Archiv für den Monat: März 2014

Neujahresfest Nyepi

Dieses Jahr ist das balinesische Neujahr auf den 31.03.2014 gefallen. Das hat unseren Plan ein wenig durcheinander geworfen, weil dieser hinduistische Feiertag das öffentliche Leben für 2 Tage lahm legt. Das Datum richtet sich nach dem Mondkalender. Es ist also Zufall, dass wir gerade zu dieser Zeit auf Bali sind. Es ist der höchste Feiertag auf Bali. In ganz Indonesien ist dies ein Feiertag. Wer Genaueres erfahren möchte, fragt einfach Wikipedia „Nyepi“.

Oga oga Ogah-Ogah’s in der Vorbereitung

Los geht es bereits am 30.03.2014, indem alle Restaurants, Museen und die meisten Supermärkte gegen 16 Uhr schließen. Vor allen Eingängen sind aufwendige Opfergaben. Opfergaben Opfergaben

Die Einheimischen tragen traditionelle Kleidung und jeder ist auf den Straßen. 18 Uhr beginnt eine Prozession durch die Hauptstraßen, was jeglichen öffentlichen Verkehr zum Erliegen bringt. Bei dieser Prozession tragen junge und alte Balinesen aus Pappmaschee hergestellte Figuren (Ogah-Ohah) durch die Straßen. Je gruseliger desto besser. Sie stellen unterschiedliche schlechte Eigenschaften und Unheil bringende Dämonen dar. Hin und wieder wird auch ein Tourist dargestellt. Die Kinder tragen Figuren von ca. 1 m Höhe, bei den starken Männern kann die Skulptur auch gerne mal 4 m hoch sein. Mit viel Musik, Gejohle und sonstigen Radau werden so die Dämonen aus den Straßen vertrieben. Zeremonie_Ubud                       Zeremonie_Ubud2  Prozession

Manche große Figuren passten gar nicht unter den Stromkabel durch. Hierfür waren Männer mit langen Stangen und einer T-Konstruktion dabei, um die Stromkabel hoch zu halten. Wenn eine Figur dann durch gekommen ist, gab es vom Publikum lauten Applaus und ebenfalls laute Jubelrufe. So sind die Dämonen bis ca. 22 Uhr durch die Straßen gezogen. Sobald es dunkel war, waren sie auch beleuchtet. Hin und wieder schien ein Stromkabel doch gerissen zu sein, denn zwischendurch waren einige Straßenabschnitte komplett dunkel. Solche beleuchteten Monster sehen dadurch noch mal gruseliger aus. In manchen Orten werden die Ogah-Ogah’s am Ende verbrannt. Dies war bei uns aber nicht der Fall. Nach 22 Uhr war das Spektakel zu Ende, die Straßen wurden wieder frei und langsam begaben sich alle auf den Heimweg. Jetzt waren die letzten Supermärkte auch zu. Bis 6 Uhr hatte man Zeit nach Hause zu kommen, denn dann beginnt für 24h der Tag der Stille. An diesem Tag ist es verboten, aus dem Haus zu gehen, elektrische Geräte (incl. Licht) zu benutzen oder Lärm zu machen. Das geht so weit, dass für diese 24h der Flughafen geschlossen wird und alle Fährverbindungen eingestellt werden. Es fährt kein Auto, Bus oder Mopet o.ä. Kontrolleure sind unterwegs und achten darauf, dass sich an diese Regeln gehalten wird. Warum das Ganze?

Nach balinesischem Glauben wurden während des Spektakels alle bösen Geister /Dämone… verjagt. Nun verhält man sich still, dass falls ein Dämon zurück auf die Insel kommt er denkt, die Insel sei unbewohnt. So hätte es keinen Grund mehr, auf der Insel zu bleiben und geht wieder.

Wir haben den Tag der Stille damit verbracht, uns lange mit Barbara und Dieter aus Berlin zu unterhalten, die wir hier im Hibiscus Cottages kennen gelernt haben. Sie sind so nett, unsere Akkus mit nach Deutschland zu nehmen, weil Akkus über den Seeweg nicht verschickt werden dürfen. Hierfür erst mal ein herzliches Dankeschön. Ansonsten haben wir den Tag mit Organisieren verbracht. Zum Glück sehen die Gastgeber es mit elektrischen Geräten hier nicht so eng (Strom lief die ganze Zeit), sodass wir uns in den Hinterhof zwischen Hibiskusblüten gesetzt haben und leise am Laptop arbeiten konnten. Eigentlich darf man an dem Tag nicht arbeiten bzw. muss die Arbeit auf ein Minimum beschränken. So verging der Tag gut und es fiel uns nicht schwer, uns an die Ausgangssperre zu halten. Neugierig sind wir trotzdem, wie so eine Stadt aussieht, wo überall der Müll rumliegt und kein Mensch auf den Straßen ist. Auch ist es interessant, welche Tiergeräusche man wahrnimmt, wenn kein Mopet fährt oder hupt. Eine Touristenfamilie haben wir zwar dann doch tagsüber gesehen. Die haben es wohl nicht mehr ausgehalten.

Abends sahen wir, dass viele Häuser wirklich komplett dunkel waren. Hotels und andere Ferienanlagen können das nicht wegen der Gäste, hier konnte man gedämpftes Licht sehen. Wir durften auch ein kleines Licht anmachen, als es dunkel wurde.

Die Balinesen nutzen den Tag zum meditieren, lesen oder verrichten andere angenehme Tätigkeiten. Und weil es jeder macht, wird man nicht beim Ausruhen z.B. durch ein Mopet gestört. Übertragen nach Deutschland: Ein Tag der Ruhe im Garten ohne Rasenmähergeräusche irgendwo her. Wenn wir an Deutschland denken: Es wäre für uns undenkbar, dass bei uns so ein Tag so allgemein eingehalten würde.

