Archiv für den Monat: Juli 2014

Sihanoukville

Sihanoukville (Autor: Harriet)

Dieser Ort diente uns als Auszeit, um ein paar Tage Erholung zu bekommen. Dementsprechend haben wir vom Ort selbst nicht allzu viel gesehen. Zuerst wohnten wir im Bereich Otres Beach 2, was weit vom Zentrum entfernt war. Dies wählten wir bewusst, weil wir ja mal Ruhe haben wollten. Doch das zeigte sich auch als problematisch. Die Straße zu unserer Unterkunft war noch nicht fertig gebaut und dementsprechend schlammig war sie. Unser Tuktuk-Fahrer schaffte es nicht, uns dort hin zu fahren, er trug dann mit uns zusammen unser Gepäck das letzte Stück durch den Schlamm. Zum Glück sind unsere Schuhe abwaschbar. Ich weiß nicht, was ein Modepüppchen mit ihren Gucci-Schuhen gemacht hätte…

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Der Strand war zwar sehr nah, aber durch den Matsch wollten wir dann doch nicht laufen, weshalb wir die meiste Zeit im Zimmer verbrachten.

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Der Gastgeber war sehr nett, konnte ja auch nichts dafür, dass die Stadt ihr Versprechen nicht eingehalten hatte und einfach einen knappen Kilometer vor seiner Anlage aufgehört hat die Straße zu bauen. Er versuchte alles, damit wir uns wohl fühlten in seiner erst 3 Monate alten funkelnagelneuen Anlage.

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Wir bekamen sogar Essen auf’s Zimmer, hätten aber auch auf der Veranda essen können, die einen unglaublich schönen Ausblick auf den Mangrovenwald bot.

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Vorne der fast einsame Strand, hinten der Mangrovenwald, funkelnagelneue Anlage – es hätte alles so schön sein können, aber eben Schlammweg und fast keine Einkaufsmöglichkeiten und die Bungalows doch eher eng beieinander- so ganz war es nicht das, was wir brauchten.

So schauten wir im Internet, was für Hotels es noch gibt und fanden das Don Bosco School Hotel. Die Bewertungen waren durchweg positiv. Die einzige Kritik war, dass es weit entfernt vom Zentrum liegt. Prima, dachten wir uns und buchten.

In dem Hotel werden junge Kambodschaner aus sozial benachteiligten Familien in allen Bereichen eines Hotels ausgebildet (was sicherlich ganz im Sinne von Don Bosco ( de.wikipedia.org/wiki/Don_Bosco ) gewesen wäre). Dementsprechend warten viele extrem eifrige, dienstbeflissene und höfliche Schüler nur darauf, dass sie einem einen Wunsch erfüllen können. Alle geben sich unglaubliche Mühe, sind aber eben Schüler und es ist dann doch nicht perfekt, das ist aber nicht schlimm, im Gegenteil das macht richtig Spass. Mind. 3 Schüler waren stets an der Rezeption. Ein Warten war nie nötig. Die Zimmer waren so sauber, dass man sogar vom Boden hätte essen können. Gegen 19 Uhr kamen 2 vom Housekeeping, um einem das Bett für die Nacht vorzubereiten. Im Restaurant gab es gutes Essen, was wir aber aufgrund unseres Sparsinns nur 2x in Anspruch genommen haben. Die restliche Zeit haben wir uns selbst versorgt und saßen mit unseren geschmierten Broten am Pool. 3x am Tag gab es einen Shuttleservice in die Stadt zum Strand oder zum Supermarkt, wo wir uns mit neuen Lebensmitteln versorgten. Während wir einkauften, wartete der Schüler im Auto auf uns.

Die meiste Zeit verbrachten wir mit Schnorcheln im Pool oder saßen im Schatten und schauten auf den Pool. Wir konnten so richtig gut herunter fahren.
Hier auch mal ein Bild unserer „Insel der Ruhe“.

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Als wir in dem Hotel waren, fand ein Treffen christlich-missionarisch tätiger Menschen aus unterschiedlichen praktischen Tätigkeitsbereichen statt, die tagsüber in Seminaren saßen und am Abend auch zum Pool kamen. Hier und da kam man mit einigen in ein lockeres Gespräch. So erfuhren wir von einigen interessanten Projekten, um Kindern eine Chance zu geben. Die Tage plätscherten vor sich hin, sodass wir gar nicht merkten, dass wir schon 1 Woche da waren und dachten, es seien erst ein paar Tage.

Dass wir wirklich „raus“ gekommen sind, merkten wir, als wir mit dem Shuttleservice zum Busunternehmen gebracht wurden, wo wir den Nachtbus nach Siem Reap nehmen wollten. Auf einmal war es wieder laut. Wir waren wieder umgeben von Motorgeräuschen, lauten Stimmen und wir wurden wieder ständig angesprochen, ob wir was kaufen wollen oder wir im Tuktuk irgendwo hingebracht werden wollen. Unser Hotel war wie eine Blase der Ruhe, die auf einmal geplatzt war. Es hat soooo gut getan.

Nachtbus, Siem Reap, Tempel

Vor 4 Tagen haben wir den Nachtbus von Sihanoukville nach Siem Reap genommen. Bis zum letzten Augenblick hatten wir den Pool unseres Hotels nutzen dürfen. Nach der Fahrt im Nachtbus kamen wir entsprechend übermüdet in Siem Reap am frühen Morgen an.
Wie üblich war die Bushaltestelle so gelegen, dass es etwas außerhalb des Zentrums war und die Tucktuckfahrer einem sagen konnten:’Oh das ist weit .. das kostet ..‘. Zum Glück bietet unsere neue Unterkunft einen kostenlosen Pickupservice und ein Telefonat reichte, für die Zusage, dass gleich jemand kommt. Wir setzten uns also zum Warten an dieser komfortablen Bushaltestelle.
==hier kommt ein Bild hin, dass die Ironie des letzten Satzes deutlich macht==
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Zum Einchecken in das Zimmer waren wir zu früh dran, aber Herr Schein von unserer neuen Unterkunft setzte sich mit uns zusammen und erzählte uns viel. Einiges was gut gewesen wäre, wenn wir frisch in Asien angekommen wären, und Vieles was hier jetzt neu gut zu wissen ist. Er versprach uns auch, sich um zu schauen, dass wir wenn möglich für unsere Tourwünsche für die nächsten Tage Mitreisende zum Kosten teilen haben würden. Darauf liefen wir los und erkundeten den Ort bis zum Abend. Abends kamen wir erschöpft an, das Zimmer war vorbereitet und unsere Sachen darin und für den nächsten Morgen eine Tour organisiert und eine Mitreisende gefunden. Chrystal, von dieser lieben Chinesin müssen wir noch berichten. So, ich muss mich jetzt aber kürzer fassen, denn wir haben auch heute wieder einen vollen Plan.

