Archiv für den Monat: Dezember 2013

Sydney NY 2014

In Deutschland dauert es noch ca. 8 Stunden, wir sind jetzt um 02:00 Uhr in unserem Motel angekommen. Es war toll. Wir berichten nach dem Aufstehen. Aber die besondere Gelegenheit wollen wir uns nicht entgehen lassen: Wir wünschen allen Lesern ein frohes neues Jahr 2014 und einen guten Rutsch ins Jahr 2014.
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Sydney NYE2013 18:20Uhr

NYE2013 kann man in Sydney überall lesen. NYE steht dabei für new years eve, also das, was wir Silvester nennen. Den ganzen Tag war es sehr sonnig. Jetzt bezieht es sich ein wenig. Wir sind einmal umgezogen und haben jetzt den Ausblick den wir Euch hier einmal zeigen wollen. Wenn das Wetter so wird, wie es gestern war, wird es im Dunkeln wieder klarer.
So, wir werden hoffentlich gut rein rutschen und wünschen allen uns Lieben das Gleiche in Deutschland, Schweden, Norwegen, Singapur, Indien, Philippinen, usw. …

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Sydney

Hallo „Down under“. Wir sind gut in Sydney gelandet und haben nach 4h mit öffentlichen Verkehrsmitteln unser Motel in Lane Cove erreicht (15 km nördlich vom Zentrum Sydneys). Der Flug war ganz okay, unsere Sitzplätze waren vorhanden. Natürlich gab es Essen UND Trinken nur gegen Geld (selbst ein einfaches stilles Wasser). Wir waren mit Keksen gut eingedeckt, hatten im Vorfeld viel getrunken und schliefen zum Glück ganz gut.

Heute waren wir im Zentrum von Sydney, haben uns die Oper und den Hafen angesehen. Durch das Silvesterfeuerwerk und der „Partymeile“ am Hafen entlang ist leider sehr viel eingezäunt. Sydney ist eine interessante Stadt. Wolfgang war ja schon mal hier und konnte mir so ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen. So hatte ich meine Stadtführung ganz persönlich und gratis. Wolfgang zeigt mit dem einen Finger auf Singapur und zusammen mit Conny auf Sydney. Wir haben es nämlich verpennt, Bilder mit der Welt in Singapur zu machen.

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Aktuell ist es zur Mittagszeit sehr warm, wo man den Schatten sucht, am Abend kommt Wind auf, der schon etwas unangenehm kühl werden kann. Für morgen packen wir uns auf jeden Fall einen Pullover ein. Ich hätte nicht gedacht, dass Sydney so bergig ist. Von dem Stadtspaziergang tun mir sogar etwas die Beine weh.

Für morgen waren wir noch etwas einkaufen, um den ganzen Tag auszuhalten. Unser Motel empfahl uns den Ort Waverton, wo wir nicht über die Brücke müssen und wir von der nördlichen Seite direkt auf die Harbourbridge gucken können. Alkohol ist dort, wie an den meisten Orten, verboten, also stoßen wir mit Brause an.img_3521m

Australien selbst ist irgendwie vertraut aber doch so anders. Ganz vertraut ist, dass die Menschen ein sehr deutliches Britisches Englisch sprechen, es nur etwas mehr rollen. Linksverkehr kennen wir ja auch bereits. Das Essen ist weitestgehend europäisch geprägt. Wir aßen heute zum Mittag lecker Rindersteak. Seit der Abreise gab es ja kein Rind mehr bei uns. Die Idee des Bildes kam uns aber erst, als wir schon angefangen hatten zu essen. Es fehlt also schon etwas.

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Auch der Aufbau der Stadt ist eher wenig spektakulär, wenn man die Brücke und die Oper ausklammert.

Ganz fremd sind dafür die Gesänge der Vögel, wobei ich Wolfgangs Lieblingsvogel noch gar nicht gehört habe. Auch die Pflanzen sind mir fremd und machen neugierig. Und auch das Licht, das Blau des Himmels und der Sternenhimmel (der Orion steht auf dem Kopf) sind anders und man merkt, dass man auf der anderen Seite der Halbkugel ist. Mal sehen, was wir noch entdecken, wenn wir aus Sydney raus kommen.

Grüße von Wolfgang an eine Tante, die am 31.12. Geburtstag hat. Wir wünschen dir alles Gute zu deinem Geburtstag, auch wenn die Glückwünsche nicht per Telefon kommen. Fühle dich herzlich bedacht.

Wir wünschen allen einen guten Rutsch in das neue Jahr 2014.

Wann wir rutschen seht ihr ja auf unserer Startseite.

Singapur tschüß

Wir haben die letzten Sachen erledigt und die Taschen gepackt und sitzen noch mit WLAN in unserem Backpackerhostel. In der Nacht geht der Flug nach Sydney ab. Mit unserer Billigfluglinie – mal schauen was uns erwartet. Harriet hat ein Paket nach Deutschland abgeschickt um unser Gepäck weiter zu reduzieren. Erwartete Ankunft Mitte Februar. Komisch ist: Wir reduzieren immer mehr, aber Volumen und tatsächlich gemessenes Gewicht nehmen zu …
Wir winken ein letztes mal aus Singapur zu den Lesern immer mehr aus aller Welt. Hey, wir freuen uns auch auf Kommentare nicht nur in Deutsch – sowieso – sondern auch in Englisch, Französisch, Schwedisch, Polnisch, Hindi usw … (toll wäre eine Übersetzung zumindest in Englisch oder Französisch *augenzwinker*).

Hockklo – eine Anleitung

Hallo,
ich hatte ja gesagt, dass wir die Benutzung eines Hockklos noch erklären wollen.

Manche sagen auch vornehmer: „Hocktoilette“. So, wie die allermeisten dieser „Örtchen“, die wir kennen gelernt haben, praktisch aussehen, finden wir Hockklo aber viel passender als Hocktoilette 😉 Und Hock-WC … nun ja, entscheidet selbst nach dem Lesen …

Hier zunächst einmal ein Bild von einem Exemplar aus der Bahn 2. Klasse eines indischen Zuges.