Ubud- Eco Radtour

Für 420000 Rupiah pro Person wurde uns eine „echtes Bali“ versprochen. Und das „eco“ mit dem Rad (dem Berg runter 😉 ). Dass ich da wieder Erinnerungen an Julia Roberts hatte, ist auch klar. Pickup-Service am Hotel, Fahrräder+ Helme, Frühstück am Vulkan, originales Balinesisches Mittagessen, Plätze, die man sonst nicht sieht und das alles in kleiner Gruppe mit gut Englisch sprechenden Guide…wir haben dies über unsere Unterkunft gleich für den Folgetag gebucht. Wolfgang stimmte der Tour zu, weil versprochen wurde, dass unser Bus immer in unserer Nähe ist, falls jemand abbrechen muss. Pünktlich 8 Uhr wurden wir abgeholt und so ging es in dem Kleinbus los. In einem super tollen Restaurant gab es Frühstück. Danach mit dem Bus weiter zu einer Kaffeeplantage. Von der Plantage hat man eher wenig gesehen, die Probiergläschen und die Art der Darbietung kamen uns aber sehr bekannt vor. Diesmal verzichteten wir auf den Katzenkaffee.

Luwak-Kaffee

Hier könnt ihr aber noch mal ein Bild sehen.
Danach bekamen wir unsere Räder. Mittlerweile war es 11 Uhr. Danach besuchten wir ein Dorf, wo uns etwas über die Strukturen in einer Familie erklärt wurden. Auf Bali sind die Familienstrukturen und Hierarchien sehr starr. Die Frau schläft / lebt in der Küche. Küche_Bali

Nicht zu erstreben für eine westlich geprägte Frau. Vieles haben wir einfach nicht verstanden, da es zu komplex ist, wann wer mit wem heiraten darf, wer Oberhaupt ist, was passiert, wenn einer stirbt…
Auf unserer Radtour durch kleine Dörfer machten wir auch immer wieder für Reisfelder Halt, wo uns auch einiges über das Bewässerungssystem berichtet wurde. Reisfeld

Auch wurde uns ein Nützling vorgestellt, der für die Plantagen sehr wichtig ist. Gegen was es nützt, wissen wir aber nicht mehr. Wir durften alle mal „Guten Tag“ sagen und die Hand reichen 😉

Spinne

Eine große Freude!!! Etwas Schiss hatte ich trotzdem.

An einem heiligen Baum trennte sich dann die Gruppe in „Berg auf“ und in die „weiter Berg runter“. Wolfgang und ich waren die einzigen in der „weiter Berg runter“- Gruppe. Wir sind dann noch an diversen anderen Dörfern vorbei, in 2 gab es gerade eine Zeremonie, wo wir leider nicht Halt machten. Überall sah man schon die Vorbereitungen für den Neujahreswechsel, den wir ja in Ubud verbringen werden (30. März). Am Ende der Tour bekamen wir ein kaltes Handtuch zum Erfrischen und es ging zum leckeren Mittag (1. Gang zum Buffet)

Balinesisches Essen

Da wir vor den anderen da waren, fingen wir schon mal an zu essen. Unser Guide musste dann noch mal los, weil doch 2 schlapp gemacht haben und eingesammelt werden mussten. Als dann die „Berg auf“-Gruppe ankam, witzelten wir, dass es bei einigen auf der Strecke geregnet haben muss, so doll haben die geschwitzt. Wir haben uns also richtig entschieden.
Zusammengefasst: es war eine wirklich schöne Tour und Reisfelder /-terassen haben wir viele gesehen. Mit dem Rad zu fahren ist einfach praktisch, da die Straßen sehr eng sind und man so Ecken sehen kann, die man sonst mit dem Auto nicht sieht. In einen Familienclan reinzuschauen war mir etwas unangenehm, denn ich will auch nicht, dass sich die Leute wie im Zoo fühlen.
Auf der Straße wurden wir eher interessiert betrachtet.
Minuspunkte: Wolfgang und ich sind uns einig, dass ein echter Indonese nicht in solche Restaurants geht, wo wir gegessen haben. Ich glaube aber, das geht nicht anders, um für touristische Verdauungstrakte einen entsprechenden Hygienestandard einhalten zu können und so viele Leute gleichzeitig zu verpflegen. Um Wolfgang zu zitieren: „Das, was die versprochen haben, uns ein echtes Bali zu zeigen, haben sie nicht erfüllt. Es war ganz klar touristisch.“ Das Essen war gut, aber nicht so einzigartig, wie auf der Homepage beschrieben. Da sind wir aber mittlerweile verwöhnt. Zur Sicherheit ist immer unser Bus und ein Wagen mit Ersatzrädern für ins. 3 Gruppen mitgefahren. Wenn unser Bus die ganze Zeit mitfährt, ist das nun noch das beworbene „eco“??? Für Wolfgang war es auf jeden Fall gut, denn es war trotz Berg runter anstrengend für seine Augen. Immerhin geht es soweit schon gut, dass er nach langer Ruhephase wieder eine Mail schreiben konnte. Ich pflege ihn auch 3x täglich mit Augentropfen und -salbe.

