Archiv für den Monat: Oktober 2014

Weiter geht’s

Tschüß Koh Tao

KohTao__03

Weiter geht’s

Auf dieser Reise haben wir schon oft bemerkt: Die kompliziertesten Sachen sind am Ende in Wirklichkeit einfach, und was einfach erscheint, kann am Ende oft kompliziert werden.

Vor der Frage, ob wir jetzt, wo es in Deutschland immer kälter und ungemütlicher wird die Heimreise antreten oder den europäischen Winter noch weiter reisen, haben wir uns nach Ansicht unserer Finanzlage dazu durchringen können, die Heimreise auf das Frühjahr verschieben zu wollen. Wir müssen halt noch sparsamer reisen, dann geht das schon …

Nächstes Reiseziel der amerikanische Kontinent.

Unsere Vorstellung war: Von den USA über Belize/Karibik nach Peru-Chile-Argentinien-Brasilien.
Bereits vor Monaten haben wir das ESTA (das elektronische Verfahren der USA im Vorfeld eine Erlaubnis zu bekommen bei Einreise um ein Touristenvisum zu fragen), beantragt und problemlos genehmigt bekommen. Die Einreisebestimmung, ein Weiterreiseticket vorlegen zu können, erschien uns kein Problem. Wir hatten im Laufe der Monate mit verschiedenen Menschen in den USA Kontakt, wo ursprünglich unterschiedliche Formen von Einladungen im Raum standen, wonach wir unsere Reiseroute und Termine planen wollten. Von diesen Einladungen ist aus unterschiedlichen Gründen für uns nur eine als realistisch übrig geblieben – die ist dafür aber auch :

WOW !!!!

Meine Cousine, die ich bis jetzt nur drei mal in meinem Leben bewusst gesehen habe, und ihr Mann laden uns ein nach Florida in ihr Gästezimmer zu kommen, … *trommelwirbel* … mit Ihnen mehrere Tage Disneyland zu erkunden … und … *trommelwirbel* mit uns durch Florida zu fahren und das ist noch nicht alles … *trommelwirbel* mit Ihnen eines der höchsten amerikanischen Feiertage, nämlich Thanksgiving zu feiern.
WOW !!!
OK, eigentlich wollten wir da schon längst irgendwo in der Karibik sein, aber hey – für so ein Angebot ändert man doch alle sein Pläne und freut sich doll doll doll !!! So auch wir!

Doch dann gingen sie los unsere Probleme.
In einem teuren Land wie den USA versucht man natürlich als Budget-Reisender Unterkünfte über couchsurfing.org oder airbnb.com zu finden.
Nach tagelangem durchsuchen der Anbieter und zig Anfragen bekamen wir nur zwei Antworten. Absagen. Einmal eine „einfache klare“ und eine „schade, aber“.
Okay … Hotelsuchen …
Fast alles, was man über die klassischen Vermittlungsportale findet, wo es Bewertungssysteme gibt usw. war außerhalb unseres Budgets. Für San Francisco und New York haben wir aber bezahlbare Hotels gefunden, die in Vierteln liegen, die allgemein als sicher gelten. Und, was soll’s, wenn die Betten schmutzig sein sollten – wir haben unsere eigenen kleinen Seidenschlafsäcke dabei – sogar mit Insektenschutz – da wird uns schon nichts beißen *augenzwinker*
Praktisch saßen wir alleine nur an dieser Suche locker zwei Wochen – Tagsüber vor Allem Harriet, nach dem Divemaster-Tag dann ich mit ihr zusammen, bzw. immer wieder habe ich mir auch mal Tage „frei“ genommen, um mit ihr die Dinge gemeinsam anzugehen.