Hinter uns haben wir drei Tage Touren mit jeweils vielen schönen aber kurzen neuen Bekanntschaften aus aller Welt, ca. 15 besichtigen Tempelanlagen und ca. 2000 Fotos …
So viel, was zu berichten wäre …

Wir sind froh, uns vorher ein wenig Ruhe genommen zu haben, denn wir können wieder mit Freude diese alten Steine anschauen und hatten auch die Kraft die Tage mit jeweils ca 9-13 Stunden Tour durch tropische Regenzeit gut durch zu halten und hinterher die nötigsten Sachen wie Einkaufen, Wäsche waschen usw. zu erledigen.

Reisekarte

Liebe Leser,

seit Beginn der Reise hatte ich eine Kleinigkeit vor, zu der ich nie gekommen bin. Jetzt ist eine erste Version einer Karte unserer bisherigen Reise da.

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Außerdem haben wir in den letzten Tagen endlich einige der dringendsten Mails geschrieben, die schon lange nötig waren – und noch immer nicht alles Liegengebliebene abgearbeitet … Aber wir hatten schlechtes Internet an einem wunderschönen Pool und haben auch mal wieder alle Fünfe gerade sein lassen. Es war schön einfach mal wieder locker sein zu können, alle Planungen und Sorgen stehen zu lassen und einfach im Wasser herumzutollen. Wir haben viel gelacht und so einiges entdeckt, was man in einem Pool noch mehr an Unsinn anstellen kann, wenn man Maske und Schnorchel hat. 🙂

Vieles ging nicht zu organisieren, da das Internet uns immer wieder verließ. Von den Sachen, die mir wichtig waren habe ich immerhin eines geschafft. Beim Artikel Nah Trang habe ich am Ende etwas dazu geschrieben. Der regelmäßige Leser wird sich erinnern, dass wir in Nah Trang Frosch und Schlange gegessen haben. Wir werden hier nie wieder Frosch und Schlange essen. Wer den Grund wissen will, lese bitte dort. Aber Achtung, das ist nichts für seichte Gemüter. Uns hat es fast den Magen umgedreht, als wir gesehen haben, wovon wir dort berichten.

Nach dem letzten Artikel erreichten uns gleich mehrere Mails, dass wir uns weiter lieb haben sollten. Wahrscheinlich machen sich also mehr Leser sorgen, als gemailt haben… Danke liebe mitfühlende Menschen. Macht Euch keine Sorgen. Wir haben uns weiter lieb! Und wir sind reflektiert genug, um bei Streitereien unterscheiden zu können, ob das jetzt um die Beziehung geht, oder Zeichen sind, dass wir einfach mal wieder Luft holen müssen. Und fast alles war ganz klar Zweites! Es wäre verwunderlich, wenn bei 8 Monaten ständig eng beieinander sein nicht auch erstes dabei wäre. Aber A) ist das erstaunlich wenig, B) die gemeinsamen Erinnerungen, die man mit niemandem sonst teilen könnte, schweißen einen gleichzeitig in einer Art zusammen, die von außen schwer nachvollziehbar ist. Augenzwinker Mit niemandem streite ich lieber über die nächsten Ziele, Reisemethoden und Unterkünfte als mit Harriet. Ich wüsste auch niemanden, der ihr da an Erfahrung hier drin auch nur nahe kommen könnte. Augenzwinker Macht Euch keine Sorgen. Wir sind ein Reisepaar. Manchmal wie ein altes Ehepaar, dass sich zwar anmeckert und eben doch nie ohne einander sein möchte. Wenn nicht so klar wäre wie sicher die Beziehung steht, wäre das meckern vielleicht auch nicht so einfach. Also: Die Beziehung steht! Die weitere Reiseplanung nicht *ggg* die muss noch erstritten werden 😉

