Archiv für den Monat: November 2013

Goa

Da hier Internet sehr unzuverlässig und aktuell nur über Smartfone funktioniert will ich mich kurz halten. Das Smartfone arbeitet auch erst seit einer halben Stunde. Wieder eine Erfahrung wie unglaublich oft man Passfotos, Kopien von Reisepass+Visum benötigt…

Couchsurfing war eine ausgesprochen gute Erfahrung!!!
In Panjim und Umgebung waren wir viel zu Fuß und mit dem Bus unterwegs.
Goa kommt uns tropisch feuchtwarm vor. 35°C verrät das Thermometer und sogar Harriet schwitzt (Ich zerfließe eher 😉 ).

Wir haben gerade eine Unterkunft in Calangute Beach in der Nähe vom Strand bezogen.

Puschkar -> Jaipur =nicht Delhi

Puschkar -> Jaipur =nicht Delhi
Nur kurz. Internet ist furchtbar schlecht. Planänderung! Halt in Jaipur. Morgen versuchen wir ein Ticket für den Freitagzug nach Goa zu bekommen. So sparen wir zwei mal Strecke, Zeit und Geld.

Pushkar II

Unserer Vorsätze treu geblieben, haben wir ausgeschlafen, wurden 9:15 Uhr angerufen und gefragt, ob wir noch zum Frühstück kommen (da wir noch die letzten fehlenden Gäste waren) und sind danach wieder durch die Stadt an den Ständen vorbei um den berühmten Brahma Tempel zu suchen. Ihn haben wir auch relativ leicht gefunden. Weil es doch ganz schön wuselig in den Straßen war und wir auch etwas halblang machen wollten, haben wir uns einen Weg gesucht, der am See entlang führt und haben so den See umrundet. Hier sind wir nur 30 Rs (selbes Symbol wie INR = Indische Rupien) durch eine Spende an einen Jungen los geworden. Mit mehreren Flaschen Getränke sind wir dann wieder zurück zum Hotel zum Ausruhen. Das W-Lan ist hier echt schlecht, dafür kostet es einen Obolus. Die Stadt ist eigentlich echt schnuckelig. Hier laufen zwischen den vielen Kühen auf der Straße auch wilde Hausschweine rum. Respekt habe ich ja schon vor den Kühen. Doch die tun echt nix und laufen einfach an einem vorbei oder lassen sich überholen. Mal sehen, wann ich mutig genug bin, eine Kuh mal anzufassen.

Morgen geht es wieder zurück nach Delhi in unser erstes Hotel. Dann heißt es Gepäck reduzieren, Päckchen für Deutschland packen und Zugticket besorgen. Unser Fahrer Bunty hat einem kleinen Taj Mahal besorgt, es Wolfgang in die Hand gedrückt und gesagt, dass er es mir schenken soll. Echt süß von ihm. Jetzt habe ich einen kleinen Taj Mahal von Wolfgang, der nat. in unserem Gepäck eindeutig zu viel Platz einnimmt und auf der Reise höchstwahrscheinlich kaputt geht. Das nehmen wir zum Anlass, weiteres Gepäck einzusparen. Bis jetzt hatte ich 3 T-Shirts an, das reicht. alles andere wird verschickt oder weggeworfen (Shipping ist teuer). Wenn alles erledigt ist, geht es mit dem Tuktuk oder Taxi zum Bahnhof. Unsere Gastfamilie in Panjim erwartet die Mail von unsere Ankunft. Vor der Abfahrt wird es wohl das letzte Mal sein, dass wir für längere Zeit bloggen können. Im Zug werden wir wohl kein Internet haben und ich denke, dass es in den 3 Tagen Gastfamilie unhöflich ist, gleich am 1. Tag oder überhaupt nach Internet zu fragen. Wird sich ergeben müssen. Aus Delhi werden wir noch mal bloggen, doch dann wird erst mal ein paar Tage kein Netz haben. Ich sage das extra, denn ich denke, dass viele Leser sich daran gewöhnt haben, täglich etwas von uns zu lesen.

Gesundheitlich schleppen wir uns noch ein bisschen hin und schlafen viel. Ich kann aber schon das lecker Essen wieder riechen. Es geht also bergauf.

Wir haben auch das erste Hotel, wo das Toilettenpapier nicht in die Toilette geworfen werden darf. Arg gewöhnungsbedürftig aber wichtig, um nicht alle Leitungen komplett zu verstopfen und eine Havarie auszulösen.

Pushkar

Wir konnten bis 10 Uhr frühstücken und dann ging es los nach Pushkar. Ich hatte die Kamera im Hotel liegen lassen, zum Glück hat das Hotel unseren Fahrer angerufen, der umgedreht ist und wir bekamen sie wieder. Da wir eh wieder in der Gegend waren, besuchten wir den Marktstand seiner Mutter, wo wir uns mit Obst eindeckten.