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Vielen geht es wenn sie nach Asien/Arabien usw. reisen so:
1. Ich muss mal – da ist ein Klo – auweiha, sieht ja alles ganz anders aus – wo setz ich mich denn hin? – na ja hinhocken geht ja auch – ups, kein Klopapier … was mach ich nur jetzt ??? ,,, zum Glück ein Taschentuch dabei … – mhh gut weg spülen lässt sich das aber nicht … nun ja egal, ich wasch mir jetzt die Hände und mein Problem ist erst mal gelöst.

Die Benutzung einer Toilette lernt man ja eigentlich als Kind von seinen Eltern. Was aber, wenn alles anders ist, um man kein Kind mehr ist? Wenn man dann als Erwachsener andere Erwachsene fragt, wie man denn diese Toilette benutzt, ist die Antwort (sofern man überhaupt eine sinnvolle erhält) sehr schambehaftet.

Die folgende Anleitung entspricht dem von uns aktuell zusammen gesammelten Wissen. Evtl. erleichtert dies einigen Lesern im Bedarfsfall den Umgang damit. Für Ergänzungen ggf.  Verbesserungen von Menschen, die hier ohne allzu große Scham zum Wissen beitragen können, sind wir natürlich offen. Ich schreibe es dann auch in die Anleitung mit hinein. Die von mir dargestellte Herangehensweise funktioniert zumindest und ist so ggf. eine Hilfe.

Erstes Thema: Klopapier
Auf asiatischen Toiletten findet man selten Klopapier.
Zunächst einmal die europäischste Lösung:
Man kauft sich Klopapier und nimmt es immer mit sich*.
Viele asiatische Klos und Abwässerleitungen sind aber nicht dafür ausgelegt Klopapier zu befördern.
Man sollte es also gar nicht nutzen, oder wenn, dann in einen Abfalleimer werfen, sonst haben die nach einem ein sehr viel ungemütlicheres Problem, als man sich selber seines Problems gerade entledigt hat.

Nun also zur Benutzungsanleitung:
Es handelt sich um ein Hockklo, wovon es unterschiedliche Bauweisen gibt.
Das Prinzip ist aber immer wieder gleich.
Man hebt den Rock, zieht Hose + Unterhose herunter und hockt sich hin. (Wenn der Untergrund nass ist, empfiehlt sich die Hose über den Knien zu halten.
Die Körper- und insbesondere Fußhaltung ist wichtig. Die Füße sollten im Ganzen auf den dafür vorgesehenen Flächen aufsetzen, da man nur dann einen guten Stand hat (oder heißt es in diesem Fall Hock hat?). Für Asiaten scheint das eine sehr gemütliche Haltung zu sein, denn man sieht sie diese Haltung auch sonst oft einnehmen, wenn Sie z.B. in einer langen Schlange, oder am Bahnsteig warten.
Ich habe mal zwei Bilder eingebracht, die die Haltung verdeutlichen sollen. Auf dem ersten Bild hebt der rechte Mann den linken Fuß an – das sollte man auf einem Hockklo aus genannten Gründen tunlichst vermeiden. Auf dem Zweiten Bild entledigt sich ein kleines Mädchen in Mumbai tatsächlich gerade am Straßenrand – nicht ganz so unüblich in Indien – sie hält sich aber an ihrem speziellen Klo etwas fest – so was steht einem üblicherweise nicht zur Verfügung. Diese Hockhaltung kann der Ungewohnte bereits Wochen vor der Abreise üben, dann geht es besser. Umgekehrt ist für viele Asiaten ein „Western-Style“ Klo schwer zu benutzen, weil sie versuchen sich auf die Ränder des Klos zu hocken – angeblich kein Witz!

KloHaltung

KloMad

 

Ich habe bis jetzt kein Hockklo gefunden wo die Reinigungsutensilien alle gleichzeitig vorhanden sind, eines unserer „Western-Style-„Klos in einem Hotel hatte aber beide, und ich hab unser T-Pack* mal dazu gehängt um es hier auch vorzustellen. So sind wenigstens alle Teile mal auf einem Bild.

Klotools

Oft findet man nur Eimer und Schöpfmöglichkeit.

In den Eimer wird eine wahrscheinliche Menge Wasser eingelassen. Von dem Wasser wird etwas über die Klofläsche geschüttet, dann geht hinterher das Reinigen leichter.
A)
Man hockt sich wie oben beschrieben hin und erledigt sein Geschäft,
B1)
danach reinigt man sich indem man die Schöpfmöglichkeit in die rechte Hand nimmt und mit der linken (Wichtig!! **) Hand den Anus reinigt. Häufig sieht man – gerade bei Menschen unterer Bevölkerungsschichten, dass der Nagel des kleinen Fingers der linken Hand besonders lang gelassen wird. Hierzu habe bitte jeder seine eigene Vorstellung in diesem Zusammenhang …
C)
Jetzt kommt der Augenblick, der für uns lange Zeit das größte Problem darstellte:
Wie trocknet man sich ab? Dafür nahmen wir lange Zeit dann doch unser T-Pack mit und warfen das saubere nasse Papier in den Mülleimer. Die Antwort auf diese Frage will ich der Einfachheit halber zitieren. „Hey, ihr seid in einem warmen Land.“ Die Lösung ist also einfach: Man braucht sich nicht abzutrocknen. Geht gut!
Letztlich wird mit dem Wasser aus dem Eimer gespült wenn keine eigene Spüle existiert. Darum findet man auch keine Bürste – die Reinigung des Klos geht mit Wasser. Letztlich werden die Hand gewaschen – natürlich nicht mehr im Klo sondern am Waschbecken – wie bei uns! Dafür haben wir immer etwas Seife bei uns. Praktisch sind kleine Packungen in denen sich einzelne Blättchen Seife befinden. (Gibt’s im Outdoorhandel)-

Auf manchen Toiletten befindet sich auch statt Eimer und Schöpfmöglichkeit der abgebildete Jet. Viele glauben, der sei einfach nur ein Ersatz für die fehlende Bürste – dafür eignet er sich zwar auch hervorragend, er hat aber einen anderen Zweck. In einem Thailandforum lasen wir den unfeinen aber passenden Namen „Arschbrause“. ( Wie das Ding in den einzelnen Ländern wahrscheinlich unterschiedlich wirklich heißt, weiß ich nicht. Der Name Jet wurde mir gegenüber mal von einem englischsprachigen Inder benutzt – darum nutze ich den Begriff auch.)

