigentlich gar nicht für uns zuständig gewesen wäre, weil wir ja keine Hotelgäste waren. Aber zum Glück ist diese eher deutsche Art in Zuständigkeiten zu denken in vielen anderen Ländern nicht so verbreitet. Nach dem Check-In konnten wir unsere Rucksäcke in unserem Zimmer abstellen und uns auf den Weg machen etwas zu essen zu organisieren. Damit sind wir in Santiago de Chile in unserem Hotel doch noch angekommen. Wer hätte es gedacht. Aus 4 Stunden wurden fast 10 und der Notfallschokoriegel kam zum Einsatz…

Mendoza

Mendoza

Der Abschied von Buenos Aires und Flor, unserer Spanischlehrerin, die wir in den ersten zwei und der letzten Woche unseres Sprachkurses wieder hatten, fiel uns doch schwerer als gedacht. Flor ist uns echt ans Herz gewachsen. Auch Buenos Aires ließ uns nicht so einfach los. Komisch. Doch wir freuten uns auch auf Mendoza, dort wo am Fuße der Anden der wohl beste Wein Argentiniens reift.

Wir recherchierten lange im Internet, da es in Argentinien unzählige Busgesellschaften gibt, die unterschiedlichen Service anbieten, der uns zu Anfang nichts sagte. „cama“? „semi-cama“? „mit oder ohne Service“? Was beinhaltet dieser „Service“? Wir entschieden uns, mit Andesmar zu fahren, die zweitbeste Firma der Region (noch besser und auch teurer ist nur Chevalier, wenn die Aussagen aus einem Blog stimmen, den wir lasen). Mit dem Nachtbus ging es los. Wir hatten „Semi-cama executive“.
cama = Vollbett
semi-cama = Sitz mit Fußstütze, Rückenlehne „nur“ 140° nach hinten verstellbar
Semi-cama executive = Sitz mit Beinauflage, Rückenlehne ca. 160° nach hinten verstellbar

Argentinische Busse sind weithin bekannt für ihren hohen Komfort. Kein Vergleich zu den Bussen in denen wir z.B. auf den Philippinen oder Indonesien gefahren sind. Da weiß man den Luxus erst so richtig zu schätzen. Wir stellten fest, dass es für einen Argentinier schwer vorstellbar ist, viele Stunden in einem Bus zu sitzen und sich nicht einmal auf gut gepolsterten breiten Sitzen hinlegen zu können. Wenn ich da an die vergleichsweise sehr harten Sitze in den Greyhound-Bussen in den USA denke, die wir im Asien-Vergleich bereits als Luxus empfanden … Nun ja, Greyhoundbusse haben einen Vorteil, den bisher kein anderes Busunternehmen hatte: Eine Steckdose am Sitzplatz, wo man sein Mobiltelefon aufladen kann. Das hat bisher sonst noch keiner geboten – sonst aber ist Greyhound definitiv kein wirklich bequemes Reisen. Den Vergleich mit unseren argentinischen Bussen – wow … allerdings haben die toll aussehenden Kunstlederbezüge den Nachteil, dass man darauf schwitzt. Nie ist was perfekt auf der Welt *Augenzwinker*

Zur Unterhaltung gab es englischsprachige Filme *jippi*, eine kuschelige Zudecke und ein Kissen. Gegen 22 Uhr wurde ein lecker heißes Abendbrot serviert, Wein wurde ausgeschenkt und so schlummerten wir selig durch die störungsfreie Nacht. Das Frühstück am Morgen war zwar echt dürftig (3 Kekse), aber es gab immerhin einen heißen Kaffee oder Tee. Ankunftzeit in Mendoza war gegen 10 Uhr. Unsere Essensvorräte waren Dank des Services kaum angerührt.

In Mendoza hatten wir erst mal mit der Höhe zu kämpfen. Von monatelangem Leben auf null Höhenmeter auf nun 840 m in einer Nacht ging echt auf den Kreislauf. Auch die drückende Wärme ließ uns in den ersten 2 Tagen nur von einer schattigen Parkbank zur nächsten schleichen. Zum Glück ist Mendoza reichlich bestückt mit Parks und Bänken, sodass wir immer ein schattiges Plätzchen fanden. Wieder einmal machten sich unsere in Australien gekauften Trinkbeutel bezahlt.

