Archiv für den Tag: 2014/03/02

Bay of Islands, Delfine

Bay of Islands, Delfine

Um 9:30 Uhr pünktlich bei bewölktem Himmel und etwas Wind legten wir ab. Auf dem Oberdeck war es schon sehr kühl. Und dann noch ins Wasser??? Brrrr…. Deshalb sprachen wir uns ab, dass zuerst ich, dann Wolfgang ins Wasser geht. Nach gar nicht langer Fahrt sahen wir die ersten Delfine und viele andere Boote drumherum. Gruppe 1 wurde aufgerufen und es ging los. Man sollte mit Schwimmflossen und Schnorchel auf das Netz springen, was neben dem Boot im Wasser hing. Das Boot fuhr langsam weiter. Also allen Mut zusammen nehmen und rein ins Wasser. Der erste Schreck des Wassers hat man schnell überwunden, denn es hieß festhalten am Netz. Auf den ersten Blick sehr abenteuerlich. Den Sinn habe ich erst viel später gerafft, und dann machte es Spaß. Durch die Fahrt im Netz hat man eine gewisse Grundgeschwindigkeit. Das ist für Delfine interessanter zum Spielen. Auf Komando sind dann alle aus dem Netz geschwommen und los ging es. Es war echt wuselig und ich hatte mit Schnorcheln zu tun gehabt, dass ich gar nicht so schnell der Gruppe hinterher schwimmen konnte. Immerhin war es mein 2. Mal Schnorcheln überhaupt. Wir wurden dann zurück gerufen, da hatte ich nur über der Wasseroberfläche Delfine gesehen. Unter Wasser noch keinen. Wir wurden dann noch ein Stück durchs Wasser gezogen, um dann wieder los zu schwimmen. Und da passierte es. Direkt unter mir ist ein Delfin vorbei geschwommen und ein 2. direkt vor meiner Nase vorbei. Echt faszinierend und überraschend groß. Ein tolles Erlebnis. Wieder zurück auf dem Boot schnell Klamotten suchen, Handtuch schnappen, umziehen. Weil Wolfgang mich verpasst hat, wie ich zum Oberdeck bin, um meine Klamotten zu holen, hat er seinen Startschuss verzögert. Er wollte sicher gehen, dass ich auch auf dem Boot bin und machte sich schon Sorgen, weil er mich nicht gleich fand. So hatte er leider etwas Pech mit seinem Schnorchelgang, der deshalb viel zu kurz war, um sich mit Wasser, Delfine und Co. vertraut zu machen. Total lieb von ihm und er tat mir total Leid.

Nach einer 1-stündigen Mittagspause auf einer einsamen Insel ging es danach durch das „Hole“. Es hat schon eine tolle Akustik, wenn unter dem Felsbogen das Schiffshorn geht.

Bezüglich Delfine wurden wir deutlich entschädigt, als wir nach einiger Weiterfahrt wieder auf Delfine stießen, die ein Wettschwimmen mit unserem Boot machten. Wolfgang und ich standen direkt an der Bugspitze und sahen, wie sie lange mit uns schwammen. So konnte man sie noch viel besser sehen als beim Schnorcheln. Ein wirklich faszinierendes Erlebnis mit diesen wirklich wunderschönen Lebewesen. Sie schwammen knapp vor dem Boot und sprangen voller Freude aus dem Wasser. Jauchzende Rufe aller Passagiere (uns inbegriffen), schien sie noch anzufeuern. Kaum zu glauben, wie lange sie rasende Geschwindigkeiten bewältigen.

Alles in allem ein echt gelungener Tag mit viel Faszination. Delfine sind echt tolle Tiere. Kraftvoll. Dynamisch.

