Archiv für den Monat: April 2014

Beschäftigt …

Liebe Leser,

Harriet und ich machen derzeit eine kleine Schulung mit (wir berichten in einigen Tagen darüber). Durch diese Schulung sind wir vom frühen Morgen bis zum späten Abend beschäftigt, und kommen wohl auch in den nächsten paar Tagen nicht zum Bloggen.

Da ich aber unsere lieben und gerade im Augenblick so fleißigen Kommentatoren nicht warten lassen wollte, habe ich dort jeweils eine „kleine“ Antwort hinterlassen. Diese Antwort enthält auch Anteile, die andere Leser bestimmt auch spannend finden – einfach mal ‚reinschauen!

Liebe Kommentatoren – ihr seid das Salz und der Zucker in unserem Blog! Viele Traveller, die wir trafen, bloggen entweder gar nicht mehr, oder nur noch sporadisch alle paar Wochen/Monate.
Es ist manchmal echt schwierig und hart sich nach einem langen Reisetag noch hin zu setzen und zu schreiben – das Internet ist oft so, dass man tatsächlich Stunden braucht um kurze Dinge heraus zu bekommen … manchmal fordert es gar Tage Geduld, dann hat man es endlich geschafft – und dann kommt der ganz und gar unrationale Teil – kaum hat man es hineingestellt, hätte man gerne, dass man irgendwie eine Rückmeldung bekommt … Und ein Statistikprogramm, dass einem sagt wie oft am letzten Tag welcher Artikel angeklickt wurde – das ist irgendwie so … „unbefriedigend“. Harriet hat in Australien oft über mich gelacht und mir unnötigerweise erklärt, dass in Deutschland ja noch mitten in der Nacht ist, und gar keiner kommentiert haben kann … wenn Sie bloggt, geht es ihr aber nicht anders. *schmunzel* Wir Menschen sind eben nur zum Teil rational.

Wir freuen uns sehr – über die vielen Kommentare die wir gerade derzeit bekommen – und dass sich auch Leser als Leser neu „outen“ und neu anfangen Kommentare zu schreiben. Und dann auch noch mit solch tollen Komplimenten – Wow – Danke !!!! So oder so, Kompliment, Nachfrage, Berichte von zu Hause -> Ihr macht den Blog lebendig! Ich hoffe ihr macht weiteren Lesern Mut – übrigens auch Leser können Kommentare von anderen Lesern kommentieren … je mehr mitmachen je mehr Spaß macht es allen!

Im Augenblick macht es zumindest uns wieder richtig Spaß und wir hoffen bald mehr berichten zu können! ( Ich glaube zwar kaum, dass wir das Schwimmen mit Walhaien noch toppen können … aber überall sind Dinge interessant und bringen evtl. auch mal ein wenig Träumen, Gänsehaut, … )

Euch jedenfalls ganz herzlich Danke!

Fireflys und Warten.

Im Augenblick sitzen Harriet und ich an einem Fährhafen in einer Wartehalle und warten auf den Bus um 03:00 Uhr der uns weiter bringt. Es ist 20:30 Uhr. Es gibt eine Steckdose und ich habe Ladegerät und Adapter bereit. Was bedeutet, dass ich Akku vom Smartphone verbrauchen kann – halt nur wieder aufladen muss.
Gestern Abend wollten wir uns noch die Fahrt zu den Glühwürmchen (Fireflys) gönnen. Hier sind alle sehr irritiert wenn man irgendwohin zu Fuß laufen will. Unbedingt soll man eines dieser Tricycle nehmen…
Zu Fuß kamen wir aber gut bis zu einer Stelle vor der Brücke über den Fluss, wo ein großes Schild darauf hinwies, dass hier die Sammelstelle für die Fahrten sind. Als wir das Grundstück betratet, wurden wir ganz freundlich an einen Tisch gebeten. Die nächsten zwei Stunden Gespräch sollten toll werden. Der junge Mann mit dem wir uns unterhielten (während wir eigentlich auf weitere Passagiere für das Boot warteten) liebte Logikspiele. Unsere Rätsel löste er übrigens meist nach nur kurzem Nachdenken. Joshua überraschte uns immer wieder mit weiteren Hochleistungen seines Gehirnes. Von uns gelernte deutsche Sätze konnte er nach einer halben Stunde Rätseln einem Anderen beibringen. Unterscheidung Du/Sie wurde für ihn verständlich – da er zu Gästen lieber höflich sein will entschied er sich, sich die Sie-Form merken zu wollen. Wir werden hier noch ergänzen was er sagt uns aufschrieb in welchen Sprachen er alles das Wort ‚Glühwürmchen‘ sprechen kann.
Er schrieb uns die meisten davon auf – geschrieben wie er sie sprach – also z. B. auch chinesisch mit unseren Schriftzeichen. Seine Aussprache des deutschen Wortes war übrigens hervorragend. Irgendwann war es 20 Uhr und es war klar, dass keine weiteren Gäste für das Boot kommen würden. Wir bekamen ein Sonderangebot. Normalerweise kostet ein Boot 1250 Piso geteilt durch die Anzahl der maximal 5 Gäste. Aber auch 1000 waren uns zu viel. Wir dachten ‚Glühwürmchen gibt es doch auch zu Hause‘, und lehnten dankend ab. Wir gingen noch über die Brücke und fanden ein weiteres Schild mit ‚Sammelstelle‘ hier sahen wir eine größere Gruppe von Touristen die so aussahen, als ob auch sie noch auf eine Gelegenheit hofften. Wir hatten Glück. Für diese große Gruppe wurde ein spezielles Boot klar gemacht, dass eigentlich für Feierlichkeiten gedacht ist. Da passten nicht nur wir mit drauf, sondern auch noch ein paar weitere Gäste, die jetzt noch kamen. Hierbei sahen wir auch Joshua wieder. Hui, wie der sich freute, dass wir seine Glühwürmchen doch noch sehen würden. Das hatte ihm offensichtlich vorher sehr leid getan.

Dann irgendwann ging es los zu den Fireflys.