In Pushkar angekommen gingen wir erst mal durch die Straßen, die einem riesigen Basar glichen. Der Ort liegt an einem See, der umrundet werden kann. Dieser See ist heilig und bringt nur Gutes. Für einen roten Punkt mit Reis auf der Stirn, einem Bändchen ums Handgelenk und einem Vorbeter „spendeten“ wir zusammen 800 INR. Danach hatten wir aber unsere Ruhe vor den Blumenverschenkern. Da wir morgen noch mal durch die Basarstraße müssen, um einen für HIndus wichtigen Tempel zu besichtigen, dürfen wir bis morgen unser Gesicht nicht waschen. in diese Stadt müssen (indische) Hindus 1x im Leben pilgern. Dementsprechend voll ist der Ort. Die Bettler sind hier deutlich aufdringlicher als andernorts, was Wolfgang anders herum wahrnimmt. Ein bettelndes Kind hat sie an Wolfgangs Arm gehängt, was ihm deutlich zu nah war. Mit der Geschichte von Thomas im Hinterkopf hat Wolfgang einfach mit etwas mehr Dezibel klar gemacht, dass er das nicht wollte und einfach „nein“ auf Hindi gesagt. Das hat funktioniert und wir hatten für den Rest des Heimwegs unsere Ruhe.

Eigentlich sollte morgen noch ein Kamelritt anstehen, aber der ist doch nicht inklusive wie wir dachten und der Elefantenritt gestern es war. Als wir nachfragten, was das kostet, wurden uns 1500 INR für 2h gesagt. Da uns das zu viel erschien (im Lonely Planet lasen wir nach, dass 1h ca. 175 INR kostet), fühlten wir uns in unserer Entscheidung bestätigt. So haben wir morgen einen freien Tag mit ausschlafen, ausgiebig frühstücken, etwas spazieren gehen. Darauf freuen wir uns beide, da wir uns auch etwas schonen wollen. Zwar ist der Schnupfen bei der Wärme nicht so schlimm, aber etwas langsamer zu machen ist bestimmt nicht schlecht. An den Pool wollen wir uns morgen auch legen. Also ganz unspektakulär relaxen. Auch wollen wir die Zeit nutzen, unser Zugticket von Delhi nach Goa zu buchen (ist online etwas knifflig). Wir wollen in der 1. Klasse reisen, da wir doch 34h im Zug verbringen werden und für ca. 1500 km das nur umgerechnet 70 € pro Person kostet. Ich glaube, ich habe noch nicht gesagt, dass unser Fahrer Bunty heißt, ein echt lieber Kerl ist, sehr zuvorkommend ist und immer im Auto schläft (wenn er nicht in Jaipur zu Hause schlafen kann). Als wir das hörten, waren wir perplex. Das hätten wir nicht gedacht. Es wird auch vom Rezeptionspersonal nicht gern gesehen, dass er mit ins Hotel kommt, um z.B. noch den Rucksack uns nachzutragen. Wie wird das nur wieder in Delhi, wo wir unser Gepäck selbst schleppen müssen?? Unterwegs haben wir mal ein paar Bilder von der Gegend gemacht. Pushkar ist deutlich bergiger. Bis jetzt vertrage ich das Autofahren aber gut.

Jaipur und allgemein Indien

Heute waren wir den ganzen Tag in der Stadt Jaipur unterwegs, die auf dem Reißbrett entstand. Sehr schön, aber ein Grund zum Verlaufen, da jede Straße gleich aussieht. Unsere Tagestour ging dieses Mal mit einem sehr gut Deutsch sprechenden Guide die klassische Touristenroute entlang. Nach 3 Tagen Kultur mit ähnlichem Tagesablauf (Frühstück – Fahrt zu einen Denkmal – Fahrt zu einer Manufaktur – Fahrt zu einer 2. Manufaktur – 2. Denkmal … Hotel) sind die beeindruckenden Gebäude nicht mehr sooo spannend. Auch der Elefantenritt war in Thailand besser (Sorry Indien).  Da war es schon echt fesselnd, ein altes Forschungsareal mit der größten Sonnenuhr der Welt, Sternenwarte, Abbildung, wann Sommersonnenwende und Wintersonnenwende in Jaipur ist und wann welches Sternzeichen dran ist. Baujahr? 17xx…alt. Vor Allem die Sternzeichen scheinen denen sehr wichtig zu sein, sagte unser Guide. Mit ihnen wurde ermittelt, welchen Partner man bekommen, wann lebenswichtige Entscheidungen eintreffen usw. Die Frage, ob unser Guide daran glaubt, hat er nicht beantwortet. Das war mal ein sehr schönes Museum.

