Archiv für den Tag: 2014/03/08

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Apia,
Das tropisch feuchtwarme Wetter sind wir beide nicht mehr gewöhnt. Wir sind ja auch gerade in der Regenzeit hier. Zum Abend hin wird es immer stärker drückend schwülwarm. Regen kam heute auch schon im Hellen. Gestern kam der Regen erst in der Nacht. Da wir bei der Hitze ständig aufwachen, kann ich schlecht schreiben „in der Schlafenszeit“. Dieser Schlafmangel macht uns beide zusätzlich träge. Einmal täglich trinke ich meine Elektrolytlösung, danach geht es mir besser. Diesen Tip hab ich aus dem Internt (ich glaube es war irgendwo auf http://weltreise-info.de). (Harriet sagt, sie braucht das nicht.) Kokoswasser tut uns auch gut. Kokoswasser ist in seiner Zusammensetzung auch isoton und schmeckt umso besser, je verschwitzter und ausgetrockneter man ist. Und das schöne ist ja, wenn man so eine Kokosnuss ausgetrunken hat, gibt es noch das leckere Fruchtfleisch. Die Kokosnüsse die man hier bekommt unterscheiden sich aber sehr von denen, die man in einem deutschen Supermarkt bekommt. Das Fruchtfleisch z.B. ist nicht hart sondern weich und fast elastisch.
Harriet freut sich gerade, dass wir noch eine Tafel Schokolade aus Neuseeland haben und sagte mir gerade: „Kuck mal, mit dem Löffel kann man die ganz gut essen.“
Samoa unterscheidet sich letztlich doch sehr von Indien. Es ist halt, was man kennt, damit vergleicht man. Und darum fallen uns Ähnlichkeiten und Unterschiede auf. Die Samoaner sind sehr christlich. Ich weiß nicht ob man an der Hauptstraße hier mehr Kirchen oder sonstige Häuser sieht.
Heute war Stromausfall. Harriet und ich zuckten mit den Achseln und zwinkerten uns zu:“No problem“. Von der Reinigungsdame auf unserem Flur erfuhr ich dann, dass dieser Stromausfall lange angekündigt worden sei, weil die Stromgesellschaft irgendwelche Arbeiten durchführen wollte, und dass dies mindestens die nächsten 7 Stunden dauern würde, und dass übrigens auch die Toiletten so lange nicht gehen würden. Mpf, doch ein Problem.
Einige spektakuläre Landschaften die wir uns in der Nähe von Apia hätten anschauen könnten, locken uns derzeit gar nicht. Wir fühlen uns mit sowas aktuell einfach übersättigt. „In Wasserfall planschen?“ *Gähn*, nicht schon wieder … Ist ein komisches Gefühl, denn wir wissen, dass wir wohl in ein paar Wochen, wenn wir nicht mehr so übersättigt sind, uns fragen werden, warum wir sowas spektakuläres nicht gemacht haben. Aber derzeit lockt uns das echt nicht hinter dem zum Glück auch nicht vorhandenem Ofen hervor.
Wir haben heute als erstes einen Gang auf die Halbinsel Mulinuu gemacht. Samoa war ja bis zur Unabhängigkeit 1962 Kolonie wechselnder Konolialherren. 1899-1913 war es auch deutsche Kolonie. So kann man hier Familien z.B. mit dem Familiennamen Schmidt finden. Ein Taxifahrer der uns mit einem recht netten Smalltalk als Kunden gewinnen wollte, erklärte uns auch stolz, dass sein Großvater Deutscher gewesen sei. Seinen wohl deutschen Familiennamen haben wir aber beide nicht richtig verstanden. Wir haben uns auf der Halbinsel Mulinuu den Erinnerungspunkt für die deutsche Flaggensetzung 1899 angesehen. Unspektakulär. Erstaunlich ist aber, das die Erninnerungstafel einsprachig nur in deutsch geschrieben ist. (Nicht samoanisch und nicht englisch).
Morgen werden wir um 11:00 Uhr abgeholt. Wir haben eine Unterkunft in einer samoanischen Dorfgemeinschaft gefunden. Wie das genau werden wird, wissen wir natürlich noch nicht. Wir werden aber in einer „Fale“ unterkommen – also so eine quasi Strohhütte am Strand. Da haben wir sicher keinen Strom. Samoanisches Frühstück und Abendessen ist inklusive. Ich hoffe es schmeckt uns und wir vertragen das gut. Ein Erlebnis wird da sicher.