Herangehensweise A+C ist wie oben

B2)
mit dem Jet setzt man einen gezielten Strahl auf den Anus, bis dieser sich schön sauber anfühlt. Die Damen übrigens lieber von vorne, damit die Fließrichtung hygienisch bleibt.

Wenn man sehr deutsch, sich zunächst vor dem kühlen Wasser fürchtet, wird man nach wenigen Versuchen sehr beruhigt sein. Hier ist auch das kühle Wasser angenehm warm und nicht kalt. (BTW: Wer kein ausgesprochener Heißduscher ist, oder wie ich wirklich heißes Wasser zum nass Rasieren haben möchte, kann also Geld bei der Unterkunft sparen, indem man vor welchen nicht zurückweicht, die nur kaltes Wasser bieten.)

Jedes mal, wenn ich aus Deutschland komme, ist für mich die Benutzung dieser Toiletten zunächst eine innere Hürde. Wenn man diese Hürde aber genommen hat, kenne ich wenige, die diese Methode nicht sogar als sauberer und hygienischer empfinden als die „western style“. Insbesondere der Jet ist eine tolle Möglichkeit sich zu reinigen, die ich total vermisse. Danach empfindet man das „hinten herumgeschmiere“ mit Klopapier so richtig „Iiiihhh“

*
Für die Mitnahme von Klopapier einen Tip. Das oben abgebildete T-Pack haben wir uns bereits vor Jahren auf Empfehlung von einer „Um die Welt radel Familie“ gekauft, deren Artikel im Netz wir lasen. Gekauft haben wir es, obwohl uns viele vor Ort abgeraten haben. „Braucht man nicht“. Insbesondere aber, wenn man, wie wir es ja auch schon getan haben, tagelang im Freien zu bringt, ist das Teil einfach genial. Man kann es sich z.B. auch einfach um den Hals schnallen und hat die Hände frei um sich und/oder die Hose ggf. irgendwo fest zu halten. Wer im freien seine Notdurft verrichtet, sollte diese übrigens in den meisten Fällen vergraben. Es gibt auch ein empfehlenswertes Buch „How to shit into the wood“.

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Darum auch wird in vielen Ländern die linke Hand prinzipiell als unrein angesehen. Gegessen wird mit rechts – die linke Hand unter dem Tisch. Apropos fürs Allgemeinwissen in diesem Zusammenhang: Wem z.B. nach islamischen Rechtsvorstellungen die rechte Hand abgeschlagen wird, hat ein viel größeres Problem als das bloße Fehlen der Hand sowieso schon wäre. Zur Begrüßung kann er niemandem mehr die Hand reichen – Das wäre als würde bei uns jemand mit Klopapier „Guten Tag“ sagen …  Also eigentlich merken: Essen immer mit rechts!


 

Liebe Leser,

wenn Euch dieser Beitrag weiter geholfen hat, oder ihr denkt, dass etwas anders formuliert besser verständlich wäre oder oder oder …
es gibt die Möglichkeit uns dies wissen zu lassen – und wir freuen uns über Rückmeldung zu unserem Blog.

Es ist 14 Uhr und es regnet. Da nutze ich doch mal die Zeit, um etwas über die letzten Tage zu schreiben und ein paar Bilder zu zeigen.

Gestern nutzten wir die U-Bahn und fuhren zur Orchard-Road. Dies ist DIE Verkaufsstraße für Weihnachten. Die ca. 2 km lange Straße säumen Geschäfte wie Prada, Gucchi, Rolex… also nix für unser Budget. Das schöne an der Straße ist aber die Beleuchtung. Auch gab es ein Konzert eines hier wohl berühmten Musikers. Die Singapurer gingen jedenfalls echt ab. Als es dunkel wurde, gaben die Lichter eine ganz besondere Atmosphäre. Was macht ein Volk, was nicht christlich ist zu Weihnachten? Es geht die ganze Zeit shoppen. Natürlich haben alle Geschäfte geöffnet, denn es ist kein Feiertag wie bei uns. Dementsprechend voll war die Straße.
Die Singapurer haben die ebenfalls „freundliche“ Angewohnheit, ins Bild zu laufen und vor dem eigentlichen Motiv stehen zu bleiben. Es konnte auch daran liegen, dass einfach so viele Menschen unterwegs waren, dass es keinen Platz für ein Foto ohne Mensch gab. p1040442m

Wieder zurück im Hostel war bereits 1 Tag vorher „Free Wodka“ angeschrieben, was eine fröhliche Feier vermuten ließ. Am Tag davor hatten wir schon viele Bekanntschaften geschlossen und diese mit Bier und Würfelspielen bis gegen 3 Uhr bekräftigt. Also freuten wir uns auf diesen Abend. Doch so recht gab es keine Stimmung. Aber wir lernten wieder welche kennen. Die paar Traveller, die da waren, beschlossen schnell, auf „THE BRIDGE“ zu gehen. Eine Brücke, die über den Singapore River führt und auf der man in der Öffentlichkeit trinken darf. Gar nicht so auf das Trinken aus, gingen wir aber trotzdem mit, weil solche empfohlenen Orte i.d.R. Treffpunkt vieler interessanter Menschen sind. Wir waren auch eine ganz lustige Truppe.

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Vertretene Länder: Polen, Indonesien, Philippinen, USA, Brasilien, eine Französin, die jetzt Australierin ist, Neuseeland, Curacao und wir aus Deutschland. Abgereist war bereits eine Gruppe aus Argentinien. Die Inder und Briten schlossen sich nicht an. Ich führte zum ersten Mal das Weihnachtsgeschenk von Wolfgang aus (die Kleider von Fabindia), weshalb ich in diesem ganzen Ländermix indisch wirkte. Auf dem Weg dort hin schauten viele hinter uns her.

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Es ist 17:00 Uhr an heilig Abend in Singapur. Wir haben zu gestern gar nicht und heute bis über Mittag hinaus geschlafen. Bis jetzt haben wir wenig von Singapur gesehen und an Weihnachten zu denken fällt schwer.