Die Atmosphäre in Worte zu fassen fällt schwer. Auf einer überdachten Bambustanzfläche wurden wir im Dunklen über diesen Fluß geschleppt… Der Sternenhimmel war klar und man konnte Bugwärts großen Wagen und horizontnah den Polarstern sowie heckwärts das Kreuz des Südens sehen. Am westlichen Horizont lag der Orion anfangs noch quer und drehte dann im Laufe der Zeit ins Unsichtbare.
Die ersten Bäume mit Glühwürmchen kamen. Sie waren schon von Weitem hell zu sehen. Je näher man kam umso mehr sah es wie ein funkeln aus. Schließlich ganz aus der Nähe war es wie unter einem feingestrickten Netz aus unzähligen Leuchtdioden die in unterschiedlichen Tackten blinkten. So viele Glühwürmchen auf einmal haben wir sonst noch nie gesehen…
Wir bekamen viele Erklärungen. Man kann an der Blinkfrequenz im einfachsten Fall das Geschlecht unterscheiden. Es dient der Kommunikation usw… aber all das Wissen stört eigentlich nur die schöne Atmosphäre in die ich unsere Leser so gerne entführen möchte. Also Augen zu und versuchen sich die Atmosphäre vor zu stellen. Tropisch warm. Tropische Bäume und sonstige Pflanzen am Flußufer. Bambusfloß. Klarer Sternenhimmel. Stille plus leises Insektengeschwirr und Wassergeplätscher. Dazu unzählige kleine Lichter die jedes für sich an und aus gehen und für ein kleines Lebewesen sprechen. Es werden in fast völliger Dunkelheit mehrere solche Ansammlungen von Fireflys angefahren. Dann verstummt jeweils wieder der dumpfe niederfrequente Klang vom Motor des Schleppbootes und es ist wieder Stille plus leises Insektengeschwirr und Wassergeplätscher. Dazu unzählige kleine Lichter …
Es war einfach schön …
Bei diesen Lichtverhältnissen war mit unseren Cameras kein Bild zu machen. Unsere Leser werden also Bilder im Kopf entstehen lassen müssen …
Etwas Besseres können wir grad nicht bieten, aber das ist schön, wenn es klappt.
Etwas darin verweilen, dann bereit machen zum abrupten
Themenwechsel
Heute sind wir früh aufgestanden. Sachen packen. Mit dem Tricykel zum Busbahnhof Donsol. Von dort mit dem Jeepney einige Kilometer bis nach Putiao. Umsteigen in den Bus nach Matnig. Der hält mitten im Nichts an und lässt uns raus, weil er gar nicht der Bus nach Matnog ist. Von hier aus können wir uns aber mit dem Tricykel zum Busbahnhof des einige Kilometer entfernten Ortes bringen lassen. Hier gibt es einen Jeepney nach Matnoq. In diesem machen wir eine unglaublich nette Bekanntschaft mit Ron, der zufällig die gleichen Schuhe trägt wie ich. In Matnog überrascht uns, dass das Fährticket kein Terminalticket enthält. Also zurück zur Kasse. Terminalticket kaufen, weil wir ja durch den Terminal müssen, wenn wir zur Fähre wollen. Schließlich Fähre nach Allen. Noch auf der Fähre erfahren wir, dass alle Busse nach Tacloban bereits überbelegt sind. Auch die Versuche von Ron und einem netten jungen Mann der zur Fährbesatzung gehörte (Jesse?) ihre Sprachkenntnisse zu nutzen um für uns Platz in einem vertrauenswürdigen Privatfahrzeug zu finden nutzen nichts. Ankunft 18 Uhr in Allen und es geht vorerst nicht weiter. Ins Hotel einchecken wollten wir aber nicht, weil ich inzwischen das Versprechen von einem der ‚Busverteiler‘ (ich nenn ihn mal so), bekommen habe, dass wir Plätze im Bus um 03:00Uhr bekommen werden. Tja und jetzt sitzen wir in der Wartehalle von der Fähre wo es auch einen Fernseher gibt und warten darauf, dass die Zeit vergeht. Diese Wartehalle gehört übrigens zum Terminal auf dieser Seite. Eigentlich dürften wir gar nicht hier sein, denn wir warten ja nicht auf die Fähre sondern den Bus, und außerdem haben wir kein Terminalticket gelöst, aber Jesse hat das geregelt.
Gut. Jetzt ist der Akku fast ganz leer. Sobald ich wieder Internet habe, kann ich diesen Artikel veröffentlichen. Harriet hat sich ein wenig hin gelegt. Ich bleibe wach und achte auf unsere Sachen. Ach so, positive Nachricht von unserem Ziel haben wir erhalten.

Donsol Walhaie Hahnenkampf

Wir sind heute früh aufgestanden, um uns mit einem Boot zum Schnorcheln herausfahren zu lassen. Insgesamt waren 6 Schnorchler in unserem Boot und es war eine lustige Truppe, wo alle sich gleich gut verstanden haben.

Wir alle wollten gerne das Erlebnis haben, mit den größten Fischen der Welt geschnorchelt zu haben. Der Walhai ist zwar groß wie ein Wal, er hat aber keine Lunge wie die Wale sondern Kiemen und ist ein richtiger Fisch – ein Hai eben. Deswegen taucht er auch nicht wirklich auf, bläst nicht usw. Dieser Gigant der Meere futtert trotz seines riesigen Maules nur ganz kleine Wesen – Krill, die eher wenige Meter unter der Meeresoberfläche leben. Wir Menschen sind ihm als Futter viel zu groß, obwohl er selbst rund 15 Meter lang wird – und ich weiß gar nicht wie breit (auch viel!).

Zunächst war kein Walhai zu finden und da war es gut, dass die Gruppe sich gut verstand, denn es wurde kurweilig geschnattert. Norman ist Philippiner, der mit uns in einer Unterkunft untergekommen ist. Ida ist Dänin. Ilse und Erwin sind Holländer. Alle drei sind – wie wir – Langzeitreisende.

Es gab also genug Gesprächsstoff über diverse Länder, wo entweder mehrere bereits waren oder ander noch hin wollen. Norman haben wir zwar nicht gefragt, aber er scheint auch schon viel gereist zu sein, denn er konnte sich an allen Gesprächen gut beteiligen.

GruppeDonsol

Dann kamen endlich die ersten Tauch/Schwimmgänge. Ich hatte ein Problem mit dem geliehenen Schnorchel, atmete mehrmals Wasser und musste entsprechend böse Husten. Der Schnorchel zog Wasser am Ventil ein, das eigentlich dafür da sein soll, Wasser leichter los zu werden. Zunächst versuchte ich das falsch herum arbeitende Ventil mit Klebestreifen abzudichten – aber das funktionierte auch nicht. Schließlich tauchte ich ohne Schnorchel mit Luft anhalten – das ging auch recht gut. Harriet hatte inzwischen unsere neue Kamera übernommen. Diese ist wasserdicht und wie wir auf den Reisen immer wieder bei anderen festgestellt haben klein leicht und multifunktionell – eine GoPro (3+ black). Die Sichtweiten im Wasser waren sehr dürftig (geschätzt 3 m). Einmal, als ich tief hinab tauchte, meinte ich einen riesigen dunklen Schatten mit weißen Flecken zu erahnen – aber sicher war ich mir da nicht.

Dann passierte es bei einem anderen Mal – der Schatten den ich eben noch in der Tiefe gesehen hatte kam hoch und schwamm so nah an der Oberfläche, dass man die Schwanzflosse herausragen sah – er war keinen Meter mehr von mir entfernt und ich sah ihn toll – und eben wie er auf die anderen Schwimmer langsam zuschwamm. Harriet sah ich weit vor mir wie sie sich verblüfft umsah – sie wurde von diesem großen Fisch sanft angestubst.

Haikopf

Hier das Bild, das sie auf die Schnelle machen konnte – es ist wirklich nur der vordere Teil vom Kopf den man auf diesem Bild sieht – wie er eben auf Harriet zukommt.

Und eines, dass Harriet von sich selbst einen Augenblick später gemacht hat.

DCIM100GOPRO

Ein Bild, Harriet war aufgetaucht – man sieht unseren Guide und die oberste Spitze der Rückenflosse – sieht auf diesem Bild irgendwie klein aus weil nur die Spitze heraus ragt …

FinneTaucher

Ich realisierte in diesem Augenblick, indem Harriet überascht vom Hai angestubst wurde zwei Dinge 1. Der Kopf ist wirklich weit vorne bei Harriet 2. Ich bin weit hinten und doch noch immer nah an Walhai dran. Daraus folgen wiederum zwei Dinge: 1. Er ist wirklich RIESIG. 2. Die Schwanzflosse könnte auf mich zukommen – und das ist der für Menschen einzig wirklich gefährliche Teil -> ich schwamm also schnell ein Stück weg – es dauerte aber immer noch eine ganze Weile, bis die Schwanzflosse kam – dieser Walhai schwamm wirklich sehr gemächlich und wir hatten wirklich lange etwas von ihm. Leider, wenn man aufgrund der Sichtweite nur aus der Nähe etwas sieht – aus der Nähe aber das, was man fotografieren will, zu groß ist – dann können keine wirklich guten Fotos entstehen.

Für die Größenvorstellung sind evtl. auch diese beiden Bilder gut – wo man Teilweise etwas von einem Menschen sehen kann und doch jeweils nur einen Teil des Riesen zeigen:

Hai2

Hai1

Ein irres Erlebnis ist es dennoch für uns allemale, das wir beide sicher nie vergessen werden – und von dem ich gar nicht weiß, wie ich es wirklich in Worte fassen soll …

(Da dieser Artikel ja nun einen Tag später erscheint – und wir waren ja noch einmal los – können wir von heute ein schönes Bild zeigen, dass Norman mit besserer Kamera und bei besserer Sicht gemacht hat.

