Archiv für den Tag: 2014/03/13

Samoa ist ganz anders als Indien!

Samoa ist ganz anders als Indien!

Dieser Artikel ist nicht fertig, ich veröffentliche ihn jetzt trotzdem bereits, denn die Aussage des Titels ist uns wichtig. Den Artikel selbst werden wir noch erweitern und evtl. verändern.

Mit den Tagen die wir hier sind, änderte sich unser Eindruck von Samoa. Es ist ein Fehler des Betrachters. Man vergleicht eben immer mit dem was man kennt. Z.B.:“Eine Feige ist wie eine Pflaume, nur schmeckt sie ganz anders und sieht anders aus und hat einen anderen Kern.“ Also eigentlich sind sie letztendlich völlig unterschiedlich. So ging es uns auch mit Samoa – wir verglichen mit Indien. Das darf man eigentlich nicht so stehen lassen und wir waren am überlegen, ob wir diese Artikel umschreiben sollten oder gar löschen. Wenn unsere Leser gewillt sind, dies in diesem Sinne so stehen zu lassen, dass Annäherung eben ein Prozess ist, bei dem man auch Fehler macht, würden wir dies gerne als Teil unseres Weges der Annäherung so stehen lassen.

Bitte Samoa einfach nicht mehr mit Indien vergleichen. Wenn ich sage eine Feige ist saftig – heißt das ja auch nicht, dass eine Pflaume nicht saftig ist, nur weil ich mich von meinem Ursprungsvergleich distanzieren möchte, und jetzt sage: „Eine Feige ist keine Pflaume“. Es ist eben etwas Eigenes, dem wir uns langsam und wahrscheinlich noch immer nicht fehlerfrei weiter annähern.

Die Samoaner sind unglaublich freundlich, offen und ehrlich. (Soll wie gesagt nicht heißen, dass die Inder dies nicht seien …). Von den vielen netten Gesprächen, die wir hatten, können wir kaum berichten. Wie soll man diese unglaublich offene Ehrlichkeit herüber bringen? Z.B.: Wenn einem der Mensch gegenüber sitzt, uns seine traditionellen Tätowierungen zeigt, die Fische, Wellen usw. zeigen und dann in einem Atemzug erzählt:“Aua, das tat weh!“ … Und es ist so … einfach menschlich, dass dies einen einfach mitreißt. Wir lassen mittlerweile alle unsere Wertsachen einfach offen liegen und fühlen uns 100%ig sicher dabei. Das schlafen in einer Fale am Strand ist angenehm. Der Wind streicht besser als ein Ventilator über einen und so kann man in dieser Hitze sehr gut schlafen. Harriet hat vom Alltag mal einen Punkt nett zusammengefasst. Sie sagte:“Ja, die Deutschen reden laut und lachen leise, die Samoaner reden leise und lachen laut.“ Und ja, es wird über unglaublich viel laut und herzlich gelacht. Dabei gibt man sich keine Blöße, wenn man eigene Unzulänglichkeiten zeigt und darüber laut gelacht wird – es ist einfach menschlich und kein bisschen abwertend. Ich werde diese Sprache mit all ihren ouauoa-Lauten glaube ich niemals lernen. Und es wird freundlich laut gelacht und unglaublich geduldig wiederholt, auch wenn ich zum 30sten Male „wie geht es Dir“ (Oa mei oe) „Gut, Danke“ (Manuia Faa fe tei) nicht hin bekomme.
Gestern hatten wir die Gelegenheit das Dorf auf der Anhöhe zu sehen und die Plantagen zu sehen, von denen auch unser tägliches Essen kommt. Vor der neuen Kirche ist ein Gedenkstein mit all den vielen Namen zu sehen, die dem Tsunami am 29.09.2009 zum Opfer fielen. Es ist wie oft, es sind vor allem die kleinen Kinder und die Alten, die weniger Chancen hatten, als alle um ihr Leben rannten. Danach fehlten liebe Menschen aus der Familie und alles war von der Welle nieder gerissen worden. Nichts stand mehr so, dass man es hätte gebrauchen können. Man musste von vorne anfangen. Das ist eine tiefe Trauer. Für mich ist es auch eine Erinnerung an mein 2009, wo (wenn auch aus völlig anderen Gründen) auch so viele Menschen starben die mir nahe standen. So werde ich sehr traurig wenn ich sehe, dass diese Menschen aus einer bösen Laune der Natur heraus so viele Menschen verloren haben, die Ihnen auch lieb waren. Ich weiß dann gar nicht, was ich sagen soll, und ich weiß nicht, ob ich je die richtigen Worte finden werde, die ich sagen könnte, oder die man mir damals hätte sagen können. Es gibt irgendwie keine richtigen Worte dafür. Es ist einfach furchtbar traurig und das Leben geht eben anders weiter. Von dem Geld, das durch Spenden hätte zu den Opfern gelangen sollen, sind wohl auch hier einige Gelder eher dahin gewandert, dass Einzelne etwas wohlhabender wurden. Wenn man heute noch helfen will, ist es wohl am Passendsten, man würde eine Sachspende machen. Z.B. eine Schuluniform, oder ein Trikot für die hier so wichtige Rugby-Mannschaft. Da so etwas von Deutschland aus schwer möglich ist, versuche ich gerade eine Kontonummer heraus zu finden, wo ggf. ein Leser der dies möchte, sachbezogen Geld schicken könnte. Vorerst kann ich da noch keines nennen.
Alle sind sehr bemüht, dass man als „Gast“ von den Narben des Tsunami nichts mitbekommt. Aber unweit vom Strand hier stehen einige Häuser leer und der Strand ist voll von abgebrochenen Korallen. Ich denke, dass auch das Korallenriff vor dem Strand hier einen schweren Schaden genommen hat, und die vielen toten Korallenteile die wir finden nicht nur von den täglich dort brechenden Wellen stammen.
Nachdem ich heute Schnorcheln war, kann ich bestätigen, dass die Korallen einen schweren Schaden genommen haben. Überall sieht man tote Korallen herumliegen. An vielen alten Korallenstellen sind nur noch einzelne Korallen so schön lebendig bunt leuchtend. In Australien haben wir bereits gelernt, dass diese Farbe nicht von den Korallen selbst kommt, sondern von den