Fahrt Kuta – Ubud

Da wir die Variante B gewählt haben und mit einem Reiseveranstalter im Bus gefahren sind, verlief die Fahrt eher unspektakulär. Unser Hotel war auch so nett, uns zum Bus hinzufahren, als wir nach dem Sammelpunkt fragten. Wahrscheinlich wollten sie sicher gehen, dass wir das Hotel in guter Erinnerung haben, sie einen guten Eindruck bei der Busfirma machen (besser als wenn die Gäste schwitzend rot ankommen) und uns auch vor den tausend Taxifahrern schützen wollten, die uns auf dem Weg dorthin wohl permanent genervt hätten. In Ubud hatten wir dann nicht so viel Glück und nahmen ein Taxi zum Hotel. Der Fahrer des Hotels war leider in einer Zeremonie. Aber alles in allem deutlich günstiger als wenn wir das Angebot angenommen hätten, die ganze Strecke mit dem Taxi zu fahren.
Die Hibiskus Cottages liegen zwischen Reisfeldern und Palmenplantagen. Es führt keine Straße hin, nur ein 1m breiter gepflasterter Weg, wo nur Mopets lang können. Dementsprechend ist es hier sehr schön still. Genau das Richtige nach dem quirligen Kuta. Wir bleiben hier bis zum 1.4., da am 31.3. Neujahr ist und hier sich deshalb nichts bewegt. Doch das bekommt einen extra Beitrag.

Halbtagestour Bukit-Halbinsel

Im Plan stand, dass wir auf dem Weg zum Tempel eine Kaffeeplantage besichtigen. Okay, es war ein schön gestalteter Garten. Vanille, Kakao, Bananen, Papaya und Arabica-Kaffeebüsche waren zu sehen, doch als Plantage würden wir das nicht bezeichnen. Eine Indonesierin führte uns geduldig durch den Garten und erklärte uns viele Pflanzen. Hier sahen wir auch die Musangs (Katzen sind es in Südamerika), die die Kaffeefrüchte fressen. Ihre Ausscheidungen werden gesammelt und daraus der teuersten Kaffee der Welt hergestellt. Am Ende des Rundganges wurden wir an einen Tisch gebracht, wo wir ein Tablett mit Probiersorten bekamen. Da waren wirklich leckere Kaffee- und Teesorten dabei. 1 Tasse Kopi Luwak-Kaffee haben wir uns für 50000 Rupiah (= 3,17€) gegönnt. Und? Wie schmeckt Katzenkaffee?….wie ein guter Kaffee 😉 nicht ganz so herb.

Nach einem noch kurzen Abstecher an einen Strand ging es dann zum Tempel. Hier wurden uns Bananen und Erdnüsse für die Affen für horrendes Geld aufgeschwatzt. Im Auto sagte unser Fahrer noch „Bitte die Affen nicht füttern“. Okay. Wir müssen einfach wieder konsequenter sein. Jeder bekam noch einen Seidentuch als Gürtel umgebunden. So sind wir taillenbetont, die Erdnüsse selber futternd Richtung Bühne. Zum Ticket bekamen wir in Deutsch eine Beschreibung, was die 70 Tänzer darstellen. Dies war auch gut, denn so richtig fehlt uns der Zugang zu dieser Art Kultur. 1 Stunde sangen und schauspielerten die Akteure. Es war für uns europäisch Geprägte sehr fremdartig, was weder positiv noch negativ zu beurteilen ist. Einfach nur fremdartig. Die Kulisse war aber wunderbar. Im Hintergrund der Tempel und der Sonnenuntergang. Wolfgang hat den Tag mit brennenden Augen gut überstanden. Die Augen sehen nicht mehr so aus wie in Twilight, doch gut sind sie noch nicht. Regelmäßiges Augen zu lindert. Ganz alleine traut er sich noch nicht, aber weiterhin im Hotelzimmer liegen und Fernsehen hören, wollte er auch nicht mehr. Also nahm ich ihn bei der Hand.
Danach sind wir direkt zum Hotel, denn am nächsten Tag sollte es ja mit dem Bus nach Ubud gehen.

Erste Erkundungen

Heute trauen wir uns etwas mehr als nur kurz zum Supermarkt / Restaurant um die Ecke. Wir machen eine Halbtagestour auf die Bukit-Halbinsel mit Tanzaufführung zum Sonnenuntergang an einem Tempel. Wir hoffen, dass Wolfgang ausreichend sehen kann, dass wir morgen aus dem schrecklich lauten und touristischen Ort Kuta raus fahren. Mit dem Bus geht es 37 km ins Inselinnere nach Ubud, wo Julia Roberts im Film „Eat, pray, love“ mit ihrem Rad durch Reisfelder fuhr. Ubud soll auch berühmt für die indonesische Kunst- und Kulturszene sein und liegt zentral für diverse Tagesausflüge in alle Himmelsrichtungen.

Wolfgangs Augen werden von Tag zu Tag besser, doch es dauert halt. Wir beide merken, dass unsere Geduld sehr gefragt ist, denn natürlich hätten wir die Heilung lieber vorgestern als hoffentlich in ein paar Tagen.

