Santiago de Chile

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Hinter der Grenze nach Chile ging es dann wieder Berg ab…

Gegen 21 Uhr waren wir spät abends unserem Hostel angekommen (siehe Artikel Fahrt nach Chile), wurden sehr freundlich von einer Aushilfe empfangen, stellten nach dem Check-In nur unser Gepäck ab und suchten uns was zu essen. Zum Glück essen die Chilenen genau so spät wie die Argentinier und alle Restaurants hatten geöffnet.

So kam ich schon am ersten Abend zu einem der 3 traditionellen Gerichte. Ich hatte einen kräftigen Rindereintopf mit allerlei grob geschnittenem Gemüse, einem ordentlich großen und guten Stück saftigen Rindfleischs und extrem wichtig: ein Stück Maiskolben. Die anderen 2 Gerichte probierte ich ein paar Tage später.

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hinten vor mir: mein Eintopfim Bildvordergrund Wolfgangs Essen „Bisteck a la pobre“ (= das Steak für Arme)

Ein anderes Nationalgericht ist Maismus mit Kartoffelbrei gemischt, leicht gesalzen, in Maiskolbenblättern als Päckchen wie eine Fliege gebunden und in Wasser gegart. Sehr sättigend und lecker.
Das 3. Nationalgericht ist eine Art Auflauf, wo die Hauptzutat – natürlich – Mais ist. Dieser Auflauf ist so gestaltet, dass unterschiedliche Zutaten (z.B. Fleisch, Gemüse, Weintrauben, Ei…) in die Auflaufform gegeben werden und mit einer Maispaste abgedeckt und gebacken werden. Ein schönes Überraschungsessen, weil man nie weiß, was „drunter“ ist. Dieses Gericht finde ich trotzdem am wenigsten ansprechend, weil es mir optisch nicht gefällt. Außerdem ist mir zu wenig Gemüse drin (den gehexelten Mais zähle ich jetzt mal nicht als Gemüse, weil es für mich nur eine braune Paste ist). Wenn man sich so ein Mittag bestellt, bekommt man immer Suppe, Brot mit würzig-scharfen Tomatendip und Salat dazu. Damit wird es zu einem sehr ausgewogenen Essen und man wird relativ günstig satt. Den Salat bekommt man roh, man kann ihn sich selbst mit Essig/Zitronensaft, Öl und Salz selber nach dem eigenen Geschmack zurecht manchen. Wir essen den Salat selbstverständlich. Selbst das Leitungswasser trinken wir ab und zu, da wir in einem Reiseführer gelesen haben, dass es unbedenklich ist. Wohler fühlen wir uns aber mit Kanisterwasser, teuer ist es ja nicht.

(Autorenwechsel: Wolfgang schreibt)
So gesättigt (ich hatte ein anderes Nationalgericht gegessen: Dünn geschnittene und gebratene Rindfleischscheiben) legten wir uns erschöpft von dem Tag zum Schlafen in unser frisches Bett. Mitten in der Nacht (irgend etwas nach 1 Uhr) klopfte es immer wieder und zunehmend immer lauter werdend an unsere Zimmertür, bis ich total müde und davon genervt die Tür öffnete. Vor der Tür stand ein junger Mann, der mir sagte, dass er für das Hostel arbeitet und ich mich anziehen, herunterkommen und jetzt bezahlen soll… Ich war fassungslos, fragte sehr bestimmt, ob das nicht bis zum kommenden Morgen warten könne, aber er sagte mir, wenn wir diese Nacht in dem Hotel verbringen wollen, dann müsse ich j e t z t zahlen. S o w a s – haben wir auf der ganzen Weltreise noch nicht erlebt! Im Voraus zahlen ist in einigen Ländern üblich, aber da tut man das beim Check-In. Oder man zahlt irgendwann im Verlauf. Noch nie aber habe ich erlebt oder gehört, das man mitten in der Nacht geweckt wird, um mitten in der Nacht zu zahlen. Eigentlich zahlt man ja um einen Platz zum Schlafen zu haben, und zahlt evtl. mehr für mehr an weiterem Komfort. Der Platz zum Schlafen ist und bleibt aber der eigentliche Grund, warum man sich eine Unterkunft sucht. Ich war bereits stinkig. Es kam aber noch dicker als ich angezogen unten an der Rezeption erschien. Dieser Mensch wollte das Geld in bar haben aber keine Quittung dafür geben. Wenn wir in diesem Hostel schlafen wollen, dann müssen wir jetzt bezahlen. Aber eine Quittung könne er keine ausstellen. Nö, so definitiv nicht mit mir. Unser „Meinungsaustausch“ wurde wohl laut genug, dass der Besitzer des Hostels irgendwann davon auch erwachte und zu uns kam. Dieser entschuldigte sich mehrfach für das Geschehene und selbstverständlich könne ich auch am nächsten Morgen zahlen. Ich ging zurück in unser Zimmer es wahr bereits irgendwas nach 2 Uhr. Ich war noch immer sehr wütend über diese Unverschämtheiten und konnte bis weit nach 05:00 Uhr nicht einschlafen. Von anderen Hostelgästen erfuhren wir später, dass es ihnen ähnlich ergangen sei. KO-Kriterium für ein ansonsten recht ansehnliches Hostel zum bezahlbaren Preis.