Erschöpft

Erschöpft

Die ersten Mails kommen und fragen ob mit uns alles OK ist, weil wir jetzt schon mehrere Tage nicht geblockt haben.
Nein, es ist nicht alles OK. 12 Länder in 8 Monaten haben ihre Spuren hinterlassen. Immer mehr bemerken wir, dass es Zeit wird, eine Auszeit zu nehmen. Das ist evtl. nicht leicht verständlich für jemanden, der jeden Tag seiner Arbeit nachgeht und sich eine Reise als Auszeit vorstellt. Wir freuen uns, diesen Menschen ein wenig eine Auszeit bieten zu können. Nach Feierabend oder in der Mittagspause unseren Blog lesen, auf Wikipedia oder anderen informativen Seiten etwas über das Land lesen oder die Sehenswürdigkeiten oder die Speisen z.B. auf vietnam.asiastreetfood.com oder einzelne Gerichte auf chefkoch.de oder beim Asiaten um die Ecke. Ich selbst habe manches Mal mich auf Seiten wie z.B. weltreise-info.de belesen – dann Zufallsbilder angesehen und dann einen Reiseblog gesucht, der über das Land berichtete von dem ich gerade Bilder gesehen hatte. So oft hatte ich in diesen anderen Blogs gelesen, dass Reisen kein Urlaub ist, sondern eben anstrengende Arbeit. Erst jetzt auf Reisen bemerke ich zunehmend wie sehr dies stimmt. Dorte hat ja schon einmal in einem Kommentar darüber geschrieben, dass es sogar eine Doktorarbeit zu diesem Thema gibt.
Die Gründe für diese Anstrengung sind vielfach und doch schwer verständlich beschreibbar – ich will mich hierdrin jetzt gar nicht versuchen. Was sich bei uns zeigte, kann ich eher beschreiben. Während der letzten Wochen bemerkten wir zunehmend, dass uns viele Dinge schwerer fielen. Besonders uns zu weiteren neuen Sachen aufzuraffen. Sehnsucht nach bekannten Sachen – nicht schon wieder Neues. Absurd, man hat die leckersten Gerichte der Welt vor der Nase und zur günstigen Auswahl und träumt von einem schlechten Döner oder irgendwie einer Pizza – wenigstens einmal die Woche.
Dann bekommt man Mails, in denen z.B. steht, dass im Blog der Eindruck herüber kommt, dass Vietnam nicht so schön sei. Dabei hat uns Vietnam eher sogar positiv überascht. Tolles Land. Nur die supereinseitige Darstellung des Krieges machte uns in dieser supereinseitigen Art fast schon wütend, und dass das Busunternehmen seine Versprechungen nicht hielt – das hat uns sehr geärgert. Die tollen schönen und guten Seiten, wie die Schönheit der Landschaft oder das leckere Essen kommen da kaum herüber. Habe ich schon erzählt, dass es hier Brot gibt, dass wie Baguette schmeckt? Das Thema „Extragebühren“ ist etwas, was Milliarden von Menschen in vielen Ländern der Welt jeden Tag wütend macht, und macht einmal mehr deutlich, was an Deutschland täglich gut ist, ohne dass man es realisiert wenn man da ist. Aber in Deutschland ist es eben nicht nötig, einen Dollar beim Führerschein zu haben, oder der Schwester in der Notfallambulanz etwas Geld zuzustecken, damit der Herzinfarkt nicht soo lange wartet… aber solche Sachen strengen auch an, wo sie auch uns hier betreffen.
Weiter: Szenen, die wir bemerkten: In Hue die Tempelruinen … die konnten uns kaum hervor locken. Die purpurne Stadt, ja die konnte uns noch etwas begeitern – aber es lässt einfach nach. Tempelruinen? Hatten wir schon. Wir haben schon so viel gesehen in den letzten Monaten. In Nah Trang gab es diese Szene, wo wir wenigstens noch über uns lachen konnten. Am Eingang zu diesen Tempeln, zu denen wir mit dem Roller hingefahren sind, stellten wir fest, dass es ja eigentlich auch reicht, wenn einer ‚rein geht. Wir schauten uns kaum an, dann, im Augenblick wo wir uns ansahen zeigten wir bereits gegenseitig mit dem Finger auf jeweils den anderen und sagten gleichzeitig: „Du gehst!“ … Noch vor wenigen Monaten hätte jeder von uns energisch protestiert, wenn die Möglichkeit im Raum gestanden hätte sich das nicht an zu sehen …
So viele Dinge die wir gesehen haben, so viele Menschen die wir kennen gelernt haben, so viele Speisen die wir gekostet haben, so viele Eindrücke, die wir noch bewältigen müssen.
In Vietnam hatten wir gerade mit Menschen, über die wir hier nicht berichtet haben und sicher niemals berichten werden solange die Dinge dort sind wie sie sind! sehr interessante Gespräche – klar ist einem, wenn man diese Gespräche geführt hat, dass dem Land ähnliche Veränderungen bevorstehen, wie der DDR, der UDSSR und vielen anderen ehemals so genannten kommunistischen Ländern. Ich hoffe, die bekommen den Übergang friedlich hin. Die Menschen in dem Land haben wirklich genug gelitten. Ich hoffe es geht den Menschen dort weiter halbwegs gut. Der alte Mann mit dem ich sprach, der mich zu selbst gemachtem Reiswein eingeladen hatte und mit seinem Leben jetzt im hohen Alter halbwegs zufrieden wirkte. Mit zunehmendem Pegel erzählte er vom Krieg und er hatte für die Amerikaner gearbeitet und Panzer gewartet. Auf meine Frage, was ihm denn nach dem Krieg passiert sei, bekam ich die Antwort: Nun, zunächst war ich ein Jahr weg, und dann habe ich mein Leben lang hart gearbeitet – und er zeigte mir seine abgearbeiteten Hände… Es war Schmerz im Raum und er erzählte mir lieber wie man Reiswein macht. So viele Eindrücke, die alle noch verarbeitet werden müssen … Ich würde sie gerne in den Blog stellen. „Öffentlicher Nahverkehr in Indonesien“ „Warum wir nie wieder Frosch oder Schlange essen werden“ und und und so viele Eindrücke … so viele Dinge, die wir gerne noch Bloggen würden, weil dies auch eine Art ist zu ordnen und zu verarbeiten. Diskussionen, die einen weiter bringen, aber man kommt irgendwann nicht mehr dazu über die vielen unterschiedlichen Varianten von Pho Bo zu berichten, die man im Laufe der Zeit kennen gelernt hat – oder über Bo né .. über die Probleme im Umgang mit Worten wie Pho oder Bo in einem Land mit einer tonalen Sprache, wo die Akzentzeichen über den vokalen in bis zu vier Zeilen zu finden sind, und wo alles jederzeit etwas ganz anderes bedeuten kann, nur weil anders betont wird. Diese leckeren Steaks vom Grill, wo man aber eine dreiviertel Stunde später einschläft weil für unsere Verhältnisse so viel Knoblauch drin ist, dass ich am liebsten eine Blutdruck-Puls-Studie in Abhängigkeit der Steak-Verspeisung starten würde… Die Fahrt Mekong Delta und die anschließende Bootsfahrt den Mekong entlang. Menschen die wir kennen lernten. Zwei langzeitreisende Dänen, mit denen wir einige Gespräche hatten. Eine Familie aus Israel, von denen wir hoffen, dass sie jetzt trotz erneuten Nahost-Konflikt in ihrer Heimat sicher sind. Zwei Australierinnen, Phnom Penh … der Pallast – Kristof und seiner Partnerin wollen wir noch im Blog danken. Wir haben an der von Ihnen bezahlten Führung durch den Pallast teilnehmen dürfen, das war toll. Die zwei Kanadier, mit denen wir uns das Tucktuck zu den Killing Fields geteilt haben. Die Killing Fields selber – unglaublich … Wer harten Stoff vertragen kann, lese bei Wikipedia über die roten Khmer und die Killing Fields. Was nirgends offen gesagt wird: Wer erschlagen wird, der stirbt nicht gleich … solange nicht auch der Hirnstamm seine Arbeit einstellt quälen die armen Totgeweihten sich weiter. So gesehen war es fast human, Säuglinge an den Beinen zu greifen und mit Schwung den Kopf an einem Baumstamm zu zerschmettern, da ist der Hirnstamm wenigstens hochwahrscheinlich hin und der Tod rasch. Aber die Killing Fields machen dieses Land nicht aus. Liebe Dorte, da kann ich Dich beruhigen. Kambodscha ist ansonsten ein halbwegs typisches Land dieser Weltregion mit überfüllten Straßen, Märkten überall, leckerem Streetfood unweit von der nächsten stinkenden Ecke, wo Müll aufgehäuft wird, halt nur mit einer Geschichte die man kaum besser beschreiben kann, als mit den Worten eines Studenten mit dem wir ins Gespräch kamen: „Das ist alles soo traurig.“ Darin unterscheidet sich dieses Land von Vietnam oder Thailand – man fühlt das „Bedrückte“ … davon abgesehen sind die Menschen freundlich und ehrlich und offener als in Vietnam, wo Menschen einem gerne viel über die ganzen guten Seiten erzählten und was Ho Chi Minh alles Gutes gebracht hat – und man spürt, dass man eigentlich an eine Maske oder Mauer gerät – selten, dass jemand wirklich offen berichtet … man spürt nur diesen unter Druck stehenden Dampfkessel wenn man versucht hinter diese Mauer zu schauen. So voll von Eindrücken … so voll … so viel zu ordnen in einem … Vor uns steht eines der Highlights unserer Weltreise. Etwas worauf wr uns schon in Deutschland gefreut haben: Angkor Wat! Wenn wir im Augenblick so wie wir drauf sind, da hin gehen würden, dann in einem: „Komm, lass uns das schnell hinter uns bringen!“ Zu Schade dafür! Wir sind erschöpft. Einige Fragen der Finanzierung der Reise sind aktuell auch unklar. Mein Auto ist nach 8 Monaten noch nicht verkauft – das sollte einen guten Batzen des Geldes bringen – bringt es nicht und kostet unsinnig weiter. Wir sind erschöpft. Auch wir haben uns in unserem Verhalten zueinander verändert. Eigenarten des Anderen sind im Augenblick nicht mehr einfach Teil des Liebenswerten, sondern können anstrengend sein. Dabei ist uns klar, dass das eigentlich nur die Erschöpung ist, und kein wirklicher Wandel von uns oder unserer Beziehung. Es nervt halt nur alles, was irgendwie Kraft kostet. *Lach* Harriet ist halt einfach voll MEGA-Anstrengend, während ich natürlich TOTAL einfach bin. Grins. Ich weiß gar nicht was sie hat, ich tu doch gar nichts, ich schlafe doch nur, während sie den ganzen Haushalt macht. *lach* Und Harriet sie tut ihr Bestes und kommuniziert jede noch so kleine mögliche anstehende Entscheidung aus Sicht aller Möglichen Blickwinkel und ich *kopfschüttel* … ich wertschätze das gar nicht, wenn ich gerade so unwichtige Dinge tue wie auf Toilette sitzen *lach* oder Unterkunft buchen oder etwas ganz anderes Organisieren (und Verschiedenes hierfür im Kopf behalten) oder Kopfrechnen *ggg* …