Samoa –> Bali

Viel zu schnell gingen die Tage auf Samoa vorbei und wir mussten wieder unsere Rucksäcke packen. Von Ina bekamen wir eine 12-seitige Ausarbeitung der Kava-Zeremonie. Wir verabschiedeten uns mit einer umgetexteten Variante von Abba „Thank you for the hosting“, wofür wir Applaus ernteten und uns so hoffentlich erkenntlich zeigen konnten für alles, was wir bekommen haben. Als alle hörten, dass wir zum Flughafen trampen wollten, meinte Va’a, dass er für uns einen Transport organisieren wird. Wir konnten also unseren letzen Tag ganz entspannt noch am Meer verbringen, mussten auch nicht 10 Uhr wie üblich aus dem Raum raus (wir taten es trotzdem). Auch bekamen wir ein frühes Abendessen, da wir 19 Uhr ja nicht mehr da gewesen wären. Wieder zeigte sich die enorme Gastfreundschaft der Samoaner. Die Verabschiedung fiel sehr herzlich aus mit viel Umarmung und Winken, so als würden wir uns schon Jahre kennen. Va’a fuhr uns zum Flughafen (1,5h pro Richtung). Auf der Fahrt hatten wir die Möglichkeit, noch etwas über die Samoaner zu erfahren. Wir fragten Va’a direkt nach der hohen Selbstmordrate der jungen Samoaner. Er meinte, dass das mal so war, es sich aber deutlich verbessert hat. Die Gesetze haben sich in Samoa wohl zum Vorteil des Individuums verbessert. Jugendliche dürfen sich selbst ihre Partner aussuchen, Scheidungen sind möglich. Wir schließen daraus, dass dies vor noch einigen Jahrzehnten noch nicht so möglich war. Das freut uns natürlich sehr, dass dieser Druck von Oben etwas nachgelassen hat und wünschen allen, dass sie ihr Leben etwas mehr selbstbestimmter führen können. Männer wohl mehr als die Frauen. Wie strikt es in den Familien zu geht, nun, wir konnten jetzt nur 1 Beispiel betrachten dürfen. Samoa und die FaoFao’s werden uns fehlen, denn wir vermissen sie jetzt schon.
Die Herzlichkeit, Offenheit und das herzliche Lachen findet man wohl kein 2. Mal.        Letzter Abend am Strand nach dem Angeln:

Sam_Gruppe

Tueva / Ina / Kurt (=Wolfgang) / Va’a (v.l.n.r.)

Nun stand uns aber erst mal ein 27h Trip bevor. Am Flughafen hoben wir die für die Ausreise noch erforderlichen 65 Tala ab, was sowohl das Auswärtige Amt als auch diverse Reiseführer immer wieder betonen. Weil unser Geld knapp war, verzichteten wir hierfür auf die eine oder andere Cola. Unsere, am Flughafenautomaten geholten Tala wollten sie dann aber doch nicht, da es anscheinend schon im Flugticket mit drin war. Also unnötig das Geld abgehoben. Flugroute wie beschrieben war: Apia – Landung Auckland; Auckland – Landung Brisbane; Brisbane – Landung Denpasar (Bali). Der Flug ging abends los, wir konnten also die ersten 4h im Flugzeug schlafen. In Auckland mussten wir 2 Uhr in der Nacht noch mal eine Sicherheitskontrolle über uns ergehen lassen. Warum man das im Transit macht, ist uns unklar. Danach waren die nächsten 3h Schlaf auf einer Sitzbank im Flughafen angesagt. Als ich wieder erwachte, war der Flughafen auf einmal voller Menschen und alle Geschäfte hatten eröffnet. Wieder ein Erlebnis, was ich bisher noch nicht hatte.

Flug Flug über Nordküste Australiens

Auch in Brisbane erneute Sicherkeitskontrolle und ein teures Fluhafenessen. Hier fragte mich Wolfgang, ob er etwas im Auge hat, da es drückte. Ich sah aber nichts, also ließen wir es auf sich beruhen. Im Flugzeug wurde das Weiße im Auge auf einmal rot und es fing an zu tränen und zu eitern. Beim Anstehen in der Schlange wurde das Augenlid zusehens dick und wir hofften, so schnell wie möglich durch zu sein, bevor es noch schlimmer aussah und evtl. unangenehme Fragen entstehen. Doch das klappte alles. Im Hotel angekommen erst mal Salbe rein (wir sind ja vorbereitet) und geschlafen. Da am nächsten Morgen das Auge aber dick zugeschwollen war, entschieden wir und dann doch, mit dem Taxi zum Krankenhaus zu fahren. Das 3. Krankenhaus hatte auch einen gut ausgestatteten Augenspezialisten. Der medizinische Standard war hervorragend, es wurde sich rührend um Wolfgang gekümmert, als wir fälschlich erst mal in der Notaufnahme gelandet sind. Dieser hohe Standard überraschte und beruhigte gleichermaßen. In einem fremden Land, bekannt für seine hohe Armut hatten wir schlechtere Bedingungen befürchtet. Vermutlich sind wir in einer Privatklinik gelandet, denn es liefen auffallend viele hellhäutige Patienten rum und das Personal war für einen Samstag für unsere Verhältnisse überbesetzt. Wartezeit betrug auch nur 20 Minuten. Die Rechnung wurde erst nach der Behandlung geschrieben. Diagnose: Allergische Reaktion mit darauf folgender Infektion. Wir bekamen Augentropfen, eine antibiotische Salbe und Medikamente. Unser Taxifahrer wartete auf uns. Das Zimmer in Kuta haben wir auch schon 2 Tage verlängert, denn so ist ein Reisen nicht möglich. So verbringen wir die ersten Tage mit HBO gucken und immer wieder Augen spülen und behandeln. Mittlerweile ist auch das andere Auge betroffen. Wolfgang sieht dadurch sehr schlecht. Zum Glück hat er eine Geburtstagsmail bereits vor dem Abflug geschrieben. Reisen, Kultur und Sehenswürdigkeiten müssen deshalb noch etwas warten. Unabhängig davon geht es uns aber gut.