Weintour

Natürlich darf in Mendoza eine Weintour nicht fehlen. Hauptsächlich 2 Wege führen hier zu den Weingütern, die eher um das 15 km entfernten Maipu angesiedelt sind. Entweder man leiht sich ein Fahrrad und radelt von einer Winzerei zur nächsten oder man macht eine teurere Weintour. Aufgrund unserer noch vorhandenen Trägheit entschieden wir uns für eine geführte Tour. Wir fuhren mit der Firma Wanka, die eine der günstigeren Touranbieter war, die wir fanden. Im Weintour-Bus wurde allerdings alles nur auf Spanisch erzählt. Bei den Winzern selbst bekamen wir dann eine Tour auf Englisch durch die Winzerei. Das wurde uns aber im Vorfeld gesagt, sodass wir keine unschöne Überraschung erlitten. Das passte uns, denn die unzähligen Weinanbauflächen können wir auch ohne Sprachkenntnisse sehen und so versiert sind wir auch nicht in der argentinischen Weinkultur, dass es uns wichtig wäre, zu wissen, an wessen Weingut wir vorbei fahren. Gesagt – getan, noch am gleichen Tag ging es los. Wir buchten auch gleich eine Bergtour „Alta Montana“, die dann auch mit Englisch sprechendem Guide am Folgetag sein soll. Auf der Weintour stellten wir schnell fest, dass wir die einzigsten 2 Personen waren, die eine Führung in Englisch brauchen. Wir waren gespannt.

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Wir besuchten 2 Weingüter und ein Unternehmen für allerlei Produkte aus Oliven. Zuerst waren die Oliven dran.

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Bild an einer Wand der Olivenfarm

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die Besitzerin erklärt in der Abfüllanlage

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Verkostung

Durch die stille kleine Produktionsanlage wurden wir durchgeführt und es wurde viel erklärt. Die Besitzerin sprach zuerst in Spanisch und dann in Englisch. So erkannten wir auch schon im Spanischen einiges und konnten im Englischen feststellen, ob wir es richtig gehört haben. So stellten wir auch manchmal fest, dass Kleinigkeiten im Englischen weg gelassen wurde. Zum Ende der Führung konnte man sich noch nach Herzenslust mit Olivenlotion einschmieren und Brot mit unterschiedlichen Olivenölen oder Olivenpasten probieren. Lecker und eine gute Grundlage für das Folgende…die Weinproben.

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Im ersten Weingut kamen wir an und es war ein echt klasse Weingut. Sehr auf Qualität bedacht, Lagerung des Weines noch in echten Holzfässern mit echtem Korkverschluss aus Portugal. Da sich die Englisch sprechenden Besucher in unserer Gruppe nicht vermehrt haben, bekamen wir unsere eigene Führung. Eine Engländerin aus einer anderen Gruppe wurde noch dazu gebracht aber das war’s auch. 3 Leute statt 20 in einer Gruppe. Klasse. Auch der Wein (ausschließlich Rotwein) war sehr lecker, sehr aromatisch doch für uns Budget-Reisende oberhalb unserer Grenze dessen was im Budget drin ist. Und wie immer lohnt es sich erst ab einem Karton mit 6 Flaschen. Und damit können wir Rucksackreisende echt nix anfangen. Also bedankten wir uns herzlich und kauften nichts.

Gut angeheitert ging es ins 2. Weingut.
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ein typischer Arbeitsplatz; man beachte die Gummistiefel unter dem TIsch

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Das Originalauto des italienischen Besitzers.

In diesem Weingut  gilt nicht so sehr die Reinheit als Qualitätskriterium sondern der Geschmack. Da wird auch gern mal Zuckercoleur hinzugefügt, damit der Wein ordentlich Alkohol produziert. Wieder erhielten wir unsere eigene Führung, die uns aber eher wenig gefallen hat. Wir wurden im Affentempo durch die Anlagen geführt, um am Ende selbst abgefüllt zu werden. Hier floss der Wein gut. Am Ende haben wir aber doch 2 Flaschen gekauft (einen Weißen für mich und einen fast Braunen für Wolfgang). Die Farbe des braunen Weines widerspricht sich mit allem, was wir gelernt haben, was Wein haben bzw. nicht haben sollte. Doch geschmeckt hat er trotzdem und bezahlbar war er auch.

Nachdem jeder ordentlich gebechert hatte, lief auch die Verständigung im Bus deutlich einfacher *hihi*
Noch eine Besichtigung eines kleinen Bauernhofs, der überteuerte Produkte anbot und dann ging es zurück nach Mendoza, wo wir (fast) zum Hostel gebracht wurden. 1 Block mussten wir laufen, da unser Hostel in einer Einbahnstraße liegt, die für den Fahrer nicht passend war. Also gab es auch kein Trinkgeld.

Alta Montaña

Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich 7:30 Uhr direkt vor dem Hostel abgeholt. Es war der gleiche Fahrer. Ein paar Argentinier erkannten wir aus der Weintour wieder, die nun mit uns in die Berge fahren wollten. Die Tourführerin sprach Spanisch und Englisch. Wieder waren wir die einzigen 2, die Englisch brauchten. Auf 4200 m sollte es nun gehen. Etwas Bammel hatten wir schon, denn so sehr gut ging es uns in Mendoza ja auch nicht und das waren nur knapp 1000 m. Auch gingen wir nicht davon aus, dass sie Medikamente und Sauerstoff im Bus für den Fall einer Höhenkrankheit haben würden. Doch unsere Sorge sollte eh unbegründet bleiben.