Hobbiton, Bay of Islands

Bay of Islands

Ungefähr auf halber Strecke zwischen Rotorua und Auckland befindet sich Hobbiton. Dies ist der Teil von einem Stück Farmland, der während der Dreharbeiten zu der Trilogie von Herr der Ringe für die Außenszenen im Heimatdorf der Hobbits genutzt wurde. Wir fanden viele Preise sehr überhöht, entschieden uns aber doch dorthin zu fahren. Man darf dies nicht alleine erkunden. Man muss mit einem Guide – sprich mit einer Gruppe – dort durchlaufen. Dies wird wohl normalerweise im Halbstundentakt durchgeführt. Wir waren im Viertelstundentakt. Diese vielen kleinen Häuschenfassaden in unterschiedlichen Größen sind schon schön anzuschauen. Natürlich sieht ein Hobbitdarsteller in einem 100%-Häuschen passend klein aus. Ein Zauberer vor einem 60% Häuschen sieht dann entsprechend groß aus. Die Häuser sind (fast) alle nur Fassaden – nur wenige haben die Tiefe, dass man die Tür öffnen kann, um auch solche Szenen darstellen zu können. Das Interieur der Gaststätte wurde hier für die Besucher von Hobbiton erneut gebaut. (Das Original stand in einem Studio). So kann man sich doch einmal in die Gaststätte setzen. Insgesamt hatten wir das Gefühl durch das „Dorf“ mit stets vorweg eilendem Guide hindurchgefegt zu werden und für unsere 75 $/Person einfach zu wenig Zeit zu haben. Es sah aber schon alles toll aus, und es war ein gutes Gefühl in dieser Umgebung. Im Souveniershop konnte man dann für jeden Geldbeutel etwas finden. Hierbei hatten wir wieder ein entsprechendes Gefühl für das jeweilige Preis-/Leistungsverhältnis. Gandalfs „Mantel“ (der so dünn war, dass man fast durchsehen konnte, und eben alles andere als kunstvoll genäht war) kostete z.B. 699,- $. *Schluck*

Zusammenfassend: Wir finden vieles zu teuer, aber man zahlt es am Ende dann doch. Dafür bekommt man durchaus ein Erlebnis das positiv in Erinnerung bleibt, und nirgends anders so zu bekommen ist. Der Hype um den Herrn der Ringe bestimmt hier offensichtlich den Preis.

Wir schafften an diesem Tag noch durch Auckland hindurch zu fahren, und kamen mit einer Zwischenübernachtung auf dem Weg in Paihia an. Auf dem Weg machten wir noch kurz in Kawakawa halt. Hier hat Hundertwasser wohl eine Zeit lang gelebt und einige Häuschen sind in seinem Stil gebaut. Die öffentlichen Toiletten sind sicher von ihm. Selten, dass man Scharen von Touristen sieht, die öffentliche Toiletten fotografieren. Mir bleibt etwas anderes auch noch in Erinnerung: Die Dame an der Tankstelle, die ich fragte wie wir dahin kommen, sprach einen sehr deutlich neuseeländischen Akzent, das Wort Hundertwasser mitten im tiefsten neuseeländisch-englisachen Satz sprach sie aber bis auf das „w“ absolut Hochdeutsch aus … toll und eigenartig.

In Pahia überhaupt am Wochenende eine bezahlbare Unterkunft zu bekommen – wir hatten echt Glück!! Auf der Fahrt hatte ich bereits diverse Telefonate geführt, Internetrecherche gemacht und und und. Alles ausgebucht! Dann nutzten wir das erste Mal eine Touristeninformation auf dem Weg, um nach einer Unterkunft zu suchen. Louis am Schalter gab sich Mühe, aber fand keine Unterkunft unterhalb des mittleren dreistelligen Bereiches. Wir sagten, dass wir auch eine Cabin auf einem Campingplatz nehmen würden, da nickte er im Sinne eines „man kanns ja wenigstens versuchen“ – und ja, die wohl letzte bezahlbare Unterkunft in dieser Gegend wurde für uns für zwei Nächte reserviert. JUPP (Puh)

Auch die uns wichtige Schiffsfahrt in der Bay of Islands konnten wir so schon buchen.

An diesem Abend schafften wir sogar noch die Wasserfälle in der Nähe von Pahia anzuschauen, bevor wir früh schlafen gingen.