Auge_m

Kuta ist im Vergleich zu Samoa deutlich lauter, voller und die Einheimischen versuchen, die Touristen auszunehmen. Auch mit dem Geld müssen wir erst mal klar kommen. Umrechnungskurs: 1 € = 15000 Indonesische Rupien. Wir sind hier Millionäre!! (1 Mio INR = 63 €). Was uns noch überraschte: Da hier mal holländische Kollonie war, brauchen wir keine Adapter für den Strom. Es passen unsere deutschen Stecker problemlos in die Steckdosen.

 

 

To fa Samoa

Heute verlassen wir

Samoa.

To Fa ist der samoanische Abschiedsgruß. Bis

zum letzten Augenblick war die Familie einfach klasse. Ich muss noch ganz viel samoanische Kultur hier dargestellten. Ich hoffe ich komme dazu. Jetzt haben wir aber erst einmal Einen Flug von 27 Stunden vor uns. Dies kommt dadurch zustande, dass wir in Auckland und Brisbane zwischenlanden warten und umsteigen bis wir in Bali landen.

Samoa ein Paradies?

Samoa ein Paradies?

image

Wenn man auf Samoa ist und diese wunderschönen Sandstrände sieht, mit den kleinen halboffenen Hütten am Strand und den freundlichen Menschen am Strand, kommt einem dies durchaus paradiesisch vor. Kein Wunder, dass ein Aufenthalt hier in den letzten Jahren i.d.R. recht teuer geworden ist. Die Samoaner selber vermitteln einem, dass die Lebensart hier ebenfalls paradiesisch ist. „Auf Samoa brauchst Du kein Geld. Wenn Du Hunger hast, nimmst Du Dir eine Frucht und isst sie. Wenn Du ein Haus bauen möchtest, gibt Dir die Palme alles, was Du dafür brauchst. Wenn Du Geld brauchst bringst Du Deine Taro zum Markt und verkaufst sie da.“ Letztlich kann dies ja aber so nicht stimmen. Wenn jeder die Taro einfach so haben könnte, warum sollte sie dann jemand auf dem Markt kaufen wollen? „Wenn Du auf Samoa leben möchtest, dann machst Du Dir auf einem Stück Land eine Plantage, und dann hast Du Taro, Bananen und alles Andere, was Du brauchst. Und das Meer gibt Dir Fische.“ Daraufhin fragte ich, wo ich denn Land dafür bekommen könnte, wenn ich hier leben wollte. Ob es noch Land (am Meer) gäbe, dass keiner Familie gehört. „Nein, aber dann kommst Du zu mir, und ich geb Dir etwas von meinem Land, dass Du da Deine Taro pflanzen kannst.“ ( Randbemerkung: Wow, was für ein Angebot! Dankeschön! ) Ja, und dann? Wie kann ich mir sicher sein, dass ich auf dem Land bleiben kann? Es gehört Deiner Familie, und ich muss nach einiger Zeit gehen, denn ich habe kein Visum. (Zu der Landfrage kam nur ein verständnisvolles bestätigendes Nicken, die Frage wie man bleiben kann wurde damit zum Thema) „Dann heiratest Du eine Samoanerin, dann kannst Du bleiben.“ Wenn ich aber keine andere außer Harriet heiraten möchte und trotzdem gerne bleiben möchte? „Dann heiratest Du eben (trotzdem) eine Samoanerin. Sonst must Du immer wieder ausreisen und neu einreisen, und dass wird teuer.“

Letztendlich läuft auf Samoa alles immer wieder auf die Familie hinaus. Ohne die Familie ist man hier nichts. Die Familie ist und regelt hier alles. Eine Familie hat immer irgendwie ein Familienoberhaupt bzw. das Dorf seine Chiefs und schon ist man in einem System eingegliedert, wo die Hierarchie einen traditionell unglaublich starken Platz einnimmt. Wenn Samoa wirklich so ein Paradies wäre, warum suchen dann so viele junge Samoaner ihr Glück in Australien oder Neuseeland? Warum ist die Selbstmordrate unter Jugendlichen so hoch? Ich hatte gehofft, auf viele weitere Fragen Antworten zu finden, wenn ich hier her gehe. Darum war Samoa unter unseren Reisezielen _das_ wichtige Ziel für mich. Ich hatte so viele Bröckchen von Samoa gesammelt. Ein Mensch, den ich vor 15 Jahren noch einen Freund nannte, hatte eine Weltreise gemacht, von der er sehr wenig erzählt hat. Das Wenige, was ich aus ihm heraus locken konnte, war die Antwort auf die Frage, ob er irgendwo beinahe hängen geblieben wäre. „Ja, Samoa. Weißt Du, da hat Geld keine Bedeutung“ – und er erzählte mehr davon … Bücher wurden hier geschrieben. Berühmt „Die Schatzinsel“ und „Dr. Jackyl und Mr. Hide“ wurden hier von Stevenson geschrieben. Das Buch „Der Papalagie – Die Reden des Süseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea“ wurde hier von dem deutschen Schriftsteller Erich Scheuermann geschrieben und 1922 veröffentlicht. Wer es noch nicht gelesen hat, der sollte dies einmal tun. Es ist die vermeintliche Sichtweise eines Südseehäuptlings (dieser Häuptling ist fiktiv) auf die Lebensweise der Europäer, die einen die eigene Sichtweise auf unsere Lebensweise sehr schmunzelnd ändern lässt. Verschiedene Fernsehbeiträge über Samoa – einen über die Reste deutscher Kultur, wonach die Samoaner wohl stolz auf ihre deutsche Kolonialzeit seien, werde ich nicht vergessen. Im im Alltag findet mand dies hier tatsächlich gar nicht. Eher ein Klarstellen, dass man seit 1962 unabhängig sei. (Deutsche Namen findet man von Deutschen, die hier geblieben sind und mit Samoanerinnen eine Familie gegründet haben.) Der Teil über Samoa im Klimahaus in Bremerhaven. Und vieles mehr. So oft und auf unterschiedliche Weise hatte ich bereits Samoa-Bröckchen auf meinem Lebensweg gefunden. Darum wollte ich so gerne einmal in meinem Leben hier sein und selber schauen.