Die Reiseroute ist gedacht:
Ankunft in San Francisco (SF), mit dem Greyhound-Bus nach Los Angeles (LA), dann weiter mit dem Greyhound nach Las Vegas. Für die Westküste USA haben wir uns nur das Allernötigste vorgenommen, denn ich war da ja schon mal und Harriet möchte die wichtigsten Sachen, die man mit Flugzeug und Bus bereisen kann auch gerne mal sehen. Alle Nationalparks scheiden damit aus. In LA kommen wir morgens mit dem Greyhound an, schauen uns nur den Walk of Fame mit Chinese Theater einmal an und fahren dann mit dem nächsten Nachtbus weiter nach Vegas. Das spart zwei Übernachtungen, wir werden aber sicher totmüde in Vegas ankommen. Um allen Gerüchten zuvor zu kommen: Ich hab Harriet zwar mal wieder gefragt, weil es ja die ideale Gelegenheit gewesen wäre das nur für uns zu tun, ohne viele Andere, aber nein, es wird nach wie vor nicht geheiratet. Von Vegas geht’s dann nach New York. Da waren wir beide noch nicht, das wird spannend, darf aber trotzdem nicht mehr als 5 Tage in Anspruch nehmen, denn New York ist einfach schweineteuer. Konkret haben wir den Teil dann noch nicht weiter geplant, eine schöne Vorstellung wären aber die Niagara-Fälle. Südlich von New York gibt es auch interessante Sachen – z.B. Ocean City wo auf 16 km Strand zwei Vergnügungsparks entlang der Küste existieren sollen … Nach Atlanta, wo es das größte Aquarium der Welt gibt, gibt es leider keine bezahlbaren Flüge … so waren wir also freudig am planen, als wir die Einreisebestimmungen der USA mittels ESTA noch einmal genau durch lasen – und jetzt kommt’s :

Zitat (21.10.2014) :
„US Visa Waiver Programm

Deutsche Staatsangehörige nehmen am Visa Waiver-Programm der USA teil und können als Touristen, Geschäftsreisende oder zum Transit im Regelfall bis zu einer Dauer von neunzig Tagen ohne Visum in die USA einreisen, wenn sie:

im Besitz eines zur Teilnahme berechtigenden Reisedokuments (s.o.) sind,
mit einer regulären Fluglinie oder Schifffahrtsgesellschaft einreisen,
ein Rück- oder Weiterflugticket (welches – außer für Personen mit festem Wohnsitz in diesen Ländern – nicht in Kanada, Mexiko oder den Karibikinseln enden darf), gültig für den Zeitraum von max. 90 Tagen ab der ersten Einreise in die USA, vorweisen können und
im Besitz einer elektronischen Einreiseerlaubnis sind („Electronic System for Travel Authorization“-ESTA-, siehe unten stehende Erläuterungen).

Auch die Einreise auf dem Landweg von Kanada oder Mexiko ist im Rahmen des „Visa Waiver“ Programms möglich. Bei Einreise auf dem Landweg entfällt die Pflicht der Vorlage eines Rück- oder Weiterflugtickets sowie der elektronischen Einreiseerlaubnis (ESTA).

Auch die Erfüllung der obigen Kriterien zur Teilnahme am „Visa Waiver“ Programm begründet keinen Anspruch auf Einreise in die USA. Die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft der zuständige US-Grenzbeamte.

Karibikinseln … hey, reisen wir eben nicht auf eine Insel, sondern wie geplant nach Belize … Denkste! Auf der Originalseite der Botschaft der USA in Deutschland“ heißt es: „Canada, Mexico or the Caribbean“ -Karibik – laut Übersetzer und
Wikipedia (Inseln_und_Territorien_der_Karibik und dann runterscrollen) der Raum der Karibik wo Belize dazu gehört – und (?) würdet ihr im Zweifelsfall mit einem Grenzbeamten diskutieren wollen, der selbst dann, wenn man alle Bedingungen erfüllt, einen nicht rein lassen muss ???