Die Kokosnussgeschichte – Eine Liebesgeschichte

Die Kokosnussgeschichte – Eine Liebesgeschichte

Einst lebte ein schlangenähnliches Wesen auf Tahiti (ich denke gemeint ist ein Seeaal, darum spreche ich von jetzt ab von dem Aal). Dies hörte von einer wunderschönen Frau auf Samoa. Diese Frau mit dem Namen Sina badete jeden Tag in einem See. Der Aal machte sich auf den Weg und schaute jeden Tag Sina beim Baden zu. Sie war so wunderschön und seine Liebe wurde immer tiefer. So schaute er ihr jeden Tag wieder beim Baden zu. Irgendwann war er alt und er wusste, dass er bald sterben würde. Da sagte er zu Sina, er wolle ihr ein Geschenk machen. Wenn er tot sei, solle sie ihm den Kopf abschlagen und diesen vor ihrem Hause eingraben. Das, was dann daraus wachsen würde, dies würde sein Geschenk sein. Sina tat wie er sagte und nach einiger Zeit wuchs eine Palme aus dem Boden. Diese Palme trug als Früchte Kokosnüsse. Wenn man die Kokosnuss von außen anschaut, dann sind da die Haare des Aals. Auf einer Seite dieser Kokosnuss findet man drei Löcher. Wenn man genau hinschaut, ist dies das Gesicht vom Aal und wenn man nun eines dieser Löcher öffnet um das Kokosnusswasser daraus zu trinken, so ist dies der Mund. Die anderen beiden Löcher sind seine Augen. Sina gab also immer, wenn sie eine Kokosnuss trank, dem Aal einen Kuss. Und so kann bis heute jeder von dieser Liebesgeschichte hören und einen Teil der Liebe teilen, wenn er aus der Kokosnuss trinkt. Diese Liebe lebt weiter in jeder Kokosnuss.

Die Tarowurzel und die Kokospalme sind etwas besonderes für diese Gegend, was entsprechend sehr verehrt wird.

Die Kokospalme filtert das Wasser von den Wurzeln an, bis innerhalb der Kokosnuss eine Flüssigkeit ist, die isotone Eigenschaften besitzt. Dadurch ist dieses Kokoswasser der ideale Durstlöscher nachdem man viel geschwitzt hat. Das Kokosfleisch kann man vielfältig verwenden. Die sogenannte Kokosnussmilch wird durch auspressen auch hieraus gewonnen. Die Kokosnüsse, die ich in Deutschland bislang in Supermärkten kaufen konnte, unterscheiden sich aber von denen, die ich hier in der Hand hielt. Die bei uns so sehr harte Schale ist hier zwar auch hart und spröde, aber nicht so sehr wie die deutsche Supermarktvariante – ich denke das kommt einfach daher, dass sie nicht so frisch sein kann. Auch das Kokosfleisch ist hier eher weich und geschmeidig. Wenn man dieses raspeln wollte, müsste man es erst einmal gut trocknen lassen. Die Kokosnuss in Deutschland ist ja eher dunkelbraun. Eine frische Kokosnuss hier hat eine hell braune bis olivgrüne Schale.

Die Tarowurzel wird hier ebenfalls sehr verehrt. Ich hatte zunächst etwas Schwierigkeiten dies zu verstehen, da ich sie eher als trocken und geschmacksarm empfand. Sie ist etwa so groß wie eine Sellerieknolle. Gekocht sieht sie grau aus. Die äußere Schicht ist etwas klebrig. Es gibt so viele leckere Früchte hier. Kokusnuss, Orange, Papaja … usw. Alle diese leckeren und saftigen Früchte sind aber nicht sättigend. Die Tarowurzel macht echt satt. Sie ist wohl ähnlich zu betrachten wie bei uns die Kartoffel. Ich finde es schön, dass hier den Dingen, die einen ernähren, eine gewisse Verehrung entgegen gebracht wird. Sie wird nicht auf unserer persönlichen Hitliste der Lieblingsspeisen landen, aber bei jeder warmen Mahlzeit schätzen wir sie auch zur Sättigung.