Mit dem sehr feuchtwarmen Klima kommen wir aber ganz gut zurecht. Schon erstaunlich, dass selbst ich eine auf 26° eingestellte Klimaanlage als viel zu kalt empfinden kann.
Gut asiatisch gegessen haben wir aber bereits – auch eine glibberig-schleimige und doch auch faserige überraschend süß leckere Durian (Stinkfrucht). Die Portion haben wir uns mit einer Koreanerin geteilt.

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Gleich geht von hier aus eine Tour mit dem Tretroller los, die wollen wir mit machen. Wir wissen nicht wie lang die dauert.

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Vorher wollen vorher noch allen ein frohes Weihnachtsfest wünschen.

Merry Christmas !!!

P.S.: Die Bilder von der Tour wurden auf der Facebookseite von unserem Hostel veröffentlicht: http://www.facebook.com/pages/Singapore/The-InnCrowd-Backpackers-Hostel/180672357157

Mumbai, Dabba-Wallahs, Slums, Reiche Metropole, Beach.

21.12.
Mumbai, Dabba-Wallahs, Slums, Reiche Metropole, Beach.
Heute war wieder ein ereignisreicher Tag. Wir fotographieren zwar sehr viel, aber da wir die Bilder mit unseren kleinen Kompaktkameras machen und nicht mit dem Smartfone, bloggen allerdings derzeit nur mit dem Smartfone geht bleiben unsere aktuellen Blogs leider Bilderlos.
Hier unter diesen Satz muss aber noch ein Bild von Conny und der Welt am Beach von Juhu hinein.

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Ja, an unserem quasi letzten Tag in Indien haben wir es doch noch geschafft: Conny hat schön vor der Welt posiert und dabei auf Indien gezeigt.
Nach dem kleinen Frühstück ging es auf. Als Erstes geht es vor dem Hotel immer mit den touristischen Spießrutenlauf los. Ich rappel bereits so dermaßen gewohnt genervt herunter: No, thank you, no taxi, no tour, no guide, no picture, no nothin‘, and off course not every 2 meters, really no to everything. We are really happy without your offer.“ Der Satz ist lang genug, dass auch der nächste Schlepper ihn noch hört und klappt so gut es eben geht… Aber inzwischen kennen wir den kürzesten Weg zur Bushaltestelle ganz gut, und von da an, begegnet man normalen Indern, bei denen es nicht der Job ist, Touristen abzufangen und auszusaugen. Von da an ist es unglaublich nett. Die meisten Inder denen man dann begegnet, sind sehr offen, ehrlich, herzlich zugewandt und umsichtig – kurzum sehr sympathisch.
Unser erster Weg führte zu den Dabba-Wallahs. Harriet hat ja gestern bereits von Ihnen berichtet. Im deutschen Sprachraum werden sie manchmal auch ‚Henkelmänner‘ genannt, weil das Essgeschirr etwas an den ‚Henkelmann‘ aus vergangenen deutschen Zeiten erinnern kann. Ich finde das etwas unpassend… Sie haben für ihre tolle Zustellleistungen bereits internationale Preise gewonnen. Im Fernsehen wird auch immer wieder über sie berichtet. Dementsprechend hatten wir ein hektisch geschäftiges Treiben erwartet und fanden etwas viel beeindruckenderes. In aller Ruhe kommen sie mit diversen Essenspaketen an. Solche Gestelle wie wir sie im Fernsehen sahen, gab es selten. Meist hatten sie die Henkel der Taschen in denen die Speisetöpfe sind so verflochten, dass sie gut schulterbar waren. In aller Ruhe gehen sie zu dem einen Ort, legen ein paar „Pakete“ ab, dann zum nächsten, irgendwann gesellen sie sich zu einer anderen Gruppe, unterhalten sich ein wenig und nehmen dann mehrere Essen auf, schultern diese oder bepacken Fahrräder damit und machen sich auf den Weg. Wir waren an der Churchgate Railwaystation. Recht verteilt überall auf den Gehwegen waren diese kleinen Grüppchen zu sehen. Die Dabba-Wallahs sind offensichtlich sehr stolz so bekannt zu sein und lassen sich gerne fotographieren. Für einige der Touristen begaben sie sich regelrecht in Pose. Ansonsten ist das unglaublich beeindruckend spektakuläre an dem Geschehen, wie unglaublich unspektakulär es abläuft. Harriet und ich waren uns einig, wir glauben zwar gestern keine übersehen zu haben, aber es hätte durchaus sein können. In dieser Ruhe liegt sicher das Geheimnis das so wenig schief geht. Um 11:20 Uhr sahen wir den ersten. Um 12:15 Uhr fuhr der letzte ab. Aber das waren nur Einzelne. Die eigentliche Kernzeit war von 11:40 Uhr bis 12:00 Uhr.

Wir fuhren mit der Bahn zur Malhaxmi Railwaystation. Praktisch direkt daneben ist eine Brücke von der aus man in den darunterliegenden Slum schauen kann. Hier kann man den Männern, die hier arbeiten zusehen wie sie Wäsche waschen. Es ist schwer zu beschreiben was in einem abläuft wenn man dort hinunter schaut. Es ist geschäftiges Treiben mit in quasi jedem kleinen Wellblechhäuschen einem Kleingewerbe in offensichtlich bitterer Armut. Ein Unmensch, wer da nicht an helfen denkt. Wenn Bettler ankommen, oder „Anbieter“ von irgendwelchem Schnickschnack ist es dennoch bereits wie ein Reflex aus dem Rückenmark: Ignorierend gar nicht anschauend und abwehrend: No thank you, no pictures, no tour …  Harriet und ich trauten uns die Treppe von der Brücke herunter zu gehen und damit in den Slum hinein. Bereits nah am Eingang kamen uns die ersten entgegen die einem eine geführte Tour durch den Slum anboten – >  Reflex: No thank you, no … kurz darauf waren wir von Bettlern umringt und entschlossen uns umzukehren. Eigentlich schade, dass das „No“ schon so sehr zum Reflex geworden ist, wer weiß was einem dadurch evtl. auch mal außergewöhnlich Interessantes entgeht.