Oh man, wären wir doch bloß nach Mexico geflogen und mit dem Greyhound eingereist, oder gleich von der Kanadischen Seite der Niagara-Fälle … aber der Flug von Koh Samui über Bangkok und Manila nach San Francisco war ja schon nach langem Suchen gebucht … wir hatten doch nicht mit so was gerechnet. Reisen durch die ganze Welt, und ausgerechnet das „Land der Freien“ macht solch ungewöhnliche Schwierigkeiten …

Wir versuchten also Genaueres zu erfahren, ob z.B. ein Ticket für den März von Brasilien nach Deutschland anerkannt würde, ob wir, wenn wir einen Sprachkurs buchen einfach ein Studentenvisum erhalten könnten, womit wir in die Karibik ausreisen dürften und einige andere Ideen. Deshalb mailten wir folgende Institutionen an: Die US-Botschaft in Deutschland, die US-Botschaft in Thailand, den deutschen Konsul in San Francisco und das Auswärtige Amt der Bundesrepublik.
Als erstes erhielten wir eine offensichtlich automatische Antwort vom deutschen Konsul. In dieser Mail war ein Benutzername und ein Password, damit konnte man sich einloggen und sehen, dass ein Visa-Verfahren eröffnet wurde – ohne Passnummer oder sonst was – auch keine weiteren Info – bis jetzt gar nichts weiter.
Dann antwortete nach einigen Tagen die US-Botschaft in Thailand. Uns wurden noch einmal die uns bekannten Einreisebedingungen genannt, und die allgemeine Information, dass wir andere Visa bei der amerikanischen Botschaft beantragen könnten. (Würde heißen, hier alles abbrechen, nach Bangkok fahren und dort evtl. zu erfahren, dass wir mit anderen VISA auch nicht anders reisen könnten … oh man, noch einmal: Währen wir nur mit dem Greyhound von Mexico aus eingereist, oder gleich von der Kanadischen Seite der Niagara-Fälle …
Dann antwortete irgendwann das Auswärtige Amt, mit der einfachen Aussage, dass für die Einreisebestimmungen der USA ausschließlich die USA zuständig sei und wir uns deshalb an die wenden sollen. Eine sehr deutsche Antwort *augenzwinker*. Jupp, die Verantwortlichkeiten von Anderen feststellen, das können wir Deutschen wirklich gut und gründlich. Nun ja, ist ja auch wahr! Aber eben dennoch als eine Antwort auf eine Bitte um guten Rat einfach nicht hilfreich….

OK … Suche nach Flügen mehr in den Süden…
Lima in Peru ist ja eine gute Drehscheibe für Vieles. Es gab auch genau einen bezahlbaren Flug, aber jedes Gepäckstück, Sitz usw. kostet bei dieser Gesellschaft extra, was am Ende ein gutes Stück teurer war als ursprünglich angezeigt, aber immer noch bezahlbar … nur … Bedingung ist: Maximal ein großes Gepäckstück pro Person mit maximal 18 kg – nicht 23-30 kg wie die meisten anderen Fluggesellschaften haben. Auch nicht auswählbar war, dass man das extra bezahlt. Nur ein zusätzlicher Hinweis war zu finden, dass Übergewicht am Flughafen noch einmal extra berechnet wird, und Gepäckstücke über 23 kg gar nicht befördert werden. OK, dachten wir uns, 23 kg reichen uns ja – angemailt, wie viel uns denn dieses Übergewicht kosten würde. Bis jetzt keine Antwort.

Von einer lieben Bekannten kam der gute Tipp , ein Ticket nur zum Wegwerfen zu kaufen mit Ziel Kolumbien, das wäre günstig. Das recherchierten wir und das wäre schon ein wenig günstiger gewesen, aber eben doch zu teuer zum Wegwerfen. Der Unterschied zu einem echten Ticket in ein echtes Einreiseland wie z.B. Peru ist dann nicht mehr so viel. Kolumbien wäre zwar ein wenig günstiger, aber eben nur ein wenig. Und Kolumbien, das Land des Kaffees und der schönen karibischen Strände und des Dschungels und der Hochgebirgsplantagen würden wir gerne einmal besuchen, und die Gesamtlage wird ja auch immer stabiler, doch warten wir lieber noch ein paar Jahre mehr Stabilität ab, bis wir uns dahin trauen.