Wir besichtigen zuerst das für Mendoza lebenswichtige Wasserreservoir auf 1300 m. Im Winter und in der Schmelzzeit füllt es sich mit Wasser, wovon die Menschen in Mendoza das restliche halbe Jahr ihr Wasser bekommen. Hätte es das nicht, wäre Mendoza eine Wüstenstadt und die Leute hätten nichts zu trinken. Hier erfuhren wir auch, dass das Kanalsystem, mit dem in Mendoza die Bäume am Straßenrand und die Weingüter versorgt werden im Prinzip das Gleiche ist, das vor hunderten von Jahren die Inkas angelegt haben. Eben heute nur moderner und größer – aber das gleiche Prinzip.
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das Wasserreservoir

Dann ging es immer weiter hoch bis zu dem Punkt auf 4200 m. Unser Fahrer zeigte enorme Fahrsicherheit auf der steinig-sandigen, schmalen und steilen Serpentinenstraße mit vielen engen Kurven, der Abhang immer nur eine Reifenbreite entfernt.
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Kein Wunder, dass dieses Ziel bei vielen Anbietern wetterabhängig angefahren wird. Der argentinische Sommer ist für diese Region Nebensaison. Voll wird es, wenn Schnee liegt und alle zum Skifahren kommen. Dann ist aber die Zufahrt zum Gipfel gesperrt.

Am Gipfel des Berges angekommen steht man genau auf der Grenze zwischen Argentinien und Chile.
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Beide Länderflaggen und eine Jesusstatue symbolisiert die Verbundenheit und die Friedlichkeit der Länder. Viele Menschen freuten sich, es hoch geschafft zu haben. Viele Motorradfahrer fotografierten sich gegenseitig mit ihren Nationalflaggen, umarmen sich.
Es war echt kalt und wir freuten uns über unsere Zwiebelschicht an Klamotten. Nur im Schneckentempo konnten wir uns bewegen, denn die Luft war spürbar dünn. Jede körperliche Anstrengung artete in eine deutlich vertiefte Atmung aus. Ein kräftiger Wind fegte über die Plattform, wo wir mal nach Argentinien, mal nach Chile sehen konnte.

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Blick nach Argentinien

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Blick nach Chile

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Auch unserem Auto merkte man die anstrengende Auffahrt an und wurde am Gipfel gut gekühlt.

Und dann passierte es… Ich war dabei, Conny und die Welt für ein Foto zu halten, als eine Windböhe mir die Welt aus den Händen riss. Jegliches wieder einfangen war zwecklos.

Die Welt ist verloren.
Die Welt ging verloren an der Grenze zwischen Argentinen und Chile.

Nach über 1 Jahr Reise mit uns um die echte Welt flog unsere liebgewonnene aufblasbare Welt nun alleine davon. Das war ein sehr trauriger Moment. Wir hoffen (etwas unrealistisch, aber das macht ja nichts), sie flog gut bergab weit davon, ein Kind hat sie gefunden und freut sich über sie. Die Vorstellung, dass unsere Welt die schöne Landschaft vermüllen könnte, gefällt uns schließlich gar nicht. Mal sehen, ob wir einen Ersatz in einem Spieleladen am Meer in Chile finden. In Deutschland wüssten wir, dass wir für z.B. bei ebay für ein paar Euro schnell Ersatz bekommen könnten.

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Hier ein letztes Bild von unserer Welt. Nun muss Conny alleine posen.

Auf dem Rückweg schauten wir uns noch die „Inca-Brücke“ in Puente del Inca an. Der Fluss transportiert unzählige schwefelhaltige Sedimente, die sich auf alles ablagern, was sich im Wasser befindet. Diese Hausruine war mal ein Hotel, doch es ist inzwischen zu gefährlich sie auch nur betreten. Irgendwann wird der Fluss das ehemalige Hotel komplett überzogen haben.

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Wie das aussieht, wenn Objekte nur 15 Tage im Wasser verweilen, haben wir hier versucht, auf folgenden Bildern fest zu halten.

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Flaschen, Getränkedosen und einen Locher

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ein „normaler“ Arbeitshandschuh – jetzt wohl nicht mehr zu gebrauchen

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eine Schirmmütze, das Verstellband für die Größe hat sich freigebröselt

Dank der Empfehlung unseres Hostel-Vermieters packten wir ein gutes Picknick ein, sodass wir das teure und wenig leckere Imbisbudensessen unterwegs nicht essen mussten und verpflegten uns selbst.

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Ein geschlossenes Hotel, was sich nur auf den Skitourismus orientiert.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder der Fahrt:

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Reste der Eisenbahnstrecke von Argentinien nach Chile. Sie soll zwar wieder errichtet werden, doch das wird wohl noch länger dauern als der Bau des Berliner Flughafens….

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der höchste Berg Südamerikas

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ein Bus, der wohl schon lange keine Passagiere mehr fährt

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für das Größenverständnis: hier eine massive Eisenbahnbrücke über das aktuell fast trockene  Flussbett

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der  fast trockene Fluss: ich hoffe, ich habe es noch richtig in Erinnerung, aber ich glaube, unsere Reiseführerin sprach von eine Höhe von ca. 30 Meter der dunklen Wand. Kaum vorstellbar, dass das während der Schmelzzeit voll Wasser sein soll.