Heute zeigten sich leider auch die ersten Schnupfennasen bei uns. Ich fing heute morgen schon an, bei Wolfgang ging es heute Abend los. Zum Glück fragte unser Guide, ob wir unbedingt in das Museum mit Teppichen, Schmuck… gehen wollen (nachdem wir wieder erfolgreich keine Teppiche gekauft haben). Wir lehnten dankend ab. 600 Rupien gespart und mehr Freizeit. Yuppie. So waren wir etwas früher im Hotel, um Wolfgang die Haare zu schneiden und etwas auszuruhen.

Bisher haben wir von Indien viele Gegensätze erlebt, die wir am ehesten gebloggt haben (man teilt nun mal das zuerst mit, was einen besonders bewegt). Aber heute kann ich mal etwas über die Gegend schreiben, die wir bisher gesehen haben.

Delhi ist voll, stinkt, ist dreckig, laut, aber sehenswert (wenigstens für 2 Tage).

Die ca. 400 km, die wir bisher zurückgelegt haben sahen so aus:

– das Land war bisher sehr flach, die ersten Berge sahen wir jetzt in Jaipur. Es ist also kein Wunder, dass die Monsunzeit keine angenehme Zeit ist. Da halten keine Felsen, Berge oder Wälder den Regen auf. Überwiegend ist die Landschaft von Feldern gezeichnet. Die Gegend scheint also sehr fruchtbar zu sein. Bäume gesellen sich wie Nadelköpfe auf einem Nähkissen gleichmäßig dazu. Da hier Winter ist und die Monsunzeit gerade vorbei ist, ist es sehr grün, durch die hohe Luftfeuchtigkeit aber immer etwas diesig. Morgens und abends kann man es sogar als nebelig beschreiben. Dies hat aber den Vorteil, dass wir keinen Sonnenschutz brauchen, weil die Sonnenstrahlen nicht komplett durch kommen.  Tagsüber sind es geschätzte 25-30 °C. Es ist auf jeden Fall so warm, dass man in der Mittagssonne den Schatten sucht und sich über die Klimaanlage freut. Die wurde nur für uns angemacht, die Einheimischen laufen mit Pullover über dem Hemd rum. Das ist wohl auch der Grund für unsere Schnupfnasen, wenn die Klimaanlage lange aus war.  Morgens um 7 Uhr kann es auch schon mal 15 °C kühl sein (klingt für Deutschland im November wohl ganz komisch).

Der Müll wird einfach unterwegs entsorgt (was unser Fahrer für uns demonstrierte). Wir haben ihn angeguckt wie Auto, als er auf die Frage, wo wir unsere leere Flaschen hin tun können sie nahm, das Fenster öffnete und sie einfach auf die Straße fallen ließ. Indien hat echt ein Müllproblem.

Hier und da sehen wir einfache Behausungen oder Ruinen wo Menschen, gar ganze Familien leben. Die Armut macht einen echt traurig. Die Inder selbst arbeiten körperlich sehr schwer, hantieren mit einfachen Karren, die sie ziehen oder von einem Bullen ziehen lassen, viele sehen ausgemergelt aus. Die Meisten sehen aber gut gebaut aus und die Inderinnen sind in meinem Alter bildhübsch. Von der Mode tragen die Frauen Hosen mit Tunikas drüber (weniger Zaris), die Männer auffallend oft Hose und Hemd. Überhaupt achten die Inder sehr auf ihr Äußeres incl. Frisur (außer nat. die ganz Armen).

Mensch und Tier leben sehr dicht zusammen. Die Kuh wird als Gottesmutter und Milch = Nahrung = Leben verehrt und  darf deshalb überall herumstehen und -laufen, wo die will. Da wird auch nicht gehupt, wenn sie im chaotischen Straßenverkehr steht, sondern geduldig gewartet oder vorsichtig umfahren. Auch sind echt viele Straßenhunde unterwegs, aber auch viele Katzen (Katzenmutti würde sich freuen). In den Parks finden sich viele Streifenhörnchen, schrecklich viele Tauben aber auch andere Vögel. In Tempeln halten sich gern Kanarienvögel auf. Ein paar mal haben wir auch in Parks wild lebende Affen gesehen, die dumme Touristen noch gefüttert haben. Die haben wohl vergessen, dass Affen wilde Tiere sind, die zudem aber sehr schlau einen austricksen können und auch Krankheiten übertragen können.