Nicht so wesentlich mehr kostete da im Vergleich ein Flug nach Buenos Aires.
Den haben wir gerade gebucht.
Statt halbwegs umweltverträglich von den USA über Belize und die Karibik in den Süden zu reisen, zäumen wir jetzt das Pferd von hinten auf. Von den USA nach Argentinien und dann werden wir schrittweise wieder Richtung Norden in die Karibik. So der Gedanke.

Innerlich fangen wir an Tschüß zu sagen… Tschüß Koh Tao.
Es wird uns schwer fallen diesen schönen Flecken Erde nach über zwei Monaten zu verlassen.
Wir freuen uns aber bereits sehr auf das Kommende – und besonders auf meine Cousine und ihren Mann und die Tage mit Ihnen!!

Noch ein paar Bilder zum Abschluss nach so viel Text.

Unser „neuer“ Bungalow – unser „Heim“

KohTao__01

Aussicht vom Balkon auf Palmen:

KohTao__02

Ein Weiterer der vielen wunderschönen Sonnenuntergänge am Sairee Beach

KohTao__04

Divemaster

Divemaster (PADI)

Der Divemasterkurs hat mich mehr in Anspruch genommen, als ich gedacht hätte. Heute habe ich aber endlich meine Abschlussprüfung geschrieben und bestanden und damit fehlen jetzt nur noch letzte bürokratische Schritte, dann bin ich PADI-Divemaster :-)))

Praktisch merke ich, was für einen Sprung meine Tauchfähigkeiten gemacht haben. Ich liege und bewege mich jetzt so im Wasser, wie die, die mir vor kurzem noch imponiert haben. Gelernt habe ich nicht nur eine Vielzahl von Flossenschlägen mit unterschiedlichen Auswirkungen wie man sich im Wasser dann bewegt, Navigation unter Wasser, Lesen und Anfertigen! von Unterwasserkarten (Tauchkarten unterscheiden sich sehr von Seekarten), systematisches Suchen und Bergen von kleinen und großen Gegenständen, diverse Rettungsszenarien, Umgang mit Wracks, Tieftauchen bis 40m, Umgang mit einigen unterschiedlichen Gasmischungen und den jeweiligen Vorteilen und Gefahren usw. usw. usw. Ich habe jetzt praktisch wirklich professionelle Qualitäten im Tauchen und bin stolz darauf. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich bei der Prüfung „Vorführung der 21 wichtigsten Tauchfertigkeiten in Demonstrationsqualität“ 100% der möglichen Punkte erreicht habe. Unser wichtigster Ausbildungsleiter Lee war richtig happy und sagte immer wieder „so gut hab ich das schon sehr lange nicht mehr gesehen.“ und ich war dann auch happy.

Die Theorie habe ich unterschätzt und so musste ich viel lernen … von den Unterteilungen der benthischen und pelagischen Zone über Stickstoffkreislauf, Klassifikation von Küsten deren Entstehung und Weiterentwicklung und Unterscheidung von Wellen und Strömungen, Einteilung von Seewellen, Geschichte des Tauchens, ökologische Systeme, Tauchausrüstung, Chemie und Physik bis hin zu Formeln zur Berechnung idealer und nicht idealer Gase spezifischer Zusammensetzung, deren Verhalten unter verschiedenen Druck- und Temperaturbedingungen, deren Auswirkungen auf die Physiologie des Menschen und vieles mehr. Physiologie hat mich insbesondere überrascht. Für einen Taucher ist es ja physiologisch ( also „normal“ ) sich in anderen Druckverhältnissen zu bewegen. Dies löst im Körper einiges aus, was man normalerweise sonst nie physiologisch nennen würde. Von einer anderen Herzbelastung, den Auswirkungen auf die Nieren, bis hin, dass Gase unter Druck ja „zäher“ sind und sich die Physiologie der Atmung dadurch ändert, gab es viele Dinge, die für mich zuvor nie „normal“ zu lernen gewesen sind … und das alles in Englisch und Deutsch … das habe ich seeeeehr unterschätzt, habe aber am Ende doch 96% in der Abschlussprüfung erreicht.