Bin ich nun schlauer als zuvor? Ist Samoa paradiesisch?

Ja, schlauer schon – aber eine Antwort auf meine eigentlichen Fragen habe ich hier nicht gefunden. Ich hatte Gelegenheit einen kleinen aber entfernten Eindruck von der Kultur hier zu bekommen. 2 Wochen waren definitiv viel zu wenig. Ich glaube aber, dass auch wenn ich viele Monate hier geblieben wäre, ich die hiesige Kultur nicht wirklich verstanden hätte.

Und egal wie oft die Samoaner (dies selber glaubend) betonen, dass man hier ohne Geld leben können würde, letztlich dreht sich hier eben doch auch alles ums Geld. Es geht ohne Geld nicht. Man ist hier so weit weg von allen anderen Teilen der Welt, dass alleine dies schon paradiesisch erscheint. Und gerade die innere Ruhe, die wir hier nach vielen Wochen der Hast entlang von Sehenswürdigkeiten fanden, war mehr als überfällig und paradiesisch für uns. Oft ist es sehr warm und man wird träge, sogar die Gedanken werden irgendwie langsamer. Gleichzeitig ist das Essen gut und reichlich. In der logischen Folge nahm unser Übergewicht, das auf der restlichen Reise etwas weniger geworden war – hier wieder zu. Die Samoaner selbst sind zwar nicht dick, aber meist auch nicht schlank. Ein paradiesisches Alter ist nach unseren Gesundheitsstatistiken so nicht wahrscheinlich. Für Schriftsteller, die hier von allem weit entfernt sein wollen, ist hier sicher ein guter Ort. Einen Schriftsteller haben wir hier ja auch kennen gelernt. Schriftstellerparadies? Ich glaube ja. Es war überhaupt interessant was für Reisende wir hier getroffen haben. Ich glaube, jeder hat hier ein wenig sein eigenes kurzes Paradies gefunden. Das hat aber eher etwas mit guter Urlaubsatmosphäre zu tun, und dies kann man billiger auch an anderen Orten haben. Letztlich bleiben die Samoaner selbst für mich in sehr guter und freundlicher und offen-ehrlicher Erinnerung. Wenn einem ein wirklich muskulöser tätovierter untersetzter Mann (das bloße Erscheinungsbild könnte furchteinflößend sein) mit einer Freundlichkeit und Offenheit gegenüber sitzt, wie man sie bei uns nur noch bei unverdorbenen Kindern findet, und dann leise erzählt und über eigene kleine Unzulänglichkeiten von ganzem Herzen laut lacht, das hat schon etwas paradiesisches.

Nach Deutschland befragt, war oft die wichtige Frage:“Ich habe gehört in Deutschland gibt es keine Erdbeben.“ und man merkt, wie tief der Tsunami-Schrecken und Trauer in den Menschen wohnen, sie aber über unschöne Sachen nicht gerne sprechen – ein Land ohne Erdbeben für sie aber doch schon etwas paradiesisches vermittelt.

Nein, Samoa ist sicher kein Paradies. Die Frage stellt sich am Ende ganz anders. Wie soll ein Paradies eigentlich aussehen?