Wolfgang und ich haben ein unausgesprochenen Wettbewerb (der damit ausgesprochen ist). Wer findet das Tuktuk mit den meisten Menschen. Wir suchen natürlich zusammen. Bisher haben wir 7 erwachsene Personen als Maximum in einem Tuktuk gesehen. Ein Tuktuk ist nur ca. 1m breit und hat 2 Sitzreihen. Oder ein Geländeauto auf der Schnellstraße, was innen voll mit Menschen war, hinten welche dran hingen, und vorne auf der Motorhaube noch 2 saßen. Heute sahen wir ein Mopet mit 2 Personen. Die Hintere transportierte einen 2m langen Tisch hochkant.  Solche Augenblicke sind für Indien sehr typisch, immer wieder faszinierend aber zu schnell vorbei, bevor wir die Kamera gezückt haben. Nun ist es 23:45 Uhr (seit der Winterzeitumstellung in Deutschland sind es 4,5h Zeitunterschied) und es wird dringend Zeit zum Schlafen. Ich schicke etwas Sonne und wünsche allen eine funktionierende Heizdecke, die sie benötigen 😉

P.S. Auch irritierend anzusehen war, wie ein Polizist mit seinem Holzschlagstock bei einem im Stau sich zu langsam fortbewegenden Tuktuks durch mehrere harte Schläge auf die Gepäckklappe es zum schneller fahren „motivierte“. Die Klappe des weiter fahrenden Tuktuks war dann ramponiert. Echt stabil die Dinger.

Wieder ein ereignisreicher Tag. Wir wachten passend auf, um eine Katzenwäsche zu machen und unsere vorgepackten Sachen zu greifen und so gerade noch pünktlich beim Fahrer zu erscheinen. Der Wecker hatte nicht geläutet … wir haben ein wenig die zeitliche Orientierung verloren, denn irgendwie ist es hier egal was für ein Wochentag ist – so war der Wecker auf die richtige Zeit gestellt – aber „Wochentags“ hatte mich beim Einstellen überhaupt nicht gestört.
Die Fahrt ging zum Taj Mahal. Unser Guide Ali sprach ein hervorragendes Englisch und wir verstanden sehr viel. Außerdem wußte er die schönsten Foto-Hotspots und machte tolle Bilder. Dass die Bilder diesig sind, liegt daran, dass hier gerade Winter ist und in dieser Jahreszeit nunmal fast immer und überall diesig ist. Heute morgen um 7 Uhr war es auch wirklich recht frisch, doch für deutsche Verhältnisse durchaus noch angenehm.

Bereits auf dem Weg zum Taj Mahal innerhalb des riesigen Geländes wurde von Harriet auch das „Lady Di Bild“ geschossen. Wir stellten uns zum Fotografieren bei der berühmten Marmorbank an.

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Wirklich imposant das Taj Mahal, und natürlich war ich sehr romantisch gestimmt. „Mit meiner Liebsten beim Taj Mahal“.
Der weiße Marmpor mit den Intarsien aus unterschiedlichen anderen Steinen ist wirklich sehr beeindruckend.

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Red Fort
Wiederum imposante Dimensionen. Und .. wie will man die Eindrücke beschreiben??? Heutzutage laufen tausende von Touristen durch Gelände und Paläste wo damals in unterschiedlichen Bereichen z.B. vom Thron aus Gericht gehalten wurde. Wenn man sich vorstellt wie ein einfacher Mensch in so einen Bereich gekommen ist, von den Dimensionen und wahrscheinlich auch der Pracht der entsprechend prachtvoll gekleideten Menschen nach obern schauen musste um über sich entscheiden zu lassen … bin ich froh in anderen Zeiten zu leben.

Fatepur Sikri (Inder 10 INR; Touristen 250 INR)
Wir besichtigten dieses Schloß mit einem weiblichen Guide. Es war wiederum alles wunderschön und spektakulär und unbeschreiblich was dieses Pracht und dieses Dimensionen in einem auslösen. Unglaublich, was hier aus rotem Sandstein und Marmor aufgebaut wurde. Die drei Frauen des Mogul hatten die drei häufigsten Religionen – geschickt – hatten – aber sehr unterschiedlich große Schlösser in dieser Schloßanlage. Das kleinste Schloß ungefähr so groß wie bei uns ein großes Wohnzimmer – das größte (für die Frau die ihm ein Kind gebar) mit Sommerschloss und Winterschloss und einer Anlage von mindestens zwei Fußballfeldern.