Hai2

Ich hoffe die Leser können das Erlebnis nachvollziehen – es war toooolllllll!

Natürlich sind wir gespannt auf Kommentare *Augenzwinker*

Wie ich schon sagte, verstand sich die Gruppe richtig gut und so nahmen wir auch noch ein gemeinsamens Mittagessen ein. Hierbei erfuhren wir von einem weiteren Ereignis – das wollten wir alle gerne sehen. Norman hat einen Mitsubischi und war so nett und lud uns alle in sein Auto (Sind ja nur insgesamt 6 Erwachsene 😉 ) Dann fuhren wir ca. eine halbe Stunde heraus in eine Ecke, wo keiner von uns sonst je hingefahren wäre.

6imAuto

Und dann sahen wir live was in vielen asiatischen Kulturen eben dazu gehört.

Hahnenkampf

Ich will mich zurück halten mit eigenen Meinungen, was ich davon halte… Wenn man andere Kulturen kennen lernen möchte, dann sollte man ihnen gegenüber offen begegnen. Eine negative Meinung zu so etwas, ist dabei nur hinderlich – die behält man also, wenn man sie schon hat – tunlichst für sich. Dann kann man – wie in unserem Fall – auch etwas dazu lernen.

Zunächst einmal trafen wir also mitten im Nichts auf mehrere Gebäude und viele Menschen. Hierzu haben wir zwar Bilder – aber wir erfuhren hinterher, dass diese Ereignisse illegal sind -> Wenn wir niemanden ungewollt in Schwierigkeiten bringen wollten, müßten wir also seeeehhhhr viele Gesicher unkenntlich machen … In diesem Getümmel von Menschen geschahen zunächst ganz viele Dinge, die wir nicht verstanden. Viele laute Stimmen und Handzeichen gingen in affenartiger Geschwindigkeit hin und her – wir verstanden nicht nur nichts – wir konnten dem Ganzen auch ansonsten nicht folgen. Über dem Kampfplatz wird ein Schild hin und her geschoben, je nach dem wie die Wetten stehen. Einmal waren die Wetten zu eindeutig, da fand kein Kampf statt. Die anderen Male aber startete dann der Kampf. Gewonnen hat derjenige Hahn, der den Anderen als Erster zwei mal fest gepickt hat – also unter sich quasi festgehalten hat. Warum hierfür eine sehr scharfe Klinge an einem der Hühnerfüße befestigt wird, ist uns nicht klar. Aber einer der Philippinos erklärte uns, sie würden sehr darauf achten, dass dem Hahn nichts Ernstes passiert, denn die seien sehr wertvoll. Und angeblich soll sich auch ein Tierarzt, gleich nach dem Kampf, um die Hähne kümmern. Das wir den Tierarzt nicht gesehen haben, hat zwar bei dem Getümmel nicht sicher was zu sagen – aber andererseits ist es eben so: Gesehen haben wir den nicht.

Hahn1
Hahn2
Hahn3

Es sind eher die armen Leute, die ihr weniges Geld zu solchen Hahnenkämpfen bringen, die in der Hoffnung Geld zu gewinnen meist eben doch eher Geld verlieren. Apropos: Der Besitzer des Gewinnerhahnes gewinnt auch den Hahn des Verlierers – hat also selbst ein Interesse daran, dass dem anderen Hahn möglichst nicht so viel passiert. Dennoch ist dieser Teil der Kultur etwas, womit ich genauso meine Schwierigkeiten habe, wie mit Stierkampf in Spanien oder ähnlichen Situationen. Ich bin der Meinung, wenn man ein Tier in die Situation bringt, dass es eben von Menschen abhängig leben muss, dann übernimmt der Mensch auch die Verantwortung dafür, dass es dem Tier möglichst gut geht. Wenn wir das Tier halten, weil wir es am Ende essen wollen, sollte zumindest die Zeit bis dahin ein entsprechend verantwortungsvoller Umgang damit vorherrschen. Tiere dann in eine Situation zu bringen, wo Revier- und andere Kampfinstinkte so ausgenutzt werden, passt das nicht wirklich mit dieser Meinung zusammen – aber wie gesagt, wir sind nicht als Missionare unterwegs, sondern als Neugierige. Unser verantwortungsvoller Umgang damit beschränkt sich also vorerst darauf, dies nicht durch weitergehende Teilnahme (wie z.B. Wetten) zu unterstützen. Nach drei Kämpfen hatten wir auch alle genug davon. Umgekehrt, wollen wir die freundlichen Menschen, die uns (zum Teil) die Dinge nett erklärt haben, auch nicht in Schwierigkeiten bringen. Darum bitte Verständnis – Bilder davon werden hier nicht veröffentlicht.

Heute Abend treffen wir 6 von unserem Boot noch einmal zum Essen und Bildertausch – evtl. sind ja noch nette Bilder von Anderen, die wir einstellen können. Aber das müssen wir erst mal sehen…

OK, das das Internet war mal wieder schlecht, es gab keinen Upload des Artikels … ich schreibe also weiter:

Das Treffen war sehr nett und es fehlte wirklich nicht an Gesprächsstoff – Bilder wurden ausgetauscht. Die Bilder von Norman sind einfach spitzenklasse – da merkt man, dass sich gute Kamera und guter Fotograf vereinen. Es ist eben alles ganz klar auf professionellem Niveau. Wir dürfen seine Bilder zwar verwenden – aber der Blog war bereits auf meine geschrieben – so bleibt es auch – nur eines, das mussten wir unbedingt mit hineinnehmen (s.o.). Das wo man den Walhai in mehreren Metern Tiefe sieht.

Wir sind gespannt, wann wir von den Anderen die Bilder von dem Abend bekommen. Es wurde ein ganzer Haufen Bilder abwechselnd nett und total verrückt gemacht – neben dem, dass das viiiieeeel Spaß gemacht hat, sind da bestimmt auch toll verrückte Bilder dabei.

Walhai die Zweite

Heute waren Harriet, Norman und ich wieder draußen – mit drei Weiteren Marie und ihr Partner aus Irland und Chris aus Canada.

Nach den jetzt schon mehrfach schlechten Erfahrungen mit geliehenen Masken und Schnorcheln hatten wir uns mit Beratung von Norman jeder nun doch eigene zugelegt (mal schauen, was wir dafür an anderem Gepäck reduzieren können … )

Wir sind sehr lange auf dem Wasser herum gefahren ohne Sichtung eines Walhais. Von Zeit zu Zeit konnten wir bei einem Versuch unser neues Equipment ausprobieren – ja, damit macht das Schnorcheln ganz anders Spaß. Es gab letztlich leider nur eine Situation wo wir einen Walhai sahen – das heißt Harriet leider nicht, da sind wir auch beide recht traurig drüber… Ich hatte das Glück genau in richtiger Position zu sein (leider hatte Harriet die Camera in diesem Augenblick). Der Walhai kam in ca. 4 m Tiefe genau auf mich zu und schwamm majestätisch unter mir hindurch … toll!

Das ist eben ein Zwispalt – auf der einen Seite will man die Tiere gerne sehen – man will sie aber auch wild sehen und wild lassen. Dann gibt es eben keine Garantie welche zu sehen.

Es gibt einen anderen Ort auf den Philippinen, wo die Walhaie von den Fischern vor Ort seit geraumer Zeit angefüttert werden. Norman sagte uns: „Die sind wie Hunde.“ Die schwimmen nicht schnell weiter, sondern bleiben relativ ruhig ortsnah usw … dort darf man mit diesen Walhaien auch mit Flasche tauchen, nicht nur mit Schnorchel. Das ist aber umstritten, weil die Tiere dort eben nicht mehr wirklich natürlich sind.