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In der restlichen Zeit in Mendoza machten wir noch eine Tour mit den für Städte typischen Hop-On Hop-off Bus, aßen unser erstes BBQ – eine „Parillada“. So eine typische argentinische Grillplatte „Parillada“ hat übrigens neben leckeren Steaks auch diverse Innereien. Da sieht man dann Europäer die Nase rümpfen und die nahmen das dann nicht. Nach einem Jahr Weltreise und vielen verwunderlichen Esserfahrungen probierten wir einfach – und es war echt lecker! Da hat so mancher was verpasst!

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So eine Parillada ist eine ausreichende Portion für 2 Personen. Natürlich kommen noch Pommes, Salat und Getränk dazu, damit man nicht hungert. 😉

Ansonsten liefen wir immer wieder gern durch die schöne, idyllische und ruhige Stadt. Mendoza ist eine Stadt mit einer wirklich netten Atmosphäre, die vor allem auch durch die vielen Baum-gesäumten breiten Alleen vermittelt wird. Einfach nett!

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linker Bus = Citytourbus
rechter Bus = „normaler“ Linienbus im Stil einer Cable Car wie in San Francisco

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Allee aus dem Stadtpark raus

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Denkmal zu Ehren von San Martin

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Wolfgang packt den Stier bei den Hörnern am Fuße des Denkmals

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San Martin – seine Nase wurde wohl ganz oft wohl für Glück gerubbelt (wie die Beine des Esels der Skulptur der Bremer Stadtmusikanten).

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Wieder San Martin mit einer uns unbekannten Frau. Hier liegt die Suche des Glücks eindeutig auf der weiblichen Seite *grins*

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eine der vielen schönen Alleen in Mendoza
Natürlich gibt es noch diverse andere Ehrungen des Nationalhelden San Martin. Solange man Argentinien bereist, hat man sowieso den Eindruck, das der überall seinen Fuß hin getan hat und dies bis heute geehrt wird. (Wer schon einmal als Tourist in Weimar war, weiß am Beispiel Goethe in Weimar, was ich mit San Martin in Argentinien meine…) In Mendoza gibt es außer mindestens einem Denkmal sogar eine Kreuzung zweier Straßen mit den Namen San Martin … okay, bei genauem Hinsehen ist die eine dann eine M. de San Martin und da wird seine Tochter Mercedes de San Martin geehrt. 😉 Ok… Wie viele Goethestraßen gibt es in Deutschland? … Am Ende sind wir aber schon ganz stolz, dass bei uns eher Dichter und Komponisten so geehrt werden als militärische Heerführer.

Lebenszeichen

Liebe Leser,

wieder einmal kommen wir vor lauter Reisen nicht zum bloggen. Mittlerweile sind wir gut in Cusco (Peru) gelandet. Nachdem wir von Buenos Aires nach Mendoza, dann nach Santiago de Chile gefahren sind und uns dort jeweils ein wenig ungesehen haben, ging es weiter nach Valparaiso und Viña del Mar, schließlich nach San Pedro de Atacama und zurück an die Küste nach Antofagasta, wo wir unsere Pläne änderten und statt die Küste mit dem Leihwagen Richtung Norden zu fahren zurück nach San Pedro de Atacama fuhren. Die Atacama-Wüste ist der trockensten Platz der Welt. Hier verbrachten wir einige Zeit und erlebten überraschend häufig Regen. Anschließend ging eine nicht einfache Tour durch das Hochgebirgsplateau mit Wüste und die Salzwüste Boliviens nach Uyuni. Alles ohne bzw. schlechtem Internet. Artikel über Mendoza (Argentinien), Santiago (Chile), San Pedro de Atacama (Chile) und, und, und stehen noch aus. Danke euch, dass ihr euch und uns fragt, wie es uns geht und was wir machen, wenn wir uns so lange nicht gemeldet haben. Hier in Cusco ist am Wochenende Carneval und dann soll es zum Highlight unserer Reise, zum Machu Picchu gehen. Es gibt viel zu berichten… mal schauen, wann wir dazu kommen…

Trickbetrüger in Buenos Aires

Trickbetrüger in Buenos Aires

In Buenos Aires haben wir sehr viele schöne und gute Erfahrungen gemacht. Leider ist uns hier aber auch eine doofe Sache passiert, über die wir, wie angekündigt, in diesem eigenen Artikel berichten wollen.
Überall auf der Welt – auch in Berlin oder Hamburg – kann einem etwas passieren. Zu Hause ist man damit aufgewachsen und kennt die Dinge. Normalerweise belesen wir uns über die Tricks von Taschendieben und Kleinkriminellen in anderen Ländern, bevor wir in ein Land reisen, um gewappnet zu sein. Dies haben wir für Südamerika schlichtweg vergessen. Okay, nach Indien und generell Asien fühlten wir uns mittlerweile auch reise-erfahren. Aber wir wurden in Buenos Aires dann doch überrascht und eines besseren belehrt. Nichts ahnend liefen wir durch die Stadt und fotografierten dies und jenes.
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Am Gebäude des Nationalkongresses (hier in der Mitte), wo allgemein viele Tauben umher laufen, erwischte uns auf einmal von hinten eine ekelig riechende grünliche Soße. Der Geruch war bestialisch und es drehte mir fast den Magen um. Mehrmals musste ich den Brechreiz unterdrücken. Einheimische sahen uns und halfen uns mit Taschentüchern und etwas von ihrem Trinkwasser. „Schei… Tauben“, dachte ich.