Von dort aus machten wir uns auf die Haji Ali Dargah Moschee zu betrachten. Diese ist auf einer kleinen Insel im Wasser gelegen und man kommt nur über einen Damm dahin, auf dem wie fast überall hier fast jeder Quadratmeter mit Ständen von Händlern gefüllt ist. Die Moschee selber ist kleiner als man von Fotos denkt. Ich hatte extra meine lange Hose angezogen um bedeckte Knie zu haben und hatte Socken angezogen um ohne Schuhe hineingehen zu können und doch noch etwas an zu haben. Eine Kopfbedeckung hatte ich aber nicht dabei. Kurzentschlossen legte ich mein neongelbgrünes Mikrofasertuch auf den Kopf und schaute mir so mit Kopfbedeckung die Moschee von Innen an. Lohnte sich wenig. Harriet lachte und fotographierte mich so. Selber wollte sie es mir nicht nachmachen.

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Bekannt ist eine große Brücke in Mumbai. Rajiv Gandhi Sea Link. Wir waren erst einmal falsch orientiert und wollten darum zurück zum Bahnhof um mit der Bahn da rüber zu fahren. Wir fragten nach den Bussen, weil die Füße langsam doch etwas ermüdeten. Ein netter Inder, den wir gefragt hatten kam dann etwas später zu uns bei der Bushaltestelle und sagte, dass wir mikommen sollen, er fährt eh mit dem Taxi da lang, und könne uns dort raus lassen. So waren wir rasch wieder bei der Bahnstation. Hier erfuhren wir, dass diese Brücke ganz wo anders ist, als wir dachten, und man nur mit dem Auto da rüber kommt. Also wollten wir uns ein Taxi nehmen und uns dann auch gleich zum Juhu Beach weiter fahren lassen. Sonst kann man sich der Taxis kaum erwehren, jetzt aber standen wir lange an einer Brücke und sahen nur besetzte Taxis. Endlich hielt eins und ließ genau vor unseren Füßen jemanden aussteigen. Den fragten wir nach dem Preis und erfuhren 700 Rupien – ich sagte sofort nein und erfuhr später von Harriet, dass sie auch sofort von einem Inder gesprochen worden sei, dass wir bei diesem Taxi nicht einsteigen sollten. Er blieb mit Warnblinker stehen, funktionierende Warnblinker hatten wir hier noch nie gesehen. Wann immer wir ein anderes Taxi ansprachen, wie viel dieser für die Tour haben wolle hörten wir nur – fragt den, der da steht. OK, offensichtlich ein Zeichen untereinander. Wir gingen also ein gutes Stück weiter. Das nächste Agebot außerhalb der Sichtweite war dann 300+Brückengebühr 55 also 355 Rupien. Immer noch kein Schnäppchen dachten wir, aber OK. Die Fahrt über die Brücke war schön, danach bemerkten wir die Rushhour und die Fahrt dauerte doch recht lang, so dass der Preis doch recht günstig war. Zwischen reichen Wolkenkratzern sieht man immer wieder diese Wellblechsiedlungen. Neben teuren Mercedes-Karossen leben Familien offensichtlich sogar ohne Wellblechunterkunft direkt auf der Straße. Es ist schon recht krass.
JuhuBeach war dann sehr schön, endlich Mittagessen passend zum Sonnenuntergang.
Einem kleinen Betteljungen konnte ich keine Frucht geben, weil wir keine mehr hatten. Da er irgendwie anders einerseits unnachgiebig war und ich weiß nicht was … griff ich in die Tasche und holte ein zwei Rupien-Stück heraus. Dies macht man hier so, dass tunlichst keiner sieht wo man insgesamt wie viel Geld hat und auch so, dass möglichst keiner sieht wie viel man gibt. Ich hielt also unauffällig meine geschlossene Hand vor, er seine daunter, ich ließ die Münze fallen und er ging einige Meter weg und schaute verstolen in seine Hand ohne diese wirklich zu öffnen und lächelte. Harriet meinte: Toll, jetzt bringst Du ihm bei, dass betteln doch erfolgreich ist und seine Mutter lässt ihn nicht zur Schule usw. Recht hatte sie damit. Man sitzt hier moralisch ständig zwischen allen Stühlen. Dann aber kam der Junge freudestrahlend zu mir zurück und zeigte mir, dass er sich was zu essen gekauft hatte. Natürlich war das nichts gesundes aber irgendwie fand ich das halt doch toll und es beruhigte mich das der gegebene Wert nicht in die Hand eines Bettlermafiafürsten sondern in den Magen des Jungen wanderte. Wovor man gewarnt wird, passierte dann aber natürlich schon. Ein Bettelkind nach dem anderen kam jetzt hinzu und wir mussten schnell den Standort wechseln.
Die penetranten Angebote für irgendwas hörten aber natürlich nicht auf – das gehört hier halt dazu – und das „No“ aus dem Rückenmark auch. Die beiden Damen auf dem Bild oben mit Harriet, Conny und der Welt wichen trotz diversen „No“ nicht von unserer Seite und wollten Harriet mit Henna bestempeln, jetzt sind sie halt mit drauf auf dem Bild. Ist umso eher ein Bild von Indien. Nach dem Sonnenuntergang und dem Mittagessen stand das Heimwegabenteuer an. Wir wollten nur die kurze Strecke vom Strand zum Bahnhof und wieder waren die TukTuks und Taxis eine eingeschworene Gemeinde was den Preis angeht. Auskunft nach dem Bus war wieder einmal zunächst verkehrt, bis wir jemanden fanden, der tatsächlich Bescheid wusste. Mit diesem Wissen konnten wir dann auch den Busfahrer überzeugen, dass wir sehr wohl wissen, dass er doch beim Bahnhof entlang fährt. Der Bus war rappedicke voll. Ein Vater von zwei kleinen Mädchen stand aber sofort auf, damit Harriet sich setzen konnte. Er saß allerdings auch auf einem Frauenplatz. In den Bussen sind die ersten Reihen auf der rechten Seite für Frauen reserviert, wie auch die ersten Wagons von Regionalzügen für Frauen reserviert sein können. Dieser Mann achtete dann auch darauf, dass wir die richtige Haltestelle ausstiegen und den Weg von dort zum Bahnhof fanden (was sonst alles andere als einfach gewesen wäre).
Im Zug in die richtige Richtung sitzend fühlten wir uns gut. Dann wurden wir von den Indern unserer Umgebung angesprochen, dass wir besser aussteigen sollen. Zu unserer Überraschung sahen wir vom Bahnsteig aus, der Zug drehte tatsächlich die Fahrtrichtung und fuhr in die Gegenrichtung weiter. Uns noch etwas verdutzt anschauend wurden wir bereits vom nächsten Inder angesprochen, dass wir doch bestimmt den Zug von Gleis XY nehmen wollen würden. Irre – alle Auskünfte einfach so, weil die auf die Menschen in ihrer Umgebung achten.
Fast immer sieht man die Inder zwar mit einer gewissen Geschäftigkeit eilig und drängend aber doch gleichzeitig gelassen (schwer zu beschreiben). Eine der Situationen wo das anders ist, ist wenn ein Zug bestiegen wird, der bald rappedickevoll sein wird – da kann man froh sein nicht dazwischen zu sein, dass ist eher ein rücksichtsloses Hauen und Stechen ohne Waffen und ohne Pardon um die wenigen Sitzplätze – aber selbst dann sieht man um ein Kind oder einen Gehbehinderten einen gewissen Abstand, dass da nichts passiert dabei.
Tja, morgen fliegen wir ab. Es ist der 21.Dezember und Weihnachtsstimmung ist praktisch null. Das Land Indien, das ursprünglich eine niedrige Priorität auf unserer Liste hatte, hat uns sehr eingenommen. Uns wurde gesagt: „Indien, entweder du liebst es oder Du hasst es.“ Wir wüßten vorerst abschließend nicht was wir da sagen sollten. Kategorien wie Lieben oder Hassen passen irgendwie nicht für uns. Die Gefühle die dieses Land in uns auslöst sind so vielfältig und widerspüchlich wie das Land selbst. Insgesamt sind wir phasziniert und bleiben neugierig, so dass wir gerne wieder kommen würden.