Hier in Domsol gelten viele Regeln, wie z.B. nur ein Boot pro Walhai, nicht mehr als 6 Schnorchler pro Boot. Eigentlich darf man sich auch nicht mehr als 3 m nähern. Anfassen ist ganz verboten usw… So wie wir das hier jetzt erlebt haben, wird von den Bootsfahrern eine gute Mischung gefunden, zwischen Regeln nicht zu eng einzuhalten und Regelübertretungen auch nicht zu übertreiben. Aber natürlich – wenn ein Boot einen Walhai gefunden hat, heizen die Anderen erst mal in die Richtung in der Hoffnung, dass ihre Leute dadurch auch einen Hai zu sehen bekommen. Unsere Iren von Heute trafen wir gestern auch schon einmal im Wasser … Das wir dem Walhai gestern so nah waren, war ja nicht, weil wir uns ihm so sehr genähert hatten – sondern, weil er auf uns zukam. Harriet hatte Hautkontakt – weil der Walhai sie angestubst hatte, nicht weil sie versucht hatte ihn zu berühren. Sowas kann man weder planen noch ausschließen. Es ist genausowenig planbar wie alles Andere wenn man es mit wilden (aber im Wesentlichen ungefährlichen) Tieren zu tun hat…

Heute Abend wollen wir uns noch die „Fireflys“ – also Glühwürmchen – anschauen, dass soll hier auch sehr schön sein. Ja und dann warte ich noch auf eine email-Antwort ob das nächste Ziel gut klappt – auf jeden Fall werden wir uns auf einen langen Busweg machen – es wird also wohl einige Tage von uns nichts zu hören sein… aber wenn das klappt, was wir als nächstes vor haben, dann werden wir einiges Lernen und mit neuen Fähigkeiten nach Hause kommen. 😉

Nein, ganz klar, von den Wunderheilern die an verschiedenen Orten auf den Philippinen angeblich ohne Narben operieren, wollen wir sicher nichts lernen. (Wir kennen deren Rummelbudentricks … wer wirklich denkt, die könnten sowas – soll sich bitte an uns wenden, dann mach ich mir die Mühe und erkläre deren „Zaubertricks“.. ) Es geht um eine richtige kleine Ausbildung …

Wir sind schon ganz gespannt … hoffentlich klappt alles … ich warte noch auf wichtige Antwortmail … sonst müssen wir alles neu und umplanen (wär ja auch nichts Neues für uns…)

Angeles, Busse, Legaspi

Es wird mal wieder Zeit was von uns hören zu lassen… Mein Job ist immer in solchen Zeiten mit dem Smartfone umständlich etwas einzutippen, und Harriet kann dann bald mit Laptop einen schönen Artikel schreiben. Jeweils warten wir dann immer auf Kommentare. Aus unseren Tools wissen wir zwar, dass wir täglich ca. 50 Leser haben (32-96), aber erst so nette Kommentare wie zB von unserer fleißigen Kommentatorin Katzenmutti und ihren Fellnasen, Schlafmütze, OundO usw. geben unserem Schreiben ein Feedback wodurch wir den Blog als lebendig empfinden. Darum den Kommentatoren einen herzlichen Dank und all ihr geschätzten Leser, bitte lasst uns lesen was ihr denkt – schreibt ruhig mehr Kommentare  – wir freuen uns!

So, aber nun zu den eigentlichen Themen:

Nachdem wir die Atmosphäre von Angeles haben auf uns wirken lassen, versuchten wir heraus zu finden, wie wir weiter kommen.
Zunächst einmal die Atmosphäre von Angeles: Rund 50 Jahre haben die Amerikaner hier einen Militärstützpunkt unterhalten und noch immer sind viele Amerikaner mit ihren philippinischen Freundinnen hier zu sehen. Es gibt eine Shoppingmall, wie man sie eher aus westlich geprägten Kulturen kennt usw. Auffällig ist auch das Angebot an Nachtbars, vor denen junge Philippinas einen hineinlocken wollen. Wenn ich mich ohne Harriet auf zum Supermarkt gemacht habe, wurde mir auch schon mal von einem Mann ein Smartfone hingehalten mit einem Foto einer Philippina als Angebot … Die Vorzüge an einem solchen Ort sind aber auch nicht schlecht. Die Infrastruktur ist verhältnismäßig gut. Wenn man das System der Jeepney’s erst einmal verstanden hat, kommt man günstig durch die ganze Stadt.  Man kann von typischer philippinischer Straßenrandkost bis zu Pizza und Hamburger von diversen Ketten alles bekommen. Harriet hatte insgesamt das Gefühl, dass die Menschen mit Hellhäutigen offener umgegangen sind. Ich war sicher nicht so offen, weil ich mich bei jeder hübschen jungen Philippina fragte, ob sie mich aus anderen Gründen so nett anlächelt…
Von Angeles weg zu kommen war nicht einfach, aber aus keinem der oben aufgeführten Gründe. Es ist fast nicht herauszufinden, wie man von A nach B kommt, wie lange das dauert und ob man für unterwegs besser eine Übernachtung einplant und wenn ja, dann wo? Jedes Busunternehmen (wovon es viele gibt) kocht sein eigenes Süppchen. Die Busterminals sind über die Stadt (z.B. Großraum Manila) verteilt. Der Eine weiß vom Anderen weder Routen noch Fahrzeiten, die Onlineseiten sind oft recht dürftig und auf Emailanfragen bekommt man keine Antwort. Schließlich entschieden wir uns einfach los zu fahren …
In Angeles an den Busterminal an dem wir angekommen waren bekamen wir zunächst für jeden Bus nach Manila die Antwort, dass er voll ausgebucht sei. Alle Plätze seien im Vorraus reserviert. Es konnte uns aber Niemand sagen wie man reserviert. Ein Office gab es auch nicht. Schließlich fand ich einen Busfahrer der uns mitnehmen wollte obwohl wir bereits die Auskunft erhalten hatten, dass auch dieser Bus ‚fully booked‘ sei. Wir hatten Glück. Diesmal waren zwar wir diejenigen im Mittelgang, aber wir hatten noch mal Glück. In diesem Bus gab es kleine Plastkstühle für Kinder. Auf die konnten wir uns setzen und brauchten nicht zu stehen. In Manila angekommen konnte uns dieser Busfahrer auch sagen, wie wir zu einem nur wenige hundert Meter entfernten Busterminal einer anderen Gesellschaft kommen würden, die auch tägliche Linien zu unserem nächsten Zwischenziel unterhält. Dort gab es sogar ein Office wo wir Karten kaufen konnten. Nun mussten wir nur noch die 6 Stunden bis zur Abfahrt herum bekommen. Dann ging es los zur 14stündigen Busfahrt über Nacht. Harriet konnte gut schlafen. Ich wurde ständig wach. Meinem Toilettengang mochte ich bei keinem Halt nachgehen und verkniff es mir lieber sobald ich die Toilette sah. (Nach 5 Monaten Asienerfahrung (siehe auch Beitrag ‚Hockklo‘) sagt das glaube ich genug. Jedenfalls hätte ich mich über ein Hockklo in einem indischen 3. Klasse-Wagon sehr gefreut…). Schließlich kamen wir in unserem nächsten Zwischenziel Legaspi an. Von hier aus wollten wir die nächsten 45km schaffen. Die hier fahrenden Minibusse wollten aber für diese 45 km von uns Weißen mehr Geld haben, als uns die knapp 500 km zuvor gekostet haben. Schließlich verhandelte ich mit einem Taxifahrer, der uns zu einem deutlich günstigeren Preis hier her brachte.
Hier gibt es zwar heute keinen Strom, aber es ist bereits alles organisiert, dass wir morgen ein besonderes und ganz und gar einmaliges Erlebnis haben werden, das vieles toppt, was wir bisher erlebt haben. Ihr dürft also gespannt sein was Harriet morgen blogt. Da es ein Wildtiererlebnis ist, gibt es keine Garantien, aber die Wahrscheinlichkeiten sind gut, weil gerade Hauptsaison für diese Tiere hier ist. Harriet hat dann morgen hoffentlich auch wieder Strom für Laptop und WLAN, ich schicke diesen Artikel jetzt über das Mobiltelefonnetz – viel Spaß und Spannung wünsche ich …