Ich wurde gefragt, ob man in Deutschland auch von dem Leben kann, was auf der Erde wächst. Ich antwortete:“Ja, unsere Vorväter konnten dies noch, aber das Wissen ist verloren gegangen.“ Ich erzählte von meinem eigenen Bemühen solches Wissen für mich wieder zu entdecken. Ich erzählte davon, wie schwer es mir fiel Pflanzen zu essen, die nicht in Plastik eingeschweißt aus dem Supermarkt geholt wurden, obwohl ich als Kind doch mit dem familieneigenen Garten groß geworden bin und meine Möhren aus der Erde geholt einfach an der Wiese abgewischt und verspeist habe. Es kostete mich Überwindung Pflanzen wie Löwenzahn, Breitwegerich usw. zu essen, wenn ich sie irgendwo gesammelt hatte. So viel Wissen ist bei uns verloren gegangen. Aber Ja, natürlich könnte man von dem leben was wächst. Auf die Fragen, ob wir in Deutschland giftige Schlangen oder andere gefährliche Tiere hätten, was sollte ich antworten? „Nein, höchstens Hunde und Katzen vielleicht, und im Meer höchstens das so seltene Petermänchen, dass viele es nicht einmal kennen“. Eigentlich leben wir in Deutschland in einem Paradies und realisieren es nicht. Es gibt in Deutschland keine Cyclone wie im Pacific, es gibt keine Malaria oder Dengue-Fieber. In Deutschland sind viele Krankheiten wie die Polio durch Impfungen praktisch ausgerottet. In Deutschland machen wir uns aber mit Konkurrenzdruck und Unkollegialität sowie kleinbürgerlichem Herumgenörgele gegenseitig das Leben schwer. Hier in Samoa sind es, auf eine für mich nicht ganz verständliche Art, die traditionellen Hierarchien. Ich habe erlebt wie ein junger Mann hier des Platzes verwiesen wurde, als er auf einer Feier mittanzen wollte, weil er „untiteled“ war – angeblich alles zum Schutz der Gäste. Ein Samoaner in Neuseeland sagte mir, er wolle nicht zurück, und er könne auch gar nicht, nach fast 20 Jahren im Ausland würde er auf Samoa nicht mehr als Samoaner angesehen. Auch hier gehen traditionelle Dinge verloren. Hier im Dorf fehlt z.B. das Geld für ein Boot um auf die andere Seite vom Riff zu gelangen und die großen Fische fangen zu können. Ich fragte, warum sie dann nicht in traditioneller Weise ein traditionelles Boot bauen würden. Die Antwort war, dass Sie dafür keine Zeit finden würden … Verhältnisse wie in Deutschland? Meine Spekulation ist, dass dieses traditionelle Wissen in dieser Familie verloren gegangen ist – sie müssten ein Boot kaufen – und damit sind wir wieder beim Thema Geld. Solange die Welt keinen anderen Weg findet, wird das Geld zwischen dem Reichtum der Erde und den Menschen stehen. Ich werde in Deutschland arbeiten gehen, um meine Miete zahlen zu können, und deshalb keine Zeit haben nach ausreichend Essen außerhalb der Supermärkte zu suchen. Solange werden Supermärkte den Großteil ihrer Frischwaren wegwerfen, um nur die Besten Bananen (nach Euronorm) gut zu verkaufen und werden Menschen gleichzeitig hungern, weil Sie das Geld für Essen nicht haben, das dadurch wiederum zu einem Spekulationsobjekt wird und wenige Menschen scheinbar noch reicher aber eben nur an Geld macht, während andere weiter hungern… Geld kann aber niemand essen, und wegen Interessen an Geld lässt sich die Klimakatastrophe so schwer stoppen, unter der viele Menschen noch mehr leiden werden. In Deutschland streiten sich satte Menschen um Kleinigkeiten (Maschendrahtzaun?). Manche finden keine Arbeit, andere wissen vor Arbeit gar nicht, wann sie mal Zeit für ihre Familie oder Freunde oder Hobbys finden sollen.  In Deutschland wurde ich, wenn ich freundlich grüßend durch die Gegend ging mehr als einmal darauf hin gewiesen, dass ja eigentlich der Rangniedrigere zuerst grüßen müßte. Wer zuerst grüßt scheint der Schwächere zu sein. Besonders deutlich wird das manchmal beim Segeln. In Samoa ist, wer zuerst grüßt der Freundlichere und der Freundlichere ist der Bessere. Zuletzt in einem Backpacker in Neuseeland habe ich in einer Gruppe von Deutschen erlebt, dass einer aus der Gruppe veräppelt wurde. „Na, Mister Nice Guy.“ Unter Deutschen ist Freundlichkeit nicht unbedingt etwas, was positiv gewertet wird, es wird evtl. sogar gegen einen Ausgelegt. Nicht immer, aber so manches Mal sind die „Meckerer“, die über alles etwas auszusetzen haben, die Angesehensten in einer Gruppe.

Das Paradies ist kein Ort, den man finden kann. Das Paradies wäre, wenn wir Menschen uns diese Welt nicht gegenseitig zur Hölle machen würden.

Nein, Samoa kann genau darum kein Paradies sein. Und hier gibt es außer Menschen auch noch Erdbeben und Tsunamis und Cyclone.
image

Paradies wäre das wo die Menschen sich das Leben nicht selbst zur Hölle machen.

Schönes Deutschland ?

Lethargie

Es gäbe so viel zu berichten…
Harriet war mit Isa und den Surfer-Boys bei den Sliding Rocks. Harriet, Isa und ich waren zusammen einen Tag bei dem berühmten Loch hier. (To Sua Ocean Trench z.B. auf www.20min.ch sind Bilder davon zu  finden. ) Christoph wurde verabschiedet. Elena ist wieder da. Es gäbe zu erzählen, z.B. auch, wer diese Menschen eigentlich sind. Gestern durfte ich an einer Sitzung der Matai (Chefs) teilnehmen, die mit traditioneller Begrüßung und Kavazermonie begann. Ich habe gelernt, wie man aus einem Palmwedel einen Korb flechtet. Im Dorf führte die Familie hier dann Abends traditionelle Tänze auf, wobei auch aus anderen Dörfern Gäste hier waren. Die Surfer-Boys haben wir verabschiedet. Es wurde spät. Heute Morgen bin ich trotzdem früh aufgestanden, um zuzuschauen, wie traditionell ein traditionelles Essen zubereitet und gegart wurde. Eigentlich müsste ich am letzten Artikel weiter schreiben. Heute ist es hier gleichzeitig drückend schwül und stürmisch. Harriet und ich sitzen oder liegen beisammen und stellen beide schläfrig fest:‘ Bloss nicht bewegen. Lieber schlafen.‘ So tranen oder schlafen wir heute durch den Tag. Stürmisch und doch viel zu drückend warm mit warmen Nieselregen oder kurzen heftigen Schauen wie es hier gerade ist… Und damit jetzt erstmal Ende. Es wird Zeit für eine wichtige Aufgabe:‘ Lethargisch die Zeit verstreichen lassen und selbst dabei noch zu schwitzen. ‚

Samoa ist ganz anders als Indien!

Samoa ist ganz anders als Indien!

Dieser Artikel ist nicht fertig, ich veröffentliche ihn jetzt trotzdem bereits, denn die Aussage des Titels ist uns wichtig. Den Artikel selbst werden wir noch erweitern und evtl. verändern.