So legte ich also meinen ebenfalls stinkenden Rucksack auf eine Bank (wie mir von den Einheimischen empfohlen wurde), damit sie mir die Stinkesoße aus den Haaren und vom Rücken waschen konnten. Ansonsten war ich nur noch auf mich konzentriert, weil es mich einfach soooo ekelte. Wolfgang war skeptisch und achtete sehr auf alles von uns, was er für eine Wertsache hielt und behielt insbesondere die wasserfeste Kameratasche stets sicher eng am Körper.

Nachdem das Gröbste beseitigt war, nahm ich meinen Rucksack von der Bank und wir liefen zurück in unsere Unterkunft, um Wäsche zu waschen und zu duschen. Wolfgang war die ganze Zeit immer etwas misstrauischer, was ich nicht verstehen konnte. Die 2 waren doch so freundlich, uns in unserer Not von dem Vogelkot zu befreien. Hatte ich schon erwähnt, dass das das Schlimmste war, was ich bisher riechen musste, und dass das auch noch AN mir war?
Selbst nach dem Duschen hatte ich das Gefühl, dass meine Haare noch nach dem Zeug rochen. Buäh!!

Wolfgang war misstrauisch, weil zu viel zu gut passte und andere Sachen wieder nicht. Hier eine Auflistung von Dingen, die er mir gleich danach auf dem Heimweg erzählte:
– Die Tauben liefen eher auf dem Boden und man sah keine fliegen – es waren auch keine Bäume oder so über uns.
– Vögel scheißen eher von OBEN eher auf Kopf oder Schultern als von hinten an den Nacken und Rücken, wo du Hilfe brachst, weil du es nicht sehen kannst – und das dann auch noch exakt gleich zwei mal so bei Menschen die rund einen Meter voneinander entfernt gehen ??
– Vogelkot ist in der Regel mit Vogelurin kombiniert und der ist weiß. Diese Flüssigkeit war grünlich.
– vermutlich riecht Taubenkot bei Weitem nicht so widerlich wie das Zeug, was wir abbekommen haben
– zu ZUFÄLLIG waren gleich 2 Leute mit Wasser und Taschentüchern zur Stelle, und wollten alle Taschen auf dieselbe Bank ablegen, diese Menschen wirkten aber tatsächlich so nett und vertrauenswürdig, denen hätte man vom reinen Vertrauensgefühl im Begegnen sehr vertraut.

Wolfgang schaute im Netz nach Trickbetrügern im Internet und *tata* gleich an erster Stelle fand er unser Missgeschick mit den vermeintlichen Tauben. Die Trickbetrüger versauen deine Klamotten, lassen Dich glauben, dass es Vogelkot sei und helfen dir, dich teilweise zu reinigen. Sie lenken deinen Blick ab, während ein anderer die Sachen z.B. von der Bank klaut. So hat niemand jemanden gesehen, der etwas geklaut hat und es gibt also keine Zeugen des Geschehens.

Boa, war ich sauer, als ich die Artikel im Netz las. Was für eine Frechheit. Aber wie ihr gelesen habt, habe ich meinen Rucksack ja wieder von der Bank genommen! Wir hatten Glück, denn die Betrüger hatten es wohl nur auf die Kamera abgesehen. Den Rucksack haben Wolfgang und ich so SEHR achtlos auf die Bank gelegt (er war auch fast leer) und er hat gleichzeitig so sehr auf die andere Tasche aufgepasst, dass die Trickbetrüger den Rucksack wohl auch für wertlos hielten und kein Interesse an ihm hatten. Der stank ja auch. Der Verlust des Rucksacks wäre aber echt schlecht gewesen. Neben etwas Geld (nie viel an einem Ort!) war mein allerwichtigstes Buch drin. Okay, kein finanzieller Wert, aber da stehen halt alle Adressen, Kontakte von Hotels und Reisebekanntschaften drin und und und.

Glück im Unglück wurde uns nichts weggenommen, wir haben die Kleidung wieder sauber bekommen, mussten nicht den Tag auf der Polizei verbringen und konnten uns von dem nicht verlorenen Geld ein schönes argentinisches Steak gönnen. Alles in allem lernten wir daraus, dass wir NIE NIE NIE unsere Wertsachen aus den Augen lassen / aus der Hand geben dürfen, selbst in den widerlichsten Situationen. Das nutzen sie aus. Wenn ich alleine gewesen wäre, hätten sie mich bestimmt leicht ausrauben können, weil ich in meinem massivem Ekel so sehr auf mich konzentriert war (wie es so vielen anderen armen Touristen auch bereits passiert ist). Um sich das gut vorstellen zu können, muss man aber diesen widerlichen Gestank einmal selbst gerochen und mit dem Brechreiz gekämpft haben. So sind wir jetzt eine Erfahrung reicher und ich breche denen das nächste Mal einfach vor die Füße *hihi*.