Bereits in der Vorbereitung fanden wir mittels Internetrecherche den Ort Angeles als strategisch guten Ort. In dem nahe gelegenen Ort San Fernando sollen die Kreuzigungen statt finden, im Internet lasen wir aber, dass man dort nicht nach einer Unterkunft suchen soll. Voll? Überteuert? Wir wissen es nicht. Also war unsere Planung, entsprechend der Empfehlung aus dem Netz, im Ort Angeles zu bleiben und mit einem Mopet nach San Fernando zu fahren. Auf der Suche nach einem seriösen Vermieter kamen wir in ein Gebäude, wo eigentlich Wohnungen vermietet werden, aber wir fragten einfach mal. Am Empfang saßen Sherry und Jake, die uns davon abrieten, nach San Fernando zu fahren (weil viel zu weit weg) und lieber den Kreuzzug in Angeles selbst anzusehen. Sie schrieben uns noch auf einem Zettel auf, wohin wir mit dem Mopettaxi müssen und wie viel es ungefähr kosten würde. So eine super freundliche Hilfsbereitschaft haute uns um. Hierfür waren wir sehr dankbar. Dies machte ein paar unangenehme Erfahrungen wett, die wir mit geldgierigen Einheimischen zuvor gemacht hatten. Wir waren überrascht, dass in Angeles auch was los ist, weil wir darüber nichts gefunden hatten. Wir nahmen den Tipp dankbar an.

So nahmen wir heute am Karfreitag einen Jeepbus, der uns auch dort hin fuhr. Wir waren voll gepackt mit Lebensmitteln und Flüssigkeiten, denn wir hatten ja keine Ahnung, ob es etwas zu kaufen geben würde oder ob nicht alle Läden geschlossen sein würden. Was uns empfang überraschte uns. Es herrschte eine regelrechte Jahrmarktsstimmung. In dem Gebiet um einem großen staubigen Platz waren unzählige Verkaufsstände aufgebaut. Eisverkäufer fuhren mit lustiger Melodie die Straße entlang, es gab bunte Heißluftballons zu kaufen. Wolfgangs Impulsbeschreibung war: „Fröhliche Kreuzigung“.
Da bis 15 Uhr noch Zeit war, liefen wir ein bisschen auf und ab. Da sahen wir in einer schattigen Nebenstraße die erste Vorbereitung für die Kreuzigung. Es wurden 2 ans Kreuz gebunden, welches sie bis 15 Uhr durch die Straßen würden tragen werden müssen, um den Leidensweg von Christus nach zu empfinden. Bei mind. 40 °C im Schatten keine nette Sache, zumal kein Schatten ihnen helfen würde – sondern sengender Sonnenschein. Das Anbinden an das Kreuz beobachteten wir ausführlich, zusammen mit vielen Anderen.

Vorbereitung_Kreuzig Vorbereitung

Dann ging es los. Diesen Zug begleiteten wir ein Stück. Dann passierte es: Aus einer Seitenstraße muss ein Selbstgeißeler herausgekommen sein, den wir nicht wahr genommen hatten. Als er an uns vorbei ging, geschah wovor wir gewarnt worden waren: Das Blut spritze auf meine helle Hose *uääähh* *arrrg* Dass eigentlich dafür eingepackte Tuch war natürlich noch im Rucksack.
Wolfgang hat gesehen, dass bei einem diese Selbstgeißelung künstlich spektakulär gemacht wird, indem der Rücken an mehreren Stellen eingeritzt wurde, damit es blutet. Sie schlagen sich also anscheinend nicht alleine so lange, bis es anfängt zu bluten. Ich konnte zudem beobachten, dass regelmäßig Wasser über den Rücken der Blutenden gegossen wird. Zum einen verhindert es zusammen mit dem Geißeln das Gerinnen der kleinen Wunden, und zum Anderen lässt es auch besser „Blut“ spritzen.
Kreuzzug     Kreuzzug2

Auf einem kleineren Platz wurde die Bibelgeschichte nach gespielt, es kam auch vor, dass das Publikum mit einbezogen wurde. Z.B. Bekamen auch manche Zuschauer von Legionären Hiebe mit Maispflanzen, wenn sie zu dicht am Schauplatz standen (dies bekamen nur Einheimische, Touristen wurden nur erschreckt).

14:15 Uhr wurden 3 Kreuze auf einem Hügel auf dem großen Platz mit Standplatte und Nägeln vorbereitet. Gegen 14:30 Uhr kam der Erste an das Kreuz. Als er festgebunden war, wurde er anscheinend echt angenagelt. Man hörte seine Schmerzensschreie und sah, wie sein Körper sich wand. Die anderen Beiden wurden anscheinend „nur“ angebunden. Alle auf dem Platz versuchten sich mit Tüchern, Regenschirmen oder sonst was Schatten zu machen, weil es nahezu unerträglich war – die drei waren dem sengenden Sonnenschein brutal ausgeliefert. Der Erste (links) wand sich die ganze Zeit.
Kreuze

So ganz gut ging es mir mit dem Beobachten dieses Martyriums nicht. Etwas Cola half aber über das Kreislauftief. 15 Uhr wurde ein Wasserwerfer angestellt um das entsprechende Unwetter nachzuahmen. Danach wurden alle 3 gekreuzigten wieder vom Kreuz abgenommen und mit einem Krankenwagen weggefahren. Nach kurzem weiteren Spiel war das ganze Spektakel vorbei und auch wir gingen zurück ins Hotel. Wir waren beide stark eingestaubt, denn auf dem Platz war es sehr sehr sehr trocken staubig.
schwarze_Fuesse  [schwarze Füsse]

Warum machen die Menschen so etwas freiwillig? Wir haben bereits sich selbst geißelnde Kinder gesehen, die auch schwere Kreuze mit sich tragen. Halt unblutig. Die Katholische Kirche ist dagegen. Der Staat bittet die Akteure um einen vorhandenen Tetanusschutz. Wie kommen die Philippiner dazu, solch eine Tradition zu entwickeln? Klar ist, dass die wenigsten mitmachen würden. Es sind Einzelne, die diese Qualen durchleiden. Ansehen erlangen sie gewiss, immerhin werden ihre Namen laut durch Lautsprecher verkündet, sie ernten einen rauschenden Applaus. Im Internet schrieben beteiligte nach der Kreuzigung, dass sie sich erfrischt fühlen und meinen, die Absolution zu haben. Ist das alles oder steht noch mehr dahinter stehen? Da wir wohl keine Möglichkeit haben, mit einem der Akteure zu sprechen, werden wir wohl auf diese Fragen keine Antworten finden. Wir respektieren einfach, dass diese extreme Form der Karfreitagszeremonie in die Tradition der Philippiner gehört, auch wenn es für uns maximal befremdlich, ja abstoßend ist. Wir freuen uns aber, dass wir diese fremde Kultur miterleben durften, um unserem Reiseziel, dem Kennenlernen von fremden Kulturen auf der Welt, wieder eine neue bunte Facette hinzufügen zu können.

