Paihia, Westküste, Aukland

Der morgendliche Aufbruch aus Paihia verzögerte sich etwas, aber letztlich war das evtl. der Grund warum wir später noch etwas Einmaliges sehen sollten.
Zunächst einmal fuhren wir noch einmal in den Ort um die Kirche und das Hausboot zu fotografieren. Dieser Ort und die gesamte Gegend sind für viele Neuseeländer historisch wichtig, weil von hier aus die europäische Besiedlung begann.
Diese Kirche ist für hiesige Verhältnisse sehr alt und aus sehr massiven Steinen gebaut und steht an einer Stelle, wo bereits noch vorher eine hölzerne Kirche stand. Gegenüber auf dem Wasser in der Bucht schwimmt das Hausboot zu dem meine verträumten Blicke immer wieder wanderten. Hierüber wurde mal u.A. in einem Fernseebeitrag berichtet. Hier hat sich ein Aussteiger verwirklicht und bietet auf diesem Hausboot Übernachtungen nebst Tour durch die Ganze Bay die of Islands an. An Bord ist auch ein Billiardtisch auf dem man mit zunehmendem Seegang erhöhte Freude haben kann. Heute ist dies eine Jugendherberge und wir hätten viel viel früher probieren müssen einen Platz zu bekommen…  war alles ausgebucht.
Während ich so auf’s Wasser schaute sah ich eine Gruppe Menschen am Strand im Wasser stehen … das sah so aus … nein, das konnte nicht sein, aber es sah wirklich so aus, als ob die da einen Delfin einen Wal oder etwas Ähnliches retten wollten. Aber sowas sieht man doch nicht einfach so… Je näher ich kam, umso mehr festigte sich aber mein Eindruck und als ich recht nah dran war wollte ich schon meine Hose ausziehen und Hilfe anbieten, als ich zwischen ein paar Felsen ein Filmteam entdeckte… mir wurde es immer bunter … ich ging also einen kleinen Bogen und wollte das Filmteam fragen, ob sie eine reale Rettung filmen und ich helfen kann, oder ob das gerade eine gestellte Szene ist wo ich besser fern bleibe… es wurde noch bunter, denn auf meinem Weg zum Filmteam hörte ich in klarem Deutsch:’Kannst Du das mal etwas mehr ins Licht drehen?‘ … Eindeutig ein deutsches Filmteam!
Meine Fragen wurden freundlich beantwortet. Toll. Das ZDF dreht hier einen Teil eines Beitrags. Es geht bei diesen Dreharbeiten um den deutschen Jochen Zaeschmar der mit wale-rescue.org an einem aufblasbaren Wal übte, wie man Wale richtig rettet. Da kann man nämlich viel falsch machen.
Allzuleicht erstickt so ein Wal nicht nur durch das eigene Gewicht, sondern auch, wenn man nicht wirklich darauf achtet, dass das Loch oben immer frei bleibt. Darum üben wie bei erster Hilfe an einer menschlichen Puppe.  Tolle Sache! Und so ganz nebenbei hatten wir einen der seltensten Wale der Welt gesehen – diesen Übungswal.
Jetzt ging es weiter. Nach ein paar Stunden Fahrt waren wir an der Westküste der Nordinsel. Wieder spektakuläre Landschaften. Noch weiter und uns erwartete Regenwald. Warum heißt Regenwald Regenwald? Genau, weil es regnet. Die Tage zuvor waren freundlich bis bedeckt. Jetzt hatten wir unseren altbekannten Reisebegleiter wieder, den Regen. Hier an der Westküste der Nordinsel gibt es noch Kauri-Wälder. Diese uralten mächtigen Bäume währen beinahe komplett der Holzindustrie zum Opfer gefallen. Dann aber musste die Obrigkeit dem Volksbegehren nachgeben und die letzten Wälder schützen. So hatten wir die Chance einige der ältesten und größten noch lebenden Kauri-Bäume zu sehen. Es ist schon ehrfurchtseinflößend vor so einem alten Riesen zu stehen. Ca. 2000 Jahre alt. Der lebte bereits, als Cäsar grad am Daumen lutschte…

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