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Dieser Artikel soll pünktlich am 24.12.2014 um 00:01 Uhr erscheinen, wenn das klappt, sollten auch am 25. und 26.12. jeweils ein Artikel um 00:01 Uhr erscheinen – so wünschen wir erneut allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

Buenos Aires

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Darf ich vorstellen? Das sind Wolfgang und Mafalda, die da (v.r.n.l.) auf der Bank sitzen. Die anderen sind die Freunde von Mafalda. Ihr kennt Mafalda nicht? Wir vor unserem Aufenthalt in Buenos Aires auch nicht. Doch die kleine Lady ist eine Berühmtheit in Argentinien und ganz viele Argentinier lieben diese Cartoonfigur. Sie ist übrigens seit 50 Jahren 5 Jahre alt und ziemlich schlau. Wer Genaueres über sie wissen will, findet natürlich einen Artikel bei Wikipedia über Mafalda.

Doch nun wieder zu uns.

Nach einem Zwischenhalt in Bolivien sind wir gut in Buenos Aires angekommen. Vom Flughafen nahmen wir ein Taxi, denn die Vorstellung, mit dem Gepäck zwei Stunden im Linienbus zu sitzen und nicht zu wissen, wo man aussteigen muss, gefiel uns dann doch nicht ganz so gut. Unsere Unterkunft lag im berühmten Stadtteil San Telmo. San Telmo ist das pulsierende Viertel, wo der Tango, die Kunst und die Leichtigkeit des Seins allgegenwärtig sind. Gleichzeitig spürt man überall eine deutliche melancholische Grundstimmung. Interessante Mischung.
Jeden Morgen bekamen wir unser Frühstück (4 leckere Kuchenstückchen und eine Thermokanne für Kaffee) gebracht. Da wir es immer gleich verdrückt haben, gibt es hiervon kein Foto. Gut gestärkt ging es dann los. Wir wohnten fast ganz am westlichen Ende der Straße „Bolivar“ die sich sehr lang durch San Telmo zieht und parallel zur „Defensa“ verläuft. Die ersten Tage liefen wir uns die Füße brennend diese beiden Straßen entlang, um die Atmosphäre des Stadtviertels zu schnuppern. Hier ein paar Eindrücke

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Überall überraschen Menschen mit ihren Ideen einen. Dieser Mann stand so da und bewegte sich selten in eine neue Pose. Während sich die Welt um ihn herum sich bewegte. Witzig, oder?

Besonders zu Nikolaus war hier einiges los, was ich aber in einem anderen Beitrag näher berichte. Später fuhren wir dann mit dem Bus ins Zentrum, um weitere Sehenswürdigkeiten anzusehen. Buenos Aires hat Charme durch seine, für den amerikanischen Kontinent, alten und verzierten Gebäuden. Diese sollten bewusst an Paris erinnern, so dass hier eben dieser und kein „kolonialer“ Architekturstil zu finden ist.

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Der Obelisk erinnerte uns stark an Washington D.C.
Der Obelisk ist aber etwas eigenes. Die Straße, die ihr hier seht, ist die breiteste der Welt. An der Stelle, wo heute der Obelisk steht, stand früher einmal eine Kirche. Die Breite der Straße kann man auf einem Bild nur erahnen. Je Richtung sind je eine 4 (3+1 Parkspur) und eine 5 spurige Autofahrbahn mit einem Grünstreifen dazwischen. Dann gibt es wieder mit großzügigen Grünstreifen sowohl voneinander als auch untereinander getrennt je Fahrrichtung noch einmal zwei Spuren für Busse. Vereinfacht sind es also 22 Spuren plus die großzügigen Grünstreifen. Wir brauchen zum Überqueren jedes mal mehrere Grünphasen.
Selbst mit Panoramabildern kann man das nicht richtig zeigen.
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Eine Kirche mit den Gebeinen vom Nationalhelden José de San Martín. Wer genau schaut sieht evtl. rechts an der Kirche eine ewige Flamme, die zu seinen Ehren ständig brennt. Die Architektur dieser Kirche soll bewusst eher an einen Tempel erinnern. Schließlich wurde sie zu Zeiten der Aufklärung gebaut und Argentinien wollte zeigen, wie aufgeklärt es ist.

Nationalheld José de San Martín
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Bild aus der Galerie im Casa rosada

Hier sind wir schon am Plaza de Mayo. Vom Gebäude für den Kongress bis zum Casa rosada geht die Avenida de Mayo, die an die Champs elysees in Paris erinnern sollte.