Selbstkritisch müssen wir aber auch einbringen, dass der Tourismus zu Karfreitag auf den Philippinen, den wir mit unserer Fahrt ja auch unterstützen, und die Schar von Fotoreportern die wir sahen, und unser eigenes Fotografieren sicher nicht hinderlich sind diese Tradition weiter zu führen.

Nach dem Duschen wusch ich dann die Hose und alles Blut ging raus. *freu*
Wir wünschen Allen ein schönes und friedliches Osterfest, egal auf welchem Teil der Erde.

Und um noch einen Beweis zu liefern, dass Geflügel kein Fleisch ist, hier ein Eierbaum, aufgenommen in Yogyakarta / Indonesien. Eier wachsen, wie hier bewiesen, am Busch. Aus Eiern kommen Hühnchen also ist Hühnchen pflanzlich. Somit wäre bewiesen, dass Hühnchen zu Karfreitag erlaubt ist, was besonders Wolfgang sehr freut… 😉

Osterbaum

Natürlich nicht ganz so schön wie der berühmte Saalfelder Ostereierbaum.

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Nachtrag vom 18.05.2014

Lange war ich am überlegen, ob ich dieses Bild veröffentlichen soll oder nicht. Ist es pietätlos sowas zu veröffentlichen oder einfach eine Situationskomik als Schmunzler für Menschen mit etwas schwarzem Humor?

Erstes will ich nicht sein …
… für Menschen mit etwas schwarzem Humor lohnt sich ein Blick zu dem Schild im Hintergrund …

Chris_repair

Bus nach Angeles

Gestern bekamen wir noch den Ratschlag heute sehr früh aufzustehen wenn wir nach Angeles wollen. Gemeint war damit ein Aufbruch um 03:00Uhr. Also fast mitten in der Nacht. Wir sind dann um 05:00Uhr aufgestanden und ohne Frühstück aufgebrochen.
(Zwischengeschichte Taxifahrer: Der Taxifahrer, der uns zum Busbahnhof fahren sollte machte uns das nette Angebot, dass er uns zum Festpreis von 150 Piso zum Busbahnhof bringen wollte. Ich bestand aber anscheinend energisch genug darauf und so wurde das Taxameter angeschaltet. Beim Busbahnhof zeigte dies dann ca. 76Pisa an. So viel zu den freundlichen 150. Ich rundete auf 80 auf reichte ihm zwei 50er Scheine und bekam prompt den Standartversuch 2 als Antwort:’Ich habe kein Wechselgeld‘. In fast jedem Land hat man am Anfang dieses Problem. Selten stimmt das. Umgekehrt versucht man möglichst rasch kleineres Geld an zu häufen. Mir war jedenfalls dieser zweite Versuch mehr Geld von mir zu bekommen als korrekt war zu viel und ich stellte auf stur und versuchte das Geld zu wechseln. Dies dauerte ihm wohl zu lange, nahm einen der 50er und fuhr davon. Wer weiß, evtl. hatte dieser dieses mal ja wirklich kein Wechselgeld… Aber insgesamt nerven in jedem Land wieder diese Standartversuche einen über den Tisch zu ziehen. Am meisten ärgert, dass man sich nur in einem Teil der Fälle so gut durchsetzen kann, wie in diesem Fall. Als wir in Jakarta an einem anderen Bahnhof ankamen als erwartet und unerwartet ein Taxi brauchten waren sich die Taxifahrer dort einig und so kamen wir nicht drumherum den 10 fach überhöhten Preis wenigstens auf die Hälfte herunter zu handeln…)
Am Busbahnhof stellte ich mich erst einmal mit unserem Gepäck an einer unglaublich langen Schlange an und Harriet ging los und fragte Leute. Sie hatte tollen Erfolg. Anstelle stundenlangen Wartens wurden wir an dieser Masse Menschen vorbei zu einem Bus geführt. Wir haben sogar Sitzplätze. Harriet sitzt zwar vorne und ich hinten, aber immerhin. Die armen Menschen die hier alle nur einen Stehplatz haben. So sitzen wir jetzt im Bus im Stau. Es ist sogar ein riesiger Bus und kein umgebauter LKW. Solch eine bequeme Federung sind wir gar nicht mehr gewohnt-toll sowas. Apropos nach monatelangem linksverkehr fällt uns gerade der Rechtsverkehr auf – echt komisch ungewohnt, selbst im Stau. Von 9:10 Uhr bis 11:45 Uhr hat sich so die Entfernung von 45 auf 33 km reduziert. Der Bus der neben uns im Stau steht hat an seiner Scheibe einen Aufkleber ‚Free WiFi‘. Das nutze ich natürlich gleich 🙂
Pustekuchen … eben hatte ich noch Netz über den Nachbarbus … jetzt nicht mehr … werde das bei nächster Gelegenheit ‚raus schicken …
Ich wünsche allen einen schönen Gründonnerstag.

Lebenszeichen aus Manila

Wir sind in Manila gut angekommen. Morgen geht’s schon früh weiter. Die letzten Tage haben wir viel unternommen, hatten aber so gut wie kein Internet.

Die letzten Tage:

Freitag 11.4. Tempel Prambanan größter hinduistischer Tempel und die Ruinen der näheren Umgebung. (Insbesondere Candi Sewu – der zweitgrößte budistische Tempel der Region, der aufgrund der Größe und Bedeutung vom hinduistischen Tempel Prampanan ungerechterweise ein wenig in den Hintergrund gerät.)

Samstag 12.4. Borobudur größter budistischer Tempel.

Sonntag 13.4. Zugfahrt nach Jakarta.

Montag 14.4. Altstadt und Hafen

Dienstag 15.4. Nationalmonument und Museum.

Heute Mittwoch 16.4. Flug Manila.

Zu all diesen Themen gäbe es so viel zu bloggen. Auch zu den öffentlichen Verkehrsmitteln wollte ich einen eigenen Beitrag schreiben … Wir kommen aber nicht dazu. Die Weiterfahrt muss organisiert werden und all das Andere, wenn man in einem Land neu ankommt …
Darum jetzt nur dieser Kurzbericht.

Schlaflos in Indonesien

Von etwas muss ich noch berichten …

Letztens wurde ich hier schon einmal in der Nacht wach und konnte nicht wieder einschlafen, und letzte Nacht ging es mir wieder so.
Nun haben wir ja derzeit den Luxus sogar einen Fernseher im Zimmer zu haben – also habe ich die Programme durchgezappt.

Wo bin ich hängen geblieben?
1. Bundesliga live Dortmund gegen Wolfsburg und
2. gestern Nacht: Championsleaque live FC Bayern gegen Manchester United 3:1 …

Beides war jeweils spannend – nicht gut für den Nachtschlaf *Augenzwinker* schon cool, ist man fast auf der anderen Seite der Welt und schaut deutschen Fußball live im lokalen also indonesischen Fernsehen – obskur das Ganze.

Die Indonesier sind insgesamt sehr Fußballbegeistert – wo immer ein wenig Platz ist, sieht man zwischendurch Kinder oder Jugendliche Fußball spielen. Oft Barfuß und die Bälle sind auch nicht mehr so wirklich … nun ja, aber die Begeisterung dabei ist groß! Bin gespannt wann aus den immerhin 240 Millionen Indonesiern eine Nationalmannschaft entsteht die der deutschen das Wasser reicht – von der Begeisterung hier dabei würde ich ihnen das fast wünschen.