Shopping in Mumbai

20.12.2013
Shopping in Mumbai

Dieser Beitrag ist von Harriet, wird aber, da wir nur über die Handy-App veröffentlichen können, unter dem Namen Wolfgang erscheinen.

Heute haben wir in Mumbai das Bus- und Bahnsystem erfolgreich benutzt. Da wir leider erst sehr spät los gekommen sind, haben wir die Dabba-Wallahs verpasst.  Vielleicht hat der eine oder andere schon mal von ihnen gehört. Sie bringen mit Zug und Rad das Mittagessen der Büroangestellten, welches von den Ehefrauen oder Müttern daheim gekocht und verpackt wurde. 5000 Dabba-Wallahs sind in Mumbai unterwegs und die meisten sind Analphabeten. 200000 Essen werden so jeden Tag geliefert. Die Dabba-Wallahs sind stolz darauf, dass auf 6 Mio Lieferungen nur 1 Irrläufer kommt. Morgen starten wir dann Versuch 2.

Wir sind dann ein Stück in den Norden gefahren und haben Mumbais langen Strand betrachtet. Die Luft war überraschender Weise deutlich besser als in Colaba. Leider wurde davor gewarnt, ins Wasser zu gehen, weil es arg verdreckt sein soll. Also haben wir uns nur mit dem schönen Blick auf die Stadt und das Meer begnügen müssen.

Mit dem Bus sind wir dann weiter zum Chor Bazar. „Chor“ – gesprochen Tschor – ist Hindi und bedeutet so viel wie Räuber. Dieser Basar war eine Empfehlung von dem Herrn aus der staatlichen Touristeninformation. Als wir im Bus danach fragten, warnten uns die Einheimischen davor und rieten uns, auf unsere Sachen gut aufzupassen und uns von niemandem verschleppen zu lassen. Ein Insasse führte uns spontan ein Stück und übergab uns dann einen Anderen. Es sind mehrere Straßen, wo alles mögliche feilgeboten wird. Von uralten Geräten, Steckern, Motorrädern, Klamotten, Essen, Haushaltsutensilien, Platinen, Reifen usw. gab es alles, was man brauchen könnte. Die Mischung der Wahren erinnert schon an Dinge die zusammengeraubt sein könnten. Die Straßen sind sehr voll und die Leute schieben sich aneinander vorbei. Ich hatte den Rucksack, Wolfgang lief hinter mir, um auf mich und die Sachen zugleich aufpassen zu können. Er hat mir dann erzählt, dass das gut war, denn es war jmd. hinter mir, der von Außen den Rucksack abgetastet hat, ob etwas Wertvolles drin ist. Ich habe davon nichts mitbekommen. Eher den Eindruck aufnehmend, nichts kaufend (Tipp der Einheimischen), gingen wir zügig durch die Straßen. Insgesamt war der Eindruck sehr positiv interessant. Wir waren aber dann nach vielem Laufen froh, wieder zurück im Bus zu sein.

Überhaupt haben wir festgestellt, dass die Inder wirklich sehr freundlich und hilfsbereit und i.d.R. ehrlich sind, wenn man abseits der Touristenrouten auf sie stößt und es nicht ihr Job ist, die „reichen“ hellhäutigen Touris auszunehmen.

Bereits gestern haben wir den Laden gefunden, der uns von Paula empfohlen wurde. Er heißt Fabindia und verkauft Dinge aus Indien, eben auch traditionelle indische Mode (Saris, Tunika, Schals aus Seide, Baumwolle und Leinen). Das Gute soll sein, dass es in Indien hergestellt wird, die Angestellten fair bezahlt werden und Kinderarbeit unzulässig ist. Zwar kosten die Klamotten etwas mehr, aber man tut etwas Gutes. So waren wir gestern bereits drin und ich habe über 3h mich durch die Klamotten probiert. Wolfgang saß sehr geduldig auf einer Bank. Ein Trinkwasserspender stand auch daneben. 20 Uhr wurde angestelltenfreundlich für indische Verhältnisse der Laden geschlossen, weshalb ich nicht ganz fertig war.