Aktuell:
Wir sind im Süden von Kambodscha, in SihanoukVille. Wir leisten uns gerade ein Hotel mit Weststandard, was uns ganz klar inzwischen als purer Luxus erscheint. Außerdem hat dieses Hotel einen Pool. Wir lassen uns gerade einfach fallen und kommen irgendwie herunter. Täglich kommt die Frage, wann wir weiter wollen … tauchen wir hier in Sihanoukville noch?, gehen wir direkt nach Angkor Wat? oder machen wir noch in anderen Orten stopp?
Die Antworten sind absichtlich offen. Erstmal Luft holen! Alle Fünfe gerade sein lassen. Wir lassen es uns erst mal gut gehen.
Evtl. bloggen wir die Tage noch zu „alten Themen“ – es wäre so viel wichtig. Evtl. bloggen wir auch nicht, sondern sitzen einfach am Pool und schauen den Kindern zu wie sie hier spielen … Wie auch immer. Kein Grund zur Sorge. Uns geht es zwar nicht „blendend, noch besser und es wäre nicht mehr auszuhalten.“ Aber uns geht es auch nicht schlecht. Für Thailand war eh Urlaub geplant – wir machen halt nur ein bischen früher schon mal Pause. Genießen dann Angkor Wat, machen dann richtig Pause. Das ist alles. Wir sind offen und ehrlich zu uns und der Welt. Macht Euch keine Sorgen. Wir sorgen gerade gut für uns und merken bereits, dass das genau das Richtige für uns ist. Wenn wir soweit sind, bloggen wir evtl. oder reisen weiter – wonach uns auch immer ist. Liebe Grüße an Euch daheimgebliebenen – gerne hören wir auch von Euch immer wieder, wie es Euch zu Hause so ergeht. BTW: Wir sind Weltmeister .-)

Impression 1/2-Finale

   Niederlande        Argentinien

Dann 25. Spielminute  0:0 
Freistoß für Oranje

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… ein Argentinier bleibt nach Kopfballduell auf dem Grün liegen.

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Es fallen immer mehr Spieler und in der 38. Minute holt sich der Schiri die Kapitäne ran… man hört ja nicht was gesagt wird, aber ich denke er will mehr Fußball und weniger Laute die auf dem Grün liegen bleiben.

Zu Vesa dem Finnen sage ich, dass gestern um die Zeit schon mehr Tore gefallen sind. *Augenzwinker *

44. Minute Oranje sieht gelb.

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Halbzeit 0:0
Ein betrunkener OranjeFan macht schlechte Stimmung. Zielt mit einer aus seinen Fingern dargestellten Pistole auf Argentinien Fans und findet das lustig. ..
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49. Gelb gegen Argentinien

50. Was für eine Chance für Oranje . . die Stimmung steigt.

60. Minute der betrunkene Störenfried ist nach Hause gegangen.

62. Minute ein Argentinier liegt auf dem Spielfeld – muss ausgetauscht werden.

Die Bilder werden nicht hochgeladen … Berichterstattung können Andere besser. Die wissen dann auch die Namen usw.
Mal schauen, ob ich die Bilder morgen hochgeladen bekomme…

75. Minute …. Verzweiflung hier bei Oranje … dann … Das argentinische Tor war gar keins … Die Köpfe erheben sich wieder.

110. Minute … die Sonne geht auf … die Oranje-Fans hier wirken müde besorgt.
Es haben mehrere Spieletwechsel stattgefunden ( haben müssen ).

Es sieht alles immer mehr nach 11-Meterschießen aus…

120. Minute 11-Meterschießen wird folgen.
Die Situation ist grotesk. Wir sitzen in einer Bar. Draußen ist es hell. Sogar der Frühsport ist vorbei, die Verkaufsstände werden aufgebaut. ..

Argentinien gewinnt nach 11-Meterschießen 4:2 gegen Holland.
Sowas ist immer unbefriedigend. Glücklich für den Gewinner. Und Südamerika ist bis zum Finale mit einer Manschaft vertreten.