Yogyakarta

Ehrlich gesagt, bis jetzt haben wir noch nicht viel gemacht.  Wir sind noch immer in Yogyakarta, was hier oft Jogja geschrieben wird und „Djogdja“ ausgesprochen wird (wobei dj dieses weiche „dsch“ darstellen soll). Unsere Rundfahrt mit der Rikscha war ganz angenehm. Wir besichtigten das Wasserschloss. Leider war alles andere bereits geschlossen oder noch nicht auf. So waren unsere Sightseeing-Punkte eher übersichtlich. Ansonsten verbrachten wir die Zeit mit Planung und ab und zu in den Pool springen. Ein Durchfall streckte mich gestern für den ganzen Tag danieder, aber es geht schon wieder ganze gut. Er kam plötzlich und ging zum Glück auch schnell wieder. Woher man so etwas bekommt, ist ja immer nicht klar, also versucht man das so schnell wie möglich wieder los zu werden. Immerhin habe ich heute unsere Zugtickets nach Jakarta gekauft. Wir fahren Sonntag 1. Klasse 7,5h. Eine Zugfahrt durch Java wird in vielen Reiseführern empfohlen, weil man hier noch mal andere Landschaften sieht. Ein Ticket zu bekommen war überraschend einfach.
1. Nummer ziehen
2. Man musste nur einen Zettel ausfüllen, wo das Kniffligste die Passnummer war.
3. Am Schalter alles abgeben, Pass zeigen, dann noch bezahlen und ich hatte die Tickets in der Hand. Easy.

Es empfiehlt sich aber das Ticket am Schalter zu kaufen, so spart man 10% Bearbeitungsgebühr (entspricht ca. 1 Abendessen)

Morgen wollen wir dann endlich mit dem Bus zum Tempel in Brambanan fahren, am Tag darauf zum Tempel in Borobudur.

Apropos Planung: Wir haben den Flug nach Manila vorgezogen und fliegen schon am 16. April nach Manila. Als wir die Flüge in Australien Ende Januar gebucht hatten, war niemandem klar, dass unser Flug am Ostersonntag ist. Und da wir wissen, dass die Philippinen zu Ostern eine ganz extreme Form des Kreuzganges zu Karfreitag nachempfinden, wollen wir uns das doch mal anschauen. So verbringen wir Karfreitag in Angeles, was nicht weit weg ist von San Fernando, wo die Spektakel statt finden. Mal sehen…hoffentlich wird uns nicht schlecht.

Ubud-Kuta-Mt. Bromo-Jogja

In Ubud haben wir nach nochmaliger Verlängerung uns losgerissen, nach Kuta zu fahren, um letztendlich nach Java zu kommen. Mit Dieter und Barbara hatten wir eine sehr angenehme Bekanntschaft gemacht und schöne Stunden verbracht. An unserem Abreisetag hat Dieter uns mit dem Roller auch zum Bus gefahren. Er musste 2x fahren, weil wir ja nicht gerade mit leichtem Gepäck reisen und 2 Personen sind. Er wartete noch, bis wir mit unserem Bus abfuhren und wir verabschiedeten uns herzlich mit Drücken und Winken. Die 2 sind uns ganz schnell ans Herz gewachsen. Die 2 sind echt klasse Leute. Vielen Dank für alles!!In Deutschland wollen wir uns auch mal wieder sehen.

Bus_Perama Unser Bus nach Kuta steht bereit

1 Nacht verbrachten wir in Kuta in der Nähe des Reiseunternehmens, wo wir die „Bromo Sunrise Tour“ gebucht haben. Eigentlich hatten wir keine Lust auf früh aufstehen, aber 600000 Rupiah pro Person um nach Yogyakarta (=Yogya) auf Yava zu kommen und dabei auch noch eine Tour auf einen Vulkan zu haben, war einfach günstig. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hätten wir es nur bedingt günstiger, dafür aber beschwerlicher, bekommen. Und so nahmen wir die Tour einfach mit. An der Fähre war es schon etwas nervig, dass unser PKW nicht mit auf die Fähre ist und wir als Fußvolk gehen mussten. Also Gepäck ausladen und los laufen. Bei tropischen Temperaturen und wie immer hoher Luftfeuchtigkeit war selbst der kurze Weg vom Auto zur Fähre fast eine Tortour. Aber eigentlich vorhersehbar. Auf der Fähre wurde man dann mit überlauter Karaoke-DVD beglückt, woran man sich schnell gewöhnte. Schlimmer war der Duriangeruch, der von irgendwo herkam. Durian: „Taste from heaven, smell from hell“. Schmecken tut diese Frucht ja toll, aber stinkt furchtbar. Die Fahrt war ganz kurz und dann waren wir schon auf Java. Hier wieder ins Auto und ab ging es nach Cemoro Lawang, ein Ort nahe des Mount Bromo. In Java gilt eine andere Zeitzone, also 1h zurück stellen. Die 12h Busfahrt waren also in Wirklichkeit 13h. Immerhin hatten wir 3 Fahrer für die Strecke. Da noch keiner von den Gästen eine Unterkunft hatte, wurden alle bei Yoschi’s abgeladen. Von dem Hotel haben wir schon in einem anderen Weltreiseblog gelesen, dass alle hier hin gebracht werden und es kaum möglich ist, woanders unter zu kommen. So erging es uns also auch. Wir hatten keine Wahl und mussten einen höheren Preis bezahlen als im Internet zu finden ist (das Plus bekommt bestimmt das Busunternehmen). Im Zimmer bekamen wir beide gleich erst einmal kräftige Niesanfälle. Hausstaub lässt grüßen. Die Toilette mit Schöpfeimer war auf dem Gang. Kein Toilettenpapier. Gut, dass wir nun von unseren Indienerfahrungen profitieren konnten. Da wir bereits 3:30 Uhr abgeholt wurden, war eh alles egal. Unsere Tagesrucksäcke hatten wir schon in Kuta so gepackt, dass wir keine großen Packaktionen machen mussten.

Der Jeep holte uns pünktlich 3:30 Uhr ab, wir stellten unsere Wecker auf 3 Uhr. Reichte. Kurz frisch machen, anziehen, Rucksack nehmen und los. Das Hauptgepäck konnten wir im Zimmer lassen, da wir gegen 8 Uhr für’s Frühstück wieder zurück gebracht wurden. In der Finsternis ging es durch bergiges Gelände. Hier bewährten sich nicht zum ersten mal die Akupressur-Bänder gegen Übelkeit. Immer noch dunkel standen wir im Nirgendwo, wo viele andere Menschen auch waren und ein paar nasse Holzbänke warteten. Zum Glück hatten wir immerhin 1 Sitzkissen mit, denn sie waren durch Nebel und Tau nass. Tücher hatten wir auch mit, also saßen wir recht komfortabel. Langsam wurde es hell und man sah Bäume. Aber dabei blieb es. Der Nebel, durch den wir durchgefahren waren, war kein Nebel sondern Wolken. Und die haben sich nicht mit den ersten Sonnenstrahlen verzogen. Wir sahen eine immer heller werdende weiße Wand. Es war also noch schlimmer als beim Milford Sound. Sehr enttäuscht sind wir wieder zurück zum Jeep.

Damit wurden wir dann zu einem Platz gefahren, wo schon einheimische Reiter warteten, um Touristen für Geld zu der Treppe des Vulkans zu bringen. Aufstieg_Bromo

Unterhalb der Wolken hatte man dann eine sehr schöne Aussicht.