Am frühen Morgen wurden wir für die Schiffsfahrt abgeholt. Die Tour „Cream“ führt die gesamte Bay entlang bis zum berühmten „Hole“ und man kann mit Delfinen schwimmen – wobei hier ein Netz an der Seite des Bootes die Besonderheit ist, die besonders toll ist. Davon will Harriet in einem eigenen Artikel schreiben.

Rotorua, Maori

Rotorua, Maori

Der Maoriabend in Rotorua war toll. Wenn ich ihn wirklich beschreiben wollte, würde ich alleine da dran mehrere Stunden sitzen – vieleicht sogar Tage. Oft werden solche Kulturabende für „einheimische Kultur“ ja von touristischen Veranstaltern durchgeführt. Man hat dann evtl. den Eindruck der Veranstalter hätte Leute eingestellt die halbwegs einheimisch aussehen, um aufgehübschte Kultur der Einheimischen zu zeigen.

Bei dieser Veranstaltung ist es so, dass das alles von Maori selbst aufgebaut wurde, die ihre Wurzeln am Leben erhalten und anderen Menschen näher bringen wollen. Dies fing für uns als Besucher bereits mit der Busfahrt zum Maori-Dorf an. Der Bus wird zum Wakka (Kanu) in dem die neu gebildete Gemeinschaft (Stamm?) sich für einen Häuptling entscheidet. Der Busfahrer lehrt einen die ersten Worte aus der Maorisprache und man ahmt im Bus sitzend mit Handbewegungen und die rhythmischen Lauten/Worten beim Rudern in einem Kanu nach. Der Busfahrer erklärt viel was einen gleich erwartet … so, und damit hab ich das Problem. Es war ein toller Abend. Es hat uns wirklich sehr viel erwartet. Wenn ich darüber berichte, brauche ich ewig und komm ich nicht mehr dazu den nächsten Artikel zu bloggen. Ich will zusammenfassen: Von Begrüßung über Alltag, Glaubensveränderung durch die „Anderen“ (So nannten die Maori die Europäer) bis zu Handwerksfertigkeiten, Musik und viel mehr, haben wir einen kleinen Einblick erhalten dürfen. Dies war sicher letztendlich Touristisch und unterhaltsam aufgelockert. Man spürte aber, dass den beteiligten Maori durchaus sehr wichtig war so authentisch, wie in diesem Rahmen möglich, herüber zu kommen. Am Besten drückt man das Gefühl, das sie vermittelt haben mit einer Frage und einer Antwort aus, die so während der Veranstaltung verlief.

Frage:“Sind die Gesichtstätowierungen echt?“ (Bei vielen der Maori schien das halbe Gesicht mit traditionellen Tätowierungen bedeckt zu sein.)

Antwort:“Ich will es mal so sagen: Sie sind echt für einige Stunden! Aber wenn Du mal schaust, an den Armen und Beinen haben viele von uns echte Tätowierungen die auf traditionelle Art erstellt wurden.“

Ich hoffe, dass ich mit diesen Sätzen ganz gut ein Gefühl verständlich machen kann, was letztlich auch uns das eigentlich Wichtige wahr. Wir hatten einen kleinen Eindruck von einer Kultur bekommen, die so vielleicht nicht mehr richtig existiert. (Im Alltag machen sich auffällige Gesichtstätowierungen und spärliche Bekleidung und Handwaffen eben nicht so gut). Es existieren aber noch die Maori selbst, ihre Geschichten zu vielem in der Natur hier und dies ist so Wurzel von vielem hier. Und diese Wurzeln sind und bleiben auch in solchen Veranstaltungen aktiv.

Evtl. finde ich ja noch mal die Zeit, das an diesem Abend erlebte ausführlicher darzustellen (auch für uns selbst).

Am Morgen nach diesem Abend kam der Abschied von Rotorua. Nachdem Kat uns aufgeschrieben hat, wo wir günstig die DVDs kaufen können, wo dieser hier allseits sehr beliebte Wolfgang zu sehen ist (und wir davon welche gekauft haben) entschieden wir uns für die Weiterfahrt.