Ich muss schon sagen: Ich merke, dass die indischen Frauen ganz anders gebaut sind als wir Europäer. Das einzige was passt, ist die Körpergröße. Dementsprechend sah alles irgendwie komisch aus. Auch betonen die Inder eher den Bauch, was für mich als Europäerin aussah, was wäre ich schwanger. Bei der Oberweite sparen sie dagegen an Stoff, sodass ich mich in der Region wie eingepresst fühlte. Die obligatorische Länge über das Knie ließ mich aussehen, wie vom Kartoffelfeld entsprungen oder wie Heidi. *grusel*

Gegen einen Sari entschied ich mich, als Paula richtigerweise meinte, dass es in Deutschland keine Anlässe gibt, ihn zu tragen und er optisch nicht mehr ins Bild passt. Und für den Schrank zu kaufen ist dann doch zu schade.
Sie empfahl eine Kurta mit Hose.

Doch am Ende habe ich einen schönen Rock gefunden, mir ein passendes Oberteil dazu suchen lassen und zur Vervollständigung noch einen Seidenschal, der das ganze noch umspielt und aufpeppt. Sehr schön und eine gute Mischung aus etwas indisch (aber nicht ganz typisch, da Rock und nicht Hose), zu mir und zu meinem Körperbau passend und auch in Europa „tragbar“.

Gestern Abend haben wir eine indische Kochsendung gesehen. Gespannt verfolgten wir die Zusammenstellung der Gerichte, um evtl. etwas nach kochen zu können. Zum Abschluss wurde „German Rice Pudding“ vorgestellt…Milchreis. Prima.