Allgemeines:
Woran man sich als Tourist in Indien gewöhnen muss, ist, dass man als ganz und gar nicht heilige Kuh betrachtet wird, die es gilt, um Rupien zu melken so oft und so viel es nur geht. Dabei sind die aufdringlichen Verkäufer von Kleinigkeiten (meist Kinder) vor den Sehenswürdigkeiten wirklich das kleinste Problem. Man lernt rasch sie zu ignorieren. Dass die Eintrittspreise von vorneherein für Inder und Einheimische krass unterschiedlich sind, ist auch eine unumgängliche Tatsache. (Taj Mahal: Inder 20 INR, Touristen: 750 INR). Wenn man in ein Restaurant geht, bekommt man eine Karte, wo nicht nur die Gerichte auf Englisch stehen, auch die Preise sind „englisch“. Heute saßen wir erneut vor einem heiligen Mann und hörten was wir zu geben hätten, damit sich unsere Wünsche erfüllten – okay, diesmal wollte er keine 100 US-Dollar sondern minimum 300 INR, aber wir hatten einfach die Nase voll – schauten uns an – Harriet sprach aus, was wir beide dachten: „Aufstehen?“, ich sagte „Ja“ und wir standen auf und gingen strikt weg und ließen alle erstaunt stehen – das war hier wohl keiner gewöhnt – alle wirkten sehr irritiert, aber unser Verhalten war wohl eindeutig genug, dass auch keine weiteren Versuche unternommen wurden uns zu „melken“.
In einem Geschäft in das wir geführt wurden, nachdem wir im Taj Mahal die Intarsien bewundert hatten, wurde uns gezeigt, wie aufwendig solche Arbeiten durchgeführt werden. Danach wurden uns verschiedene Sachen angeboten. Die waren sehr geschickt – sobald wir „nein“ gesagt hatten, wurde das problemfrei akzeptiert und wir wurden zu etwas Günstigerem weiter geführt – Am Ende bei einem wirklich nicht teurem kleinen Elefanten hätte er uns beinahe gekriegt. Wenn wir normale 2-Wochen-Touristen wären, hätte er mich glaube ich sogar früher gehabt. Aber wie sollten wir so ein Steinding ein ganzes Jahr mit uns herumtragen, wenn unser Gepäck eh schon grenzwertig viel wiegt? Und ein Versand nach Deutschland ruiniert den Preis. Also bleiben wir konstant bei unserem „Nein“. Keine guten Kunden – schlecht zu „melken“ 😉
Immer wieder steht man hier vor moralischen Fragen und fragen was ist wann wie viel richtig?
So manch eine indische Familie lebt von 500 INR im Monat. Am Straßenrand lebten Frauen in einfachen Zelten, die für 100 INR wohl käuflich sind. 12 Bananen kosten 40 INR. Eine Flasche Mangosaft kostet 100 INR. Toilette für Touristen kostet 5 INR. Die Einheimischen zahlen 2 INR oder erledigen ihr großes Geschäft einfach am Straßenrand. Für 2 Personen ganze Menüs kosteten bei McDonalds 365 INR (eigenlich wollten wir nur nach dem BicMac schauen, wegen des BicMac-Indexes, aber den gab es da nicht). Einem kleinen Mädchen (sicher keine 4 Jahre alt) das extra für uns und ggf. andere Touristen vor einem Restaurant aufgestellt wurde und zur Musik von ihrem Vater tanzte (ich hoffe wenigstens, dass es ihr Vater war und nicht auch noch „sonstwer“) bekam 5 INR. Wir werden wohl noch länger brauchen, um ein Gefühl für „Werte“ zu bekommen und moralische Fragen werden sich wohl immer wieder mal stellen.

Richtig toll ist unser Fahrer Bunty. Das Auto ist alt, und die Windschutzscheibe hat einen Sprung, der noch nicht weiter gewandert ist, aber er ist wirklich klasse. Er hatte uns gestern indische Musik vorgespielt – heute spielten wir ihm deutschsprachige Musik vor. Er versuchte uns Hindi-Worte beizubringen – wir ihm die gleichen Sachen in Deutsch – wir aben so viel gelacht, dass uns fast schon die Bäuche weh taten. Am Ende sangen wir gemeinsam immer wieder ein Hindi-Lied, dass übersetzt soviel bedeutet wie „Willkommen in Jaipur“.

Das Hotel ist wieder toll, hat einen Pool den ich morgen genießen möchte. Hier werden wir insgesamt 2 Tage bleiben, es ist also die richtige Zeit für die erste größere Wäsche.

Unser Fahrer holte uns pünktlich vom Hotel ab. Die erste Fahrt ging erst mal zur Tankstelle um voll zu tanken. Danach zum Reifen aufpumpen. Ich dabei sehr skeptisch, Wolfgang meinte nur, dass sei Routine vor einer Fahrt, aber eleganter ist es vor Aufnahme der Insassen. Warum er dann aber nur 1 Reifen aufpumpen ließ, lässt die Vermutung nahe, dass es doch kein Routinecheck war. Aber er fuhr sehr vorsichtig und langsam, was ganz anders war als unser Fahrer am Vortag. Ob seine Fahrweise daran lag, dass ein Sprung in der Frontscheibe sich über die Beifahrerseite ausbreitete???? Alles in allem ist er ein echt netter Fahrer und sehr zuvorkommend (er hat mir sogar an einer Tankstelle eine Toilette organisiert).
Als wir ein gutes Stück gefahren waren und die Straßen leer wurde (da Mautstrecke), durften wir auch mal ran. Wolfgang hat ja in Australien schon mal den Linksverkehr kennen lernen dürfen. Doch für mich war es das erste Mal. Ich versuche es mal zu beschreiben. Es ist gar nicht so schlimm, wie ich dachte und auch gar nicht so anders. Man sucht nur Blinker, Schalthebel und Scheibenwischer dort, wo jeweils das Andere ist. Auch das Spurhalten ist gewöhnungsbedürftig. Unterm Strich echt witzig und das Trauen wert.