So, hier noch ein Paar Bilder als Nachtrag:

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Die Götter fallen vom Olymp

Der Wecker stand auf 02:30 Uhr Ortszeit. Seeeehhhr müde stellten wir fest, dass, wenn wir wollen, uns noch einmal umentscheiden können und wieder hinlegen. Aber wir blieben standhaft, wuschen uns und zogen uns an. In unserer Hotelbar wurde kein Fußball geschaut. Das Lokal an der nächsten Ecke, das groß damit wirbt Fußball zu zeigen, hatte auch geschlossen. Wir bekamen aber den Tipp, wo wir eine Bar finden. Nur zwei Ecken weiter fanden wir diese und es war erst die dritte Spielminute. OK, Nationalhymne verpasst.
Es lief ein englischsprachiger TV-Sender. Die Stimmen im Stadium schienen nur aus Brasilianern zu bestehen und ich dachte: „Das wird noch schwerer als ich eh schon dachte.“
Als wir am Vortag in Tempeln waren, baten wir bereits um Glück für die deutsche Nationalmannschaft und dann haben wir noch Blätter vom Buddhi-Baum gesammelt. Das soll auch Glück bringen. Glauben wir dran? Eigentlich nicht, aber schaden kann es ja auch nicht. Und hier im Ausland ist es so vorteilhaft, wenn man gesagt hat woher man kommt und jeder einem sagt, dass Deutschland toll ist weil es im Fußball so stark ist.
Im Lokal saßen wir an einem Tisch mit einem Finnen und später einem Franzosen.
Später lernten wir noch ein Pärchen aus Karlsruhe kennen, dass sich den Traum erfüllt, 3 Monate durch Asien zu reisen. Toll! Trotz aller uns bekannten Gepäckproblematik hatte er sogar ein Hemd vom Natinaltrickot an.
Die Brasilianer wirkten stark und das Stadium schien voll auf ihrer Seite zu sein. Wir bangten. Im insgesamt gut und international gefüllten Lokal war die Stimmung auf deutscher Seite.  
Dann geschah es: 1:0 2:0 3:0 4:0 … Voller Freude hatten wir doch noch den Schwedenschock nur allzu gut in Erinnerung. Und die Brasilianer behielten Feuer.  Es ging ja aber zum Glück noch weiter bis zum 7:0.
Im Lokal waren sich alle einig. Deutschland hat Fußballgeschichte geschreiben. In einem der finalen Spiele gegen die nun einstigen Fußballgötter in derem Heimatland so hoch zu gewinnen … das ist sicherlich Fußballgeschichte … der Fall vom Olymp in dieser Weise war tief. Die Brasilianer die weinten taten uns Leid, aber wir waren Happy. Ja es hat sich gelohnt dafür aufzustehen!
Eric der Franzose sagte: Wir haben nur 1:0 gegen Deutschland verloren, das heißt gegen Brasilien hätten wir 6:1 gewonnen. *Augenzwinker *
Weiter so … obwohl, wenn wir durch Brasilien reisen, behaupten wir jetzt wohl lieber wir seien Holländer. *Augenzwinker *
Damit kommt die jetzt spannende Frage: Argentinien oder 74-Oranje???

Hallo Kambodscha

An der Grenze gab es Ärger damit, dass unser vorhandenes und bereits bezahltes Visum nicht anerkannt wurde, und wir ein neues Visum plus „Extragebühren“ kaufen mussten. „Extragebühren“ sind eben leider ein Thema in vielen Ländern. Die Menschen, die nicht weiter kommen ohne Extragebühren zu zahlen, obwohl sie im Recht wären, macht dies überall auf der Welt wütend.  Wolfgang will darüber evtl. noch mal mehr schreiben.

Die Fahrt den Mekong entlang war landschaftlich sehr schön. Man sah viele Einheimische, wie sie ihr Leben an und auf dem Fluss leben. Schließlich kamen wir in Phnom Penh an.

PhnomPenhWaterpanorama

Phnom Penh ist die Hauptstadt von Kambodscha, ist aber mit 1,5 Mio Einwohnern überschaubar und weniger voll als Saigon. Von der starken Zerstörung in der Vergangenheit ist kaum noch etwas zu sehen. Man sieht morgens Mönche in oranger Kleidung durch die Straßen gehen, die von der Bevölkerung Essen bekommt und dafür diese segnet. Der Buddhismus ist allgegenwärtig, was man auch an den vielen prunkvollen Tempeln sehen kann.
In Kambodscha ist der US$ inoffizielle Hauptwährung. In Supermärkten werden die Preise in Dollar ausgeschrieben. Einheimische Riel bekommt man eher als Wechselgeld, wenn es sich um ungerade Dollar oder um Centbeträge handelt. Um wieder ein Preisgefühl zu bekommen, erwische ich mich oft dabei, dass ich in vietnamesische Dong umrechne. Wolfgang, der sich bereits in Vietnam an US Dollar gewöhnt hat, hat es nun einfacher.

Wie ist nun der erste Eindruck? Die ersten Unterschiede?
Es reden viele ein ausgezeichnetes Englisch.
Preislich ist es etwas teurer als in Vietnam.
Es besteht keine Helmpflicht für Mopetfahrer. Die, die aber freiwillig Helme tragen, tragen wenigstens ordentliche und nicht so unzureichende dünne Plastikkappen wie in Vietnam.
Auch in Kambodscha sind die Leute sehr geschäftig.
Die Geschichte der letzten Jahrzehnte ist allgegenwärtig. Die Menschen wirken ernster und bedrückter – eben nicht wie in einem „Land des Lächelns“. Man spürt uns sieht es halt.
Phnom Penh ist schmutziger als Hanoi aber weit von indischen Verhältnissen entfernt.
Man sieht viele „Langnasen“ (Touristen aus Europa/Amerika/Canada).
Haupttransportmittel für diese ist eine Art Mopetrikscha. Es sieht aus wie eine Pferdekutsche an ein Motorrad gebaut.
Als Hauptstadt wirkt Phnom Penh nicht so zugebaut wie Saigon oder Hanoi.
Es gibt -gefühlt- mehr Fliegen, dafür weniger Mücken als in Hanoi. Insgesamt aber ist die Zahl der Mücken in all den asiatischen Ländern, die wir bereisten, ganz weit von dem entfernt, was wir vor Abreise aus Deutschland dachten hier zu finden. In manch einem deutschen Sommer gibt es satt deutlich mehr davon.