Wenn ich alles aufzählen sollte, was ich praktisch und theoretisch lernen musste, würde dieser Artikel viel zu lang werden. Ich kann nur sagen, dass ich mich im Nachhinein nicht mehr wundere, dass dieser Kurs in einigen Ländern auf der Welt als Berufsausbildung anerkannt wird. (In Deutschland meines Wissens aber nicht.*augenzwinker*) Arbeitsplätze für Divemaster gibt es sogar einige – meist an den schönsten Ecken der Welt.

Und wofür macht man das Ganze jetzt?
Nun, die meisten wollen wirklich als Divemaster arbeiten, oder den nächsten Schritt gehen und Instructor (also Tauchlehrer) werden. Ich habe hier andere Beweggründe ebenfalls kennen gelernt. Eine Stuntfrau z.B. benötigte diesen Schein, um Unterwasserstunts mit Tauchausrüstung durchführen zu dürfen. Überhaupt ist Schauspielerei ein Argument. Begründungen wie :“ Ich mach in jedem Urlaub irgendeine Ausbildung.“ waren auch zu hören. Es gibt hier bei dieser Tauchschule eine zweite Fraktion, die sich nur deshalb einschreibt, weil die einzelnen Tauchgänge dadurch unschlagbar billig werden (Man zahlt nur einmal die nicht ganz unerhebliche Gebühr, hat dafür aber alle Tauchgänge bis zu zwei Jahre lang frei – das holt man schnell wieder raus.). Ärgerlich ist dann für die Tauchschule vor Allem, wenn die dann bis zum Ende ihres (ersten) Aufenthaltes die Gebühr noch nicht bezahlt haben … für mich unverständlich so ein Verhalten.) Außerdem gibt es die mündliche Zusage, dass jeder, der hier seinen Divemaster macht, lebenslang hier kostenlos tauchen darf. Auch das ist ein Argument für viele.

Und ich???
Angefangen habe ich das Ganze eigentlich nur, damit Harriet und ich auch an anderen Ecken der Welt, von denen ich denke, dass ich die Umgebungsbedingungen in einigen geführten Tauchgängen gut genug kennen gelernt habe, dann auch mal alleine tauchen können. Theoretisch ist das zwar bereits als Open Water möglich. Praktisch aber wird gerade in den schönsten Tauchregionen der Welt mit entsprechend den meisten Tauchtouristen und dem höchsten Interesse an wenigen Tauchunfällen mehr verlangt. Oft muss ein Taucher der Stufe „Leader“ dabei sein. Das übererfülle ich jetzt!