Mit den Tagen die wir hier sind, änderte sich unser Eindruck von Samoa. Es ist ein Fehler des Betrachters. Man vergleicht eben immer mit dem was man kennt. Z.B.:“Eine Feige ist wie eine Pflaume, nur schmeckt sie ganz anders und sieht anders aus und hat einen anderen Kern.“ Also eigentlich sind sie letztendlich völlig unterschiedlich. So ging es uns auch mit Samoa – wir verglichen mit Indien. Das darf man eigentlich nicht so stehen lassen und wir waren am überlegen, ob wir diese Artikel umschreiben sollten oder gar löschen. Wenn unsere Leser gewillt sind, dies in diesem Sinne so stehen zu lassen, dass Annäherung eben ein Prozess ist, bei dem man auch Fehler macht, würden wir dies gerne als Teil unseres Weges der Annäherung so stehen lassen.

Bitte Samoa einfach nicht mehr mit Indien vergleichen. Wenn ich sage eine Feige ist saftig – heißt das ja auch nicht, dass eine Pflaume nicht saftig ist, nur weil ich mich von meinem Ursprungsvergleich distanzieren möchte, und jetzt sage: „Eine Feige ist keine Pflaume“. Es ist eben etwas Eigenes, dem wir uns langsam und wahrscheinlich noch immer nicht fehlerfrei weiter annähern.

Die Samoaner sind unglaublich freundlich, offen und ehrlich. (Soll wie gesagt nicht heißen, dass die Inder dies nicht seien …). Von den vielen netten Gesprächen, die wir hatten, können wir kaum berichten. Wie soll man diese unglaublich offene Ehrlichkeit herüber bringen? Z.B.: Wenn einem der Mensch gegenüber sitzt, uns seine traditionellen Tätowierungen zeigt, die Fische, Wellen usw. zeigen und dann in einem Atemzug erzählt:“Aua, das tat weh!“ … Und es ist so … einfach menschlich, dass dies einen einfach mitreißt. Wir lassen mittlerweile alle unsere Wertsachen einfach offen liegen und fühlen uns 100%ig sicher dabei. Das schlafen in einer Fale am Strand ist angenehm. Der Wind streicht besser als ein Ventilator über einen und so kann man in dieser Hitze sehr gut schlafen. Harriet hat vom Alltag mal einen Punkt nett zusammengefasst. Sie sagte:“Ja, die Deutschen reden laut und lachen leise, die Samoaner reden leise und lachen laut.“ Und ja, es wird über unglaublich viel laut und herzlich gelacht. Dabei gibt man sich keine Blöße, wenn man eigene Unzulänglichkeiten zeigt und darüber laut gelacht wird – es ist einfach menschlich und kein bisschen abwertend. Ich werde diese Sprache mit all ihren ouauoa-Lauten glaube ich niemals lernen. Und es wird freundlich laut gelacht und unglaublich geduldig wiederholt, auch wenn ich zum 30sten Male „wie geht es Dir“ (Oa mei oe) „Gut, Danke“ (Manuia Faa fe tei) nicht hin bekomme.
Gestern hatten wir die Gelegenheit das Dorf auf der Anhöhe zu sehen und die Plantagen zu sehen, von denen auch unser tägliches Essen kommt. Vor der neuen Kirche ist ein Gedenkstein mit all den vielen Namen zu sehen, die dem Tsunami am 29.09.2009 zum Opfer fielen. Es ist wie oft, es sind vor allem die kleinen Kinder und die Alten, die weniger Chancen hatten, als alle um ihr Leben rannten. Danach fehlten liebe Menschen aus der Familie und alles war von der Welle nieder gerissen worden. Nichts stand mehr so, dass man es hätte gebrauchen können. Man musste von vorne anfangen. Das ist eine tiefe Trauer. Für mich ist es auch eine Erinnerung an mein 2009, wo (wenn auch aus völlig anderen Gründen) auch so viele Menschen starben die mir nahe standen. So werde ich sehr traurig wenn ich sehe, dass diese Menschen aus einer bösen Laune der Natur heraus so viele Menschen verloren haben, die Ihnen auch lieb waren. Ich weiß dann gar nicht, was ich sagen soll, und ich weiß nicht, ob ich je die richtigen Worte finden werde, die ich sagen könnte, oder die man mir damals hätte sagen können. Es gibt irgendwie keine richtigen Worte dafür. Es ist einfach furchtbar traurig und das Leben geht eben anders weiter. Von dem Geld, das durch Spenden hätte zu den Opfern gelangen sollen, sind wohl auch hier einige Gelder eher dahin gewandert, dass Einzelne etwas wohlhabender wurden. Wenn man heute noch helfen will, ist es wohl am Passendsten, man würde eine Sachspende machen. Z.B. eine Schuluniform, oder ein Trikot für die hier so wichtige Rugby-Mannschaft. Da so etwas von Deutschland aus schwer möglich ist, versuche ich gerade eine Kontonummer heraus zu finden, wo ggf. ein Leser der dies möchte, sachbezogen Geld schicken könnte. Vorerst kann ich da noch keines nennen.
Alle sind sehr bemüht, dass man als „Gast“ von den Narben des Tsunami nichts mitbekommt. Aber unweit vom Strand hier stehen einige Häuser leer und der Strand ist voll von abgebrochenen Korallen. Ich denke, dass auch das Korallenriff vor dem Strand hier einen schweren Schaden genommen hat, und die vielen toten Korallenteile die wir finden nicht nur von den täglich dort brechenden Wellen stammen.
Nachdem ich heute Schnorcheln war, kann ich bestätigen, dass die Korallen einen schweren Schaden genommen haben. Überall sieht man tote Korallen herumliegen. An vielen alten Korallenstellen sind nur noch einzelne Korallen so schön lebendig bunt leuchtend. In Australien haben wir bereits gelernt, dass diese Farbe nicht von den Korallen selbst kommt, sondern von den