Da Wolfgang sich mit einem Durchfall herum schlägt, lassen wir es ruhiger angehen und klappern die Sehenswürdigkeiten der Stadt nach und nach ab.

Ankor Wat wird natürlich das Highlight der Reise werden. Auch wollen wir in den Süd-Westen zum Inselhopping. Da der Mekong gerade Niedrigwasser hat, wurde uns von der Reise nach Kratie (Süßwasserdelfine) abgeraten. Es würden keine Boote fahren. Okay, so ganz glauben wir das nicht. Da wir auf unserer Reise schon mit Delfinen geschwommen sind, lassen wir den Nord-Osten aus.

„Extragebühren“

Sehr deutsch korrekt haben wir bereits von Honkong aus via Internet ein eVisum beantragt. Es werden nicht alle Grenzübergänge durch dieses Visum abgedeckt und man muss genau sagen, über welchen Grenzübergang man gehen möchte. Da die klassische Route mit dem Bus von Hanoi nach Phnom Penh führt, wählten wir diesen Grenzübergang. In Hanoi erfuhren wir von der Möglichkeit im Anschluss an die 3-Tages-Tour ‚Mekongdelta‘ mit dem Boot nach Phnom Peh zu fahren. Das reizte uns, und so gingen wir in HCM  (Ho Chi Minh City = Saigon) zur Botschaft von Kambodscha und fragten ob wir dieses Visum tauschen können, oder jetzt eben ein neues beantragen müssen. Ein Botschaftsangehöriger arbeitete eine halbe Stunde am Rechner und telefonierte und gab uns anschließend unsere Pässe zurück mit den Worten „Es ist alles vorbereitet – ihr könnt damit gehen über den Mekong.“

Jeder Reisende hört im Voraus von den Schwierigkeiten die man an der Grenze bekommt, und das immer einige „Extragebühren“ anfallen. Darum war uns wichtig ein bereits gültiges Visum beim Grenzübertritt vorlegen zu können. Wir wollten keine ‚Extragebühren‘ bezahlen und fühlten uns gut vorbereitet. An der Grenze wurde dann aber nichts anerkannt. Wir standen vor der Wahl ein zweites neues Visum inklusive „Extragebühren“ zu kaufen oder ohne Boot den Mekong entlang zurück nach Vietnam zu müssen. Zähneknirschend zahlten wir je ein neues Visum. Dieses System von „Extragebühren“ macht nicht nur uns wütend. In vielen Ländern ist dies Gang und Gebe. Fast jeder hat einen Dollar bei seinem Führerschein stecken, falls er mal angehalten wird, auch die Männer tragen Schmuck – wenigstens einen Fingerring – damit z.B. wenn mal etwas Ernsthaftes passiert, man in der Notfallambulanz nicht zu spät dran kommt.  Dieses System macht nicht nur uns wütend, wenn wir nicht weiter kommen ohne 48 US-Dollar zu zahlen, obwohl wir bereits ein Visum haben, mit dem Hintergrund, dass man nie erfahren wird, wer auf seine 8 US-Dollar „Extragebühren“ nicht verzichten wollte und einen deshalb auflaufen lässt. Wir konnten dem jetzt nur einmal nicht entrinnen. Für die Menschen die hier leben ist dies Alltag. Wenn man mal einen Augenblick erwischt, wo ein Einheimischer ehrlich spricht hören wir die Wut. Mehrere sagten uns, dass Vietnam in der nächsten Zeit – seien es Monate oder Jahrzehnte – explodieren wird, Weil dieses System die Menschen wütend macht – wir können es verstehen. Leider können wir über einige Menschen in Vietnam die wir trafen gar nicht schreiben. Wir schreiben hier im Blog definitiv nur über Menschen, die auf Fragen zum System die übliche Maske gezeigt haben und eigentlich nicht geantwortet haben. Die, die wir anders trafen, z.B. einen Geschäftsmann aus Saigon der sehr ehrlich war, wollen wir schützen indem wir bewußt gar nicht über sie schreiben. Mit diesem inneren Zwispalt müssen wir jetzt leben. Wer hier im Blog aufgeführt wird, war wohl sehr nett, sympatisch, hat uns irgendetwas politisch neutrales gezeigt und ist uns durchaus wichtig. Die, die uns weitere Dinge zu verstehen gaben – wird man hier im Blog aber nie sehen, kein Bild, garnichts – schade – aber notwendig!

In vielen Ländern laufen bereits Kampagnen gegen die Koruption. Aber wie will man gerade in armen Ländern dies durchsetzen, solange viele Staatsbedienstete ohne ‚Zusatzeinkommen‘ schlichtweg nicht genug zum Leben haben. Mehr Gehalt können sich viele arme Staaten nicht leisten. Und wenn jemand erst mal die Möglichkeiten kennen gelernt hat einen Extraverdienst zu haben ist doch klar wohin das führt … außerdem muss er in entsprechenden Situationen anderen ja auch ‚Extragebühren‘ bezahlen und braucht deshalb noch mehr…
In Ländern mit einem Einparteinsystem glauben die Menschen dass dieses Problem minimiert werden könnte, wenn es mehrere Parteien gäbe, einfach, weil keiner so anhaltend so viel Macht haben kann. Klingt logisch. Die Erfahrungen in Länder mit mehreren Parteien lehrt einen aber leider, dass dies nicht unbedingt der Fall ist. Evtl. versucht dann eher jemand in den 4-5-10 Jahren so viel nebenher zu verdienen, wie andere in einem Leben lang. Dennoch ist eine Situation in der man nicht wählen kann und sich entsprechend ausgeliefert fühlt unbefriedigend und macht sogar wütend. Ich hoffe die Führung in einem solchen Land sieht das und schafft es entgegen meinen realistischen Erwartungen Macht ab zu geben um zu vermeiden, dass dieses Land erneut so viel Leid erfährt wie schon einmal.

Dieser Artikel wurde geschrieben am 07.07.2014 aber erst später veröffentlicht.