Am Fuße des Vulkans war die Luft beißend nach Schwefel, Wind verteilte großzügig Sand in Augen und Haare. Wolfgang, dem die schwefelige Luft echt zusetzte, wählte das Pferd, ich wollte es mir beweisen und bin gelaufen. An der Treppe haben wir uns getroffen. Ich mit knallrotem Kopf, Wolfgang ganz entspannt. „Ich hätte auch das Pferd wählen sollen“, dachte ich in dem Moment. Denn viel Geld wollten sie ja nicht. Dazu noch belastend sind die Händler, die Pferde, gebastelte Puppen (Opfergaben) oder Getränke anbieten und man mit seiner knappen Luft noch dauernd reden muss. Aber wir haben es erfolgreich geschafft und sahen in den dampfenden und brodelnden Vulkan rein. Mt_Bromo Wir standen direkt auf dem Rand des Vulkans. Getanzt haben wir aber nicht 😉 Auf dem Rückweg packte mich wieder mein Ehrgeiz und ich bin dann doch den Weg zurück gelaufen. Jetzt ging es ja Berg runter, was sich nun wie ein Spaziergang anfühlte. Mit einem Foto der Treppe verursachte ich einen Stau. Die Treppe war ein ganzes Stück frei, bis die ersten Menschen kamen. Leider waren dies Japaner, die erkannten, dass ich ein Foto der Treppe machen wollte und stellten sich für mich in Pose. Die ganze Treppe war blockiert und es bildete sich schnell ein Stau. Ich verzichtete dann auf das weitere Fotografieren, bis sie weg waren. Dann so schnell wie möglich ins Hotel, denn der Magen hing schon bis zum Boden. Da ärgert es auch besonders, wenn man die Milch für den Kaffee extra bezahlen muss und auf dem Essen ein Haar lag. Das Yoschi’s bleibt uns deshalb in keiner guten Erinnerung und wir würden es niemanden empfehlen. Wenn man diese Tour mit diesem Reisveranstalter macht, dann halt Augen zu und durch und schon mal online buchen, damit man nicht unnötig mehr Geld bezahlt.
Völlig übermüdet fielen wir dann in den Bus, der bereit stand, uns nach Yogyakarta zu fahren.

Doch was war das? Auf einmal bleibt der Bus stehen und es fällt „Bus change“. Wie „Bus wechseln?“ Ich habe doch gerade geschlafen. ähm…okay…wo ist das Gepäck?…Mist: Hut, Kamera und Wasserflasche wild verteilt…schnell raffeln, die ersten Rucksäcke werden hinten schon rausgeladen und unsere waren die letzten, die eingeladen waren (demnach die ersten, die wieder raus kommen). Zwangspause. Für’s Klo muss man auch noch bezahlen…nö…das hat dann aus Prinzipgründen auch noch Zeit. Hier haben wir uns mit einem anderen Deutschen zufällig ausgetauscht, das er aus Yogyakarta kam und der empfahl uns sein Hotel. Sicherheitshalber schrieb ich das Hotel mal auf, auch wenn wir ein anderes telefonisch reserviert hatten.
Wieder nach 13h Busfahrt (Stau und langes Umherfahren in Yogyakarta), kamen wir in unserem Hotel an. Zusammengefasst muss man diese Tour kritisch betrachten. Für zusammen 90 € kamen wir 700 km weit, hatten noch einen Jeeptour und die Fährüberfahrt. Dafür hatten wir aber auch den Stress, 2x 13h im Bus zu sitzen, Schlafmangel zu haben und massentouristisch abgefertigt zu werden. Dass wir den Sonnenaufgang nicht gesehen haben, dafür kann keiner was. Wenn man ihn aber unbedingt sehen möchte, sollte man individuell anreisen und ein paar Tage bleiben. So kann man es vom Wetter abhängig machen, wann man den Sonnenaufgang sehen möchte und kann unterkommen, wo man möchte. Andere lassen den Mount Bromo aus, weil auf Ostjava wenig zu sehen ist und fliegen von Yogyakarta nach Denpasar. Wer den Vulkan auslassen möchte und einen günstigen Flug findet, ist dies wohl die elegantere Variante.
Der Empfang im gebuchten Hotel war sehr freundlich und wir hatten die Wahl zwischen mehreren Zimmern. Da sich Wolfgang dummerweise beim Reiten vertreten hatte und deshalb sein Fuß schmerzte, wählten wir das Zimmer im Erdgeschoss. Die Größenbeschreibung „Schuhkarton“ ist freundlich. Um auf meine Seite des Bettes zukommen, musste ich mich quer durch schieben. Denn zwischen Bett und Wand waren vielleicht 20cm Platz. In mehreren Ecken sahen wir Schimmel, dessen Geruch mit einem Duftspender überdeckt werden sollte. Das Teil löste automatisch alle 10 Minuten einen Spühstoß von Duft direkt Richtung Bett aus –> das Ding stellten wir erst mal schnell ins Bad. Da entdeckten wir die nächste Überraschung: es gab kein Waschbecken. Hände waschen macht man unter der Dusche. Also am Besten entkleiden, bevor man auf Toilette muss. Da es schon 23 Uhr war und wir einfach knülle waren, wollten wir erst mal schlafen. Checkout ist 12 Uhr, Wunschfrühstück war 9 Uhr (durften wir uns aussuchen). Rest wird am Folgetag geregelt. Das Bett war herrlich und wir schliefen wunderbar. Das Frühstück war auch das beste Mie Goreng, was ich bisher gegessen habe. Wolfgangs Omelett war auch ganz zu seiner Zufriedenheit. Dazu noch ein super leckerer Kaffee, was die Gemüter ganz besänftigte. Wir baten also darum, uns andere Zimmer zu zeigen, damit wir mind. ein Waschbecken haben und etwas Platz zum Laufen. Wäsche waschen stand ja auch schon wieder an. Es wurden uns ein paar angenehmere Zimmer gezeigt, wo wir drauf und dran waren, einfach in ein anderes Zimmer umzuziehen. Das Frühstück hat wirklich überzeugt. Da aber noch Zeit bis 12 Uhr war und das empfohlene Hotel des Deutschen nur 600m vom anderen Hotel weg war, liefen wir mal hin. Die günstigen Zimmer waren belegt. Da hier aber eine Baustelle in der Nähe ist, gewähren sie einen Rabatt von 20% und so war das V.I.P.-Zimmer am Ende günstiger als das Zimmer im ersten Hotel. Mit dem Bonus: Platz + Sauberer + Pool direkt vor der Tür. Da die Baustelle nicht dramatisch ist und die auch nur zu christlichen Zeiten arbeiten, machten wir Nägel mit Köpfen und nahmen das V.I.P.-Zimmer. Etwas Luxus muss auch mal sein, vor allem, wenn es am Ende günstiger ist. Vor der Tür verhandelten wir mit einem Rikscha-Fahrer, der mich umgerechnet für 1,10 €  zum ersten Hotel hin bringt und das Gepäck mit mir wieder zurück fährt. Ich habe dann schnell alle Sachen gepackt (war ja nicht viel), ausgecheckt und dann haben wir zu dritt (er hat sich noch Hilfe besorgt), die Rikscha beladen. Ich saß dann gut eingepackt zwischen allem Gepäck und wurden wie die Königin persönlich durch die Straßen gefahren. Wie die Königin deshalb, weil alle interessiert gucken, wie viel Gepäck mit Mensch auf so ein kleines Gefährt passt. Selbst der Fahrer meinte, dass diese Tour sehr indonesisch ist und eher ungewöhnlich. Es hat alles gut geklappt, war ein riesiger Spaß und am neuen Hotel wartete schon Wolfgang, um mich auszupacken und den Fahrer zu bezahlen.
Rikschah 2 Teile waren schon abgeladen, als Wolfgang das Foto machte.
Wir können die Zeitumstellungsmüdigkeit gut verstehen, denn seitdem wir im neuen Hotel sind, haben wir eigentlich noch nicht viel gemacht, außer den fehlenden Schlaf nachzuholen, im Pool zu baden und im dazugehörigen Restaurant zu sitzen, um im Netz Sachen zu erledigen, die schon länger an standen.

Wir wollen aber noch 2 Tempel besuchen und den Sultanspalast einen Besuch abstatten. Hier gibt es wenigstens Busfahrpläne, was das Reisen nicht nur auf Taxi beschränkt. Mit der Rikscha wollen wir eine Stadtrundfahrt machen. Das ist eine angenehme Reisegeschwindigkeit ohne große Anstrengung. Da es hier immer gegen 14 Uhr anfängt zu regnen, müssen alle Aktivitäten vorher statt finden.