Auf dem Plaza de Mayo und mit dem Casa rosada verbindet sich viel argentinische Geschichte. Nur drei Beispiele Eva Peron (bei uns oft vor allem durch das Musical (Evita) bekannt (Don’t cry for me Argentina)), hielt unter anderem eine ihrer berühmten Reden vom Balkon des Casa rosada. 2001 musste der Präsident von hier mit einem Hubschrauber vor Demonstranten fliehen. Berühmt sind auch die „Madres de Plaza de Mayo“ ihr Symbol das typische Kopftuch findet man auf dem Plaza de Mayo auf den Boden gemalt.
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Plaza de Mayo  – noch ein weiteres Bild und ein Ausschnitt davon folgen
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Ein Bild aus dem Museo … über die „Madres de Plaza de Mayo“ die trotz Demonstrationsverbot während einer der (waren es 6?) Militärdiktaturen in Argentinien dafür sorgten, dass ihre verschleppten Kinder nicht in Vergessenheit gerieten. So manche eine von ihnen ist dann auch selbst eine „Vermisste“.

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Das berühmte Café Tortoni  (das älteste Café von Buenos Aires) liegt auch in der Avenida de Mayo.

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Hier in der Avenida Corrientes sitzen Alberto Olmedo und Jorge Porcel – zwei in Argentinien recht bekannte „Humorista“ mit Wolfgang auf der Bank. Wenn man von berühmten Leuten spricht, kommt auch immer wieder Carlos Gardel ins Gespräch, ein berühmter Tangosänger. Zu erkennen ist Carlos Gardel eigentlich nur mit Hut. Ohne Hut würden wir ihn wohl nicht erkennen. 😉

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Mann mit Hut = Carlos Gardel? ? ? *nachdenken* Bestimmt!

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Bald „hinter“ dem berühmten „Casa rosada“ am Plaza de Mayo kommt man in diesen Dique (Deich) genannten modernen Bereich mit einigen Hotels oberhalb unseres Budgets.

Zudem sieht man vor allem in San Telmo, La Boca aber auch dem Stadtzentrum hier und da ein Restaurant, wo ein schön gekleidetes Paar Tango für die Gäste tanzt (und dann mit dem Hut rum gehen 😉 ). So ist es nicht zwingend erforderlich, eine Tangoshow zu besuchen und man sieht Tango kostenlos, wenn man sich gut im Hintergrund aufhält. Wir als Sparfüchse müssen ja doch rechnen. Dadurch haben wir aber leider auch kein Foto in San Telmo oder La Boca.

Kulinarisch hat Argentinien ja einen sehr guten Ruf. Natürlich probierten wir auch ein paar argentinische Rotweine aus, die uns von „schmeckt gut“ bis „der macht Kopfschmerzen“ alles zu bieten hatten. Gern probierten wir auch in diversen Restaurants das berühmte „Bife de Chorizo“ = Argentinisches Steak aus. I.d.R. konnte man eine Beilage dazu aussuchen. (Außerdem wurden wir ja auch von verschiedenen Leuten aufgefordert, ein Steak in ihrem Namen zu essen. Da machten wir das natürlich *grins* Rechnung folgt 😉 ) Wir entschieden uns oft für Salat, denn Brot stand für wenig Geld oft bereits auf dem Tisch. Auch beim Steak schmeckten wir qualitative Unterschiede, aber jedes war doch lecker. So verbrachten wir die erste halbe Woche, bevor unser Intensiv-Spanischkurs anfing. Für unseren Sprachkurs sind wir dann aber in ein Hostel im Stadtzentrum umgezogen, um zu Fuß zur Schule gehen zu können. Mehr familiäre Atmosphäre hatte unsere erste Unterkunft. In der zweiten haben wir aber eher die Chance, unser Spanisch auch zu üben, weil die Betreiber Spanischschüler kennen und dementsprechend mit viel Geduld warten, bis man seinen Satz zusammengebastelt hat. Auch sieht man mehr Leute und man läuft sich beim Frühstück über den Weg. So wohnten wir dann in der Avenida de Mayo ( Straße des Mai).
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Hier ein Bildnis von Eva Peron (Evita), an dem wir täglich vorbei liefen, als wir zur Schule gingen.
Unser Spanischkurs begann… Flor heißt unsere Lehrerin, die mit viel Geduld und immer einem Lächeln im Gesicht versucht, uns die spanische Sprache näher zu bringen. Unser Sprachkurs ist Montag bis Freitag von 10-14 Uhr, dazwischen nur 30 Minuten Pause. Die Schule achtet darauf, dass die Gruppen nicht größer als 8 Personen sind, um besser zu lernen. Wir waren in der erste Woche 7 Personen. Nach der ersten Woche haben wir gleich noch eine 2. dran gehängt, weil wir gemerkt haben, wie hilfreich dieser Intensivkurs ist. Da waren wir nur noch zu viert. So verliefen unsere Tage sehr organisiert und voll gepackt mit Spanischschule und anschließend lernen, was wenig Zeit für „drumherum“ ließ. Wir wollten einen Intensivkurs, wir bekamen einen Intensivkurs.