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Raus aus Delhi merkte man, wie die Luft besser wurde. Das ähnelt unseren Erfahrungen in Bangkok, wo die Großstadt laut und dreckig ist, außerhalb es aber besser wird.

Auf dem Weg nach Agra führte er uns zum Tempel von Krishna und in das Dorf, wo Krishna als Kind lebte. Dort war ein Dorf im Dorf, wo Gläubige kommen können, sich aufhalten können, beten, singen und verweilen können, wie es ihnen beliebt. Als wir dieses kleine Dorf betraten, spürten wir beide eine besondere Stimmung. Ich fühlte mich nach dem kurzen Besuch tiefenentspannt wie nach 1 Stunde Yoga. Leider mussten wir weiter. Es ging zum Tempel. Dort bekamen wir eine Zeremonie für Liebe, Kinder oder so. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nichts gerafft habe, was der Typ von uns wollte. Er hatte ein echt schlechtes Englisch und ich war froh, als es vorbei war. Das ganze hat uns eine „kleine“ Spende gekostet (100 Rupien) (Zufriden waren sie nicht – sie sagten offen sie wollten lieber schon 100 Dollar oder 30000 Rupien). Echt geärgert hat uns die Situation, als dieser Guide (nicht unser Fahrer) für die halbe Stunde mit 200 Rupien kaum zufrieden war. Zuerst sahen wir es nicht ein, doch um unsere Ruhe zu haben, zahlten wir. Ich denke beim nächsten Mal bleiben wir einfach genau so stur wie er. Lehrgeld. Abgehakt.

Das Zimmer im Hotel in Agra ist deutlich besser als das, wo wir die letzten 2 Nächte verbracht haben. Ich glaube ich habe noch nicht erwähnt, dass wir in unserem alten Hotel eine günstigere Kategorie der Zimmer gewählt und Zimmer MIT Fenster bekommen haben. Zimmer mit Fenster sind nur mit Ohropacks machbar. Der Straßenlärm ist echt heftig. An den Knoblauchgeruch, der von draußen kommt, gewöhnt man sich aber schnell 😉 Das echt schicke Hotel liegt nur 2 km vom Taj Mahal entfernt. So treffen wir uns mit unserem Fahrer um 7 Uhr, um kurz darauf schon am Tempel zu sein. Dafür müssen wir erst 6 Uhr aufstehen und nicht, wie befürchtet, 4 Uhr. Von Weitem durften wir schon mal ein Blick erhaschen. Über den Eintrittspreis lassen wir uns hier jetzt nicht aus, er ist einfach horrent für indische Verhältnisse.

Ankunft Delhi

Der Flieger war nicht ausgebucht, sodass wir die gewünschten Plätze in der Nähe des Notausgangs tauschen konnten. Denn leider waren direkt am Notausgang die Toiletten. Und wenn erst mal die ersten drauf waren, weiß man ja, wie einem das Abendessen beim Geruch schmeckt. Nach 4h Schlaf (und 7,5h Flugzeit) sind wir in Delhi gut gelandet. Es gab ausreichend Entertainment und das Frühstück war auch für einen übermüdeten Magen prima (Croissant, Erdbeermarmelade, Schokoteilchen, Obstsalat). Auch der Weg zum Hotel ging gut Dank Pick-up-Service. Ich würde es nicht anders machen, denn auf dem Weg zum Hotel habe ich die Verkehrssituation in Deli beobachten können. Es gibt ein paar einfache Regeln:
1. Es gibt keine Regeln im Straßenverkehr
2. du brauchst eine laute Hupe und zwar für alles!
3. ausreichend Platz zwischen 2 Fahrzeugen ist, wenn sie nicht aneinander stoßen.

Es gibt zwar so etwas wie ein Spursystem, doch es ist noch viel effizienter, statt in 3 aufgemalte Spuren lieber in 5 Reihen zu fahren (es passen einfach mehr Fahrzeuge auf die Straße). Nun, wir werden den Rat der Reiseführer Folge leisten und uns immer einen Fahrer nehmen. Selbst fahren ist in Dehli reinster Selbstmord. Und da der Euro so stark und die Indischen Rupien so schwach sind, kostet eine Fahrt mit einem Fahrer nicht mehr als eine Einzelfahrt im Berliner S- und U-Bahnverkehr.