Und ich habe etwas kennen gelernt, dass wie Schokolade ist – einmal kennen gelernt will man wieder naschen! Zur Ausbildung gehört, dass man bei verschiedenen Tauchkursen assistiert. Und das könnte echt zu einem Hobby von mir werden. Wenn man zusieht, wie Anfänger innerhalb von nur wenigen Tagen sich von ängstlich ihr Tauchequipment anschauenden – eben Anfängern – zu passablen Tauchern entwickeln – das macht schon echt Spaß! Am meisten Spaß macht es mir aber, in einem Kurs von Rescue-Divern mal alles zu tun, was normalerweise doch verboten ist (die sollen das ja managen können.) Anfangs ist man nett, damit sie sich einüben sollen, aber langsam macht man die Sachen stufenweise immer „echter“. Von „von der Gruppe absetzen“ über „Maske verlieren“, „Panik spielen“ bis „überraschend ohne Luft sein, und einem Anderen einfach den Regulator aus dem Mund mopsen wollen“ gehört dann alles zum Repertoire. Auch über Wasser jemanden zu spielen der zunehmend bewusstlos wird bis er krampft und einen Herzstillstand hat – das kann man so richtig gut machen. Da hab ich mit viel Freude freiwillig öfter assistiert als nötig war. Ich weiß noch nicht, was ich damit anfangen will … evtl. doch mal wieder einen Urlaub hier machen und freiwillig assistieren, oder nur zum Spaß doch noch Tauchlehrer werden und selber ausbilden… mal sehen.

Apropos. Als Divemaster darf man zwar Anfänger unter Wasser begleiten, den allerersten Tauchgang in freiem Wasser, da muss aber ein Instructor dabei sein. Einige fragten schon, ob ich ihnen dann als Divemaster Tauchen beibringen kann. Ja, kann ich, genauso so wie ihr euren Kindern Autofahren beibringen könnt – aber eben nicht dürft. So ist es auch bei mir. Leider also: Daraus wird nichts werden – sorry! Lernt Tauchen bei einem Tauchlehrer und dann können wir sehen, wie wir uns unterschiedliche Ecken gegenseitig zeigen können! Da hätt‘ ich echt Lust drauf!

Ein Thema liegt vielen Tauchern am Herzen. Der Schutz und das bessere Verständnis der Unterwasserwelt.
Von vielen wichtigen Themen möchte ich eines aufgreifen auch um evtl. unsinnige Ängste von Angehörigen von Tauchern zu mindern. Haie. Hollywood ist Unsinn!!! Haie sind sehr vorsichtige und zurückhaltende Unterwassertiere die um Dimensionen ungefährlicher sind als Kokosnüsse oder Hauskatzen. Viele Taucher geben viel Geld aus, um an Orte zu gelangen wo sie evtl. mal die Chance haben einen Hai zu sehen. Wir haben hier in einer Bucht, wo zeitweise welche zu sehen sein sollen, leider mehrfach erfolglos geschnorchelt, wurden aber mit Schildkröten entschädigt. Ich will nicht sagen, dass Haie ungefährlich wie Kuscheltiere sind, ein störrisch Esel ist aber sicher gefährlicher als die allermeisten Haiarten.
Hollywood hat hier vor Haien eine Angst aufgebaut, gegen die die genauso unsinnige Wal-Angst a là Mobby Dick wie eine Kindergeschichte wirkt. Wie überall auf der Welt gibt es auch unter Wasser gefahren, aber Haie gehören sicher praktisch fast gar nicht dazu!!

In den nächsten Tagen erzählen wir unsere weitere Planung … einiges steht schon fest, aber einige wichtige Dinge fehlen noch. Wie immer: Was man denkt, dass es schwierig sein könnte, ist praktisch oft einfach, und die scheinbar einfachsten Dinge können kompliziert werden, dass man sich die Haare rauft. Aktuell ist es das Kleingedruckte bei den Einreisebedingungen der USA…

Nachtrag 21.10.2014:
Heute wurden fast alle letzten Formalitäten erledigt. Eine letzte Kleinigkeit wird freundlicherweise noch bis 30.11. dauern. Dadurch, dass ich pünktlich zum 1.12. alles für den Divemaster fertig haben werde, spare ich mir die Gebühren für das Kalenderjahr 2014. Pünktlich um meinem Geburtstag herum werde ich dann wohl offiziell Divemaster sein. :-)))

Eigentlich wollte ich hier noch ein Bild mit meinen beiden wichtigsten Tutoren Lee und Verity hineinbringen – ich hoffe ich erwische morgen mal beide gleichzeitig, dann kommt das noch!