Saigon (Ho Chi Minh City)

Mit ströhmendem Regen empfing uns die Hauptstadt und wir beendeten die Busfahrt so, wie sie begonnen hat. Der Kreis hat sich geschlossen. Unser Hotel war zum Glück nur 300m von der Busfirma entfernt. Wir entschieden uns aber dann doch, den wirklich schüttenden Regen mit einer warmen Pho Bo Suppe überdacht abzuwarten. Dann gingen wir zu unserem Hotel und freuten uns auf unser Zimmer. Wir wurden freundlich begrüßt und bekamen das Angebot, für „wenig“ mehr Geld ein deutlich besseres Zimmer zu bekommen. Wolfgang dachte sich bereits, dass „unser“ Zimmer nicht frei sei und verhandelte entsprechend hart wegen des Preises. Er pokerte aber etwas hoch also niedrig im Preis – und so wurden sie sich nicht handelseinig. Wolfgang bestand also auf das gebuchte Zimmer. Tja, und dann konnten sie nicht anders als zugeben, dass das Zimmer eben nicht frei sein würde. Wir bekamen das bessere Zimmer zum Preis des einfachen zusammen mit der Ankündigung, dass wir aber am nächsten Morgen in das einfachere Zimmer würden umziehen müssen. So packten wir am nächsten Morgen so, dass unser Gepäck vom Personal leicht in ein anderes Zimmer hätte gebracht werden können. Beim Frühstück lernten wir den Münchner Mark und seine Partnerin Melissa aus den Philippinen kennen. Hier ein Foto von den beiden.

Mark_Melissa

Mark reist bereits seit mehreren Jahren durch die Welt, bleibt in jedem Land eine längere Zeit meist vorwiegend an einem Ort und arbeitet vom Computer aus. So unterhielten wir uns über die unterschiedlichsten Länder, die jeder so kennen gelernt hat, Vorstellungen von Leben in Deutschland und anderen Ländern usw. So verging die Zeit wie im Flug, eh wir uns versahen war Mittagszeit und wir starteten unsere eigene Sightseeingtour erst gegen spät. Vom Hotel erfuhren wir vorher noch, dass wir diese Nacht im besseren Zimmer würden bleiben können und fragten nach, ob wir noch eine Nacht verlängern können. Antwort sollten wir am Abend erhalten. Da in der selben Straße ganz viele Unterkünfte sind, willigten wir ein und starteten unser Sightseeing.

Die Kathedrale „Notre Dame“

Notre_Dame_Cat_Saigon
Ein Backpacker, der sein Mopet vor dem „War Museum“ originell zu verkaufen versucht.
Backpacker_Verkaufsschild
Impressionen aus dem Straßenverkehr
Saigon_Straßenverkehr

Am Abend bekamen wir keine negative Rückmeldung auf Anfrage, also packten wir unsere Sachen entsprechend und andere Taschen passend für den Ganztagesausflug am Folgetag, den wir über das Hotel gebucht hatten. 22.30 Uhr bekamen wir einen Anruf, dass wir doch in ein anderes Hotel umziehen müssen, weil das Zimmer anderweitig vergeben wäre. *Schluck*

Da waren sie wieder, unsere 3 Probleme… Also umpacken und nach Fußball schlafen (0:30 Uhr Ende), um am Morgen noch etwas geregelt zu bekommen. Immerhin waren sie so nett und telefonierte einige Hotels ab, die in unserem Preisniveau lagen und es wurde uns versprochen, dass unser Gepäck dort hin gebracht wird. Wolfgang schaute sich die Zimmer an, während ich auf den Guide wartete. Zum Glück hatte er etwas Verspätung. So starteten wir mit dem Wissen einer neuen Unterkunft unseren Tagesausflug zu den Cu Chi Tunneln und dem Caodai Holy See in Tay Ninh.

Der Caodai Tempel ist ein Pilgerort für Caodaisten (Mischung von budhistischen,  christlichen, muslimischen und hinduistischen Glaubensrichtungen). Dies ist eine Glaubensrichtung, von der wir zuvor noch nie etwas gehört haben.
Außenansicht
Tempel_Caodai2
Tempel_Caodai
Teilnahme an einer Messe
Caodai_Messe

Nach einem Mittagessen ging es weiter ging es zu den Cu Chi Tunneln.
Die Cu Chi Tunnel und das Fallen stellen sind Beispiele dafür, mit welch einfachen aber ausgeklügelten Techniken die Armee der Vietocom im Krieg gegen die Truppen der Südrepublik und der Allianz um die USA gekämpft hat. Ihre Sandalen machten die Soldaten selbst aus alten Autoreifen. Sie schnitzten die Sohle dabei so, dass die Abdrücke so aussahen, als wären sie in die andere Richtung gelaufen (also breit hinten und schmal vorne).

Schlanke Personen hatten auch die Möglichkeit, in einen versteckten Eingang, der kaum mehr als ein Loch war zu steigen oder durch ein 100m langes Tunnelsystem zu gehen. Beim Tunnelsystem machte ich mit, das Loch war mir zu dreckig. In den Tunneln riecht es nach Benzin oder Diesel. Erdgänge sind eben eher für Würmer, Schlangen, Skorpione usw. gedacht. Durch dieses Benzin wollte man sich solche Tiere vom Leibe halten. Die Tunnelsysteme sind oft sehr eng aber auch sehr ausgedehnt über viele viele Kilometer Länge und teilweise gab es regelrecht ganze Lazarette, Küchen und alles Andere, was für ein solches Leben notwendig ist.

Der Eingang ist gut getarnt nicht zu sehen, obwohl er auf dem Bild ist.
CuChiTunnel2
Unser Guide demonstriert das hinein schlüpfen und verschließen des Ganges
CuChiTunnel
Ein kleiner Einblick in den Tunnel
CuChiTunnel3

Unser neues Hotel bezogen wir dann am Abend, unser Gepäck stand vollzählig bereit und es hatte alles geklappt.

Eine weitere 3-tägige Tour werden wir ab morgen dem 03.07. durch das Mekong Delta machen. Wir verlängern noch unsere Tour vom Mekong Delta und fahren den Fluss Mekong aufwärts bis zur kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Wir sind also ab dem 05.07. nicht mehr in Vietnam sondern in Kambodscha. Jeder regelmäßige Leser wird wenig überrascht sein, dass dann wieder die klassischen Dinge anstehen wie Sim-Karte besorgen für Internet, Geld usw. Es wird also wieder etwas dauern, bis von uns Neues im Blog steht. Bei der kambodschanischen Botschaft waren wir bereits und haben unser Visum für diese Einreise angepasst.

In Vietnam sind die Menschen sehr unterschiedlich. Vom Norden her, werden die Menschen mit zunehmendem Süden deutlich freundlicher. Am Wetter liegt es definitiv nicht, weil es in der Mitte trocken und sonnig war, wir im Norden und Süden von abendlichen Regenschauern begleitet wurden. Der Unterschied der Menschen wurde uns damit erklärt, dass der Norden stark von China beeinflusst ist, dort die Arbeitslosigkeit und Armut höher ist, und damit der gesellschaftliche Druck deutlicher ist als im Süden.