Mit einem englisch sprechenden Guide haben wir den Nachmittag des Ankunftstags und der Folgetag Delhis Sehenswürdigkeiten besucht. Etwas ärgerlich ist schon, dass die Eintrittspreise sich sehr unterscheiden. Für Einheimische kostet der Eintritt 10 Indische Rupien, für „Foreigner“ (also alle Ausländer) mal eben 250 Rupien. Zwar sind das auch nur 2-3 € umgerechnet, doch etwas übervorteilt fühlt man sich schon.

Sehr schöne Gebäude, viel Verkehr, viele Menschen, Linksverkehr – auch auf Gehwegen (echt noch gewöhnungsbedürftig) und viel Gehupe. Essen waren wir mittlerweile 2x und die Bitte „no Spice“ ist das Richtige, um die Schärfe im Essen gut zu mögen. Wir wissen aber beide, dass sich das noch verändern wird und wir uns an das scharfe Essen nicht nur gewöhnen, sondern es lieben werden.

Wir sind im Hotel angekommen. Dies möchten wir auch zum Anlass nehmen, allen Lesern unseren Begleiter vorzustellen. Hier sehr ihr Conny mit dem Glücksschwein, was meine Tante für uns gehekelt hat. Ja, das Schwein ist GEHEKELT. Nur um mal kurz meine näherischen Fähigkeiten zum Besten zu geben: ich bin froh, wenn ich mit der Nähmaschine einen Hosensaum umgenäht bekomme.
Das Schwein wird zusammen mit einem Schutzengel in unseren Sachen verweilen und uns hoffentlich viel Glück bringen. Conny hingegen wird auch fotografisch uns begleiten und für uns mal in die Kamera lächeln.

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So, nun zum eigentlichen Berlin:
Ankunft war bis auf spät unspektakulär, Navi an und los. Angekommen befanden wir das Zimmer als „naja, sind ja nur 2 Nächte“. Für ein 4* Hotel hatten wir hier mehr erwartet. Aber einem geschenkten Gaul…
Montag war dagegen ein ganz ereignisreicher Tag. Es ging morgens einem klasse Frühstück los, wo wirklich keine Wünsche offen geblieben sind. Wolfgang bekam sein geliebtes buntes Rührei frisch zubereitet an den Tisch gebracht. Auch das Personal war super zuvorkommend und erfüllte Wünsche, die noch gar nicht da waren.

Wieder im Zimmer fanden wir die spurlos verschwundene Kamera wieder, die wir schon seit mehreren Tagen vermissten. Wie sie aufgetaucht ist, wissen wir nicht. Aber sie ist wieder da…yippie

Danach ging es mit den 48h-Tickets zur Stadtführung. Hier zeigte Conny das erste mal seine fotogene Seite in der Öffentlichkeit.
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Die Dame, die uns führte, machte uns mehr als einmal mehr deutlich, dass sie wegen uns extra eine Führung machen musste, weil unser Tag relativ vollgepackt sei. Sie machte ihren Job zwar ordentlich und erzählte zwar Einiges, doch es schwang immer die Botschaft mit, dass es sie eigentlich nicht passt. Schade. Im Reichstagsgebäude verließ sie uns mit den Worten „die Kuppel können wir uns auch alleine anschauen“. Da hier auch noch eine Führung mit einem jungen und engagierten Reiseführer stattfand, schlossen wir uns nach Nachfrage an, der es echt toll gemacht hat und hierfür gabe es auch ein Trinkgeld. Sehr zu empfehlen.

Ein Bild von den Bildern, die hierbei entstanden sind, sehr ihr hier. p1010409m (Die Cola-Dosen sind ein Geschenk von … und ein spezieller Gruß an ehemalige Arbeitskollegen von Wolfgang *freundlichwink* ) (Der „Ohrenmacher“ im Hintergrund ist der „Kuppelführer Stefan“)

Im Hotel gab es ein echt leckeres Abendessen (3 Gänge + Grüß aus der Küche incl. zum Essen der passende Wein). Ich kann nur eines sagen: eine Geschmacksexplosion nach der anderen. Deshalb kamen wir auch 30 MInuten später zur Kasinoeinführung, was aber kein Problem war. Uns wurde Roulette erklärt, wo wir beide viel gelernt haben, was wir vorher nicht wussten. die 500 € Jetons wechselten wir in kleines Geld und setzten uns an den Roulettetisch. Wir haben uns vorgenommen, nur 100 € davon zu verspielen und den Rest in die Urlaubskasse fließen zu lassen. Nach einiger Beobachtung fingen wir dann zu setzen und hatten nach etwa 20 Minuten gute 50 € verspielt. So konhemalige nte es nicht weiter gehen. Wir spielten dann zwar noch etwas weiter, gingen dann aber zum Black Jack. Hier haben wir es geschafft, wieder so aufzuholen, das wir nach 2,5h gesamtspielzeit nur noch 35 € Verlust hatten. Am Ende haben wir uns dann 465 € auszahlen lassen.