Der nächste Morgen startete für mich sehr übermüdet.

(erneuter Autorenwechsel: Harriet schreibt wieder)

Erkundung von Santiago de Chile

Nach unserem ersten uns ablehnenden Eindruck zeigte sich die Stadt von ihrer schönen Seite. Wir unternahmen einen vom Reiseführer empfohlenen Stadtrundgang und besichtigten so die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Am ersten Tag sahen wir den „Plaza de Armas“. Die Kulturzentren „Estacion Mapocho“ und „La Moneda“ sahen wir nur von Außen, da wir uns nicht in die lange Schlange in der prallen Sonne anstellen wollten. Auch gingen wir auf den Hügel „Cerro Santa Lucia“, um einen guten Überblick über die dunstige Stadt werfen zu können und schlenderten durch diverse hübsche Straßen mit Bäumen und lieblichen Verkaufsständen. Hier machten wir uns erneut bewusst, wie schön es ist, über Märkte von Argentinien und nun auch Chile zu schlendern. Man kann in Ruhe alles ansehen, auch mal anfassen, ohne gleich von dem Verkäufer angesprochen zu werden. Spricht man die Verkäufer aber an, sind sie gleich hilfsbereit zur Stelle, ohne aufdringlich zu sein. Ein wahrer Genuss im Vergleich zu Indien oder dem asiatischen Raum.

Bilder 1. Tag

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Am 2. Tag schauten wir uns das Wohnhaus von Pablo Neruda (von Außen) an und nahmen die Seilbahn (Ascensor) auf den noch höheren Hügel „Cerro San Cristobal“, wo die „Madre de Santiago“ als weiße Statue von den Gläubigen als Pilgerort dient. Dort blieben wir eine Weile, genossen die Aussicht auf die Stadt.

Bilder 2. Tag:

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warten auf die Seilbahn zur „Madre de Santiago“

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Blick nach oben

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dies ist die „Madre de Santiago“

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Dieser Hügel in der Mitte war der Hügel, den wir am 1. Tag besucht haben.

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andere Richtung

Architektonisch erkannten unsere Leihenaugen manchen Stil aus Buenos Aires wieder, auch wenn es nicht so gehäuft und wohl auch nicht so gewollt war. Schöner als in Buenos Aires sind die verkehrsberuhigten Straßen und das nicht so hektische Herumgelaufe der Einheimischen. Wir merkten selbst an uns, dass wir viel ruhiger durch die Straßen liefen.

Im Nachhinein hätten wir doch einen der angepriesenen Stadtrundgänge mitmachen sollen, weil wir später von vielen gehört haben, dass man da interessante Dinge erzählt bekommt. Okay, vielleicht beim nächsten Mal.

In unserem Hostel trafen wir die Niederländer Terezina und Maikel, mit denen wir manch nettes Gespräch über das Reisen durch Südamerika hatten. Auch probierten wir zusammen ein paar chilenische Weine durch, die ebenfalls Weltklasse haben. Da die beiden die entgegengesetzte Route bereisen, konnten wir uns gegenseitig Tipps geben.

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