Deshalb die Empfehlung für Besucher, die zum ersten Mal nach Vietnam reisen wollen: Besucht den Süden und/oder die Mitte. Unsere Lieblingsstadt in Vietnam ist Hoi An geworden. Sie hat Flair und Herz.

Klaus und Tanja wurde 2x etwas geklaut (1x Mitte, 1x Süden), was zeigt, dass man im ganzen Land auf seine Sachen aufpassen muss.

Für alle Tierliebhaber noch eine Entwarnung: es ist uns nicht gelungen, ein Restaurant aufzutreiben, wo man Hund oder Katze essen kann. Und wenn man so etwas essen möchte, geht das eher im Norden. Bereits ab der Mitte wird man bei dieser Frage angeekelt angeschaut und höflich aber direkt darauf hingewiesen, dass sie dies nicht essen und dementsprechend nicht auf der Speisekarte haben.

Nha Trang

Nha Trang wurde als Tauchparadies im Reiseführer angepriesen. Wir suchten auch gleich eine empfohlene Tauschschule auf (in Nha Trang gibt es viele) und verabredeten einen Tauchausflug. Da ich mich nach der Busfahrt nicht ganz so gut fühlte, erst den übernächsten Tag nach Ankunft.
Das Zimmer war zwar gut, aber doch sehr staubig, was uns als Hausstauballergiker schon zu schaffen machte. Ich entwickelte durch die Kombi Klimaanlage Bus, Müdigkeit und Hausstauballergie eine Erkältung, weshalb wir den erhofften Tauchgang leider absagen mussten. Wir haben mit Hamit eine sehr nette Bekanntschaft gemacht. Hier ein Bild von ihm. Hamit ist türkischen Ursprungs, in Österreich aufgewachsen und lebt und arbeitet nun in Vietnam. Das waren nette Gespräche und wir bekamen tolle Tipps. Hamit A HREF=“http://www.nhatrang-fundivers.com/deutsch/nha-trang-fun-divers/“>(Fun-Divers)
war uns sehr sympatisch und hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir ihn gern zu Grill, Bier usw. eingeladen. Schade, dass das Tauchen nicht geklappt hat. Vielleicht ein nächstes Mal.

Hamit

So planten wir um und liehen uns einen Motorroller für 7 US$ aus (1 Fahrrad hätte genau so viel gekostet und da passt ja nur 1 Person drauf). So erkundeten wir etwas den Norden von Nha Trang, was wir beide sehr genossen. Wolfgang fuhr gut durch den vietnamesischen Verkehr (der im Gegensatz zu der Situation auf dem Bild oft überfüllt und chaotisch ist).

Wolfgang_Mopet

Wir besuchten den weißen Buddha, die Long Son Pagoda und Po Nagar.

Buddha_liegend Buddha_weiss_sitzend

Po Nagar:
Po_Nagar

In einem Restaurant auf einem Nachtmarkt probierten wir Frosch und Schlange*. Unsere gemeinsame Meinung ist: Frosch kann man wieder essen, Schlange muss nicht sein.
Frosch schmeckt so ähnlich wie Hähnchen – womit sich die Frage stellt, warum man nicht gleich Hähnchen isst, wo mehr dran ist. Jedenfalls ist unverständlich, warum man, wenn man einen Frosch schon tötet um ihn zu essen, dann nur die Schenkel futtert. Schlange … nunja … die die wir hatten, hatten so unzählige viele sehr sehr kleine spitze Knochen, dass man diese versucht alle zu zerbeißen. Das macht nicht wirklich Spaß und den Geschmack bemerkt man kaum, weil man sich so auf’s Kauen konzentriert. Der Geschmack ist aber letztlich auch nicht herausragend, dass es das wert wäre. Wir erinnern uns an ihn schon gar nicht mehr.

Frosch Schlange

Auch den Strand besuchten wir regelmäßig und gingen baden. Wir verabredeten uns am letzten Abend mit Klaus und Tanja zum Abendessen in einem Restaurant, wo wir gern zum Frühstück und zum Abendessen gegangen sind, weil hier das Preis-Leistungsverhältnis stimmte (Tipp von Hamit).

Ein letztes Mal nahmen wir den Liegebus nach Saigon. Dieses Mal wollten wir am Tag fahren, um auch etwas von der Landschaft zu sehen. Hier hätte es zwar einen Pickup-Service gegeben, doch die hätten uns sehr deutlich früher abgeholt als wir es in ca. 7 Minuten gelaufen sind. Insgesamt waren wir diesmal positiv vom Liegebus überrascht. Die Plätze waren im Voraus vergeben. Es gab keine aufdringliche Bevorteilung von Einheimischen. Die Fahrer waren freundlich. Der Platz war wie immer knapp.

*Nachtrag von Wolfgang:

Nachdem wir Einiges gesehen haben steht für uns fest:

WIR ESSEN hier NIE WIEDER FROSCH ODER SCHLANGE!

Schlange:
Im späteren Verlauf der Reise sahen wir noch, wie Schlange gegrillt wurde. Sie wurde lebendig mit einer Grillzange aus einem Eimer geholt und so auf den heißen Rost gelegt. Ihre Versuche, vor der Hitze davon zu kriechen, wurden durch entsprechende Nutzung der Grillzange immer wieder unterbunden. Der mittlere Teil war rasch gar, der Kopf versuchte noch zu entrinnen.

Frosch:
Im späteren Verlauf der Reise sahen wir noch, wie Frösche fürs Grillen vorbereitet wurden. Auf einem Markt früh am Morgen saß eine Frau vor zwei Plastiktüten und einer Schale. Aus dem einen Beutel holte sie die Frösche und hielt sie über die Schale. Ein kleiner Schnipp von hinten mit der Schere und dann wurde dem Frosch die Haut über den Leib gestülpt. So enthäutet wurde der lebendige Frosch in den zweiten Beutel getan wo zig dutzende seiner Leidensgenossen enthäutet bereits aufbewahrt wurden.

Wir sind der festen Überzeugung, dass dies so nicht in dieser Weise oder diesem Maße getan würde, wenn Schlange und Frosch Stimmbänder hätten und SCHREIEN könnten. (Quaken ist für Frösche ein Lockruf.)