Unsere Einschätzung:
-Effektiv ist Glücksspiel immer ein Verlustspiel
-es gewinnt nur die Bank
-in dieser Kasinowelt wird mit solchen Geldsummen um sich geworfen, wovon andere 1 Monat arbeiten müssen.
-es ist nicht unsere Welt und da sind wir beide echt froh drüber

Dienstag kam Klaus und holte das Auto ab. Ein paar letzte Telefonate noch und dann ging es ab zum Flieger. Wieder stellten wir fest, dass wir zu viel Gepäck haben. Wir müssen dringend Reduzieren. Unsere Rücken werden es und danken. Die Waage der Gepäckkontrolle sagte allerdings: 20,5kg bei Wolfgang und 20,2 kg bei mir (hier sind 1,5l Wasser abzurechnen, die ich noch in den Rucksack gequetscht hatte). Vom Flughafen gab es also keine Probleme und es ging in den Flieger…ab nach Paris, wo das Wetter noch schlimmer war als in Berlin. Da die Aufenthaltszeit gerade so reichte, das passende Gate zu finden, Sitzplätze zu organisieren und etwas zu trinken zu kaufen, störte uns das Wetter nicht.

Rucksack .. letzte Abschiede ..

Hui, haben wir was hinter uns – in den letzten Wochen … Aber jetzt ist der Stand erreicht, wo man sagt:“So, jetzt soll es gut sein.“ Wie vor einer Prüfung gäbe es zwar noch so viel, was man noch einmal checken sollte – aber wenn man es täte würde man sich nur noch verrückter machen … und 100% erreicht man ja doch nie.

Rucksack packen ist ein Thema, dass eigentlich noch extra behandelt werden sollte. Zum Schluss, als nur noch Sachen drin waren die von den Unverzichtbaren die Wichtigsten und davon das unbedingt Notwendige war, wog mein Rucksack 20,5 kg, ich war schon stolz und habe mich noch mal schweren Herzens von weiterem Notwendigen getrennt – jetzt wiegt er 22 kg .. *kopfschüttel*. Harriet geht es nicht anders… und unseren Handgepäcken auch nicht … Wir werden in Berlin noch einmal alles aus und umpacken und schauen was man noch reduzieren kann. Und das wird wohl die ganze Reise so weiter gehen, und wenn wir dann in ein paar Monaten mit mehr Erfahrung unsere „Packwunder“ betrachten, werden wir sicher über uns selber schmunzeln. Aber jetzt ist es eben so wie wir es derzeit für wichtig erachten. Und liebe Beate *schmunzelnd zu meiner Zahnärztin in Tre. schauend* von dem Luxus einer batteriebetriebenen Munddusche will ich mich nun mal noch nicht trennen…

Abschiede: Bereits in den letzten Wochen gab es ja manchen Abschied in Form von keinen Feiern, Besuchen, anders persönlich, ich will hier nicht alle aufführen von denen wir uns in den meisten Fällen doch leider nur telefonisch verabschiedet haben – schade, aber die Zeit war eben viel zu heftig knapp kalkuliert. Und so manchen haben wir nicht einmal telefonisch erreicht. Nachdem wir die letzte Wohnung in Thüringen aufgelöst hatten, fuhren wir für die letzte Nacht „bevor es los geht“ zu Harriets Familie um ihr Auto zum Verkauf abzugeben, einige Kleinigkeiten einzulagern, die nicht im Lager bleiben sollen und die Geburtstage von ihrer Oma und ihrem Neffen zu feiern. Die Feier war schön und es gab leckeres Essen, natürlich war aber auch unser Abschied Teil der Feier und so war manches nah am Wasser gebaut und auch so manches Tränchen kullerte – es war eben sehr herzlich. Ein letzter persönlicher Abschied wird noch anstehen. Mein Bruder Klaus ist so nett und holt mein Auto in Berlin ab um es dann in meinem Namen zu verkaufen. Es lief uns die Zeit davon – eigentlich wollt ich ihm den Wagen letzte Woche zu seinem Geburtstag hinbringen, aber das war zeitlich nicht zu schaffen und er kommt jetzt stattdessen anch Berlin.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin …
Nein wir sind bereits in Berlin angekommen. Die Weltreise beginnt hier … *Lächel*

Davon mehr zu erzählen, ist für morgen geplant …