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v.l.n.r. Flor (unsere Lehrerin), Wolfgang, ich, Martin (aus Melbourne)

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unser Arbeitsplatz: wir lernen Spanisch in vielen Varianten, z.B. auch im Spiel

In der Schule gab es auch das Angebot, Tango zu lernen. Dort starteten wir unsere ersten erfolgreichen Tangotanzversuche. Wolfgang wurde als „Naturtalent“ von den Tangolehrern für seine Führungsfähigkeiten gelobt. Bei mir wurde zwar manchmal die Haltung korrigiert, aber sowohl in der einen Stunde der Tanzlehrer als auch in der anderen Stunde die Tanzlehrerin haben uns als Paar anerkennend gesagt, dass es schade sei, dass wir bald abreisen, und dass wir unbedingt weiter Tango tanzen sollten. Wolfgang als Mann hat es aus meiner Sicht aber auch deutlich einfacher und muss nicht zwischendurch mit gekreuzten Beinen tanzen (gehört zur Schrittfolge). Auch braucht er nicht auf den Fußballen zu drehen, was besonders schwer fällt, wenn man so wie ich nur Schuhe dabei hat mit RUTSCHFESTER Sohle und unweigerlich beim Drehen abrupt in der Bewegung hängen bleibt, weil die Schuhe ihre Arbeit leisten. *uff* Tango tanzen hat uns dennoch sehr viel Spaß gemacht und bereits in der 2. Stunde haben wir viele neue Schritte gelernt, die sonst erst viel später dran wären. Wolfgang musste als Mann auch die anderen jungen Damen führen, die an der Stunde teilnahmen, da die ja keinen Tanzpartner hatten und er war am Ende ganz verschwitzt, wurde aber von diesen angehimmelt. Er fand das toll, ich merkte bei mir eine leichte Stutenbissigkeit.

An den Wochenenden sind wir aber dann doch mit dem Bus auch mal weiter weg gefahren, um bekannte Stadtteile wie La Boca, Recoletta und Palermo anzusehen. La Boca ist nachts nicht die sicherste Gegend, am Tage geht es aber. Und wer sich etwas unsicher fühlt, kann einfach den Bus durch die 2 Blöcke „arme Gegend“ fahren, um zu den schönen bunten Häusern zu kommen, wo die vielen Touristen sich tummeln.

La Boca
(Der Stadtteil heißt „Der Mund“, weil es an einer Flußmündung liegt)

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Das Fußballstadion der sehr erfolgreichen Fußballmannschaft in La Boca. Und natürlich spielen schon die kleinen Kinder im Park davor bereits Fußball. Wolfgang bewunderte, dass die bereits mit Positionen und allen Regeln und einem tollen Ballgefühl spielen. Bestimmt wollen alle auch einmal berühmte Fußballhelden werden.

La Boca
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In Palermo hat uns besonders der Rosengarten gefallen, dessen Rosen man auch gut riechen konnte. Herrlich.

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wunderschön…

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Sehr warm, so bewegen sich die Leute kaum und liegen lieber „lazy“ im Park

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Eine Straßenkreuzung im Stadtteil Palermo.
Auf dem Weg nach Palermo sind wir auch an den bekannten Sehenswürdigkeiten dem Planetarium und der Blume vorbeigekommen, haben aber gar keine Bilder gemacht …

Zurück nach San Telmo:
Immer sonntags ist die Defensa Straße für den Sonntagsmarkt gesperrt, wo lokale Produkte feil geboten werden. Besonders oft findet man die typischen getrockneten, ausgehöhlten und schön verzierten Kürbisunterhälften, aus denen mit einem metallenen Strohhalm Matetee getrunken wird. Holz- und Glasvarianten gibt es in ebenso großer Auswahl und Anzahl. Wie so ein Matetee richtig zubereitet wird und schmeckt, hat uns Flor an einem Tag in der Schule auch gezeigt und testen lassen. In einer argentinischen Familie wird in der Regel nur ein Matebecher mit einem Metallhalm genutzt, der mit allen Familienmitgliedern geteilt wird. Da man Matetee mehrmals aufgießen kann, ist das dann auch möglich. Die finden es auch nicht schlimm, wenn mal einer dabei ist, der ein bisschen Schnupfen hat. Der trinkt ganz normal mit.

Leider mussten wir auch eine nicht ganz so schöne Erfahrung machen. Denn hier, wie auch in anderen Städten der Welt sind Trickbetrüger unterwegs. Dies schildere ich aber in einem separaten Artikel. (Schon mal zur Beruhigung, es ist uns letztlich nichts Schlimmes passiert, es wurde nur was versucht, hat aber nicht geklappt „ätsch“).

Zum Abschluß noch ein paar Bilder von Conny und der Welt, die um das Rosa Haus herum entstanden.

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Jupp, Conny war auch im Rosa Haus, hat sich das Zimmer von Eva Peron angesehen, hat auch mal vom Balkon geschaut und sich auch das Zimmer der aktuellen Präsidentin angschaut. Und wir durften Conny dabei sogar begleiten. 😉