Mumbai und nette Familie aus Österreich

18.12.
Mumbai und nette Familie aus Österreich

Alles lief ganz anders als gedacht. Eigentlich wollten wir vor allem zu einem Telefonladen und zu einem Supermarkt. Das Frühstück in diesem Hotel ist zwar „included“, aber eben auch so. wie wir es uns aus den gelesenen Beschreibungen heraus vorgestellt haben. Gut, dass man erst mal was hat, aber nicht ausreichend für einen hungrigen fleischessenden Menschen wie mich. Stattdessen waren wir zack bereits beim Taj-Hotel und dem Gate of India. Das Hotel haben wir uns dann erst mal von Innen angesehen. Seit dem furchtbaren Terrorakt damals ist der Eingang wie bei einem Flughafen abgesichert, aber wenn man erst mal drin ist – sehr exquisit alles. Da ist nichts unter Dior-flair im Rosewasserduft. Dennoch war der Pool gut zugängig und ich sagte zu Harriet: Schade, dass wir unsere Badesachen nicht mit haben.“  Im Restroom (Toilette) wird einem der Wasserhahn zum Hände waschen aufgedreht und ein eigenes kleines  wohlgefaltetes Handtüchlein entfaltet gereicht – nicht nur im Foyer sondern auch im Restroom riecht es angenehm nach Rosenwasser.  Im Foyer haben wir uns dann erst mal hingesetzt und außer dem Duft auch die Atmosphäre geschnuppert. Ein Amerikaner setzte sich zu uns, mit dem wir ins Gespräch kamen. Solche schönen Karten von Mumbai wollten wir auch gerne haben, wie er sie zur Besichtigungsplanung auf dem Tisch ausbreitete, weshalb ich zum Concierge ging und auch um solche bat – die ich dann auch selbstverständlich erhielt, schließlich benahm ich mich ja auch wie ein Gast. So planten sowohl der Amerikaner als auch wir unsere Touren. Er war eher auf ein Taxi aus – wir eher auf zu Fuß, beim Abschied, wo er dann sagte, dass wir uns ja sicher noch im Hotel sehen würden und wir grinsend sagten: „Wohl nicht, denn so ein Hotel könnten wir uns nicht leisten“, lachte er sehr herzlich und war offensichtlich von uns begeistert und wünschte uns doppelt herzlich alles Gute auf unserer weiteren Reise. Unsere „Frechheit“ uns in dieser Umgebung so dermaßen selbstverständlich zu bewegen, hat seinem amerikanischen Temperament wohl sehr gefallen. Das dies sehr ehrlich gemeint war sollten wir noch später bemerken. Wir gingen also mit unseren schönen Karten bewaffnet aus dem Hotel und gerieten in den Touristensog um das „Gate of India“. Hier schaffte es doch tatsächlich mal wieder so ein selbsterkorener ich weiß nicht ob wirklich heiliger Mann es mal wieder mich so zu stoppen, dass ich einen roten Punkt auf die Stirn bekam, ein Bändchen um den Arm, eine Blüte in die Tasche und dafür eine Spende abgeben durfte, natürlich war diese wieder nicht genug, und er wollte mehr und ich bin aber inzwischen resoluter und sage sehr klar, dass das nun wirklich genug sei. So wurde der Weg wieder frei und ich kam wieder zu Harriet, die vor einem Zaun stehend strikt in Richtung eines Denkmals schaute, und berichtete, dass man Sie auch „einfangen“ wollte, sie aber die Aussage, dass ihr Mann das ja auch tun würde, schlicht nicht geglaubt hätte und einfach nur geantwortet hätte, dass ihre Mann tun dürfe was er wolle, sie das sicher nicht wolle und man sie jetzt in Ruhe lassen möge, weil sie das Denkmal anschauen wolle – das hatte sie wohl energisch und bestimmt genug gesagt, dass Sie auch in Ruhe gelassen wurde – toll wie man sich hier entwickelt … am Anfang hätten wir sicher toll gefunden – heiliger Mann, roter Punkt und so – toll … wie man sich ändert …
Die Fahrt zum Insel wo Elephant sein soll, war nett, so im Boot. Die Inder schauten alle immer wieder ganz begeistert, bis wir herausfanden, dass sie diesen alten Tankschiffe, die hier im Hafen lagen als so groß empfanden – schon verständlich, wenn man sowas sonst noch nie gesehen hat, von nun an, wußten wir aber, dass wir uns lieber weiter entspannt die Landschaft anschauen konnten.
Auf der Insel angekommen, ersparten wir uns die Touristenbahn und gingen lieber kostenlos zu Fuß. So kommt man dann zu den Höhlen auf der Insel die Weltkulturerbe sind. Die ersten davon haben uns auch sehr Phasziniert – die Fahrt hat sich ganz klar gelohnt – wenn es auch mal wieder so war, dass Eintritt für Inder 10 Rupien, für Europäer 250 Rupien war. So haben wir die nun gesehen und die ersten waren wirklich phaszinierend – wenn man sich vorstellt, dass die das alles von Hand in den Fels gemeißelt haben … Irre.
Hier bei den Höhlen lernten wir dann auch eine Familie kennen mit denen wir uns zunächst auf englisch unterhielten, bis wir mitbekamen, dass sie deutsch sprechen können, weil sie nämlich aus Österreich sind. Das Gespräch war rasch sehr nett und herzlich. Wir konnten einige unsere Indienerfahrungen weiter geben und sie versprachen uns bei einem Problem zu helfen. Meine Spiegelreflexkameraausrüstung ist mir doch schon lange zu Voluminös und schwer in meinem Rucksack. Eigentlich wollte ich sie ja nach Hause schicken, aber Versand von Elektronik aus Indien ist nicht erlaubt. Und Manuela, die deutsche Freundin von Lata unserer ersten Couchsurferfahrung hatte uns sehr eindrücklich geschildert, wie der indische Zoll damit umgehen würde. Die würden nämlich alles mehr oder weniger behutsam bis auf die letzte Schraube zerlegen und wenn man Glück hat dies dann so zerlegt erlauben, dass es weiter geschickt wird. Nun, diese liebe Familie bot sich nun also an, das mit nach Österreich zu nehmen und dann zu Harriets Mum zu senden. Toll. Widerspricht völlig der Reisendenregel Nr. 1. Niemals, niemals, niemals nimm etwas für jemand anderen mit über die Grenze. Aber sie vertrauen uns, und wir Ihnen die Kameraausrüstung an. Toll. Abmachung war, man geht zusammen zu Leopolds Kaffee, wo ihr Taxifahrer auf sie wartete, dort gehe ich dann zum Hotel und hole die Kamera und anschließend essen wir alle zusammen noch in Leopolds Kaffee.  Der Taxifahrer sagte dann, unser sei nur 1 Minute entfernt und wollte mich zu Fuß  dort hin führen, dafür nahm als erstes die Visitenkarte des Hotels und fragte jemanden wo das Hotel sei, und führte mich in eine Richtung, die ich für falsch hielt, nur hundert Meter später fragte er den nächsten, usw. wir gingen im ZickZack zurück zum Kaffee und er sagte mir, ich solle erst mit den anderen Essen und dann zum Hotel. Das war mir nun zu viel, und ich ging stracks in die Richtung wo ich meinte, dass das Hotel sein würde. Nach einiger Zeit kam er dann hinter her und ließ sich wieder die Karte geben, um wieder jemanden zu fragen – dann ging er zielgerichtet in eine Richtung, und wenn ich der gleichen Meinung war ging ich hinterher, wenn ich anderer Meinung war, sagte ich, „thats the wrong way“ und ging in die Richtung die ich für richtig hielt. So kamen wir dann auch im Hotel an. Dazu muss man wissen, das ein Inder kaum je sagen würde, dass er den Weg nicht kennt, er wird lieber den falschen Weg weisen, als so unhöflich zu sein, nicht zu antworten. Diese Technik, frage jemanden, gehe bis du weit genug weg bist, dass der Gefragte sein Gesicht nicht verliert  und frage den Nächsten ist uns also gut bekannt, wenn man keinen Schimmer hat wo es wirklich lang geht. Ich packte meine Kamera ein und der Rückweg stand an. Hier erwies sich der Taxifahrer als praktischer Begleiter, denn den schnellsten Weg zurück hätte ich nicht so gut gefunden. Das Essen im Leopolds war gut, aber die Preise waren eher der guten Lage in der großen Stadt entsprechend, dafür aber gut akzeptabel. Hier ist nun mal einiges wieder teurer als in Calangute, wo dafür andere Preise entsprechend einer Touristenhochburg waren. Hier kostet die Unterkunft eben 2490 Rupien und ein gegarter Maiskolben am Straßenrand nur 20 Rupien, In Calangute kostete Johnnys außerhalb der Saison nur 800 Rupien, der Maiskolben aber 50 Rupien, um eine ungefähre Idee zu geben was ich meine. Hierbei sollte man aber schon sagen, dass Johnny wirklich ein Fairer Mensch ist, und aber auch hier die Preise mit Mitte Dezember kräftig steigen.
Ach so, ich muss noch was nachtragen. Bevor wir in Leopolds Kaffee gingen, zeigten wir der lieben  österreichischen Familie (die übrigens hier in Mumbai zu einer indischen Hochzeit eingeladen ist), noch das Taj-Hotel. Natürlich nutzte ich auch wieder die Möglichkeit mir die Hände zu waschen. Dabei traf ich zufällig „unseren“ Amerikaner wieder, der diese Räumlichkeiten gerade verlassen wollte. Hui wie der sich freute mich doch zu sehen – er wollte unbedingt hören wie unser Tag war und lud mich ein, zu einem „Drink at the bar“ wo er eh gerade sitzen würde. Ich saß nun etwas zwischen den Stühlen, aber nahm an und wollte das mit den wartenden Harriet+österreichische  Familie draußen klären, dafür fand sich dann auch eine Lösung. Ich fragte also den nächststehenden Hotelangestellten wo denn die Bar wäre, und bekam die Antwort, dass es mehrere davon geben würde. Ich ging mehrere davon ab, aber fand ihn nicht wieder – er muss wohl in einer der anderen gewesen sein. Schade. Nun kann sowas ja immer auch nur so „dahin gesagt sein“, aber die Freude mich doch zu sehen schien mir so ehrlich, dass ich eher denke, dass er in seiner Bar sicher noch gewartet hat, wann ich komme, als das ich anders denken würde.
Ein Supermarkt war in dieser Gegend auf dem Heimweg nicht zu finden, und mein Handy macht immer noch Probleme, da eine indische Sim wohl automatisch auf Roaming schaltet, wenn man in einen anderen Bezirk kommt – und damit gilt dann auch die Internet-Flatrate nicht mehr …
Für Telefonieren fehlt mir das Prepaidguthaben (s.o. Kreditkartentelefonate) und Internet geht auch nicht. Im Augenblick sind wir mal wieder von der medialen modernen Welt abgeschnitten. Morgen finden wir dann hoffentlich einen Supermarkt und einen passenden Telefonladen.